AG schickt 2 Kollegen nach Hause - Lohn??

18. Mai 2024 Thema abonnieren
 Von 
Masir
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 1x hilfreich)
AG schickt 2 Kollegen nach Hause - Lohn??

Hallo,
es kam auf einer Baustelle zwischen 2 Kollegen zu einer verbalen Auseinandersetzung, in der einer beleidigend wurde und darauf den Vorgesetzten telefonisch darum bat abgeholt zu werden, weil er mit dem Kollegen nicht arbeiten wollte.

Der Vorgesetzte kam und nahm beide mit und beendete den Arbeitstag. Heißt: Sie bekommen nur die Stunden die Sie gearbeitet haben bezahlt.

Der Streit begann damit, dass der KollegeA KollegeB's Arbeit bemängelte und ihm zeigte wie man es richtig macht. Dies gefiel KollegeB nicht und würde beleidigend. KollegeA hielt sich zurück und lachte nur. KollegeB rief daraufhin den Vorgesetzten an und bat darum abgeholt zu werden.
KollegeA erklärte sich nicht einverstanden, ging aber mit.

Frage: Muss der AG den KollegenA den vollen Tag bezahlen?

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121717 Beiträge, 40052x hilfreich)

Zitat (von Masir):
KollegeA erklärte sich nicht einverstanden, ging aber mit.

Finde den Widerspruch.



Zitat (von Masir):
Muss der AG den KollegenA den vollen Tag bezahlen?

Der Kollege war dann offensichtlich doch mit der Beendigung einverstanden, insofern sehe ich keine guten Aussichten für Kollegen A.



Zitat (von Masir):
dass der KollegeA KollegeB's Arbeit bemängelte und ihm zeigte wie man es richtig macht.

Dazu war er durch wen oder was konkret befugt?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17642 Beiträge, 6555x hilfreich)

Zitat (von Masir):
Der Vorgesetzte kam und nahm beide mit und beendete den Arbeitstag.

Kann er machen. M.E. muss der Lohn gleichwohl gezahlt werden.

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#3
 Von 
Masir
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
Kann er machen. M.E. muss der Lohn gleichwohl gezahlt werden.


Geplant ist ein Mitarbeitergespräch zu dem Geschehen nächste Woche.
Muss der Kollege an dem Gespräch teilnehmen, wenn es dazu keine Betriebsvereinbarung gibt nach §87 Abs.1 Nr.1??
Oder ist es besser daran teilzunehmen?
Wie sollte sich bestenfalls der Kollege im Gespräch dann verhalten?

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#4
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17642 Beiträge, 6555x hilfreich)

Zitat (von Masir):
Muss der Kollege

Welchen der beiden meinst du? Aber egal: wenn der AG einen AN zum Gespräch ein- oder auch vorlädt, hat AN dem Folge zu leisten. Dies gilt für beide Beteiligten.

Für beide gilt auch zuhören, zuhören, zuhören, sachlich bleiben, sich an Tatsachen halten. Nachfragen ja, verstehen wollen ebenso, Diskutieren besser nicht; schon gar nicht Gegenvorwürfe erheben. Kleine Brötchen backen, wie man so sagt, also eher bescheiden auftreten als rechthaberisch.,
Am Ende sollte es um Regeln des Zusammenlebens gehen.

Für B wird es kniffliger: B hat sich offenbar zu Beleidigungen hinreißen lassen, B hat nicht mehr mit dem Kollegen zusammenarbeiten wollen. Mit Beleidigungen hat B sich jedenfalls ins Unrecht gesetzt. M.E. kann B sich auch nicht aussuchen, mit wem er zusammenarbeitet und mit wem nicht.

A hat die Arbeit von B kritisiert gehabt "und ihm (gezeigt), wie man es richtig macht" - welcher Art und von welchem Gewicht dieser Fehler war, dürfte eine Rolle spielen; das kann sachlich geboten gewesen sein und den AG womöglich vor Schaden bewahrt haben, aber auch rechthaberisch und Geschmackssache - oder auch irgendwas dazwischen.

-- Editiert von User am 19. Mai 2024 11:03

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#5
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(807 Beiträge, 101x hilfreich)

Zitat (von Masir):
Oder ist es besser daran teilzunehmen?


Natürlich ist es besser daran teilzunehmen schließlich war das aus Arbeitssicht schon ein relativ gravierender Vorgang der dafür gesorgt hat das am besagten Tag die Arbeit der zwei Kollegen vorzeitig beendet wurde.

Und unabhängig wer da nun der Auslöser für den Disput war dürfte klar sein das sich ein solcher Vorgang in Zukunft nicht wiederholen darf.

Insofern ist das Gespräch doch wohl hoffentlich dazu da hier eine Grundlage für eine weitere vernünftige Zusammenarbeit zu finden.

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#6
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32881 Beiträge, 5758x hilfreich)

Zitat (von Masir):
Oder ist es besser daran teilzunehmen?
Selbstverständlich.
Kaum eine BV enthält vermutlich eine Behandlung solcher individuellen *Mätzchen* zwischen Kollegen.
Was sollte der Betriebsrat dort mitzubestimmen haben?

Wie A sich verhalten sollte?
Am besten so, dass nicht mal eine Abmahnung herauskommt.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121717 Beiträge, 40052x hilfreich)

Zitat (von Masir):
Muss der Kollege an dem Gespräch teilnehmen,

Nein, das ist freiwillig.
Das „muss" kommt dann erst später, wenn man eventuell eintretende Nachteile (Abmahnung, (fristlose) Kündigung, ...) zu tragen hat, da man hier nicht entsprechend gehandelt hat.



Zitat (von Masir):
wenn es dazu keine Betriebsvereinbarung gibt nach §87 Abs.1 Nr.1??

Über Sachen die gesetzlich bereits geregelt sind (hier: Direktionsrecht) muss es nicht noch zusätzlich eine Betriebsvereinbarung geben.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#8
 Von 
Masir
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Über Sachen die gesetzlich bereits geregelt sind (hier: Direktionsrecht) muss es nicht noch zusätzlich eine Betriebsvereinbarung geben.


Gehört denn sowas nicht zu "Fragen der Ordnung des Betriebs und des Verhaltens der Arbeitnehmer im Betrieb"? (§87 Abs.1 Nr.1)

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17642 Beiträge, 6555x hilfreich)

Zitat (von Masir):
"Fragen der Ordnung des Betriebs und des Verhaltens der Arbeitnehmer im Betrieb"? (§87 Abs.1 Nr.1)

Fragen der Ordnung regeln nicht das Ob, sondern ggf. das Wie. Es geht nicht darum, ob AG einen AN zum Gespräch zitieren darf, sondern - wenn da Regelungsbedarf erkannt würde - auf welche Weise: Schrift- oder Textform, Vorlauf von x Stunden, Angabe des Themas, Hinweis auf Beiziehung des BR bei bestimmten, schwerwiegenden Themen ....
Dass/wenn eine solche BV nicht existiert und nicht für notwendig gehalten wurde, heißt das nicht, dass solche Gespräch nicht erlaubt wären.
(Das wäre ja noch schöner, wenn der BR ein Kritikgespräch verhindern könnte.)

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