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Neue Arbeit, den ersten Monat überbrücken?

Geschlossen Neuer Beitrag
 Von 
Tomtom77
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 32x hilfreich)
Neue Arbeit, den ersten Monat überbrücken?

Hallo erstmal,

ich bin jetzt schon etwas länger Arbeitslos und habe ALGII bzw. Hartz IV bekommen und werde wohl nächsten Monat endlich wieder arbeiten, wenn alles klappt.
Ich freue mich natürlich sehr, dann endlich wieder arbeiten zu können.

Gleichzeitig habe ich nur ein ziemliches Problem und zwar unterstützt bzw. Zahl das Arbeitsamt einen nicht mehr wenn ich am 01.06 anfange zu arbeiten und noch im Monat Juni Lohn bekomme.

Meine Frage jetzt, wie kann ich den Monat überbrücken?
Ich meine bei meiner Ausbildung hat mir jemand gesagt, wenn ich erst später anfange zu arbeiten und auch erst sagen wir am 15.07 Lohn ausgezahlt bekommen hätte, dann hätte mich das Arbeitsamt den ganzen Monat Juni noch mit Miete usw.. unterstützt?

Leider ist das Internet ja voll mit Unwahrheiten und auch auf das was man mal gehört hat kann man sich nicht verlassen. Vielleicht hat hier jemand Informationen für mich, wie ich das am besten Überbrücken kann. Da ich noch Schulden habe und mir auch nichts leihen kann, ist das ganze nachtürlich ein Problem.

Ich hoffe ihr könnt mir helfen und mir das ganze von der Rechtlichen Seite her schildern. Sprich mir verraten ob es wirklich nur darauf ankommt, wann ich Gehalt bekomme und ob es richtig ist, das wenn ich am 02 oder 15. des Monats anfange dann noch Geld bekomme.

Liebe Grüße,

Tom


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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Monat Arbeitsaufnahme Arbeitgeber Arbeitsvertrag


16 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
amako
Status:
Student
(2563 Beiträge, 1354x hilfreich)

Hallo,
du erhälst dein ALG doch am Monatsende. Wenn du am 01.06. anfängst erhälst du am 31.05. doch noch eine Zahlung. Wenn du erst am 15.06. anfängst, erhälst du ALG bis zum 14.
Wo ist das Problem?
Gruß
Andreas

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"Wer schlau ist, kann sich dumm stellen, anders rum geht es nicht!"

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#2
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11627 Beiträge, 3783x hilfreich)

@amako:

Der TE bezieht ALG II, nicht ALG I. ALG II wird zwar auch am Monatsende gezahlt, aber im voraus für den Folgemonat. Und wenn am 01.06. die Arbeit begonnen und das früh genug dem Jobcenter mitgeteilt wird, kann es durchaus passieren, dass die Leistungen direkt mal eingestellt werden und Ende Mai eben kein Geld mehr kommt.

@Tomtom:

Eine Möglichkeit, sagen wir mal am Rande der Legälität, wäre, dem Jobcenter die Arbeitsaufnahme erst so spät mitzuteilen, dass die Zahlungen für Juni bereits angewiesen sind. Dann musst Du zwar ggf. für Juni die Leistungen zurück zahlen, was aber in Raten möglich ist.

Ansonsten gilt, dass das Jobcenter verpflichtet ist, Deinen Lebensunterhalt sicherzustellen. Dieses kann ggf. in Form eines Darlehens für den Monat der Arbeitsaufnahme erfolgen, welches aber separat zu beantragen ist.

Gruß,

Axel

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"Ausführliche Infos zu ALG II finden Sie auf meiner Website: http://www.axelkrueger.info "

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#3
 Von 
shenja
Status:
Schüler
(185 Beiträge, 84x hilfreich)

Persönliche und wirtschaftliche Änderungen sind unverzüglich anzuzeigen.
@Axel Deinen Tipp mit - zeige es eben erst nach dem Zahllauf an - finde ich überhaupt nicht gut und könnte in einem Ordnungswidrigkeitsverfahren landen. Bei Vorlage des Arbeitsvertrages kann man klar sehen, wann dieser unterschrieben wurde und wenn sich jemand absichtlich lange Zeit lässt, kommt das gar nicht so gut an und das auch zu recht.
Eine Verpflichtung zur Ratenzahlung habe ich im übrigen im Gesetz auch nicht finden können.
Im übrigen ist doch wohl jeder selbst dazu verpflichtet seinen Lebensunterhalt sicher zu stellen. Vielleicht hat der TE ja ein Sparbuch oder sonstiges und könnte daher selber seinen Unterhalt sicherstellen.

