Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
13.493 Ratgeber, 2.347.261 Forenbeiträge, 254.709 Rechtsberatungen
600.358
Registrierte
Nutzer

Anfechtung SofortKauf nach $119 BGB wirksam?

 Von 
robo
Status:
Beginner
(88 Beiträge, 2x hilfreich)
Anfechtung SofortKauf nach $119 BGB wirksam?

Folgendes Problem:
Am 12.02. wurde ein Artikel, den ich bei Ebay privat zum Verkauf anbot, für 39,99 per SofortKauf verkauft. Die Käuferin hat sofort danach die Abnahme verweigert und beruft sich jetzt auf §119BGB Anfechtbarkeit der Willenserklärung wegen Irrtum.

Details:
Angeboten wurde eine Festplatte 120MB voll funktionstüchtig.
Die korrekte Größenangabe steht sowohl im Titel der Auktion als auch in der Beschreibung. Zudem geht sie aus der Modellbezeichnung, Abbildung und Kategorieauswahl (bis 30GB) hervor.
Die Käuferin schreibt "Ich war der Meinung das es sich um eine größere Festplatte handelt, da ich mich verlesen habe"
Eine dreiviertel Stunde nach Zuschlag bekam ich folgende Mail:
"Hiermit trete ich vom kauf zurück aufgrund dessen das ich eine 120 GB Festplatte ersteigern wollte und dies erst zu spät erkannt habe .Sollten sie ein gerät mit 120 Gb kapazität haben bin gerne bereit es für diesn Preis zu übernehmen.
Desweiteren finde ich eine Festplatte mit 120 Mb kapazität für 40 Euro zu hoch .Das Fällt unter Wucher"
Meine Antwort darauf:
Hallo,
Mit Ihrem Gebot haben Sie einen rechtsgültigen, unwiderrufbaren Kaufvertrag abgeschlossen.
Da die Beschreibung in keiner Weise zweideutig war, sehe ich keinen berechtigten Grund für einen Rücktritt. Die Größe steht sowohl im Titel der Auktion als auch in der Beschreibung. Hier ist nirgends von 120GB die Rede (nicht einmal "GB"). Zudem steht die Platte in der Kategorie "bis 30 GB".
Wenn Sie die Artikel beschreibung auch nur ansatzweise (oder selbst nur den Auktionstitel) gelesen hätten, wüssten Sie, dass es 120MB sind.
Der Preis liegt weit unter dem, was die Platte woanders kostet. Hier z.B. kostet das gleiche Modell (ohne Steuer, Versand, Zoll) 245,95$:
http://www.streetprices.com/Electronics/Computer_Hardware_PC/Notebooks/Accessories/Disk_Drives/0.9GB_And_Under/SP478865.html
Andere Firmen verkaufen die Platte zwar etwas preiswerter, aber immer noch zum Vielfachen meines Angebotes.
In bestimmten Personenkreise sind derartige Komponenten sehr begehrt (z.B. zur Datenrettung).
Im übrigen kostet eine 120GB.Platte bedeutend mehr. Wenn etwas zum Artikel unklar ist, klärt man das VOR dem Kauf per Anfrage.
Wenn Ihnen der Preis zu hoch scheint, müssen Sie ja nicht kaufen."

Da die Auktion zum Kaufzeitpunkt noch über eine Woche lief, bestand genügend Zeit, die Artikelbeschreibung in Ruhe zu prüfen. Da steht nämlich auch noch: Geben Sie bitte nur Gebote ab, wenn Sie den Artikel auch wirklich haben möchten. Haben Sie noch Fragen zum Artikel oder benötigen weitere Bilder, dann senden Sie mir bitte eine Nachricht über "Fragen für den Verkäufer. Klären Sie vor dem Bieten ab, ob der Artikel das Richtige für Sie ist."

Außerdem steht da noch "Ich behalte mir vor, Artikel an Käufer mit weniger als 85 % positiven Bewertungen bzw. einem Bewertungsprofil von weniger als 20 Punkten abzugeben Falls das auf Sie zutrifft, sollten Sie sich vor dem Bieten an mich wenden (bei niedrigpreisigen Artikeln und Vorkassezahlung gibt es in der Regel kein Problem)." - die Käuferin hat 9 Bewertungspunkte (90,9% positiv).

