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Unautorisierte Paypal-Zahlungen, Rückbuchungen

 Von 
Mati_
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 6x hilfreich)
Unautorisierte Paypal-Zahlungen, Rückbuchungen

Hallo,
ich stecke ziemlich in der Klemme und hoffe auf Hilfe. Ich habe für $1870 virtuelles Gut über Paypal verkauft, dass von einem verifizierten Käufer stammte. Nach Ankunft des Betrages ließ ich es mir direkt auf mein Bankkonto auszahlen.

Wenige Stunden später wurde ein Konflikt für eine unautorisierte Zahlung erstellt. Ich antworte darauf dass es sich um immaterielles handelte und beschrieb die Transaktion. Paypals Antwort darauf bezog sich aber dann nicht auf meine Antwort, sondern wiederholte einfach nur dass sie unautorisiert war.

Obwohl ich bei der Zahlungsaufforderung "Dienstleistung" und nicht "Ware" auswählte, verlangte Paypal von mir Versanddokumente und ähnliches vorzulegen, was ich nicht wirklich verstehe.


Nun wurden die $1870 inkl. den hohen Transaktionsgebühren (~$100) von meinem Konto abgezogen, der nun einen sehr hohen Minusstand aufweißt. Schon alleine dass Paypal in einem solchen Fall, wo ich selbst das Opfer bin auch noch die Transaktionsgebühren verlangt, ist ja schon ein Hammer für sich.

Wirklich interessant, dass der Transaktionspartner ohne Angabe von Gründen den Betrag Rückbuchen kann.


Details zu mir:
- Bei der Erstellung des Paypal-Kontos war ich minderjährig, nun bin ich es nicht mehr
- Ich wohne in Österreich


Natürlich wäre es mir nun am liebsten das Konto einfach eingefriert zu lassen und PayPal fortan komplett zu ignorieren, und jeden Kontoeinzug rückzubuchen. Doch weiß ich nicht wie die rechtliche Gefahr diesbezüglich in Österreich aussieht.

Kann mir jemand Tipps geben?

Vielen Dank.



p.s.: Ich habe ja zuvor schon so einiges negatives über Paypal gehört doch die Geldgier war in dem Moment wohl zu groß um nochmal alles zu durchdenken und die Optionen abzuwägen. Könnte mir jemand vielleicht sichere internationale Zahlungsmittel auflisten für die Zukunft?

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-- Editiert am 07.08.2010 17:42

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Paypal Verkäufer Artikel Käufer


12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1376x hilfreich)

quote:
Obwohl ich bei der Zahlungsaufforderung "Dienstleistung" und nicht "Ware" auswählte, verlangte Paypal von mir Versanddokumente und ähnliches vorzulegen, was ich nicht wirklich verstehe.

Das kommt sicher daher, dass du dich nicht eingehend genug damit beschäftigt hast, was man gemeinhin das "Kleingedruckte" nennt. Und das hat es bei PayPal in sich. Die PayPal Philosophie muss man erst begreifen können.

Der Kardinalfehler war, dass du virtuelle Ware verkauft hast und via PayPal die Zahlung vorgenommen wurde.

Virtuelle Ware ist vom Verkäuferschutz ausgeschlossen. Und den Verkäuferschutz benötigst du, wenn du nicht haften willst, PayPal möchte, dass du für alles und jedes haftest.

quote:
PayPal-Verkäuferschutzrichtlinie

1. Allgemein. Vorbehaltlich Ziffer 2 und 3 dieser Verkäuferschutzrichtlinie schützt PayPal den Verkäufer vor folgenden Arten von Zahlungsausfällen:

1.1 Rückbuchungen von Zahlungen per Bankkonto; hierunter fallen unter anderem sämtliche Risiken des Lastschriftverfahrens (Kontounterdeckung, Kontomissbrauch, Rücklastschriften)

1.2. Rückbuchungen von Zahlungen per Kreditkarte

1.3. Rückbuchungen aufgrund von ungerechtfertigen Anträgen im Rahmen des PayPal-Käuferschutzes oder des PayPal-Standard-Käuferbeschwerdeverfahrens


1.4. Rückbuchungen von Zahlungen, die durch den Inhaber des PayPal-Kontos nicht genehmigt wurden

Der Verkäuferschutz gilt nur, wenn die Rücklastschrift oder Kreditkartenrückbuchung aus folgenden Gründen erfolgt:

* Die Zahlung wurde nicht durch den Inhaber genehmigt.
* Die Rücklastschrift, Kreditkartenrückbuchung, oder der Käuferschutzantrag beruht darauf, dass der Käufer den Artikel nicht erhalten hat.