Ich würde dem TE raten mit dem Sachbearbeiter zu sprechen und ein Darlehen zu beantragen, aber nicht mit dieser Schummellei zu kommen.

Shenja

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" Die Neugier ist der Katze tot......"

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#4
 Von 
Tomtom77
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 32x hilfreich)

@Shenja
Du verwechselst Schummelei eher mit Recht?
Als ich arbeitslos wurde, hat man mir das Geld / Lohn was ich vom Arbeitgeber eingeklagt habe und erst im nachinein bezahlt bekommen habe, als ich schon Leistung bekommen habe und demnach wurde meine Leistungen zurück verlangt. In Foren wird auch oft geschrieben, das es so ist und man dafür aber auch wenn man arbeitet, geld bekommt.

> Vielleicht hat der TE ja ein Sparbuch oder sonstiges und könnte daher selber seinen Unterhalt sicherstellen.
Meinem Beitrag ist (eigentlich) zu entnehmen, das es nicht so ist.

@Axel
Vielen Dank!
Da ich den Arbeitsvertrag ja noch gar nicht unterschrieben habe, kann dieser ja auch erst am 04.06 zwischen meinem Arbeitgeber und mir geschlossen werden. Wenn ich dann also am sagen wir 05.07 meinen Lohn überwiesen kriege, dürfte das Amt doch demnach die Leistungen für Juni nicht zurück gefordert werden?

Ich habe auch schon gelesen, das ich bzw. der Arbeitgeber folgende Anträge stellen muss:

- Mitteilung-über-Veränderungen-Alg-II
- Einkommensbescheinigung

Wann genau müssen die Anträge eingereicht werden?
Aus dem Veränderungsantrag geht vervor, dass ich eintragen muss von wann bis wann ich dort arbeite und wann mir mein erstes Gehalt gehalt wird. So gesehen kann ich dies ja gar nicht wissen? Mit der Befristung kann ich ja 1 Jahr eintragen (wie der Arbeitgeber es mir schon mittgeteilt hat).
In der Mitteilung muss ich auch die Arbeitszeit und Lage und Verteilung der Arbeitszeit eintragen, wie kann ich diese kennen, bevor ich die Arbeit annehme?
Wenn ich sagen wir am 04.05 den Arbeitsvertrag unterschreibe und dann anfange zu arbeiten, welche Frist habe ich dann so gesehen um die Veränderungs mitteilung zu senden? Oder muss diese schon vorher gesendet werden?
Wie sieht es mit der Einkommensbescheinigung aus, wann muss der Arbeitgeber diesen Bescheid senden?
Und darf er einfach eintragen das er erst am 05.07 zahlt, obwohl ich wie oben angemerkt am 04.06 schon anfange zu arbeiten?

Sicherlich kann man das als Tricksen ansehen, aber das Arbeitsamt Trickst meiner Meinung nach ja genauso und da ich mich bemühe und auch arbeit gefunden habe, verstehe ich auch nicht wieso manche auf diese Fragen negativ reagieren. Ich sage nur wer im Himmel lebt sollte nicht über die urteilen, die die Hölle durchleben (durchlebt haben).

Gruß,

Tom

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-- Editiert Tomtom77 am 15.05.2012 21:58

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#5
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11627 Beiträge, 3783x hilfreich)

@shenja:

quote:
Persönliche und wirtschaftliche Änderungen sind unverzüglich anzuzeigen.

Und wo und wie ist definiert, was "unverzüglich" ist?

