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Abweichung Zwischenzeugnis/Arbeitszeugnis

10. April 2011 Thema abonnieren
 Von 
Cecilie
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)
Abweichung Zwischenzeugnis/Arbeitszeugnis

Hallo zusammen,

ich habe ein Arbeitszeugnis erhalten, welches in diversen Formulierungen und dem Layout vom Zwischenzeugnis abweicht. Außerdem sind Rechtschreibfehler enthalten, und die Schlußformulierung ist nicht korrekt.

Ich habe das Zeugnis vor ca. 9 Monaten erhalten - kann ich da trotzdem noch etwas ändern lassen?

Gruß Cecilie

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
MitEtwasErfahrung
Status:
Lehrling
(1838 Beiträge, 484x hilfreich)

quote:
Ich habe das Zeugnis vor ca. 9 Monaten erhalten - kann ich da trotzdem noch etwas ändern lassen?


Welches von beiden Zeugnissen?

Wenn 9 Monate nach dem Endzeugnis vergangen sind, ist das schon kritisch.

Theoretisch müsste hier die Verjährungsfrist von 3 Jahren gelten. Aber die Gerichte sehen das unterschiedlich.

Die Frage wäre auch, ob es im Arbeits- oder Tarifvertrag eine sogenannte Ausschlussklausel gibt. Dort heißt es manchmal, dass man Forderungen innerhalb einer bestimmten Frist geltend machen muss.

Einige Gerichte wollen diese Ausschlussfrist nur auf monitäre Forderungen anwenden, andere auch auf Zeugnisse u.ä.

Wenn Sie eine Korrektur haben wollen, sollten Sie nicht lange zögern und dem AG Ihren Vorschlag unterbreiten. Auch sollten Sie eine angemessene Frist (ca. 4 Wochen) setzen. Nach Ablauf dieser Frist sollten Sie eine Klage zum Arbeitsgericht erheben. Dies kann man auch ohne Anwalt bei der Antragsstelle des Gerichts machen. Diese hilft einem dann bei der Formulierung.

Je nach Gehalt kann man auch einen Antrag beim Amtsgericht für Prozesskostenhilfe stellen. Wichtig ist aber erst mal die Forderung an den AG.

Auch wenn die Rechtslage bei 9 Monaten nicht klar ist, häufig werden solche Streitigkeiten in der Güteverhandlung geklärt.

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"Nur meine Meinung, keine Rechtsberatung! "

-- Editiert am 10.04.2011 16:43

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Cecilie
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)

Hallo MitEtwasErfahrung,

vielen Dank für die Antwort.

Es sind ca. 9 Monate nach der Ausstellung vom Endzeugnis vergangen.

In dem Tarifvertrag lautet die Ausschlussfrist was folgt:

2. Alle übrigen beiderseitigen Ansprüche aus diesem Vertrag und dem Vergütungstarifvertrag sind binnen 6 Monaten nach ihrer Entstehung, im Falle der Beendigung (was ja bei mir der Fall ist) des Arbeitsverhältnisses jedoch spätestens binnen 2 Monaten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, schriftlich geltend zu machen.



Also wäre somit der Anspruch au fKorrektur verwirkt, richtig?

Gruß Cecilie

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1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
MitEtwasErfahrung
Status:
Lehrling
(1838 Beiträge, 484x hilfreich)

quote:
Also wäre somit der Anspruch au fKorrektur verwirkt, richtig?


Das ist nicht so ohne weiteres vorherzusagen. Soviel ich weiß gibt es hier noch keine eindeutige Rechtssprechung, ob sich die Ausschlußfrist auf sämtliche oder nur auf materielle Forderungen beziehen soll. Das ist Auslegungssache und hier wird ein Gericht ermitteln müssen, welche Forderungen hier die Tarifvertragsparteien gemeint haben.

Da hier "Ansprüche aus diesem Vertrag und Vergütungstarifvertrag" gemeint sind, aber sich der Zeugnisanspruch aus dem Gesetz ergibt - also genaugenommen weder aus dem Tarifvertrag noch aus dem Vergütungstarifvertrag -, ist es wahrscheinlich, dass hier das Zeugnis eben nicht gemeint war.

Da hier der Ausgang ungewiss ist und ich persönlich dazu tendiere, dass das Zeugnis nicht unter die Ausschlussklausel fällt, kann es durchaus sein, dass der AG Ihnen noch ein berichtigtes Zeugnis ausstellt (spätestens inn der Güteverhandlung).


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"Nur meine Meinung, keine Rechtsberatung! "

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
geprellt95
Status:
Beginner
(84 Beiträge, 52x hilfreich)

@MitEtwasErfahrung: In welchem Bundesland haben Sie diese Erfahrungen gesammelt? Oder gilt "der Zeugnisanspruch aus dem Gesetz" bundesweit oder europaweit? Welcher Tarifvertrag ist gemeint: Metall, Dienstleistungen, TVöD, TV-L....?

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
MitEtwasErfahrung
Status:
Lehrling
(1838 Beiträge, 484x hilfreich)

Das Recht auf ein Zeugnis ergibt sich bundesweit aus § 109 GewO . Welchen Tarifvertrag bzgl. der Verfallsklausel gemeint war, weiß ich nicht. Eine solche Verfallsklausel findet sich in recht vielen Tarifverträgen, beispielsweise IGM Bayern u.a..

Ob diese auch für Verfallsklausel auch für das Zeugnis gilt, muss aus dem Wortlaut und Inhalt des Tarifvertrages ermittelt werden.

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"Nur meine Meinung, keine Rechtsberatung! "

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
geprellt95
Status:
Beginner
(84 Beiträge, 52x hilfreich)

Nur wer seine Ansprüche meldet, kann sie auch geltend machen.
Wenn noch keine Nachbesserung gefordert wurde, sollte die umgehend gefordert werden, dann wird sich zeigen, wie der Ex-Arbeitgeber reagiert.
Da aber bereits ein Zwischenzeugnis existiert, sollten diese Angaben zumindest genau übernommen worden sein. Was geschildert wird, halte ich nicht mehr für fahrlässig, sondern für Absicht.
Meine ganz persönliche Meinung....
Cecilie, beim Anfordern der Nachbesserung solltest Du dich auf die Differenzen zum Zwischenzeugnis beziehen und kannst fragen, weshalb die Unterschiede entstanden sind.

Viel Glück.

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Cecilie
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)

Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für eure Unterstützung.

Ich werde das Zeugnis beim ehemaligen Arbeitgeber abfordern, ihm eine Frist setzen, und dann sehen, ob etwas passiert.

Der gültige Tarifvertrag ist der aus der Wohnungswirtschaft.

LG Cecilie

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1x Hilfreiche Antwort

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