Und hier kommt deine virtuelle Ware:

quote:
2. Umfang.

Folgende Artikel sind nicht abgedeckt:

Immaterielle Güter
, Dienstleistungen, Geschenkgutscheine, Flugtickets, Downloads, Softwarelizenzen und weitere nicht physische Güter

Artikel, die nicht versandt werden, z.B. Fahrzeuge, einschließlich Autos, Motorräder, Boote und Flugzeuge, sowie Artikel bei Selbstabholung durch den Käufer.

Zahlungen für alle anderen Artikel sind vom Verkäuferschutz umfasst.


Das ist aber noch nicht alles, es geht weiter:

quote:
3. Voraussetzungen. PayPal schützt den Verkäufer, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind.

3.1. Der Status eines Zahlungseingangs wurde dem Verkäufer von PayPal als "abgeschlossen" angezeigt.

3.2. Der Verkäufer beantwortet sämtliche Anfragen von PayPal bezüglich des vorübergehend einbehaltenen Zahlungsbetrags innerhalb der von PayPal vorgegebenen Frist; in der Regel bedeutet dies innerhalb von sieben bis zehn Tagen. Antworten sind in der Regel online auf der Webseite von PayPal oder per E-Mail zu geben.

3.3. Der Verkäufer hat die Zahlung als eine Zahlung von einem PayPal-Konto erhalten [keine Teilzahlung, keine Ratenzahlung].

3.4. Der der Zahlung zugrunde liegende Artikel verstößt nicht gegen die PayPal-Nutzungsrichtlinie.

3.5. Der Verkäufer hat den Artikel versandt und legt einen Versandbeleg gemäß Ziffer 4 vor.

* Falls der Zahlungsbetrag 25 EUR nicht überschreitet, siehe Ziffer 4.3.
* Falls der Verkäufer dem Käufer den Zahlungsbetrag bereits erstattet hat, kann der Verkäufer alternativ zu einem Versandbeleg auch einen Beleg der erfolgten Erstattung vorlegen.

3.6. Der Verkäufer hat den Artikel an die auf der Seite "Transaktionsdetails" angegebene Adresse versandt. Wenn der Artikel vom Käufer persönlich abgeholt wird oder der Verkäufer den Artikel persönlich ausliefert oder an eine andere als auf der Seite "Transaktionsdetails" angegebene Adresse versendet, gilt der Verkäuferschutz nicht.

3.7. Der Verkäufer hat den Artikel zeitnah nach Zahlungseingang versandt; diese Frist beträgt in der Regel sieben Tage. Wenn die Lieferfrist bei vorbestellten oder erst angefertigten Artikeln davon abweicht, muss der Verkäufer nachweisen, dass er dies in seinem Angebot bzw. den Lieferbedingungen dem Käufer mitgeteilt hat.

4. Versandbeleg
4.1. Allgemein. Der Verkäufer belegt den Versand eines Artikels durch Vorlage einer Online-Nachverfolgungsnummer oder eines Versandbelegs eines unabhängigen Versandunternehmens, die im PayPal-Konto hochgeladen werden können. In einigen Fällen reicht die Vorlage einer Online-Nachverfolgungsnummer nicht aus, so dass der Verkäufer zusätzlich einen Einlieferbeleg vorlegen muss.


Es kommt also allerhand zusammen. Der geringste Fehler und du stehst im Regen. Wir halten fest: Du hast keinen Anspruch auf Verkäuferschutz, weil virtuelle Waren vom Verkäuferschutz ausgeschlossen sind. Genauso wie selbst abzuholende Waren u. a.

Jetzt wäre noch zu klären, warum du haften musst.

quote:
10.1 Ihre Haftung.
1. Sie haften für:
* Rücklastschriften
* Kreditkartenrückbuchungen
* Gebühren, Vertragsstrafen und Bußgelder
* Sonstigen Schaden, der PayPal, einem Nutzer von PayPal oder einem Dritten durch Ihre Nutzung von PayPal und/oder einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen entsteht.

