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ALG1 mit Nebenverdienst

2.4.2019 Thema abonnieren
 Von 
sumoooooo
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 0x hilfreich)
ALG1 mit Nebenverdienst

Hallo zusammen,

kurze Frage:

- Die Höhe des ALG1 bemisst sich nach dem durchschnittlichen Einkommen der letzen 2 Jahre oder nach dem Einkommen des Letzen Monats? (Thema: Stundenreduzierung, letzen 3 Monate weniger Gehalt bekommen, sonst ca. 600€ mehr pro Monat)

und

- wenn ich bei einem Bruttogehalt von 3000 ungefähr 1200 € ALG1 bekomme, deckt das dann alle anderen Kosten mit ab oder gibt noch zusätzlich Geld für Miete, Telefon etc.

- falls ich einen freiberuflichen Nebenverdienst von ca.1200€ brutto während meiner ALG1 Zeit habe wird dieser von der ALG1 Summe abgezogen, richtig? das heisst ich käme bei 0 raus?

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Lea

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Ratsuchender@123net
Status:
Student
(2238 Beiträge, 411x hilfreich)

Zitat (von sumoooooo):
Die Höhe des ALG1 bemisst sich nach dem durchschnittlichen Einkommen der letzen 2 Jahre oder nach dem Einkommen des Letzen Monats? (Thema: Stundenreduzierung, letzen 3 Monate weniger Gehalt bekommen, sonst ca. 600€ mehr pro Monat)

Die Höhe des ALG I-Anspruches bemisst sich hauptsächlich auf das im Jahr vor der Arbeitslosigkeit erzielte Arbeitsentgelt (Bemessungszeitraum). Für den Fall, dass das Arbeitsentgelt in den Jahren vor dem Bemessungszeitraum 10 % höher war als im Bemessungszeitraum, kann auch ein längerer Zeitraum berücksichtigt werden.

Zitat (von sumoooooo):
wenn ich bei einem Bruttogehalt von 3000 ungefähr 1200 € ALG1 bekomme, deckt das dann alle anderen Kosten mit ab oder gibt noch zusätzlich Geld für Miete, Telefon etc.

Ja, ggf. sollte geprüft werden, ob zusätzlich Anspruch auf Wohngeld oder ALG II besteht.

Zitat (von sumoooooo):
ich einen freiberuflichen Nebenverdienst von ca.1200€ brutto während meiner ALG1 Zeit habe wird dieser von der ALG1 Summe abgezogen, richtig? das heisst ich käme bei 0 raus?

Für eine Nebenbeschäftigung gibt es einen Freibetrag in Höhe von 165 EUR monatlich. Außerdem dürfen Werbungskosten in Abzug gebracht werden. Welche wöchentliche Arbeitszeit soll denn für die Freiberuflichkeit wöchentlich aufgewandt werden?

-- Editiert von Ratsuchender@123net am 02.04.2019 19:34

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#2
 Von 
Anami
Status:
Gelehrter
(11142 Beiträge, 1781x hilfreich)

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__150.html
Absatz 1--- 1Jahr.
Bei dir also der Durchschnitt der letzten 12 Monate.

Mit dem ALG ist die Krankenversicherung/PV bezahlt. Alles andere zahlst du vom ALG.

Eine freiberufliche Nebenbeschäftigung wird nicht mit dem Freibetrag von 165,- berücksichtigt.
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__155.html, Absatz 1
Handelt es sich um eine selbständige Tätigkeit, ....sind pauschal 30 Prozent der Betriebseinnahmen als Betriebsausgaben abzusetzen, es sei denn, die oder der Arbeitslose weist höhere Betriebsausgaben nach.

Knackpunkt bei Nebeneinkommen: Wer dafür mehr 14,99 Wochenstunden erwerbstätig ist, gilt nicht mehr als arbeitslos. Sein Anspruch endet. Mit <15 Wochenstunden muss man schon einen tollen Stundensatz haben.
Die Agentur verlangt iaR Nachweise über die Zeit .

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#3
 Von 
sumoooooo
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 0x hilfreich)

Welche wöchentliche Arbeitszeit soll denn für die Freiberuflichkeit wöchentlich aufgewandt werden?

--> 6 Stunden a 40€

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#4
 Von 
Ratsuchender@123net
Status:
Student
(2238 Beiträge, 411x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Eine freiberufliche Nebenbeschäftigung wird nicht mit dem Freibetrag von 165,- berücksichtigt.


Das ist nicht richtig. Der Freibetrag gilt.

§ 155 Abs. 1 SGB III lautet vollständig:

"Übt die oder der Arbeitslose während einer Zeit, für die ihr oder ihm Arbeitslosengeld zusteht, eine Erwerbstätigkeit im Sinne des § 138 Absatz 3 aus, ist das daraus erzielte Einkommen nach Abzug der Steuern, der Sozialversicherungsbeiträge und der Werbungskosten sowie eines Freibetrags in Höhe von 165 Euro in dem Kalendermonat der Ausübung anzurechnen. Handelt es sich um eine selbständige Tätigkeit, eine Tätigkeit als mithelfende Familienangehörige oder mithelfender Familienangehöriger, sind pauschal 30 Prozent der Betriebseinnahmen als Betriebsausgaben abzusetzen, es sei denn, die oder der Arbeitslose weist höhere Betriebsausgaben nach."

Eine selbstständige Tätigkeit ist eine Erwerbstätigkeit im Sinne des § 138 Absatz 3SGB III.

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#5
 Von 
Michael32
Status:
Schlichter
(7109 Beiträge, 1530x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Die Agentur verlangt iaR Nachweise über die Zeit .

Nein, da ich gerade in einer solchen Situation bin, die Agentur verlangt nur den Nachweis über die Einnahmen, und auch nur über die, für welche die Rechnungslegung im entspr. Zeitraum erfolgte.

Wie lange läuft Deine freiberufliche Tätigkeit schon ? Wenn sie länger als 12 Monate vor ALG1 Bezug begann, dann wird soweit ich weis gar nichts angerechnet. (Bitte aber die <15 Stunden beachten !!!)

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