Darüber hinaus komm mir hier bitte nicht mit irgenwelchen Moralpredigten. Solange die Jobcenter landauf und landab in schöner Regelmäßigkeit und Selbstverständlichkeit grundsätzlich erstmal ohne Rücksicht auf die Höhe und den ersten Zahlungszufluss jegliche Leistungen einstellen, sobald eine Arbeitsaufnahme mitgeteilt wird, oder zumindest schon mal vorsorglich ein mehr oder weniger willkürlich festgelegtes Einkommen anrechnen, ohne zumindest mal auf die Möglichkeit einer darlehensweisen Weitergewährung hinzuweisen, halte ich es für absolut legitim, einfach auch mal ein wenig auf Zeit zu spielen. Dabei spreche ich nicht von zwei Wochen (bisher ist ja offensichtlich nicht einmal sicher, ob der TE die Stelle überhaupt tatsächlich bekommt) oder noch länger, sondern allenfalls von 2 oder Tagen bis max. 1 Woche.

quote:
Bei Vorlage des Arbeitsvertrages kann man klar sehen, wann dieser unterschrieben wurde

Richtig, wobei streng genommen der Arbeitsvertrag beim Jobcenter gar nicht vorgelegt werden muss. Und wenn ich z.B. am 25. eines Monats den Arbeitsvertrag unterschreibe, dann gehe ich am 26. los und kopiere diesen um die Kopie ans Jobcenter zu schicken. Aus Gründen der Nachweisbarkeit erfolgt diese Postsendung per Einschreiben mit Rückschein, wofür ich persönlich zur Post muss. Aus persönlichen Gründen schaffe ich das nicht mehr am 26., sondern erst am 27. des Monats. Der Brief ist also frühestens am 28. beim Jobcenter, sodass ein Stoppen der Zahlung praktisch nicht mehr möglich ist, ich aber dennoch unverzüglich die notwendige Mitteilung erledigt habe. So habe ich 3 Tage gewonnen, ohne das mir daraus ein Vorwurf gemacht werden kann. Natürlich funktioniert das Ganze nur dann, wenn der Arbeitsvertrag tatsächlich erst so kurz vor Beginn der Arbeitsaufnahme geschlossen wird.

quote:
Eine Verpflichtung zur Ratenzahlung habe ich im übrigen im Gesetz auch nicht finden können.

Eine gesetzliche Verpflichtung zur Gewährung einer Ratenzahlung gibt es auch nicht. Habe ich auch nicht behauptet. Allerdings ergibt sich der Anspruch darauf, für den Fall das weiterhin ein ergänzender Leistungsanspruch besteht, aus den Regelungen zur Aufrechnung. Besteht kein weiterer Leistungsanspruch, erfolgt der Forderungseinzug durch die zuständige Regionaldiretion der BA, und die lassen sich praktisch immer auf eine Ratenzahlung ein. Es sei denn, der ehemalige Leistungsempfänger verdient jetzt so viel, dass eine Zahlung ein einer Summe tatsächlich problemlos möglich ist.

quote:
Im übrigen ist doch wohl jeder selbst dazu verpflichtet seinen Lebensunterhalt sicher zu stellen.

Sofern er dazu in der Lage ist, sprich einen Job mit bedarfsdeckendem Einkommen hat, ja. Ansonsten gibt es die Verpflichtung des Staates aus Art. 1 in Verb. mit Art. 20 GG, wonach der Staat verpflichtet ist, jedem Bürger zu jeder Zeit das soziakulturelle Existenzminimum zur Verfügung zu stellen.

quote:
Vielleicht hat der TE ja ein Sparbuch oder sonstiges und könnte daher selber seinen Unterhalt sicherstellen.

