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Ab wann hab ich Anspruch auf Urlaub?

 Von 
Trixi21
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
Ab wann hab ich Anspruch auf Urlaub?

Hallo zusammen,

ich bin seit dem 01. März 2011 neu im Unternehmen und würde gern im August 2 Wochen Urlaub nehmen.
Ich arbeite von Montags-Freitags. Meine Probezeit beträgt 3 Monate, insgesamt habe ich im Jahr lt. Arbeitsvertrag 26 Arbeitstage Urlaub. Das Einzige was in meinem Vertrag steht ist, dass ich den vollen Urlaubsanspruch erstmalig nach 6-monatigen Bestehen des Arbeitsverhältnisses erwerben kann.
Kann ich bei meinem Arbeitgeber auf den §5 des BUrlG verweisen? 26 / 12 = 2,1666 (2 Tage pro Monat)
März - Juli= 5 * 2 = 10 Urlaubstage?

Danke schon einmal im Voraus für die Hilfe.


-- Editiert am 30.04.2011 14:16

-- Editiert am 30.04.2011 14:20

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Tage Urlaubstage Arbeitgeber Urlaub


14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5011 Beiträge, 2507x hilfreich)

Sie haben zwar im August bereits Anspruch auf eine ausreichende Zahl von Urlaubstagen erworben, um 2 Wochen Urlaub machen zu können, der § 5 des BurlG hilft ihnen aber nicht so recht weiter. Dort geht es immer um die Beendigung des Arbeitsverhältnisses und den Teilurlaubsanspruch (§5 Abs. 1 b und c), wenn die 6 monatige Wartezeit aus dem § 4 BurlG für den vollen Urlaubsanspruch nicht erfüllt wurde
oder wenn man erst in der 2. hälfte des Jahres eintritt und diese Wartezeit daher im Kalenderjahr nicht erfülle kann (§5 Abs.1 a).

Sie können den Urlaub zwar beantragen, aber wenn der AG den nicht genehmigen will, dann sieht es m.E. schlecht aus.

quote:
Meine Probezeit beträgt 3 Monate


Auch wenn die Probezeit nur 3 Monate beträgt, die 6-monatige Wartezeit für die Anwendung des Kündigungsschutzgesetzes ist im August noch nicht erfüllt und ob dann das Kündigungschutzgesetz überhaupt Anwendung findet, müsste auch noch geklärt werden (sprich, beschäftigt der AG regelmässig mehr als 10AN in Vollzeit?)

Würden Sie eine gerichtliche Auseinandersetzung wegen der 2 Wochen Urlaub anstreben?

-----------------
""

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#2
 Von 
Trixi21
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Meine Frage war, ob ich den §5 des BUrlG als Begründung bei meinem AG anwenden kann. So wie ich das jetzt verstanden habe...Nein. Doch dann frage ich mich worauf ich mich dann beziehen kann?
Ich würde schon gern im Sommer noch 2 Wochen haben, denn mein nächster wäre erst zur Weihnachtszeit.

-- Editiert am 30.04.2011 14:47

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#3
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5011 Beiträge, 2507x hilfreich)

Natürlich können Sie versuchen den AG mit Hinweisen auf den §5 BurlG zu überzeugen, aber das wars dann auch. Haben Sie denn den Urlaub für August beantragt und der Chef hat nein gesagt? Wenn dem so wäre, mit welcher Begründung?

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#4
 Von 
Trixi21
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja ich habe ihn beantragt. Erst wollte er mir gar keinen geben mit der Begründung ich hätte erst nach 6 Monaten einen Anspruch auf Urlaub. Nach einem Gespräch hat er mir dann 1 Woche gewährt. Ich muss nur leider sagen, dass eine Woche nicht unbedingt zur Erholung beiträgt.

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#5
 Von 
Trixi21
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Naja, trotzdem danke.

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#6
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5011 Beiträge, 2507x hilfreich)

quote:
Erst wollte er mir gar keinen geben mit der Begründung ich hätte erst nach 6 Monaten einen Anspruch auf Urlaub.


Der §4 BurlG und auch die Formulierung in Ihrem AV besagen lediglich:

"Der volle Urlaubsanspruch wird erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben."

Das heisst also nicht, dass ein AN, der vor den 6 Monaten Wartezeit wieder ausscheidet, gar keinen Urlaubsanspruch erwirbt. Das sollte aber eigentlich dem Chef klar sein.
Sollten Sie beispielsweise zum 30.8. kündigen, dann hätten Sie auf jeden Fall den Teilanspruch nach §5 BurlG. erworben.
Ich kann es ehrlich gesagt nicht verstehen, warum der AG hier so mauert. Es sei denn, es gibt dringende betriebliche Gründe die dagegen sprechen.

Warum könnten Sie erst Weihnachten wieder Urlaub nehmen und nicht im September, wenn die Wartezeit erfüllt ist?

