Kostenübernahme für kontinuierliche Glukosemessung vor dem Sozialgericht erstritten

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kontinuierliche Glukosesensoren sind erstattungsfähig

Der Nutzen einer Kombination aus Insulinpumpe und kontinuierlichem Glukosesensor besteht darin, dass die Insulinzufuhr bei einer drohenden Unterzuckerung automatisch abgeschaltet wird und so eine Unterzuckerung verhindert werden kann. Dieser Nutzen wurde durch eine Studie an 4 deutschen Kinderdiabeteszentren nachgewiesen. Dennoch weigern sich die gesetzlichen Krankenversicherungen, die Kosten für die kontinuierliche Glukosemessung mittels Sensoren zu übernehmen.

In einem Eilverfahren vor dem Sozialgericht Altenburg (Az. : S 30 KR 3953/11 ER) widersprach das Gericht der Leistungsablehnung der Krankenkasse.

Thomas Stein
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Medizinrecht
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Geklagt hatte ein 3 ½-jähriges Kind, der an einem Diabetes mellitus Typ 1 leidet und wegen stark schwankender Blutzuckerwerte täglich mehrfach den Blutzucker kontrollieren muss um eine Unterzuckerung zu verhindern. Die behandelnde Kinderärztin hatte deshalb eine kontinuierliche Glukosemessung im Unterhautfettgewebe für erforderlich gehalten und eine Insulinpumpe nebst Sensoren (Medtronic Sof-sensor) verordnet. Die Kosten der Insulinpumpe wurden von der Krankenkasse übernommen nicht jedoch die Kosten für die Sensoren.

Nach Ansicht des Sozialgerichts handelt es sich bei den Medtronic Sof-sensoren um ein Hilfsmittel, mit dem die  Krankenkassen ihre Versicherten versorgen muss. Dies gilt auch dann, wenn die Medtronic Sof-sensoren nicht im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung aufgeführt sind.        

Die Krankenkasse war der Ansicht, dass die Verwendung von Sensoren eine neuere Untersuchungs- und Behandlungsmethode sei und nur dann eine Erstattungspflicht besteht, wenn eine Empfehlung des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) vorliege. 

Leserkommentare
von Marloon am 06.12.2017 16:30:21# 1
Auch SEO-Marketing spielt für Anwälte derzeit eine immer bedeutendere Aufgabe: https://www.kanzleimarketing.de/marketing-online/seo/ Da leider kaum noch jemand einen Anwalt im Gelbe-Seiten-Buch sucht...
    
von axt-im-walde am 01.03.2019 07:14:22# 2
Das Thema Pfändungsschutzkonto ist in Deutschland weitgehend bekannt - kürzlich wurde ich im Telefonat mit einer deutschen Bank sogar aktiv darauf hingewiesen, obwohl ich keinen akuten Bedarf hatte. Viele Banken haben in ihren Onlineportalen sogar einen gut sichtbaren Button, um direkt zur Pfändungsschutzabteilung zu gelangen.

Wie sieht es aber in unseren europäischen Nachbarländern aus ? Soweit ich weiß, muss ein Schuldner bei Pfändungen den Pfändungsschutz und die Bewahrung eines zum Leben ausreichenden Geldeinganges für sich selbst (plus ggfs. Familie) im Einzelfall mit dem Gläubiger aushandeln.

So gibt es manche im Ausland lebende Personen, welche in Deutschland ein Girokonto unterhalten.

Mich würde interessieren, wonach sich im Pfändungsfall die Höhe des geschützten Betrages richtet: Nach der Rechtslage im Ausland bezogen auf den dort lebenden Bürger ? Oder nach den in Deutschland geltenden Regeln, als würde die Person in Deutschland leben ?
    
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