Dafür sind dem Posting des TE nicht die geringsten Anhaltspunkte zu entnehmen.

quote:
Ich würde dem TE raten mit dem Sachbearbeiter zu sprechen und ein Darlehen zu beantragen,

Zum einen habe ch auf die Möglichkeit einer darlehensweisen Weiterbewilligung bereits hingewiesen. Zum Zweiten ist ein diesbezüglicher Antrag erst dann zu stellen, wenn die Arbeitsaufnahme tatsächlich sicher ist, was im Fall des TE offensichtlich nicht der Fall ist und zum Dritten wäre es verdammt nochmal die Pflicht der Jobcenter-Sachbearbeiter, auf diese Möglichkeit hinzuweisen, was in der Praxis nie passiert. Darüber hinaus gibt es durchaus auch die Möglichkeit, im Rahmen der Eingliederungshilfen, die Leistungen für den Monat der Arbeitsaufnahme sogar als weiterhin nicht rückzahlbare Beihilfe weiter zu zahlen. Auch darauf weist kein Sachbearbeiter hin.

Und noch einmal: Solange die zuständigen Sachbearbeiter bei den Jobcentern ihrer gesetzlichen Informations- und Beratungspflicht nicht einmal ansatzweise nachkommen und stattdessen in schöner Regelmäßigkeit und vorauseilendem Gehorsam Leistungen einstellen, halte ich so kleine Schummeleien wie eine um wenige Tage verzögerte Mitteilung einer Arbeitsaufnahme für absolut legitim. Man könnte hier fast schon von Notwehr sprechen.

Gruß,

Axel

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-- Editiert AxelK am 15.05.2012 21:54

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#6
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11627 Beiträge, 3783x hilfreich)

@Tom:

quote:
Da ich den Arbeitsvertrag ja noch gar nicht unterschrieben habe, kann dieser ja auch erst am 04.06 zwischen meinem Arbeitgeber und mir geschlossen werden.

Solange nicht absolut sicher ist, dass Du die Stelle auch tatsächlich bekommst, besteht auch keine Mitteilungspflicht. Und sicher ist die Arbeitsaufnahme erst dann, wenn ein unterschriebener Vertrag oder zumindest eine Verpflichtungserklärung des Arbeitgebers vorliegt oder Einigkeit über die wesentlichen Vertragsinhalte besteht und Du tatsächlich die Arbeit aufgenommen hast.

quote:
Wenn ich dann also am sagen wir 05.07 meinen Lohn überwiesen kriege, dürfte das Amt doch demnach die Leistungen für Juni nicht zurück gefordert werden?

Völlig korrekt. Es gilt das Zuflussprinzip. Und zwar selbst dann, wenn laut Arbeitsvertrag die Lohnzahlung bereits im Juni fällig gewesen wäre.

quote:
Ich habe auch schon gelesen, das ich bzw. der Arbeitgeber folgende Anträge stellen muss:

- Mitteilung-über-Veränderungen-Alg-II
- Einkommensbescheinigung


Das sind allerdings keine Anträge, sondern lediglich Mitteilungen und Nachweise. Mit der Veränderungsmitteilung wird die Arbeitsaufnahme mitgeteilt, mit der Einkommensbescheinigung die Höhe des zukünftigen Lohnes nachgewiesen.

quote:
Wann genau müssen die Anträge eingereicht werden?

Die Veränderungsmitteilung muss unverzüglich erfolgen. Also dann, wenn die Arbeitsaufnahme sicher ist (siehe oben und mein vorheriges Postin an @shenja).

Die Einkommensbescheinigung sollte im eigenen Interesse schnellstmöglich eingereicht werden, wobei diese vom Arbeitgeber auszufüllen ist und Du natürlich keinen, oder nur sehr eingeschränkten, Einfluss darauf hast, wann Du diese erhälst.

quote:
Aus dem Veränderungsantrag geht vervor, dass ich eintragen muss von wann bis wann ich dort arbeite und wann mir mein erstes Gehalt gehalt wird. So gesehen kann ich dies ja gar nicht wissen?

Du kannst natürlich nur die Angaben machen, von denen Du Kenntnis hast. Zum Zeitpunkt der Lohnzahlung wäre einzutragen "voraussichtlich....". Eine Befristung würde ich, solange kein schriftlicher Arbeitsvertrag vorliegt, außen vor lassen und nicht eintragen.

quote:
In der Mitteilung muss ich auch die Arbeitszeit und Lage und Verteilung der Arbeitszeit eintragen, wie kann ich diese kennen, bevor ich die Arbeit annehme?