Nun die Frage: Ist die Anfechtung gemäß $119BGB wirksam?
Die Urteile, die man im Netz findet, beziehen sich idR auf Irrtum des VERkäufers.
Wenn ja, könnte ja jeder Käufer mit diesem Argument den (Online-Auktions-) Kauf anfechten. Ein Irrtum ist zwar prinzipiell möglich, aber die Auktion gibt dafür keinen Ansatzpunkt (keine zweideutigen Formulierungen oder dergleichen).

Verstoß melden

Problem bei eBay und Co?

Problem bei eBay und Co?

Ein erfahrener Anwalt im Internetrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Internetrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten

Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Artikel Auktion Beschreibung


48 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
tompetti
Status:
Praktikant
(784 Beiträge, 153x hilfreich)

Hallo,

die Anfechtung ist meines Ermessens nach nicht wirksam. Wenn man hier den Irrtum annerkennen will, dann wäre in diesem Fall durch die Käuferin Schadensersatz zu leisten. Denn in keinem Fall darf Ihnen durch den Irrtum von jemand anderem ein Schaden entstehen. Schaden kann in Ihrem Fall Angebotsgebühren, Abschlussgebühren von ebay, eigener Aufwand, anschließender Verkauf nur noch zu einem niedrigeren Preis (entsprechend die Differenz beider Preise) usw. sein.

Beste Grüße, tompetti

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
M.J.
Status:
Lehrling
(1258 Beiträge, 182x hilfreich)

Wer lesen kann ist klar im Vorteil....

DA wollte wohl jemand ein Schnäppchen machen, hat erst geboten und dann gelesen..
Tja für den K Pech!

Du hast Recht und kannst auf Abnahme bestehen. Ansonsten setzte ihr wie o.g. die Gebühren etc in Rechnung und verkauf das Ding erneut.

-----------------
"Wer weiss, das er nichts weiss, weiss mehr, als der der nicht weiss, das er nichts weiss!"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
robo
Status:
Beginner
(88 Beiträge, 2x hilfreich)

Gedacht habe ich mir das schon so. Aber Sie haut mir Paragraphen um die Ohren (zuletzt 119). Welchen § oder welches Gerichtsurteil (Aktenzeichen!) kann ich dagegen setzen?
In Worten habe ich ihr die Sachlage aus meiner Sicht ja schon mehrfach geschildert.

-- Editiert von robo am 06.04.2006 17:22:38

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
RobertRatlos
Status:
Praktikant
(601 Beiträge, 82x hilfreich)

Spare Dir die Paragrafenschlacht !

Melde den Artikel bei Ebay als unbezahlt.

Nach 7 Tagen beendest Du die Unstimmigkeit, weil Du nicht bereit bist, mit der Käuferin weiter zu verhandeln.
Nicht vergessen, als Abschlußkommentar Deinen Rücktritt vom Kaufvertrag wegen anhaltender Zahlungsverweigerung zu erklären !

SIE bekommt eine Verwarnung von Ebay und bei der Dritten ist ihr Account Vergangenheit.

Meine Nerven wären mir wegen lausiger 40 € nun wirklich zu schade !

-----------------
"Unverbindliche Privatmeinung bzw. Lebenserfahrung !
Rechtsberatung gibt´s beim Anwalt ! "

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
robo
Status:
Beginner
(88 Beiträge, 2x hilfreich)

Die Verwarnung von Ebay hat sie schon längst.
Hatte ihr eine Frist gesetzt, nach der das gerichtliche Mahnverfahren eingeleitet wird.
Nur: Mindestgebühren liegen wohl bei 18€; wenn Sie in Widerspruch geht, ist das nur auf dem Klageweg durchsetzbar.

Hätte schon ein Urteil oder einen Paragraphen, der Ihr Argument (§119) widerlegt.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
RobertRatlos
Status:
Praktikant
(601 Beiträge, 82x hilfreich)

...und wenn Du einen schlecht gelaunten Richter erwischst, dem der Streitwert zu niedrig ist, dann sucht der so lange, bis er irgendwo ein Haar in der Suppe findet und der >Dame< Recht gibt.

Dann bleibst DU auf den Kosten sitzen !

Lohnt sich DER ÄRGER wirklich ?