Sie sind verpflichtet, den Schaden in den oben genannten Fällen zu ersetzen.

2. Sie haften für berechtigte Anträge auf Käuferschutz und Käuferbeschwerden. Wenn PayPal aufgrund eines Antrags auf Käuferschutz oder einer Käuferbeschwerde zugunsten des Käufers entscheidet, sind sie verpflichtet, PayPal den Kaufpreis sowie die ursprünglichen Versandkosten (auch wenn Sie in manchen Fällen den Artikel nicht zurückerhalten) zu ersetzen.


Hier wird das ganze Dillemma deutlich. Wenn du schon eine Zahlung erhalten hast, heißt das lange noch nicht, dass du sie behalten kannst, selbst wenn du die Ware längst verschickt hast. Etwas was bei deiner normalen Bank niemals passieren könnte. Ist die Zahlung auf deinem Konto, ist sie sicher. Nicht so bei PayPal. Lässt der Käufer eine Lastschrift platzen oder veranlasst ein Charge Back seiner Kreditkartenfirma, du hast gar nicht mitbekommen, dass der Käufer auf diese Art und Weise bezahlt hat, das behält PayPal für sich, wird das Geld erst einmal auf deinem Konto eingefroren. Und jetzt kriegst du es nur zurück, wenn du für den Verkäuferschutz qualifiziert bist und keinen Fehler gemacht hast.

Kein Wort steht aber da für eine Haftung dafür, dass jemand ein PayPal Konto missbraucht oder gehackt hat, zumindest was den Verkäufer betrifft.

Das steht nur allgemein hier (und nur für unberechtigte Zahlungen)::

quote:
12.4 Haftung für unberechtigte Zahlungen. Falls Sie uns einen unberechtigten PayPal-Kontozugriff melden und es keinen Nachweis für einen Betrug oder anderes vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verhalten gibt, werden wir Ihnen den vollständigen Betrag aller von Ihrem PayPal-Konto aus unberechtigt getätigten Zahlungen erstatten.

Dies setzt voraus, dass Sie uns unverzüglich und spätestens 13 Monate nach dem ersten unberechtigten PayPal-Kontozugriff darüber informiert haben. Wenn wir eine weitere Prüfung der Umstände für notwendig halten, werden wir das in Ziffer 12.3 beschriebene Prüfungsverfahren anwenden.

12.5 Ihr Erstattungsanspruch. Sie haben das Recht, jede Zahlung, für die Sie eine wirksame Ermächtigung erteilt haben und die durch Sie oder einen Händler ausgelöst wird, vollständig erstattet zu bekommen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

1. als Sie Ermächtigung gegenüber einem Händler abgegeben haben, war der genaue Betrag der Zahlung nicht angegeben; und
2. der gezahlte Betrag überstieg den Betrag, den Sie verständigerweise, unter Beachtung Ihres sonstigen Ausgabeverhaltens und dieser Vereinbarung, erwarten konnten; und
3. Sie haben Ihren Erstattungsanspruch innerhalb von 8 Wochen nach dem Tag der Zahlung geltend gemacht.

Wir behalten uns vor, weitere Informationen von Ihnen anzufordern, um überprüfen zu können, ob die obengenannten Voraussetzungen erfüllt sind.




Im Gegensatz zu Banken ist die Sicherheit bei PayPal noch in der Steinzeit, es soll ja einfach sein, selbst für die Dümmsten. Ein Passwort "eBay123" und eine E-Mailadresse "Rolli123@xxx.de" reichen aus, um den Zugang zu einem Konto zu erlangen, man soll es nicht glauben. Einen Sicherheitsschlüssel haben die wenigsten, ist viel zu kompliziert, kostet auch noch ein paar Euro. TAN oder ähnliches gibt es nicht, es soll leicht sein und schnell gehen.

Und jetzt behauptet dein Käufer, sein Account wäre gehackt worden, er habe die Zahlung nicht autorisiert (nachdem er oder sonst einer die Ware erhalten hat).