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#7
 Von 
Trixi21
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja so interpretiere ich es eben auch.
Eigentlich gibt es meines Erachtens keine dringenden betriebliche Gründe.
Das Unternehmen ist saisonabhängig und daher erst wieder im Winter.
Ich werde ihn nächste Woche noch einmal ansprechen und mir genau die Gründe nennen lassen. Falls er immer noch auf das 6-monatige Bestehen pocht, werde ich den §5 BUrlG
ins Spiel bringen.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

Freundliche Grüße

Trixi

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#8
 Von 
azrael
Status:
Master
(4936 Beiträge, 767x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Ich werde ihn nächste Woche noch einmal ansprechen und mir genau die Gründe nennen lassen. Falls er immer noch auf das 6-monatige Bestehen pocht, werde ich den §5 BUrlG <hr size=1 noshade>
Die 6-monatige Frist wäre erst am 31.08. zuende. Von daher ist Ihnen der Arbeitgeber mit 1 Woche im August schon entgegen gekommen.

-----------------
"gruß azrael"

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#9
 Von 
Trixi21
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich will aber nicht den vollen Urlaub...sondern nur einen teil ...

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#10
 Von 
azrael
Status:
Master
(4936 Beiträge, 767x hilfreich)

1 Woche ist doch ein Teil ... :augenroll:

-----------------
"gruß azrael"

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#11
 Von 
Stefan 5
Status:
Bachelor
(3905 Beiträge, 1281x hilfreich)

Sie haben schon Ansprüche auf Urlaub erworben.

Anspruch diesen tatsächlich nehmen zu können haben Sie aber erst nach sechs Monaten.

Der AG spart also keinen Urlaub wenn er ihnen diesen im August verweigert. Vielleicht macht der AG diesbezüglich einen Denkfehler, den man ihm verdeutlichen sollte?

Wenn er aber keinen Urlaub gewährt können Sie diesen nicht durchsetzen.

Die in den ersten sechs Monaten angefallenen Urlaubstage können Sie dann erst nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit nehmen.



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" "

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#12
 Von 
MitEtwasErfahrung
Status:
Lehrling
(1838 Beiträge, 483x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Anspruch diesen tatsächlich nehmen zu können haben Sie aber erst nach sechs Monaten. <hr size=1 noshade>


Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Die 6 Monate beziehen sich immer nur auf die Möglichkeit den vollen Jahresurlaub nehmen zu können. Den schon "erarbeiteten Urlaub" kann man schon früher nehmen.

Der AG hat sich vielmehr nach den Wünschen des AN zu richten, es sei denn es stehen triftige betriebliche Gründe entgegen (§ 7 Absatz 1 BUrlG ).

Trotzdem sollte der Arbeitnehmer den Ball niedrig halten, da er sich noch in dem Zeitraum befindet, in dem das Kündigungsschutzgesetz nicht wirksam ist. Wenn im Betrieb nicht mehr als 10 MA angestellt sind, gilt das KSchG grundsätzlich nicht. Auseinandersetzungen in dieser Art kann dann zu einem langen unfreiwilligen "Urlaub" führen.

-----------------
"Nur meine Meinung, keine Rechtsberatung! "

-- Editiert am 01.05.2011 08:05

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#14
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5011 Beiträge, 2507x hilfreich)

quote:
Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Die 6 Monate beziehen sich immer nur auf die Möglichkeit den vollen Jahresurlaub nehmen zu können. Den schon "erarbeiteten Urlaub" kann man schon früher nehmen.


Das habe ich ein Jahr lang auch gedacht, nachdem von entsprechenden Leuten immer das Wort "vollen" Urlaubsanspruch aus dem §4 des BurlG hervorgehoben wurde.

Ich habe hier aber ein dickes Buch zum Thema Arbeitsrecht rumfliegen (Das Arbeitsrechtliche Mandat, Hümmerich/Spirolke) in einer älteren Ausgabe von 2005. Und dort wird felsenfest vorgetragen, dass der AN auch erst nach 6 Monaten Anspruch hat, diesen Urlaub beantragen und nehmen zu können. Das wird hauptsächlich damit begründet, weil der (Mindest)urlaub nach dem BurlG im Sinne des Erfinders komplett am Stück zu nehmen ist.

Mir leuchtet das zwar nicht so ganz ein, weil der Urlaub zudem immer im Kalenderjahr genommen werden soll und dann gerade der §7 Abs.2 auch noch sagt, dass der Urlaub aus dringenden betrieblichen Gründen geteilt werden kann.
In der Praxis erhält sowieso kaum jemand mehr als 3 Wochen Urlaub hintereinander und die wenigsten würden aus Eigeninteresse den kompletten Urlaub am Stück beantragen.

quote:
Trotzdem sollte der Arbeitnehmer den Ball niedrig halten, da er sich noch in dem Zeitraum befindet, in dem das Kündigungsschutzgesetz nicht wirksam ist.


Das ist wohl der Grund, warum es diesbezüglich keine Urteile gibt und die Kommentatoren der Fachbücher ihre ganz eigene Interpretation das Gesetzes verbreiten können. Welcher RA würde dem AN empfehlen, seinen Urlaubsantrag innerhalb der ersten 6 Monate gerichtlich durchzusetzen?

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