Ein Arbeitskollege von mir wurde mal von einem Richter in der
Verhandlung wegen einer solchen Pipifax-Geschichte als >Prozeßhansel< bezeichnet.
Ist sogar protokolliert worden ;)



-----------------
"Unverbindliche Privatmeinung bzw. Lebenserfahrung !
Rechtsberatung gibt´s beim Anwalt ! "

-- Editiert von RobertRatlos am 06.04.2006 17:57:35

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#7
 Von 
robo
Status:
Beginner
(88 Beiträge, 2x hilfreich)

Darum geht es mir bestimmt nicht. Nur wenn sich solche Fälle häufen und diejenigen einem noch auf der Nase herumtanzen...
Bei einer freundlichen Anfrage um Rücktritt mit dem Angebot einer Stornozahlung hätte ich sicher nicht nein gesagt (sogar positive Bewertung in der Folge). Aber wenn die Leute dann auch noch frech, ausfallend und beleidigend werden, will ich das nicht auch noch belohnen.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#8
 Von 
latita
Status:
Beginner
(63 Beiträge, 6x hilfreich)

§ 119
Anfechtbarkeit wegen Irrtums

(1) Wer bei der Abgabe einer Willenserklärung über deren Inhalt im Irrtum war oder eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte, kann die Erklärung anfechten, wenn anzunehmen ist, dass er sie bei Kenntnis der Sachlage und bei verständiger Würdigung des Falles nicht abgegeben haben würde.

Schon mit Angabe dieses Paragraphen hat sie sich selbst ins Heu geritten.
"Kenntnis der Sachlage" -> Lesen muss man schon.
Es stand sowohl im Titel als auch im Text, es war nicht zu übersehen. Dieser Paragraph kann zur Anfechtung nicht herangezogen werden.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#9
 Von 
robo
Status:
Beginner
(88 Beiträge, 2x hilfreich)

Vielen Dank -
habe ihn zwar gelesen (als allererstes), aber nicht aus diesem Blickwinkel betrachtet. So hilft mir das schon sehr.

Schreibe ihr jetzt:

Sehr geehrte Frau XXX,

ich zitiere den von Ihnen erwähnten § 119:

"Anfechtbarkeit wegen Irrtums

(1) Wer bei der Abgabe einer Willenserklärung über deren Inhalt im Irrtum war oder eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte, kann die Erklärung anfechten, wenn anzunehmen ist, dass er sie bei Kenntnis der Sachlage und bei verständiger Würdigung des Falles nicht abgegeben haben würde."

Mit Angabe dieses Paragraphen haben Sie sich keinen Dienst erwiesen.
"Kenntnis der Sachlage" -> Lesen muss man schon.
Es stand sowohl im Titel als auch im Text, es war nicht zu übersehen. Dieser Paragraph kann somit zur Anfechtung nicht herangezogen werden.

$119 BGB ist insoweit unwirksam, da er auf ein missverständlich gemachtes Angebot anzuwenden ist.
Insofern müssten Sie nachweisen, in welchem Punkt das Angebot missverständlich war und dahingehend Ihren Irrtum begründete.
Die Aussage "ich möchte das Auto nicht haben, weil es Heck- statt Frontantrieb hat" ist also als Anfechtungsgrund sowohl nichtig, wenn die korrekte Antriebsart in der Beschreibung angegeben war, als auch wenn sie nicht angegeben war. In dem Fall hätte diese Information vor dem Kauf abgeklärt werden müssen, wenn sie für den Käufer so immens wichtig ist. Zulässige Gründe für eine Anfechtung wären eine eindeutig falsche Aussage im Angebot sowie eine missverständliche oder widersprüchliche Aussage (z.B. beide Antriebsarten an verschied. Stellen erwähnt).
Diese Sachverhalte sind durch Urteile höchster deutscher Gerichte mehrfach bestätigt worden (z.B. BGHZ78-216). Nicht anerkannt wird vom Zivilrecht der so genannte Motivirrtum, der sich auf Gründe bezieht, die die Erklärung auslösten.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#10
 Von 
latita
Status:
Beginner
(63 Beiträge, 6x hilfreich)

ja so finde ich das gut.
Unmissverständlich und gut erklärt. wenn sie diesmal liest, wird sie es hoffentlich verstehen.
Ich wünsche dir viel erfolg, schreib mal wie es weitergeht :)

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#11
 Von 
robo
Status:
Beginner
(88 Beiträge, 2x hilfreich)