Wenn das bei einer Überweisung passiert, haftet entweder der Kontoinhaber, der die Überweisung veranlasst hat oder seine Bank, aber nicht der, der die Zahlung erhalten hat. PayPal möchte, dass du haftest, wo du überhaupt nicht weißt, um was es überhaupt geht. Das wird PayPal dich auch nie wissen lassen, das behält es für sich.

Egal ob der Account tatsächlich gehackt wurde oder ob der Accountinhaber nur behauptet, er wäre gehackt worden, dann wäre er ein Betrüger, ist dein Problem, nicht das Problem des Zahlungsdienstleisters mit der trügerischen, nahezu nur vorgegaukelten Sicherheit, die = 0 ist.

Du könntest jetzt PayPal nur zu Haftung bringen, wenn du Anspruch auf den Verkäuferschutz hättest, den hast du aber nicht oder wenn du PayPal verklagen würdest.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass du einfach nicht zahlst. Du hast insofern Glück, dass du schon den recht hohen Betrag auf dein Bankkonto transferiert hast. Dort ist er tatsächlich sicher.

Allerdings ist jetzt dein PayPal Konto im Minus. PayPal wird dich mahnen, anschließend ein Inkassobüro einschalten. Abwechselnd kommen Droh- und Bettelbriefe, Vergleichsangebote, Drohungen mit einem Mahnbescheid, vielleicht sogar ein Mahnbescheid. Wenn du widersprichst, ist Ruhe.

Wir haben noch keinen Fall erlebt, es ist auch sonst keiner bekannt, dass PayPal vor einem ordentlichen Gericht geklagt hätte, man hat auf Millionen EUR verzichtet, um nicht seine AGB von einem Gericht überprüfen zu lassen, aus gutem Grund. Verliert PayPal die Klage, bricht eine Lawine los, zigtausende Klagen würden folgen.

Es kann keiner garantieren, dass es so bleibt, es sind aber die Erfahrungen aus der Vergangenheit. Natürlich wirst du PayPal nie mehr nutzen können.





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-- Editiert am 07.08.2010 22:12

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(74165 Beiträge, 32869x hilfreich)

quote:
Könnte mir jemand vielleicht sichere internationale Zahlungsmittel auflisten für die Zukunft?

Bargeld, Gold, Diamanten, Öl

Für Verkäufer wäre wohl auch Western Union noch interessant.


quote:
Natürlich wäre es mir nun am liebsten das Konto einfach eingefriert zu lassen und PayPal fortan komplett zu ignorieren, und jeden Kontoeinzug rückzubuchen. Doch weiß ich nicht wie die rechtliche Gefahr diesbezüglich in Österreich aussieht.

Da es sich hier um ein deutsches Forum handelt, fürchte ich das dies hier auch niemand sagen kann.




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Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

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#3
 Von 
Mati_
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 6x hilfreich)

bogus1, vielen Dank für deine ausführliche Antwort, die hat mir echt geholfen.

Mir ist klar dass ich zu naiv und voreilig gehandelt habe, und mir ist auch klar, dass ich mich nicht für den Verkäuferschutz qualifiziere. Daran dachte ich aber garnicht, da es von vornherein garnicht um Waren ging, und ich Zahlungen für "Dienstleistungen" anforderte und auch bekam.

Das schlimme ist vorallem, das Paypal mir auch noch die Transaktiongebühren von knapp 100$ auferlegt hat, obwohl das ganze total missglückt ist.

Ich habe mir den vollen Betrag Freitag Nacht auf mein Bankkonto auszahlen lassen, der Status von diesem Vorgang lautet "abgeschlossen", und das Guthaben wurde meinem Paypal Account abgezogen.

Nun ist mein Paypal Account eben um den kompletten Betrag inkl. Transaktionsgebühren im Minus. Ob der Geldbetrag auf meinem Konto noch ankommt weiß ich nicht, wenn nicht kann man eh nichts machen. Was ich aber aufjedenfall unterbinden werde ist jegliche Abbuchung die von Paypal von meinem Bankkonto vorgenommen wird.

Soweit ich informiert bin, kann ich bei meiner Bank eine sofortige Stornierung beantragen, wenn ich sehe, dass jemand ber Bankeinzug Geld abgebucht hat, ist das richtig?