Wie bereits geschrieben, kannst Du natürlich nur Angaben machen, die Du kennst. Andere Felder lässt Du offen. Im übrigen ist die Verteilung der Arbeitszeit ohnehin völlig irrelevant und muss nicht mitgeteilt werden.

quote:
Und darf er einfach eintragen das er erst am 05.07 zahlt, obwohl ich wie oben angemerkt am 04.06 schon anfange zu arbeiten?

Der Zeitpunkt der Lohnfälligkeit ist eine arbeitsvertragliche Regelung und unterliegt der Vertragsfreiheit. Üblich sind z.B. Beispiel Regelungen wie "...bis spätestens zum 5. des Folgemonats", oder ähnlich. Die Angaben in der Einkommensbescheinigung sollten sich natürlich schon mit dem Arbeitsvertrag decken.

Gruß,

Axel





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#7
 Von 
Tomtom77
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 32x hilfreich)

quote:
Man könnte hier fast schon von Notwehr sprechen.

Da Stimme ich dir zu.

Wenn man vom Existenzminimum lebt und jedes mal von dem Arbeitsamt eins reingewürgt bekommt und in eine Schublade mit Alkohol / Drogenabhängigen Menschen (die ebenso Hilfebedürftig sind) und Mietnomaden gesteckt wird, dann darf man ja wohl auch auf sein Recht bestehen.

Es soll ja auch angestelle beim Arbeitsamt geben, die in solchen Foren unterwegs sind und ihren Hass auf Arbeitslose ablassen. Das sieht man meiner Meinung nach auch an den Sachbearbeitern, die wie Axel schon sagte nicht darüber informieren, was wirklich sogar möglich ist oder teilweise schon pflicht ist.

Aber nochmal zu meinen Fragen:
Wenn ich am 02.06 (Samstag) den Vertrag unterschreibe und am 04.06 (Montag) anfange zu arbeiten, der Arbeitgeber am 01.07 Lohn zahlt und dies im Monat 07 bei mir ankommt, dann dürfte die ARGE kein Geld zurück fordern? Denn der Monat 06 zählt als der Monat, in dem ich noch auf Hilfe angewiesen bin?

Was ist, wenn die ARGE ende dieses Monats (für kommenden Monat) nicht zahlt und ich demnach im Juni keine Miete / essen zahlen kann? Und ich keinen Aufhebungsbescheid bekomme? Soweit ich weiß wäre dies eine Rechtswiedrichkeit durch den Sachbearbeiter? Dagegen kann ich dann ganz Normal Wiederspruch einreichen? Und mit welcher Frist?

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#8
 Von 
Tomtom77
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 32x hilfreich)

@Axel
kurz nochmal zur "Mitteilung-über-Veränderungen-Alg-II".
Muss diese Änderung vor dem unterschreiben des Arbeitsvertrages (in diesem Fall den 02.06) gesendet werden oder reicht es wenn ich diesen danach (nach Arbeitsbeginn am 04.06) sende?

Da ich den Vertrag ja erst am Samstag unterzeichne wenn die Post zu ist +Sonntag und ich am Montag erst nach der Arbeit hingehen kann, wäre dies (falls es reicht dem Arbeitsamt das hinterher mitzuteilen) ja ganz normal.

Zudem kann von Verzögern ja auch nicht die Rede sein, da ich dem Arbeitsamt schon jetzt mittgeteilt habe, dass ich vorrausichtlich bald arbeite habe. Auch der Arbeitgeber hat sich schon mit dem Arbeitsamt in Verbindung gesetzt.

Trotzdem will ich mich ja absichern. Auf den Veränderungsantrag wurde ich so gesehen auch nicht gesondert hingewiesen.

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#9
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11627 Beiträge, 3783x hilfreich)

@Tom:

quote:
Wenn ich am 02.06 (Samstag) den Vertrag unterschreibe und am 04.06 (Montag) anfange zu arbeiten, der Arbeitgeber am 01.07 Lohn zahlt und dies im Monat 07 bei mir ankommt, dann dürfte die ARGE kein Geld zurück fordern? Denn der Monat 06 zählt als der Monat, in dem ich noch auf Hilfe angewiesen bin?