Danke, ich dachte schon ich lehne mich da mit meiner Interpretation (bzw. Bsp) zu weit aus dem Fenster. Bin ja auch eher ein Laie - lese mich nur eben bei Bedarf im Internet ein. Nur die meisten Urteile zu dem Paragraphen beziehen sich eben auf Irrtümer des Verkäufers.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#12
 Von 
latita
Status:
Beginner
(63 Beiträge, 6x hilfreich)

ach so, eins aber noch. der Aussage, dass ein Irrtum auch ausgeschlossen ist, wenn die Antriebsart in der Beschreibung nicht angegeben worden ist, würde ich aber weglassen, denn die stimmt denke ich so nicht (noch mal drüber gelesen :) )
Denn das ist schon ein wichtiger Punkt, da die Antriebsartja auch das Fahrverhalten bestimmt. Z.b. Ist ein Vorderradantrieb günstiger im Winter als Heckantrieb und für Angstfahrer nicht zu empfehlen.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#13
 Von 
robo
Status:
Beginner
(88 Beiträge, 2x hilfreich)

Zu spät - habs abgeschickt.
Trotzdem - wer einen 190D oder einen 530xd verkauft, schreibt das kaum dazu (außer bei Allrad). Fällt dann eher unter Allgemeinwissen, das vorausgesetzt wird (so wie die Anzahl der Räder, Fenster, Gurte).

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#14
 Von 
cps
Status:
Praktikant
(513 Beiträge, 22x hilfreich)

Bei Festplatten würde ich offen gesagt nicht mehr mit MB-Angaben rechnen, daher kann ich den Irrtum schon nachvollziehen. Auch vom Preis her, einen neue 120GB Platte liegt bei etwa 60 Euro.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#15
 Von 
latita
Status:
Beginner
(63 Beiträge, 6x hilfreich)

ja das stimmt, das angebot war schon etwas ungewöhnlich, aber dafür sind ja die artikelbeschreibungen da. Es wird ja nicht nur das Bild reingestellt

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#16
 Von 
robo
Status:
Beginner
(88 Beiträge, 2x hilfreich)

Hatte die Tage auch eine 40MB-HD aus einem alten IBM. Startpreis 9,99. Dann kam eine Anfrage, ob ich sie für 25 mit Versand kaufe (da genau dieses Modell zur Datenrettung gebraucht wird). Also: SofortKauf 25€ hinzugefügt. Und: jemand anders hat zugeschlagen, der eigentlich 40GB wollte (zu DEM Preis?). Der, der sie eigentlich wollte, kam zu spät. Wurde aber dann doch einvernehmlich geklärt.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#17
 Von 
12345678
Status:
Beginner
(107 Beiträge, 12x hilfreich)

Ja Anfechtung wegen Irrtum möglich!
Die Dame wollte eine 120 GB Festplatte kaufen es war aber eine 120MB Festplatte. Ganz klarer Eigenschaftsirrtum nach §119II. Übrigens bei Ebay gibt es eine Kategorie bis 10GB und 11 bis 39 GB. Ob Sie die zu Schadenersatz verpflichtet ist ist eine andere Sache aber mit einem Mahnbescheid bzw. Klage auf Abnahme fällst du auf die Nase da Sie meiner Meinung nach wirksam angefochten hat.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#18
 Von 
latita
Status:
Beginner
(63 Beiträge, 6x hilfreich)

nein das stimmt auf keinen Fall.

(2) Als Irrtum über den Inhalt der Erklärung gilt auch der Irrtum über solche Eigenschaften der Person oder der Sache, die im Verkehr als wesentlich angesehen werden.

Das trifft auf Sachen zu, die nicht extra erwähnt werden, weil man denkt jeder weiß das. um zum etwas früher erwähnten Beispiel zu kommen, wo nicht erwähnt würde, ob es Heck- oder Vorderradantrieb ist

-- Editiert von latita am 07.04.2006 12:04:56

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#19
 Von 
cps
Status:
Praktikant
(513 Beiträge, 22x hilfreich)

Wenn dann wäre es Abs 1:

quote:
(1) Wer bei der Abgabe einer Willenserklärung über deren Inhalt im Irrtum war oder eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte, kann die Erklärung anfechten, wenn anzunehmen ist, dass er sie bei Kenntnis der Sachlage und bei verständiger Würdigung des Falles nicht abgegeben haben würde.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#20
 Von 
M.J.
Status:
Lehrling
(1258 Beiträge, 182x hilfreich)

Davon abgesehen, hat die *Dame* versucht ein Schnäppchen zu machen, wie es hier oft genug diskutiert wird. Erst geboten und dann erst gelesen. Das die Kategorie falsch ist, keine Frage, aber lesen sollte man schon.

Schaut euch mal z.b. Disney DVDs bei Ebay an. Jede 2te Aukt. ist als VHS eingestellt. Wenn man da die Aukt nicht liest, kann man mal eben für 30 Euro oder sowas eine SE von Disney VHS kaufen.

