Was ist das Führungszeugnis für Behörden?

Mehr zum Thema: Verfahrensrecht, Vorstrafe, Führungszeugnis, vorbestraft, Bundeszentralregister
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Das amtliche Führungszeugnis für Behörden bzw. zur Vorlage bei Behörden ist gleichfalls ein Bundeszentralregisterauszug und ähnelt dem normalen Führungszeugnis. Es unterscheidet sich lediglich darin, dass bei dieser Art von Führungszeugnis etwas mehr eingetragen wird.

Im Führungszeugnis für Behörden werden folgende Eintragungen gemacht:

  • Alle Verurteilungen, die eine Freiheitsstrafe mit sich bringen.
  • Entscheidungen von Verwaltungsbehörden und Gerichten, die in das Bundeszentralregister eingetragen werden.
  • Die Schuldunfähigkeit von Personen.
  • Verurteilungen wegen Straftaten, die im Zusammenhang und Ausübung mit einem Gewerbe oder einer sonstigen wirtschaftlichen Unternehmung entstanden sind, auch wenn diese mit weniger als 90 Tagessätzen, weniger als mit drei Monaten Haft oder weniger als mit zwei Jahren Haftstrafe auf Bewährung bestraft wurden.

Zusätzlich befinden sich noch alle Eintragungen darin, die auch bei einem normalen Führungszeugnis eingetragen werden.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, dass man dieses Führungszeugnis nicht so einfach einsehen kann. Dieses Zeugnis wird regelmäßig direkt an die Behörde geschickt, die es benötigt.
Wollen Sie z.B. in den juristischen Vorbereitungsdienst eingestellt werden, so benötigen Sie ein Führungszeugnis zur Vorlage bei Behörden. Dieses wird vom Meldeamt normalerweise direkt an das Oberlandesgericht übersandt. Wollen Sie es einsehen, so können Sie dem Meldeamt dies mitteilen und ein Amtsgericht benennen, zu dem es zur Einsichtnahme zugestellt werden soll.

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Vorstrafe und Bundeszentralregister - Was bedeutet das alles?
Seite  2:  Wann ist man vorbestraft?
Seite  3:  Was ist das Bundeszentralregister und was wird darin eingetragen?
Seite  4:  Wer kann das Bundeszentralregister einsehen?
Seite  5:  Kann ich mich trotz einer Eintragung im Bundeszentralregister als nicht vorbestraft bezeichnen?
Seite  6:  Was genau ist das Führungszeugnis?
Seite  7:  Was ist das Führungszeugnis für Behörden?
Seite  8:  Werden die Einträge irgendwann gelöscht?
Seite  9:  Und die Wiederholungstäter?
Leserkommentare
von !!Streetworker!! am 09.09.2018 13:41:21# 1
Im Gegensatz zu vielen anderen Artikeln zu diesem Thema recht gut und ausführlich beschrieben. Allerdings leider auch mit einigen Fehlern und Ungenauigkeiten behaftet. So hat man - um 2 Beispiele zu nennen- selbst selbstverständlich das Recht seine eigenen Einträge im Bundeszentralregister einzusehen. Eine Erlaubnis des Generalbundesanwalts, die laut dem Artikel so gut wie nie erteilt würde, braucht es dazu nicht. Es muss lediglich ein Antrag an das Bundesamt für Justiz gestellt werden. Diesem ist zwingend stattzugeben. Die genaue Regelung findet man in § 42 BZRG. Ebenfalls nicht richtig ist, dass eine Verurteilung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe nie wieder aus dem Führungszeugnis entfernt wird. Richtig ist, dass solch ein Eintrag entfernt wird, wenn/sobald der Verurteilte aus der Haft entlassen wird (nach Verbüßung von mind. 15 Jahren) zuzüglich einer weiteren Frist von mindestens 20 Jahren, vgl. § 34, Abs. 3, Nr. 2 BZRG
    
von 123recht.de am 11.09.2018 11:48:46# 2
Danke schön, ich habe das gerade angepasst! Viele Grüße
    
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