Mit Paypal will ich definitiv für immer nichts mehr zu tun haben, weswegen ich gerne auf die Taktik "PayPal ignorieren und keine Abbuchungen zulassen" umsteigen würde.

Mir geht es jetzt an dieser Stelle auch nicht um das virtuelle Gut das nun weg ist, eventuell kann ich es mir wieder zurückholen. Mir geht es darum Paypal fortan aus dem Weg zugehen, und ihr betrügerisches System mit keinem Euro zu finanzieren.

Momentan weist mein Kontostand einen Betrag von -1370€ auf (20€ waren noch drauf). Mal schauen was mit den ausgecashten 1310€ passiert. Was auch immer damit passiert, die 80€ Gebühren von denen 20€ schon automatisch bezahlt sind, will ich auf keinen Fall bezahlen.

Paypal hat leider meine Kreditkartennumber, Bankkonto, und Telefon Nummer/Adresse. Kreditkarte ist aber Prepaid, Bankeinzüge kann ich stornieren, und Anrufe/Post ignorieren.


Über Tipps bzgl. Briefe von Paypal/Inkasso wäre ich jetzt schon dankbar: Alle ignorieren - und sollte ein gerichtl. Mahnbescheid kommen, nur diesem widersprechen, richtig?



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-- Editiert am 07.08.2010 23:28

-- Editiert am 07.08.2010 23:30

-- Editiert am 07.08.2010 23:33

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(74165 Beiträge, 32869x hilfreich)

quote:
Soweit ich informiert bin, kann ich bei meiner Bank eine sofortige Stornierung beantragen, wenn ich sehe, dass jemand ber Bankeinzug Geld abgebucht hat, ist das richtig?

In Deutschland wäre das bei bestimmten Formen der Abbuchung möglich, wie es sich im Österreich verhält weis ich leider nicht.
Eventuell mal am Montag bei der Bank anfragen?




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Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

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#5
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1376x hilfreich)

quote:
Soweit ich informiert bin, kann ich bei meiner Bank eine sofortige Stornierung beantragen, wenn ich sehe, dass jemand ber Bankeinzug Geld abgebucht hat, ist das richtig?

http://www.geldmarie.at/banken/lastschrift.html

Das würde ich aber explizit mit der Bank klären.

quote:
Momentan weist mein Kontostand einen Betrag von -1370€ auf (20€ waren noch drauf). Mal schauen was mit den ausgecashten 1310€ passiert. Was auch immer damit passiert, die 80€ Gebühren von denen 20€ schon automatisch bezahlt sind, will ich auf keinen Fall bezahlen.

Dann muss man halt abwarten, was passiert. Wenn das Geld auf deinem Bankkonto ist, sieht es schon ganz gut aus.

quote:
Über Tipps bzgl. Briefe von Paypal/Inkasso wäre ich jetzt schon dankbar: Alle ignorieren - und sollte ein gerichtl. Mahnbescheid kommen, nur diesem widersprechen, richtig?

So ist es. Nochmals: Es gibt keine Garantie, du kannst aber selbst das Web durchsuchen, es ist bisher zu keiner Klage gekommen, zumindest ist nichts darüber bekannt. Und an Aufmerksamkeit würde es nicht fehlen, wenn PayPal im Spiel wäre.

Es ist ja auch nachvollziehbar: Egal was passiert ist, man wird es nicht erfahren. Es ist so, als würde man auf seinen Kontoauszug gucken, der Saldo wäre 0, dabei war gestern noch ein schönes Guthaben auf dem Konto. Und dann geht man zu seiner Bank und fragt nach und dann heißt es: "Das Geld wurde abgebucht, jede weitere Auskunft wird verweigert". Unvorstellbar bei einer seriösen Bank.

Man weiß ja noch nicht einmal, ob die Angaben PayPals stimmen. Es ist gar nicht sicher, dass der Käufer sein Geld zurück bekommt. Wir haben gerade vor ein paar Tagen noch einen Thread gehabt mit ominösen Abbuchungen, da wollte man auch den Käufer für dumm verkaufen, obwohl das Problem bei PayPal bekannt ist.

http://www.123recht.net/Online-Konto-gehackt---Forderungen-entstanden-__f250301.html

Es kann also durchaus sein, dass der Käufer auch leer ausgeht, dann fällt das Geld in ein schwarzes Loch.

