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AOK verweigert Krankengeld und Arbeitgeber will auch nicht zahlen

 Von 
Jane321
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 1x hilfreich)
AOK verweigert Krankengeld und Arbeitgeber will auch nicht zahlen

Hallo,

wer kann bitte helfen?

Ich war nach 9 Wochen Arbeit 17 Tage krank. Es ging um eine Stelle in der Probezeit / 6 Monate /.
Der Arbeitgeber hat mich fristlos gekündigt als der Krankenschein bekommen hat.
Die Krankenkasse hat mir vor 1 Woche zugesprochen, dass die AG kontaktieren werden - entweder zahlt er die 17 Tage Krankheit oder die Krankenkasse.
Heute rief mich die Krankenskasse und sagte am Telefon, dass die 17 Tage nicht bezahlt werden, da ich nur 9 Wochen gearbeitet habe, Erst ab 10 Woche in der Probezeit zahlt die Krankenkasse die Lohnfortzahlung, vorher nicht.

Ich soll zum Arbeitsamt gehen oder Klage gegen AG machen. Ich habe schon fast 2,5 Woche von der 3 wöchiger Frist verloren, da die Krankenkasse mir falsche Infos mitgeteillt hat. Jetzt habe noch 4 Tage Zeit für die Kündigungsschutzklage, möchte aber nicht machen, da ich kein Geld für das Gericht habe.
Angeblich muss man in 1. Instanz jede Partei die Kosten selbst zahlen.
Die Krankenkasse zahlt nur die 4 wöchige Lücke, ab 5. Woche soll ich die Krankenkasse selbst bezahlen, falls ich keine neue Stelle gefunden habe.

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Tage Woche Krankenkasse


16 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71182 Beiträge, 32393x hilfreich)

Zitat (von Jane321):
Bitte Tips geben

Zitat (von Jane321):
zum Arbeitsamt gehen
bzw. zum Jobcenter. Und eine neue Stelle suchen.



Zitat (von Jane321):
Jetzt habe noch 4 Tage Zeit für die Kündigungsschutzklage, möchte aber nicht machen, da ich kein Geld für das Gericht habe.

Braucht man nicht. Man geht zur Antragsstelle des Gerichtes, der Rechtspfleger setzt die Klage kostenfrei auf.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
hiphappy
Status:
Master
(4049 Beiträge, 2102x hilfreich)

Zitat (von Jane321):
Der Arbeitgeber hat mich fristlos gekündigt als der Krankenschein bekommen hat.

Das ist kein Kündigungsgrund.

Und da der AG dich daher weiter zahlen muss, nachdem er den entsprechenden Prozess verloren hat, muss die Krankenkasse dir auch kein Krankengeld zahlen.

Zitat (von Jane321):
Jetzt habe noch 4 Tage Zeit für die Kündigungsschutzklage, möchte aber nicht machen,

Wenn du nicht möchtest, ist das ok. Aber dann bekommst du halt kein Geld. Die Sozialversicherungen sind nicht dafür da, deine Faulheit zu finanzieren.

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#3
 Von 
Jane321
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 1x hilfreich)

" Das ist kein Kündigungsgrund"

Kündigungsgrund von der Seite AG war - Verstoss gegen Arbeitsvetrag.
In dem Arbeitsvetrag stand, dass der AG über eingeschrängte Krankheiten informiert werden muss.
Meine Ärztin hat ein Attes ausgestellt, in dem ich keine schwere Lasten tragen kann, u.a.
Über Attest haben wir vor 10 Woche nur kurz geredet und ob ich trotzdem leichtere Tätigkeit machen kann.
Das Attes wurde in seine Akte gelegt. Bevor mich eingestellt hat, habe 4 Wochen auf Arbeitsvertrag gewartet.
Meine chronische Erkrankung hat mich nie in der Arbeit benachteiligt, auch der AG hat nie eine Abmahnung o.a. ausgesprochen.

Als er erfuhr, dass ich krank wegen Bossing war, eine Krankmeldung gesendet habe, hat das ausgenutzt und fristlose Kündigung ausgestellt. Ich kann nicht beweisen, dass er das nicht gewusst hat, AG schreibt er hat das nicht gewusst - deswegen Kündigunsgrund.
2 Tage vorher habe ich ihn angeschrieben, dass ich bei ihm die Tätigkeit aus dem Grund " Bossing" und Schikane nicht mehr tätigen werde.
Dann habe mit 14 Tage frist gekündigt. Beide Kündigungen haben sich zeitlich überschnitten. Seine und meine in gleicher Zeit.

