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Abmahnung - Reaktion ?

22.2.2008 Thema abonnieren
 Von 
Pilotenbaer
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 1x hilfreich)
Abmahnung - Reaktion ?

Hallo!

Nehmen wir folgenden (fiktiven) Fall an...

Beruf: Altenpflegerin in einem Seniorenwohnheim

Zeugen: keine

beteiligte Personen: 2


Kurze Schilderung der Situation:

"Eine ältere Dame - Bewohnerin des Seniorenwohnheims - möchte in ihrem Zimmer Kaffee trinken und Kuchen essen.

Aus diesem Grund wird sie aus der liegenden Haltung im Bett von der Altenpflegerin auf die Bettkante gesetzt und bekommt ihr Ess-Brettchen auf den Schoß, um Kuchen essen und Kaffee trinken zu können.

Dies ist für die Heimbewohnerin eine alltägliche Handlung.

Anschließend verläßt die Altenpflegerin das Zimmer.

Nach kurzer Zeit sind Hilfe-Rufe aus dem Zimmer wahrnehmbar.

Die ältere Dame ist hingefallen und liegt neben dem Bett. Bei ihrem Sturz von der Bettkante bricht Sie sich einen Arm."

Die Altenpflgerin besucht die Dame im Krankenhaus und erkundigt sich nach ihrem Wohlergehen.
Bei einem kurzen Gespräch über den Vorfall belegt die Person sowie die Angehörigen, dass sie der Altenpflegerin die Schuld am Sturz nicht vorwerfen würde(n).

Aufgrund dieses Vorfalls wird die Altenpflegerin zu zwei Gesprächen mit der Heimleitung geladen.
In diesen Gesprächen wird sie von zwei leitenden Angestellten des Pflegeheims heftigst kritisiert und ihr wird die Schuld an dem Sturz der älteren Dame zur Last gelegt.

Des Weiteren wird in den Gesprächen die Situation der Pflegeeinrichtung angesprochen.
Momentan herrsche Knappheit an Bewohnern des Hauses, viele Mitarbeiter hätten einen Krankenschein und man wisse nicht mehr wie man so weiterhin wirtschaftlich arbeiten solle.

Aus diesem Grund spricht man auch von Kündigungen, da eine momentane schlechte Auslastung des Heims vorläge und viele Mitarbeiter krankheitsbedingt ausfallen würden.


Die Altenpflegerin plädiert auf ihre Unschuld am Sturz der älteren Dame.
Die ältere Dame sagt, sie sehe die Schuld nicht bei der Altenpflegerin, sondern sei aufgrund ihres Alters gefallen.

Die Altenpflegerin muss mit einer Abmahnung rechnen, plädiert aber auf ihre Unschuld.

Wie ist die Rechtslage ?

Vielen Dank!

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
CAS84
Status:
Schüler
(300 Beiträge, 65x hilfreich)

Solange die alte Dame hinter dir steht, brauchst du wohl nichts befürchten, wenn sie für dich aussagt.
Allerdings hast du die Aufsichtsplicht.
Hatte nen Fall aus meiner Bekanntschaft, dass sich zu Weihnachten ein Behindertenheimbewohner mit ner Kerze in brand gesetzt hat, war auch noch ne Azubine die Aufsicht hatte.
Man konnte Ihr keinen Vorwurf machen, da sie zwar die Aufsicht hatte, aber es unzumutbar ist alle Leute im Blick zu haben.

Kann dir zwar keine genauen Angaben zur rechtslagem,machen, würde dir aber den TIPP geben die Abmahnung aufgrund der geschädigten nicht anzuerkennen.

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#2
 Von 
Pilotenbaer
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 1x hilfreich)

Vielen Dank für deine Antwort!

Die Meinungen gehen bei diesem Vorfall weit auseinander:

BEISPIEL 1:

"Mit einer Abmahnung wird die Kündigungsmöglichkeit wegen dieses Vorfalls verbraucht.

Insofern kann eine Abmahnung sogar positiv sein.

Für einen möglichen Pflichtverstoß ist eher unmaßgeblich wie die betroffene Dame und die Verwandten das sehen.

Häufig ist es besser auf eine Abmahnung nur in der Weise zu reagieren dass man sein eigenes Verhalten überprüft und ggf. ändert."

BEISPIEL 1 ENDE

oder

BEISPIEL 2

"Genau deswegen geht man doch ins Altenheim, weil man alt ist und nicht mehr selbst zurecht kommt und sich Leute um einen kümmern.

Ich sags mal extrem wenn die Dame verhungert wäre weil sie niemand gefüttert hätte, hättest du dann auch gesagt, die ist halt wg. dem Altern gestorben weil sie nicht mehr selbst Essen konnte, selber schuld.

