Cyber-Mobbing in Scheidungssachen

Mehr zum Thema: Familienrecht, Schadensersatz, Rechtsanwaltkosten, cyber mobbing, social network, Scheidungssachen
0 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
0

Vorsicht bei der Verbreitung von Ehrverletzungen im social network

Cyber-Mobbing auf social-media-Plattformen ist zwischenzeitlich keineswegs ein Problem, was ausschließlich Jugendliche betrifft. Auch unter Erwachsenen kommt es zunehmend zu Beleidigungen und anderen Ehrverletzungen im social network.

In einem vor dem Amtsgericht Bergisch-Gladbach behandelten Fall hatte die geschiedene Ehefrau sich zunächst über die Kosten „für so ´ne blöde Scheidung“ beklagt. Anschließend hatte sie dann allerdings den Umstand, „den Herrn los zu sein“ als unbezahlbar eingestuft und so dann auch die zuvor gestellte Frage, ob „ein Auftragskiller nicht preiswerter gewesen wäre“, nicht weiter verfolgt.

Sascha Steidel
seit 2008 bei
123recht.de
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Familienrecht
Wrangelstrasse 16
24105 Kiel
Tel: 0431-895990
Web: http://www.kanzlei-steidel.de
E-Mail:
Arbeitsrecht, Miet und Pachtrecht, Internet und Computerrecht, Verkehrsrecht, Erbrecht, Vertragsrecht, Grundstücksrecht

Der Ehemann sah die Grenzen zum schwarzen Humor überschritten und ließ seine Exfrau mit anwaltlicher Hilfe auf Unterlassung derartiger Äußerungen in Anspruch nehmen. Zugleich wurden der geschiedenen Ehefrau die hierfür entstandenen Anwaltskosten aufgegeben.

Das Amtsgericht Bergisch-Gladbach verurteilte die sich dagegen zur Wehr setzende Ehefrau auf Zahlung der Rechtsanwaltskosten und stand dem Exmann damit einen Schadensersatzanspruch zu. Die Äußerungen der Exfrau stufte auch das Gericht nicht als humoristisch, sondern als eindeutig beleidigend ein.

Auch und gerade im social network ist daher Vorsicht in der Verbreitung beleidigender oder sonst ehrverletzender Äußerungen geboten. Wer die Grenzen überschreitet, muss zumindest mit zivilrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Sofern Sie zu diesem oder einem ähnlichen Thema weitere Fragen haben, wenden Sie sich gern unverbindlich an meine Kanzlei.

Selbstverständlich stehe ich Ihnen gern persönlich für eine Beratungsgespräch oder eine weitere Interessenvertretung zur Verfügung.

Leserkommentare
von Marloon am 06.12.2017 16:30:21# 1
Auch SEO-Marketing spielt für Anwälte derzeit eine immer bedeutendere Aufgabe: https://www.kanzleimarketing.de/marketing-online/seo/ Da leider kaum noch jemand einen Anwalt im Gelbe-Seiten-Buch sucht...
    
von axt-im-walde am 01.03.2019 07:14:22# 2
Das Thema Pfändungsschutzkonto ist in Deutschland weitgehend bekannt - kürzlich wurde ich im Telefonat mit einer deutschen Bank sogar aktiv darauf hingewiesen, obwohl ich keinen akuten Bedarf hatte. Viele Banken haben in ihren Onlineportalen sogar einen gut sichtbaren Button, um direkt zur Pfändungsschutzabteilung zu gelangen.

Wie sieht es aber in unseren europäischen Nachbarländern aus ? Soweit ich weiß, muss ein Schuldner bei Pfändungen den Pfändungsschutz und die Bewahrung eines zum Leben ausreichenden Geldeinganges für sich selbst (plus ggfs. Familie) im Einzelfall mit dem Gläubiger aushandeln.

So gibt es manche im Ausland lebende Personen, welche in Deutschland ein Girokonto unterhalten.

Mich würde interessieren, wonach sich im Pfändungsfall die Höhe des geschützten Betrages richtet: Nach der Rechtslage im Ausland bezogen auf den dort lebenden Bürger ? Oder nach den in Deutschland geltenden Regeln, als würde die Person in Deutschland leben ?
    
Ihr Kommentar zum Thema