"Wenn du nicht möchtest, ist das ok. Aber dann bekommst du halt kein Geld. Die Sozialversicherungen sind nicht dafür da, deine Faulheit zu finanzieren."

Ich bin nicht faul, aber wenn mein Attest wirklich ein Kündigungsgrund für die fristlose Kündigung war, werde ich vorm Gericht keine Chancen haben.
Auch wenn meine Krankheit wegen andere Diagnose ausgestellt wurde.

Normalerweise muss die Krankenkasse nach der Kündigung zahlen, dafür habe ich auch jahrelang 25 jahre einbezahlt und nie krank war.
Ich kann nirgendwo finden, dass die KK erst nach dem 10 Wochen zahlt.

-- Editiert von Jane321 am 08.11.2019 07:56

-- Editiert von Jane321 am 08.11.2019 07:59

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#4
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Bachelor
(3960 Beiträge, 1453x hilfreich)

Zitat (von hiphappy):
Das ist kein Kündigungsgrund.

TE war in der Probezeit. Da kann er allenfalls statt der fristlosen eine fristgerechte erstreiten.

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#5
 Von 
sonnen8licht
Status:
Schüler
(175 Beiträge, 85x hilfreich)

Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall besteht, wenn das Arbeitsverhältnis länger als 4 Wochen besteht. Endet das Arbeitsverhältnis während der Arbeitsunfähigkeit, wird Krankengeld gezahlt, solange noch Arbeitsunfähigkeit besteht.
Erst bei Arbeitsfähigkeit und noch ohne Job kann Arbeitslosengeld beantragt werden.

Die Aussage der Krankenkasse mit den 10 Wochen und Probezeit findet sich in keinem Gesetz wieder.

Ob eine fristlose Kündigung gerechtfertigt ist, kann nur vom Gericht beurteilt werden.
Eine fristgerechte Kündigung in der Probezeit ist jederzeit möglich.

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#6
 Von 
Ratsuchender@123net
Status:
Lehrling
(1370 Beiträge, 267x hilfreich)

Zitat (von sonnen8licht):
Eine fristgerechte Kündigung in der Probezeit ist jederzeit möglich

Ja, diese ist möglich und meistens auch wirksam, allerdings nicht immer (beispielsweise bei fehlender oder unzureichender Anhörung des Betriebsrates, Kündigung durch eine nicht kündigungsberechtigte Person, Nichtbeachtung des Sonderkündigungsschutzrechtes, Maßregelung etc.).

-- Editiert von Ratsuchender@123net am 08.11.2019 10:10

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#7
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7841 Beiträge, 1383x hilfreich)

Zitat (von Jane321):
Als er erfuhr, dass ich krank wegen Bossing war,
Von wem hat er das denn erfahren? Das ist nicht möglich. Dein Attest vom Arzt, das der AG bekommt, hat gar keine Bezeichnung der Krankheit/Diagnose.
Es gibt keine Krankheit Bossing. Auf dem Attest könnte der AG auch nicht lesen, ob du 1 Bein gebrochen hast.
---arbeitsunfähig--- heißt das. Punkt.
Und von wann bis wann. Also die Dauer.

Das mit den 10 Wochen ist falsch---hast du wohl falsch verstanden.

Zitat (von Jane321):
AG schreibt er hat das nicht gewusst - deswegen Kündigunsgrund.
Du schreibst dich mit dem AG? Was soll denn dieser Unsinn?
Zitat (von Jane321):
Normalerweise muss die Krankenkasse nach der Kündigung zahlen, dafür habe ich auch jahrelang 25 jahre einbezahlt und nie krank war.
Unsinn.

Geh zum Arbeitsgericht. Montag früh---

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#8
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Schlichter
(7114 Beiträge, 3742x hilfreich)

Hallo

Zitat:
Von wem hat er das denn erfahren?
Von der TE selber:
Zitat:
2 Tage vorher habe ich ihn angeschrieben, dass ich bei ihm die Tätigkeit aus dem Grund " Bossing" und Schikane nicht mehr tätigen werde.

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#9
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7841 Beiträge, 1383x hilfreich)

Ah, vielen Dank.
Hat auch selber gekündigt... :sweat:

Dann braucht man wohl nicht zum Arbeitsgericht rennen... :bang:

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#10
 Von 
Ratsuchender@123net
Status:
Lehrling
(1370 Beiträge, 267x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Dann braucht man wohl nicht zum Arbeitsgericht rennen...