Sehr schön kann man die PayPal Philosophie hier nachvollziehen:

quote:
13.2 Sonstige Online-Käufe. Auch wenn Sie einen Artikel auf einer anderen Website als eBay mit PayPal bezahlt und Sie den Artikel nicht erhalten haben, können Sie uns dies über die Seite "Konfliktlösungen" melden. Es gelten dieselben Fristen wie in der Käuferschutzrichtlinie. PayPal wird aber keine Entscheidung in Fällen treffen, wenn der Artikel erheblich von der Beschreibung abweicht oder es sich um eine persönliche Zahlung handelt.

Sollte PayPal den Antrag des Käufers für berechtigt halten, buchen wir den Zahlungsbetrag zurück auf das PayPal-Konto des Käufers, dies kann davon abhängen, ob das PayPal-Konto des Verkäufers zu diesem Zeitpunkt ein Guthaben aufweist. Sollte kein Guthaben vorhanden sein, kann PayPal die Verfügung des Verkäufers über sein PayPal-Konto beschränken. Der Käufer hat auf diese Leistung von PayPal aber keinen Anspruch. Die Haftung des Verkäufers gemäß Ziffer 10.1 wird hierdurch nicht begrenzt.


https://cms.paypal.com/de/cgi-bin/?&cmd=_render-content&content_ID=ua/UserAgreement_full&locale.x=de_DE#13.%20PayPal%20Buyer%20Protection

Das heißt im Klartext: Paypal ist berechtigt, das Konto des Verkäufers einzufrieren, der Käufer kann aber nur das bekommen, was noch drauf ist. Wenn es nur ein paar Euro sind, hat der Käufer Pech gehabt. Der Fall wird geschlossen. Wenn der Verkäufer am nächsten Tag wieder eine Zahlung über PayPal erhält, ist dieses Geld für PayPal, denn das Konto des Verkäufers wird solange eingefroren, bis der Minus-Saldo ausgeglichen ist. Dieses Geld ist aber nicht für den Käufer, sondern für PayPal.

Denn: Der Käufer hat auf diese Leistung keinen Anspruch, der Verkäufer haftet aber voll, auch wenn der Käufer leer ausgeht.




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#6
 Von 
Mati_
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 6x hilfreich)

quote:
http://www.geldmarie.at/banken/lastschrift.html

Das würde ich aber explizit mit der Bank klären.



Habe in den Hilfeseiten dass hier gefunden:
https://banking.raiffeisen.at/html/german/help/zvabbucher.jsp

Selbst wenn sich PayPal also eine Einzugsermächtigung hervorzaubern kann durch meine PayPal Anmeldung, kann es also storniert werden.

Werde aber trotzdem zur Sicherheit am Montag anrufen, eventuell kann man gleich von vornherein das blocken. Kann ich sagen "Ich habe mich bei einer Seite mit meinen Bankkontodaten angemeldet, bei der die Gefahr gesteht, dass unberechtigterweiße Beträge meines Kontos abgebucht wird?" Soll ich ins Detail gehen, soll ich Paypal nennen, und direkt fragen ob Abbuchungen seitens des Unternehmens gesperrt werden können?

Die Bank selbst hat damit ja nichts zu tun, wenn ich sage, dass ich keine Abbuchungen dulde weil sie nicht gerechtfertigt sind, sollte das ja akzeptiert werden, noch dazu heißt es ja dass Widersprüche ohne Angabe von Gründen erfolgen können.


Danke soweit für die hilfreichen Posts, falls es noch irgendwas zu erwähnen gibt, immer her damit, bin für jede Infos dankbar.


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#7
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1376x hilfreich)

quote:
Werde aber trotzdem zur Sicherheit am Montag anrufen, eventuell kann man gleich von vornherein das blocken. Kann ich sagen "Ich habe mich bei einer Seite mit meinen Bankkontodaten angemeldet, bei der die Gefahr gesteht, dass unberechtigterweiße Beträge meines Kontos abgebucht wird?" Soll ich ins Detail gehen, soll ich Paypal nennen, und direkt fragen ob Abbuchungen seitens des Unternehmens gesperrt werden können?