Torheid schützt vor Dummheit nicht!! ;)

-----------------
"Wer weiss, das er nichts weiss, weiss mehr, als der der nicht weiss, das er nichts weiss!"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#21
 Von 
12345678
Status:
Beginner
(107 Beiträge, 12x hilfreich)

Warum Absatz I ? Sie wollte doch Kaufen aber halt eine 120 GB Festplatte. Also Absatz II.

>>Das trifft auf Sachen zu, die nicht extra erwähnt werden, weil man denkt jeder weiß das. um zum etwas früher erwähnten Beispiel zu kommen, wo nicht erwähnt würde, ob es Heck- oder Vorderradantrieb ist<<

Wo hast du das denn her? Kannst du dafür irgend eine Quelle angeben?

Also ich bleibe bei meiner Meinung das man den Vertrag anfechten kann da sie sich über eine Verkehrswesentliche Eigenschaft geirrt hat(MB anstatt GB).

Zum Schadenersatz, zu ersetzen ist nach §122I nur der Vertrauensschaden. In diesem Fall z.B. die Einstellgebühren und Zusatzoptionen.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#22
 Von 
M.J.
Status:
Lehrling
(1258 Beiträge, 182x hilfreich)

@123....


Warum bleibst du dabei dass es anfechtbar ist? Erklärs mir?!

Demnach kann ich also wahrlos bei Ebay einkaufen gehen ohne mir die Aukt. durchzulesen. Und wenn ich dann die Bestätigungen bekomme, kann ich immer noch entscheiden obs nen Schnäppchen war, oder was? Und wenn ich dann für ne 1GB Festplatte 300Euro zahlen soll, behaupte ich einfach ich hätte 1000 GB Festplatte gelesen und fechte an wegen Irrtum ?!

Na dann möchte ich aber kein VK mehr sein!

Es ist doch in diesem Fall eindeutig, dass diese *Dame* vorher nicht gelesen hat. Und dabei zählt nicht, dass es die falsche Katg. war!

-----------------
"Wer weiss, das er nichts weiss, weiss mehr, als der der nicht weiss, das er nichts weiss!"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#23
 Von 
robo
Status:
Beginner
(88 Beiträge, 2x hilfreich)

Habe das noch einmal kontrolliert. Komischerweise hat Ebay die Kategorien geändert. War mir sicher, dass es in der richtigen Kategorie stand (bis 30GB).
Diese sind aber jetzt gesplittet in bis 10 und 11-39GB. In der größeren steht es. Aber damit auch nicht in der richtigen für eine 120GB (was sie annahm). Ist also in etwa so zu werten, wie als ob ich es bei Winterreifen reingesetzt habe - eindeutig die falsche Kategorie; diese lässte somit keinen Schluss auf den Artikel zu.

Kann man irgendwo nachlesen, wie, wann und welche Kategorien Ebay angepasst hat? Steht das so detailliert in den Marktmitteilungen?

Im Übrigen stand ja mehrfach MB drin. Wenn ich geschrieben hätte "eine 120er Festplatte", würde ich das auf jeden Fall auch für anfechtbar halten. Aber so?

Zudem die Frage: was hätte ich besser/anders machen sollen, um den Irrtum auszuschließen (angesehen von Kategorie, was mir so nicht aufgefallen ist)? Mehr als 120MB mehrfach reinschreiben kann ich ja wohl nicht.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#24
 Von 
cps
Status:
Praktikant
(513 Beiträge, 22x hilfreich)

Wie hat das so schön ein Richter formuliert, gerade bei Sofortkaufen kann man sich eben nicht erst die ganze Artikelbeschreibung durchlesen.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#25
 Von 
robo
Status:
Beginner
(88 Beiträge, 2x hilfreich)

Hä?
Im Ernst?
Wer der aus MeckPomm oder vom Mond? (nichts gegen MV)

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#26
 Von 
12345678
Status:
Beginner
(107 Beiträge, 12x hilfreich)

@M.J.
http://www.internetrecht-rostock.de/ebayangebot-vorzeitig-beenden.htm

Laut diesem Artikel kommt der §119 BGB also grundsätzlich auch für Ebay in Betracht.

Wir sind uns doch in dem Punkt einig das die Dame keine 120 MB Festplatte kaufen wollte sondern eine mit 120GB.

Sie hat sich also über eine verkehrswesentliche Eigenschaft geirrt.
Dann hat sie auch unverzüglich den Kaufvertrag wegen Irrtum angefochten.

