AN ist krank (Durchfall) und meldet sich nicht krank

30. Oktober 2023 Thema abonnieren
 Von 
kumaa99
Status:
Frischling
(30 Beiträge, 1x hilfreich)
AN ist krank (Durchfall) und meldet sich nicht krank

Wie verhält es sich, wenn der Arbeitnehmer berichtet, dass er aufgrund eines Magen-Darm-Infekts häufig die Toilette aufsuchen muss und daher nur eingeschränkt einsatzfähig ist?

Trotz der Aufforderung des Chefs, einen Arzt aufzusuchen und sich für 2-3 Tage krankschreiben zu lassen, weigert er sich weiterhin.

Derzeit befindet sich der Arbeitnehmer im Homeoffice und arbeitet sehr ineffizient, was negative Auswirkungen auf unsere Kunden hat.

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16794 Beiträge, 5860x hilfreich)

Der Arbeitnehmer schuldet eine Leistung mittlerer Güte. Davon abgesehen hat der AG eine Fürsorgepflicht. Der AG kann auch selbst entscheiden, dass der AN die nächsten 2 oder 3 Tage nicht zu arbeiten braucht.
Ob der AN zu einem Arzt geht, das ist dessen alleinige Entscheidung.
Problematisch wird es erst, wenn das öfter vorkommt. Dann würden sich andere Vermutungen aufdrängen.

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#2
 Von 
kumaa99
Status:
Frischling
(30 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Der Arbeitnehmer schuldet eine Leistung mittlerer Güte. Davon abgesehen hat der AG eine Fürsorgepflicht. Der AG kann auch selbst entscheiden, dass der AN die nächsten 2 oder 3 Tage nicht zu arbeiten braucht.
Ob der AN zu einem Arzt geht, das ist dessen alleinige Entscheidung.
Problematisch wird es erst, wenn das öfter vorkommt. Dann würden sich andere Vermutungen aufdrängen.

DANKE!

Der AN ist im Vertrieb tätig. Im Vergleich ist er im unteren Drittel Bereich der Leistung und nun seit einer Woche keine Leistung mehr und sehr fragwürdiger Einsatz.
Ja kommt bisher öfters vor - leider.

Er ist noch in der Probezeit.

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#3
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17200 Beiträge, 6426x hilfreich)

Wie heißt es doch so treffend: ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung.
Einschlägig ist das EntgfG, hier

Zitat:
§ 5 Anzeige- und Nachweispflichten
(1) Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen. Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen.

M.E. hast du aktuell 2 Optionen
a) du nimmst die Information als Meldung über eine aktuelle Arbeitsunfähigkeit, bei einer Dauer > 3 Tage hätte AN dann eine AUB vorzulegen. Aber in den ersten Tagen ist 'AN sein eigener Arzt' nach einem ver.di-Slogan vor etlichen Jahren. Was aber nicht Schlechtleistung rechtfertigt.
b) du machst von deinem Recht als AG Gebrauch und weist den AN an, unverzüglich eine AUB vorzulegen.
Hier kommt verschärfend hinzu, dass merklich offenbar Kunden zu kurz kommen. Dieser Versuch, trotz der Probleme sowas wie einen eingeschränkten Dienst zu machen, ist offenbar untauglich und du kannst das unterbinden.

-- Editiert von User am 30. Oktober 2023 10:52

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#4
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17200 Beiträge, 6426x hilfreich)

Nachtrag 1:
Wenn der AN sich weigert, die AUB umgehend beizuschaffen, ist wohl eine Abmahnung angesagt.

Nachtrag wg. #2
Probezeit ist doch das Stichwort; wenn's schon schwierig anfängt, darfst du damit rechnen, dass es schwierig weitergeht nach der Probezeit. Man stelle halt rechtzeitig fest, dass nicht zusammenkommen muss, was nicht zusammenpasst - Kündigung in der Probezeit ist wahrlich keine Hexenwerk und bedarf keiner Angabe von Gründen. Die Diskussion um Leistung kannst du dir also sparen, macht die Sache nur schwierig.

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#5
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16794 Beiträge, 5860x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
Wenn der AN sich weigert, die AUB umgehend beizuschaffen, ist wohl eine Abmahnung angesagt.
Der AN hat sich doch gar nicht AU gemeldet. Er arbeitet.

Zitat (von kumaa99):
Im Vergleich ist er im unteren Drittel Bereich der Leistung und nun seit einer Woche keine Leistung mehr und sehr fragwürdiger Einsatz.
Ja kommt bisher öfters vor - leider.
Er ist noch in der Probezeit.

Wäre ich AG, dann wäre meine Entscheidung an dieser Stelle ganz klar.

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#6
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17200 Beiträge, 6426x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Der AN hat sich doch gar nicht AU gemeldet. Er arbeitet.

Jein - zurück zum Anfang: "Wie verhält es sich, wenn der Arbeitnehmer berichtet, dass er aufgrund eines Magen-Darm-Infekts häufig die Toilette aufsuchen muss und daher nur eingeschränkt einsatzfähig ist?
Trotz der Aufforderung des Chefs, einen Arzt aufzusuchen und sich für 2-3 Tage krankschreiben zu lassen, weigert er sich weiterhin
."
'Eingeschränkt einsatzfähig' ist nicht vorgesehen im System und erweist sich konkret auch offenbar als Illusion. Allerdings kann der Chef AN nicht wirklich auffordern, zum Arzt zu gehen, wohl aber, eine AUB beizuschaffen und das pronto.

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#7
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16794 Beiträge, 5860x hilfreich)

Hier bin ich mal nicht deiner Meinung. Solange der AN nicht AU ist kann der AG auch keine AUB verlangen. Dass der AN hier AU ist, davon ist nichts zu lesen. Er bringt aktuell einfach nur eine schlechte Leistung. Wegen einer schlechten Leistung eine AUB zu fordern, das geht doch ein Stückchen zu weit.
Aber egal, der AN ist in der Probezeit und fällt mit wiederholter schlechter Leistung auf........ muss man da noch mehr sagen?

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#8
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17200 Beiträge, 6426x hilfreich)

Man muss es i.d.T. nicht über Gebühr vertiefen; der Chef hat m.E. den Fehler gemacht, die 'halbe Krankmeldung' des AN nicht fix zu machen: entweder - oder.

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