Korrekt. Bei Lohnzufluss im Juli darf im Juni keine Anrechnung erfolgen. Somit darf es auch nicht zu einer Rückforderung kommen.

quote:
Was ist, wenn die ARGE ende dieses Monats (für kommenden Monat) nicht zahlt und ich demnach im Juni keine Miete / essen zahlen kann? Und ich keinen Aufhebungsbescheid bekomme? Soweit ich weiß wäre dies eine Rechtswiedrichkeit durch den Sachbearbeiter? Dagegen kann ich dann ganz Normal Wiederspruch einreichen? Und mit welcher Frist?

Eine Leistungseinstellung ohne Bescheid ist, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, rechtswidrig. Allerdings gibt es dann keinen Bescheid, gegen den Du Widerspruch einlegen könntest. Vielmehr existiert ja noch ein gültiger Bewilligungsbescheid, der lediglich vom Jobcenter nicht vollzogen wird. Du müsstest demnach das Jobcenter zur Zahlung Deiner bereits bewilligten Leistungen auffordern. Dieses könntest Du auch persönlich (im Beisein eines Beistandes) tun und die sofortige Barauszahlung verlangen. Vermutlich wird man Dir dann sagen, dass wegen der Arbeitsaufnahme und der daraus resultierenden Einkommensanrechnung, kein Anspruch mehr besteht. Dann könntest Du direkt das erwähnte Darlehen beantragen und auch diesbezüglich eine sofortige Barauszahlung, mindestens eines angemessenen Vorschusses, verlangen.

quote:
Muss diese Änderung vor dem unterschreiben des Arbeitsvertrages (in diesem Fall den 02.06) gesendet werden oder reicht es wenn ich diesen danach (nach Arbeitsbeginn am 04.06) sende?

Das hat sich dadurch

quote:
Zudem kann von Verzögern ja auch nicht die Rede sein, da ich dem Arbeitsamt schon jetzt mittgeteilt habe, dass ich vorrausichtlich bald arbeite habe. Auch der Arbeitgeber hat sich schon mit dem Arbeitsamt in Verbindung gesetzt.

doch bereits erledigt. Die (voraussichtliche) Arbeitsaufnahme wurde bereits mitgeteilt und spätestens jetzt ist klar, dass die Details zum Arbeitsverhältnis erst mitgeteilt werden können/müssen, wenn diese entgültig feststehen.

Du solltest Dich übrigens tatsächlich darauf einstellen, dass zum Ende des Monats vorerst keine, oder erheblich gekürzte, Leistungen ausgezahlt werden. Nachdem Du also die Arbeitsaufnahme bereits mitgeteilt hast, solltest Du dann doch so schnell wie möglich das Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter suchen und klären, wie die Sache im Juni weiterläuft. Bitte unbedingt einen Beistand mitnehmen.

Gruß,

Axel

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#10
 Von 
Tomtom77
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 32x hilfreich)

Hallo Axel,

danke erstmal.

quote:
Du solltest Dich übrigens tatsächlich darauf einstellen, dass zum Ende des Monats vorerst keine, oder erheblich gekürzte, Leistungen ausgezahlt werden. Nachdem Du also die Arbeitsaufnahme bereits mitgeteilt hast, solltest Du dann doch so schnell wie möglich das Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter suchen und klären, wie die Sache im Juni weiterläuft. Bitte unbedingt einen Beistand mitnehmen.

Ich habe jetzt vor ende des Monats noch ein Gespräch mit meiner Filemanagerin, dort jemanden mitnehmen oder extra zum Arbeitsamt gehen Karte ziehen usw.. und dann zur Leistungsabteilung? Ich nehme mal an eher zweiteres.

Sehr guter Tipp übrigens weil es ja mein Informationsrecht ist und ich ja jederzeit dazu persöhnlich vorsprechen darf.

Lg Tom

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#11
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11627 Beiträge, 3783x hilfreich)

@Tom:

Ich denke, Du solltest zuerst mal mit der Fallmanagerin sprechen. Vielleicht hat sie die Info bzgl. der bevorstehenden Arbeitsaufnahme ja noch gar nicht an die Leistungsabteilung weitergegeben, weil alles noch unsicher ist. Dann erübrigt sich die dortige Vorsprache ggf.

