Angebot Homeoffice bei Filialschließung

15. Juni 2021 Thema abonnieren
 Von 
guest-12320.09.2021 18:15:43
Status:
Beginner
(146 Beiträge, 36x hilfreich)
Angebot Homeoffice bei Filialschließung

Bei uns auf der Arbeit ist eine große Diskussion entbrannt. Aus verschiedenen Erwägungen heraus plant der AG Filialschließungen. Die betroffenen Mitarbeiter (z. B. Mitarbeiter Vertrieb, Mitarbeiter Vertriebsunterstützung) bekommen alle ein Angebot auf "überwiegend mobiles Arbeiten". Es ist ein Angebot und (vorerst) keine Änderungskündigung. Die Vertriebsmitarbeiter erhalten ein Fahrzeug, um Kundentermine wahrnehmen zu können, alle erhalten einen einmaligen Ausstattungsbetrag von 2.000 EUR. Technik (Laptop, Telefon, zusätzlicher großer Bildschirm) werden darüber hinaus gestellt. Die reinen arbeitsvertraglichen Bedingungen (vor allem Gehalt) bleiben unverändert. Die Aussage der Geschäftsführung ist, das alle weiter gebraucht werden und niemand entlassen werden soll. Die positiven Corona-Erfahrungen und einige andere Einflüsse, hätten aber zu der Entscheidung der punktuellen Filialschließung geführt.

Einige Kollegen finden das Angebot ganz furchtbar und sind der Meinung, wenn man ihnen den geliebten Büroarbeitsplatz nimmt, hätten Sie Anspruch auf einen Nachteilsausgleich.

Andere Kollegen finden das Angebot fair und in Ordnung und ziehen dies durchaus einer möglichen Kündigung oder Versetzung in eine weit entfernte Filiale vor bzw. sind richtig happy damit.

Der Betriebsrat hat diese Vorgehensweise abgesegnet.

Ist hier tatsächlich versäumt worden, Ausgleichszahlungen zu verhandeln oder bewegen wir uns hier im Bereich "Jammern auf hohem Niveau"?

-- Editiert von Rotkäppchen123123 am 15.06.2021 11:39

-- Editiert von Rotkäppchen123123 am 15.06.2021 11:40

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118669 Beiträge, 39615x hilfreich)

Zitat (von Rotkäppchen123123):
und sind der Meinung, wenn man ihnen den geliebten Büroarbeitsplatz nimmt, hätten Sie Anspruch auf einen Nachteilsausgleich.

Dann sollten sich diese mal intensiv mit den Folgen einer Änderungskündigung befassen...



Zitat (von Rotkäppchen123123):
bewegen wir uns hier im Bereich "Jammern auf hohem Niveau"?

Ja, der Arbeitgeber könnte das auch einfach "durchziehen" und die Taktik "Friss oder stirb" anwenden.
Macht er aber nicht, er kümmert sich, es den Leuten so angenehm wie möglich zu machen.

Dank Corona werden sich die reinen Büro-Arbeitsplätze wandeln - der Antrieb dazu kommt aus vielen Ecken.
In vielen Unternehmen ist man dabei zu prüfen wie das "HomeOffice" dauerhaft realisiert werden kann.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16337 Beiträge, 9244x hilfreich)

Zitat:
bewegen wir uns hier im Bereich "Jammern auf hohem Niveau"?

Ja.
Eine Änderungskündigung mit Versetzung in eine entfernte Filiale wäre möglich gewesen.

Die einzige Frage ist, ob die Mitarbeiter, die mit dem mobilen Arbeiten nicht einverstanden sind, eine Versetzung in eine andere Filiale erzwingen können, d.h. ob der Arbeitgeber eine Versetzung als Alternative zum mobilen Arbeiten anbieten muss.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#3
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31611 Beiträge, 5580x hilfreich)

Zitat (von Rotkäppchen123123):
Ist hier tatsächlich versäumt worden, Ausgleichszahlungen zu verhandeln
Nachteilsausgleich wegen was? Wegen Verlust des geliebten Bürotratschplatzes?
Da ist mE weder hohes Jammern noch Versäumnis zu erkennen.

Aber wie immer:
Soll doch der AN, der hier meint, einen Nachteil erdulden zu müssen, mal klagen...zB auf *Schmerzensgeld*? :augenroll:
Vorher seinen AG diesbezüglich außergerichtlich angehen... :)

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
guest-12324.04.2023 06:27:18
Status:
Lehrling
(1448 Beiträge, 232x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Nachteilsausgleich wegen was? Wegen Verlust des geliebten Bürotratschplatzes?
Da ist mE weder hohes Jammern noch Versäumnis zu erkennen.


Naja. Da hat jemand keine Ahnung.

Ein Büro hat viele Vorteile, wie unmittelbarer Austausch, einen ruhigen Arbeitsplatz (nicht jeder hat den Luxus eines zusätzlichen, abgeschlossenen Raumes und/oder keine Kinder Zuhause) und nicht zuletzt die nicht zu unterschätzende Trennung von Beruf und Privatleben....

m.e. ist das nicht so einfach, insbesondere da der Arbeitsort ja im Arbeitsvertrag benannt sein wird und auch wohl auch in Zukunft geändert werden muss. Stichworte Telearbeitsplatz, Unfallversicherung, etc.