Ansonsten kommt es halt darauf an welche konkreten Anweisungen gegeben wurden wie mit den alten Leuten umzugehen ist, ob man diese spezielle Frau z.b. alleine sitzen lassen darf usw. Ergeben kann sich das auch einfach aus der Berufserfahrung, eine ausgebildetet Altenpflgering sollte halt auch wissen mit wem sie wie umzugehen hat.
Das kann aber weder ich noch hier sonst jemand beurteilen, ob man diese Frau nun alleine sitzen lassen durfte.

Im Zweifel müsste das letztlich ein Gutachter entscheiden."

BEISPIEL 2 ENDE
- - - - - - - - - - -

Mhh, schwierig... wie man sich nun am Besten verhalten sollte...

Also eine Gegendarstellung in die Akte legen zu lassen ist in meinen Augen das Mindeste.

Aber Widerspruch einlegen ?
Besser nicht oder doch ?

Danke für Antworten!



-- Editiert von Pilotenbaer am 22.02.2008 19:50:53

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#3
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2207x hilfreich)

Hallo,

Wir können die Verantwortlichkeit der Pflegerin dafür nicht wirklich aus der Ferne beurteilen. Kommt auch drauf an, was es dort diesbezüglich für Anweisungen gibt (Z.B. 'Bewohner beim Essen nicht allein lassen.', 'Sich davon überzeugen, dass mit dem Bewohner alles okay ist.' oder was auch immer). Wir kennen hier auch die näheren Umstände nicht.

Dass man etwas 'immer so macht' ist ja nicht zwangsläufig gleichzusetzen damit, dass mans immer richtig bzw. nach Anweisung/Vorschrift macht.

Die Frage wäre also erst mal, ob es für diese Bewohnerin Anweisungen/Vorschriften gab, die evtl. missachtet wurden. Wenn dies nicht der Fall ist, dann wäre eine Richtigstellung des Falls in einer Gegendarstellung zumindest auch ein Anzeichen, dass es der Pflegerin nicht egal ist.
Sollte aber gegen bestehende Anweisungen gehandelt worden sein, dann schießt sich die Pflegerin mit einer solchen Gegendarstellung u. Umständen noch selbst in den Hintern.

MfG

P.S. Bei Zitaten, sollte man immer die Quelle angeben. Könnte sein, dass die user in den anderen Foren nicht so begeistert sind, ihre Antworten hier zu lesen.

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#4
 Von 
Pilotenbaer
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo nochmal!

Angenommen die Abmahnung wurde nun schriftlich der fiktiven Altenpflegerin übergeben -die Schuld am Sturz der älteren Dame wird eindeutig ihr zugesprochen- und der Inhalt der Abmahnung, u.a. auch das klärende Gespräch mit der Heimleitung, entspricht nicht dem tatsächlichen Verlauf.

Sprich Aussagen wurden verdreht und zum negativen hin - für die Altenpflegerin - schriftlich verfasst.

Wie sollte in einem solchen fiktiven Fall verfahren werden ?
Weiterhin still sitzen bleiben und sich alles in die Schuhe schieben lassen oder doch besser einen Anwalt einschalten ?

Ich bedanke mich für eine Hilfestellung!

-- Editiert von Pilotenbaer am 27.02.2008 20:52:55

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#5
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2207x hilfreich)

Eine Gegendarstellung schreiben und darin den Sachverhalt so schildern wies war.

Ich wüsste nicht wozu ein Anwalt da notwendig sein sollte.

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#6
 Von 
Pilotenbaer
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo!

Eine Gegendarstellung kann allerdings unter gwissen Umständen zur Beweisführung des Arbeitsgebers beitragen...

Also auch keine optimale Variante.

Aber wahrscheinlich unumgänglich, wenn man Unterstellungen nicht auf sich ruhen lassen möchte.

Oder ists doch besser die Arschbacken zusammen zu kneifen und nichts zu unternehmen ?

Danke!

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#7
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2207x hilfreich)

Das kann man halten wie Nolte.

In den anderen Foren, wo du noch gefragt hast, hat man dir ja sicher schon geschrieben, dass das erst relevant wird bei ner Kündigung, aufgrund der Wiederholung eines solchen oder ähnlichen Vorfalles ... und das eine Nichtreaktion nicht mit einem Akzeptieren der Abmahnung gleichgesetzt wird.

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#8
 Von 
Pilotenbaer
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 1x hilfreich)

Vielen Dank!

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#9
 Von 
Andreas.Hauser
Status:
Lehrling
(1229 Beiträge, 121x hilfreich)

Gem. § 1004 analog BGB auf Entfernung des Vorfalls aus der Akte klagen.

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#10
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2207x hilfreich)

@Andreas.Hauser Und was hat sie davon?

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