Im Übrigen wäre auch die Fallmanagerin die richtige Ansprechpartnerin für die Beantragung von Eingliederungsleistungen. Gem. § 16 in Verb. mit § 16f SGB II besteht durchaus die Möglichkeit, z.B. die bisherigen Leistungen in unveränderter Höhe für den Monat der Arbeitsaufnahme und als einmale Zuschussleistung weiter zu zahlen. Zu beachten ist aber, dass es sich bei allen Eingliederungsleistungen um Ermessensleistungen handelt, auf die kein Rechtsanspruch besteht. Ich würde das aber einfach mal ansprechen. Auf jeden Fall hast Du einen Anspruch auf Ausübung des pflichtgemäßen Ermessens, was auch bedeutet, dass eine Ablehnung ausführlich begründet werden muss.

Gruß,

Axel



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#12
 Von 
Tomtom77
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 32x hilfreich)

Ich bin hier am verzweifeln.

Der Arbeitgeber hat sein Angebot geändert, er hat wohl schon jemanden für meine Stelle und will mir nur einen Minijob geben. Da ich für die Stelle umziehen muss und mir dann dort die Miete und alles nicht leisten kann kann ich diese nicht annehmen. Reisekosten sind dann leider auch viel zu hoch. (ca. 400km Entfernung).

Kann ich eine Sperre bekommen wenn ich ablehne bzw. der Firma absage? Meine Filemanagerin weiß schon Bescheid wegen dem Job bzw. das diese mich einstellen wollten. Der Förderungsstelle vom Arbeitsamt hatte die Firma auch schon für Juni zugesagt.

Das ich mich verarscht fühle brauche ich eigentlich wohl nicht zu erwähnen.

Es bleibt nur zu Hoffen das die Firma zur Einsicht kommt und die alten Versprechungen einhält (zur Art und Höhe des Jobs habe ich leider nichts Schriftlich). Oder die Firma aus eigenen Reihen gleich ganz ablehnt und dies auch dem Arbeitsamt mitteilt.

Lg

Tom


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#13
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11627 Beiträge, 3783x hilfreich)

@Tom:

quote:
Der Arbeitgeber hat sein Angebot geändert, er hat wohl schon jemanden für meine Stelle und will mir nur einen Minijob geben.

Gibt es dazu jetzt irgendetwas schriftliches?

Und genau deshalb sage ich immer wieder, und bleibe auch dabei, dass eine Arbeitsaufnahme erst dann dem Jobcenter mitzuteilen ist, wenn ein Arbeitsvertrag oder zumindest eine schriftliche, verbindliche Einstellungszusage mit den wesentlichen Details vorliegt.

quote:
Kann ich eine Sperre bekommen wenn ich ablehne bzw. der Firma absage?

Jetzt solltest Du schnellstens das Gespräch mit der Fallmanagerin suchen und die geänderte Situation besprechen. M.E. kann die Ablehnung einer geringfügigen Beschäftigung außerhalb des Tagespendelbereiches nicht sanktioniert werden.

Etwas anderes dürfte allerdings dann gelten, wenn das Jobcenter verbindlich die Übernahme sämtlicher Umzugskosten, Mietkaution usw. zusichert.

Sofern Du also grundsätzlich weiterhin bereit bist, die neue Stelle auch zu den geänderten Bedingungen anzutreten, sollte eben diese Kostenübernahme im Vordergrund des Gespräches stehen. Ansonsten solltest Du halt klären, ob eine Nichtannahme der Tätigkeit sanktioniert wird oder nicht. Die diesbezügliche Auskunft solltest Du Dir unbedingt schriftlich geben lassen. Auch solltest Du zu dem Gespräch unbedingt einen Beistand mitnehmen.

quote:
Es bleibt nur zu Hoffen das die Firma zur Einsicht kommt und die alten Versprechungen einhält (zur Art und Höhe des Jobs habe ich leider nichts Schriftlich).