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#5
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31611 Beiträge, 5580x hilfreich)

Zitat (von kalledelhaie):
Da hat jemand keine Ahnung.
Doch, schon. Habe beides schon durch. Es hieß nur anders...
Zitat (von Rotkäppchen123123):
Es ist ein Angebot und (vorerst) keine Änderungskündigung
Es ist ja unterschiedliches angeboten worden.
Genau deshalb schrieb ich, ein solch Betroffener könne doch gern... :)

Was stellst du dir denn unter Nachteilsausgleich vor? Ohne Ahnung, um welche Tätigkeit/Filiale/Branche/Büros/Kollegen/Zuhause es sich handelt?
Etwa Geld?
Zitat (von kalledelhaie):
Ein Büro hat viele Vorteile, wie unmittelbarer Austausch
LOL. Ja, sag ich doch... Bürotratschplatz.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38183 Beiträge, 13944x hilfreich)

Natürlich geht es nicht nur um Bürotratsch. Das Niveau ist nun mal häufig höher, wenn man sich mit Kollegen austauscht oder aber den Vorgesetzten fragen kann, vielleicht auch mal kleine Schulungen in der Gruppe mitmachen kann, u.s.w.

Aber, hier in dem Fall geht es wohl um ein neues Konzept, welches umgesetzt werden soll. Das ist Entscheidung des Arbeitgebers. Da kann niemand ansonsten mitreden. So etwas geht in zwei Stufen. Die erste Stufe ist ein Angebot, welches jetzt die Arbeitnehmer annehmen können oder es auch lassen. Wenn sie ablehnen, dann kommt die Änderungskündigung. Wird die nicht akzeptiert, bzw. die neuen Arbeitsbedingungen, dann ist man draußen.

Das ist die Lage im Augenblick. Ob die Bedingungen mit der Änderungskündigung identisch sind mit denen, die jetzt angeboten werden, das kann sein, muss aber nicht.

wirdwerden

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118669 Beiträge, 39615x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Das Niveau ist nun mal häufig höher, wenn man sich mit Kollegen austauscht oder aber den Vorgesetzten fragen kann, vielleicht auch mal kleine Schulungen in der Gruppe mitmachen kann, u.s.w.

Stimmt, das ist im HomeOffice ja gar nicht möglich. Da wird man mal abwarten müssen bis einer so was sinnvolles wie Telefon, Internet und Videokonferenzen erfindet.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#8
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38183 Beiträge, 13944x hilfreich)

Harry, ersetzt nicht den persönlichen Kontakt. Aber, ist doch einerlei für die juristische Bewertung. Wenn der AG meint .....

wirdwerden

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#9
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6219 Beiträge, 1491x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Nachteilsausgleich wegen was? Wegen Verlust des geliebten Bürotratschplatzes?
Da ist mE weder hohes Jammern noch Versäumnis zu erkennen.

Viel Spaß beim "Homeoffice" in der 3-Zimmer-Wohnung, in der sich gleichzeitig auch noch der Ehepartner und die zwei kleinen Kinder aufhalten...

Ganz lustig wird es, wenn auch noch die Freunde der Kinder kommen. Oder Vati staubsaugt.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

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#10
 Von 
Intiron
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 33x hilfreich)

Mit 4 Personen in einer 3-Zimmer-Wohnung hat man ganz andere Probleme. Wer nicht planen kann, muss eben auf die harte Tour lernen.

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#11
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17253 Beiträge, 6433x hilfreich)

Gibt es im Ernst noch was zu erörtern?
Karl Valentin hat Mal gesagt: Es ist alles gesagt, aber noch nicht von allen .....

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#12
 Von 
Osmos
Status:
Lehrling
(1745 Beiträge, 618x hilfreich)

Einen Kommentar gibt es noch.

Zitat (von wirdwerden):
Das ist Entscheidung des Arbeitgebers. Da kann niemand ansonsten mitreden.


Ein Betriebsrat könnte durchaus sehr viel mitreden. Wenn man denn einen hätte?!?

Signatur:

Meine persönliche Meinung

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#13
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31611 Beiträge, 5580x hilfreich)

Noch einer:

Zitat (von Rotkäppchen123123):
Der Betriebsrat hat diese Vorgehensweise abgesegnet.
;)

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#14
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17253 Beiträge, 6433x hilfreich)

Eine Frage ist offenbar untergegangen:

/// Die einzige Frage ist, ob die Mitarbeiter, die mit dem mobilen Arbeiten nicht einverstanden sind, eine Versetzung in eine andere Filiale erzwingen können, d.h. ob der Arbeitgeber eine Versetzung als Alternative zum mobilen Arbeiten anbieten muss.

Erzwingen: eher nein, nicht in dem Sinn, dass der AG diese Stellen zu schaffen hätte, auch nicht in dem Sinn, dass dann dort KollegInnen verdrängt werden könnten/müssten.

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