Zunächst einmal ist mir kein Fall bekannt, dass PayPal in einem solchen Fall versucht, per Lastschrift einzuziehen. Immer wird der Nutzer nur zum Ausgleich des Kontos aufgefordert. Erst durch PayPal selbst, dann per Inkasso.

Man kann PayPal auch durchaus die Einzugsermächtigung entziehen, dann wäre Lastschrift (nach unserem Recht) noch 13 Monate zu widerrufen, in A dürfte es ähnlich sein.

quote:
Die Bank selbst hat damit ja nichts zu tun, wenn ich sage, dass ich keine Abbuchungen dulde weil sie nicht gerechtfertigt sind, sollte das ja akzeptiert werden, noch dazu heißt es ja dass Widersprüche ohne Angabe von Gründen erfolgen können.

So ist es, es handelt sich in erster Linie um eine Vereinbarung zwischen Banken.

Ähnliche Fälle:

http://www.123recht.net/Probleme-mit-PayPal-%28als-Verk%C3%A4ufer%29-__f245453.html
http://www.123recht.net/PayPal-Konto-im-Minus-was-tun-__f239576.html

http://www.123recht.net/PayPal-Unautorisierte-Zahlung-KSP-__f106797__p5.html

Nur 3 von vielen..,

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#8
 Von 
Mati_
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 6x hilfreich)

Update: Das Geld ist am Bankkonto angekommen und damit in Sicherheit. Werde den Großteil vom Gesamtguthaben nun wohl abheben und auf ein Sparbuch legen, das spart mir gleich im vorhinein eventuelle Stornierungen und viel Geld brauche ich am Bankkonto eh nicht.

Von Paypal gibt's keine Mails bis jetzt außer eine Antwort von einer Frage die ich an den Support gestellt hatte, aber nicht wirklich meine Frage beantwortete. In Österreich gibt es übrigens keine Mahnbescheide wie ihr sie kennt, hier gibt es nur "obligatorische Mahnverfahren" und ist der Anfang einer richtigen Zivilklage. Hier werden schon von vornherein höhere Anforderungen gestellt, und wird Widerspruch eingelegt kommt es zwingend zu einem ordentlichen Verfahren (mit mündlicher Vorladung). Also offensichtlich nichts für ein dubioses Unternehmen wie Paypal ;) .


Achso, eine Sache ist da noch: Paypal will außerdem noch eine Bestätigung sämtlicher hinterlegter Daten (per Scan/Fax was weiß ich). Als die Streitfälle noch offen waren wollte ich dem brav folgen in der Hoffnung alles zu klären, und habe schonmal mit der Kreditkartenbestätigung durch Kleinabbuchung begonnen gehabt. Ich werde jedoch nun mein Konto einfach komplett eingefriert lassen und nichts verifizieren weil ich nichtsmehr mit Paypal zu tun haben will.



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-- Editiert am 10.08.2010 18:58

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#9
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1376x hilfreich)

So ist es richtig, die Österreicher sind ohnehin auf Draht:

http://www.123recht.net/eBay-zu-EUR-16.46300-Schadensersatz-verurteilt-__f222632.html

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#10
 Von 
Nach123
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 19x hilfreich)
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#11
 Von 
Nach123
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 19x hilfreich)

da war whl was im falschen Thread gelandet

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#12
 Von 
JogyB
Status:
Bachelor
(3155 Beiträge, 3074x hilfreich)

Zitat (von bogus1):
Wenn das bei einer Überweisung passiert, haftet entweder der Kontoinhaber, der die Überweisung veranlasst hat oder seine Bank, aber nicht der, der die Zahlung erhalten hat.

Das ist so (für Deutschland) in so pauschal schlichtweg falsch. Der Kontoinhaber hat gemäß §812 BGB einen Herausgabeanspruch, das Geld ist also zurückzuzahlen. Ob auf der anderen Seite ein Schadensersatzanspruch gegenüber dem Kontoinhaber oder der Bank besteht, hängt davon ab, ob einem der beiden schuldhaftes Verhalten nachgewiesen werden kann. Und das ist nicht ganz einfach, insbesondere weil es sich oftmals um den klassischen Dreiecksbetrug handelt und dort kein schuldhaftes Verhalten vorliegt.

-- Editiert von JogyB am 17.06.2015 23:57

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