Damit würde ich an Deiner Stelle nicht ernsthaft rechnen.

Gruß,

Axel

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#14
 Von 
Tomtom77
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 32x hilfreich)

Ich habe jetzt glücklicherweise nochmal Meldung von der Firma bekommen, scheinbar war es ein Trick damit die das versprochene Bruttogehalt senken konnen. Ist zwar nicht schön wenn das schon so anfängt aber ich muss jetzt einen Tag probearbeiten.

Für das nächste mal merke ich mir das mit dem melden, erst dann wenn man den Vertrag hat.

Aber etwas anderes ich habe immer Pünktlich zum 30. des Monats Geld vom Arbeitsamt bekommen, heute leider nicht. Es kann natürlich sein das die im Laufe des Tages noch zahlen, aber was kann ich tun wenn nicht?
Meine Filemanagerin hatte ich diesbezüglich gefragt, sie meinte sie hat das noch nicht der Leistungsabteilung gemeldet, da es mit der Firma ja unsicher war. Was da stimmt und was nicht ist vor allem weil ihr anruf telefonisch war ja schwer zu sagen.

Haben die überhaupt das Recht, ohne das ein Arbeitsvertrag oder sonst etwas vorliegt, einfach die Zahlung einzustellen?

Vielen Dank und Gruß

Tom

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#15
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11627 Beiträge, 3783x hilfreich)

@Tomtom:

quote:
Aber etwas anderes ich habe immer Pünktlich zum 30. des Monats Geld vom Arbeitsamt bekommen, heute leider nicht.

Also eigentlich ist das Geld immer am letzten Bankarbeitstag auf dem Konto. Und da der Mai nunmal 31 Tage hat, wäre das heute. Insofern scheint da alles noch ganz normal zu sein.

Sollte bis heute Mittag kein Geld drauf sein, würde ich persönlich - mit Beistand - in der Leistungsabteilung "aufschlagen" und nachfragen, was da los ist. Sollte das Geld tatsächlich nicht angewiesen sein, hast Du dann einen Anspruch auf sofortige Barauszahlung.

Gruß,

Axel

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#16
 Von 
cptenkirk
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 42x hilfreich)

Guten Morgen Damen und Herren,

ich habe das gleiche Problem, bei Arbeitsaufnahme wurden die Leistungen eingestellt.

Bei mir passierte alles Automatisch, als ich die Arbeit aufgenommen hatte. Jobcenter bekam die Daten von meinem Arbeitgeber also, 2 Seiten von meinem Arbeitsvertrag. Jobcenter hatte mich auch nicht vermittelt, ich hatte mich nur Spontan beworben. Die Zeitarbeitsfirma hatte natürlich mein Lohn nicht mit angegeben.

Da ich erst am 20. Juli mein Lohn bekomme, war die Ansprechpartnarrin so nett, das sie mir ein Darlehn vorgeschlagen hatte. Hatte ich natürlich auch beantragt. Das war letzte woche Dienstag.

Gestern Morgen wollte ich mich absichern, diesmal war ein junger Mann da. Ich fragte wie das jetzt aussieht mit dem Darlehn. Der Antrag war eine Woche beim falschen Sachbearbeiter, das heist eine Woche wurde nichts getan. Ich hörte nur ich solle mich gedulden weil sie nicht wissen ob ein Darlehn genehmigt wird. Ich sagte ihm das ich Null € zu verfügung habe. Er sagte es kann 2 Wochen dauern, bis ich was höre. Ich dachte ich rede gegen die Wand.

Muss man bei so einem fall gleich den Direktor ansprechen, weil am schalter erwischt man auch stumpfe Menschen. Die Hotline hilft auch nicht weiter, es wird nur von Geduld erzählt.

Ich warte keine 2 Wochen, ich werde Freitag noch mal dort erscheinen und ein massiven druck ausüben. Eine Woche sind flöten gegangen, warum soll ich 2 Wochen warten.

Gibt es vielleicht ein guten Tipp für solche Situationen, ich wäre sehr dankbar.

Bitte eröffnen Sie einen eigenen Thread.




-- Editiert von Moderator am 02.07.2015 11:36

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