Bei All-Inclusive Reisen ist tatsächlich alles inklusive

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LG: Auch Hummer und Windsurfen gehören dazu, wenn im Katalog zugesichert

Bei einer All-Inclusive Reise müssen alle im Katalog zugesicherten Vorzüge tatsächlich vorhanden sein. Das Ausbleiben des zugesicherten Hummers im Speiseangebot rechtfertigt daher die Minderung des Reisepreises um 2 Prozent. Weitere 2 Prozent können abgezogen werden, wenn für das Windsurfen eine zusätzliche Gebühr zu entrichten ist. So urteilte das Landgericht Duisburg am 26.6.2003, wie der Deutsche Anwaltsverein (DAV) jetzt mitteilte. ( Az 12 S 27/03)

Der Kläger hatte bei der Beklagten eine Flugreise in die Dominikanische Republik für sich uns seine Familie gebucht. Vor Gericht hat er nun vorgetragen, dass der im Katalog abgebildete Lobster im Restaurant nicht serviert worden sei. Außerdem sei Windsurfen nur gegen Zahlung einer zusätzlichen Gebühr möglich gewesen. Er forderte daher eine Minderung des Reisepreises von 35 Prozent.

Insgesamt sah das Gericht eine Minderung als gerechtfertigt an, konnte der geforderten Höhe aber nicht zustimmen. Da es sich bei dem Fehlen des Lobsters lediglich um eine einzige Speise gehandelt habe, die Familie allerdings ansonsten auf das komplette Speiseangebot zurückgreifen konnte, sei eine Minderung für diesen Bereich nur um 2 Prozent, so die Richter.

Hinsichtlich des Surfens sei zu berücksichtigen, dass es sich bei dem Bereich Sport und Fitness nur um einen Teilbereich der angebotenen Reiseleistungen handelte. Hinzu komme, dass es neben dem Windsurfen zahlreiche andere Angebote, wie Tischtennisspielen, Tennis, Bogenschießen etc. unentgeltlich möglich waren. Die Richter sahen hier die Möglichkeit der Minderung von ebenfalls 2 Prozent.

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