Doch, denn streitgegenständlich ist derTermin, zu dem das Arbeitsverhälltnis aufgelöst werden soll.

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#11
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(26644 Beiträge, 14606x hilfreich)

denn streitgegenständlich ist derTermin, zu dem das Arbeitsverhälltnis aufgelöst werden soll. Und auch die nicht erhaltene Lohnfortzahlung während der Krankheit sollte man zum Streitgegenstand machen - also nicht nur Kündigungsschutz-, sondern auch Lohnklage.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#12
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7841 Beiträge, 1383x hilfreich)

Zitat (von Jane321):
Dann habe mit 14 Tage frist gekündigt.
Zitat (von Jane321):
Arbeitgeber will auch nicht zahlen
Hmm. Will er nicht oder hat er nicht? Hat es zu Ende Oktober keinen Lohn gegeben? Gar keinen?

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#13
 Von 
Jane321
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo,

ich war heute bei einer Fachanwältin für Arbeitsrecht. Wir haben uns für 30 Minuten Beratung / 20 EUR / geeinigt, also nicht so teuer.
Sie sagte mir, dass die ganze rechtliche Lage nicht so kompliziert ist.
Was wichtig ist, ist - die fristlose Kündigung vom AG, egal ob ich auch gleichzeitig gekündigt habe.

Die AG-Begründung wegen verschwiegenen Krankheiten ist kein Grund für fristlose Kündigung, da ich 9 Wochen ohne Probleme gearbeitet habe.
Die AOK schrieb wirklich einen Brief, wo mindestens 10 Wochen- Frist für Lohnfortzahlung in der Probezeit nötig ist, um die Krankheitszeit zu zahlen. Ob das gesetztlich O.K. ist bezweifelt die Rechtsanwältin.
Man müsste gerichtlich gegen AOK vorgehen, wer will das schon, wenn noch zusätzlich Arbeitsgericht bevorsteht.
Vielmehr beurteilte das folgend. Bei einer fristlosen Kündigung muss man wenigstens versuchen die Klage einzureichen, dann hat man alles getan gegen unberechtigte Kündigung vorzugehen.
Sollte man bei Arbeitsgericht doch verlieren, muss die KK zahlen.

Ich soll spätestens am Montag persönlich bei Arbeitsgericht mit einem Rechtspfleger die Klage einreichen, Besser gleich morgen per Fax und Brief, wenn ich die Klage ohne Rechtspfleger selbst schreiben möchte.
Wichtig ist nicht Poststempel, sondern Tag, wo das Gericht die Klage am Tisch hat.
Deswegen auch zusätzlich mit dem Fax der Eingang sichern.

Sicherlich gibts keine " Bossing Diagnose ", es steht aber im Attest, dass durch Bossing/Mobbing und Schikane eine Depresion, Schlafstörungen ausgelösch wurden. Ein Arbeitsplatz zu wechseln wurde empfohlen.
Jährlich kommen ca. 100-150 Leute zu der Firma. Davon 99% gehen gleich in einer Woche, Rest 2-6 Monate.
Der Chef beschimpft die Leute am 1. Tag , ihr seid alle Arsch...e, Idioten, schreit überall usw. Man muss laufen , nicht normal gehen, u.a., schwer für viele Leute zu verstehen. Und wenn der Chef mich schlagen möchte, da ich die Frechkeit hatte, eine Krankmeldung zu bringen? Oder Beleidigungen du Hu..e, möchte keine Details mehr schreiben.

Nein, der AG hat hälfte des Monats bezahlt, für die Krankenzeit wurde nichts bezahlt, er akzeptiert in seiner Firma keine Krankenscheine.

LG Jane


-- Editiert von Jane321 am 08.11.2019 16:01

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#14
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7841 Beiträge, 1383x hilfreich)

Also dann am Montag früh hin zum Arbeitsgericht.


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#15
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(26644 Beiträge, 14606x hilfreich)

Man muß mitnichten "rechtlich gegen die AOK" vorgehen - man muß einfach nur die Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber fordern. Der ist dafür zuständig, nicht die AOK.

-- Editiert von muemmel am 08.11.2019 19:19

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#16
 Von 
Ratsuchender@123net
Status:
Lehrling
(1370 Beiträge, 267x hilfreich)

Ist man denn eigentlich im Hinblick auf § 8 Absatz 1 EntgFG wieder arbeitsfähig?

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