Jeden Mist kann man so wohl nicht Anfechten aber in diesem konkreten Fall könnte es sehr wohl gehen. Die letzte Entscheidung hat dann wohl nur ein Richter. Ich bin mir in der Sache auch wirklich nicht sicher aber ich würde es ganz sicher nicht auf ein Gerichtsverfahren ankommen lassen.

Bei dem Schadenersatz bin ich mir noch nicht so ganz sicher was hier unter Vertrauensschaden und was unter Erfüllungsschaden fällt.

Ich habe hier einen alten Brox vor mir liegen und ein BGB leicht gemacht. Aber von Internetauktionen steht da nix drin.









0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#27
 Von 
latita
Status:
Beginner
(63 Beiträge, 6x hilfreich)

@123...
einen Quelle für meine Bahuptung zu Abs.2 kann ich leider nicht geben, dass sage ich aufgrund meiner Erfahrung/Ausbildung in diesem Gebiet.

Und in dem Link, den du gegeben hast ist davon die Rede, wenn der VERkäufer ein von ihm eingestellten Artikel zurücknehmen möchte, auf den schon geboten wurde.

Es ist doch so. robo hat ein Angebot gemacht, welches innerhalb einer bestimmten Frist angenommen werden konnte. Der Sofort-Käufer entspricht dabei dem Höchstbietenden (s.Link)
Das Angebot ist der Dame zugegangen.. sie hatte es theoretisch gelesen und mit dem Klick hat sie das Angebot angenommen.
Sie hat das Angebot angenommen, das dort stand.

Mir fällt grad ein Beispiel aus meiner Ausbildung ein:
Die Rollen sind zwar etwas gedreht, ist aber das gleiche:
Eine Frau kommt in die Werkstatt und will Winterreifen, gleich mit Montage. Sie will wissen wieviel das kostet. Der Werkstattfritze geht in den Nebenraum, sieht auf die Liste und sagt ihr den Preis.
Sie akzeptirt, sie machen einen Vertrag und sie zieht von dannen. Er soll bis sie wiederkommt montiert haben.
Er macht das alles, sie kommt wieder und will bezahlen, ihm fällt plötzlich auf, dass er in der Liste verrutscht ist und will natürlich mehr geld haben...
Folge: Der Fritze hat Pech gehabt. Es gibt keine gesetzliche Definition, wohl aber eine allgemeine Definition über Irrtum. Ich muss die noch mal genau raussuchen aber: Irrtum ist, wenn subjetkiv etwas anderes rauskommt, als objektiv gewollt. Hätte er sich also versprochen odr plötzlicher Geistesverlust.
Er war aber der Meinung dass die Reifen tatsächlich nur den vereinbarten Preis gekostet haben und in dem Fall hat er das gesagt, was er auch gedacht hat.
Er konnte auch die Reifen nicht zurückverlangen, da die Frau bereits zur Eigentümerin wurde.

Genauso ist das bei dieser Frau. Sie war felsenfest der Überzeugung, dass sie da eine 200GB-Platte kauft und hat darauf geboten. Dass sie nicht lesen kann ist ihr Problem, denn das Angebot lautete eindeutig anders.
Und wenn du evtl. sagst, dass man sich bei SofortKauf beeilen muss: nein muss man nicht, denn sonst könnte ja jeder wild umherklicken und im Nachhinein schauen.
Vertrag ist Vertrag, sie hat ein bestimmtes Angebot angenommen, jetzt muss sie dieses auch erfüllen.

-- Editiert von latita am 07.04.2006 19:19:43

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#28
 Von 
robo
Status:
Beginner
(88 Beiträge, 2x hilfreich)

120MB, nicht 200MB

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#29
 Von 
latita
Status:
Beginner
(63 Beiträge, 6x hilfreich)

*g* mein ich ja

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#30
 Von 
cps
Status:
Praktikant
(513 Beiträge, 22x hilfreich)

quote:
Genauso ist das bei dieser Frau. Sie war felsenfest der Überzeugung, dass sie da eine 200GB-Platte kauft und hat darauf geboten. Dass sie nicht lesen kann ist ihr Problem, denn das Angebot lautete eindeutig anders.


eben und da kommt dann Abs 1 ins Spiel
Wer (...) eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte, kann die Erklärung anfechten, wenn anzunehmen ist, dass er sie bei Kenntnis der Sachlage und bei verständiger Würdigung des Falles nicht abgegeben haben würde.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 223.766 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 25
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
92.506 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen
12