Arbeit auf Abruf - Bin ich eigentlich dazu verpflichtet?

9. Juli 2011 Thema abonnieren
 Von 
guest-12307.11.2011 14:27:56
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 1x hilfreich)
Arbeit auf Abruf - Bin ich eigentlich dazu verpflichtet?

Brauche mal wieder Hilfe.
Ich sage nur: Neuer Job - Neue Probleme

Ich arbeite bei meinem neuen AG an zwei festen Tagen pro Woche und manchmal auch samstags. Nun ist es aber schon mehrfach vorgekommen, dass ich an den freien Tagen einen Anruf bekam und zur Arbeit musste, weil ein Kollege krank wurde.
Bin ich eigentlich dazu verpflichtet? Einen schriftlichen AV gibt es bisher noch nicht. Ich wurde zwar gefragt, ob ich auch mal kurzfristig einspringen würde. Aber irgendwie komme ich mir mittlerweile ziemlich ausgenutzt vor.
Wenn ich mal nicht kann, will mein AG immer wissen warum.
Wenn ich aber laut AV nur an zwei Tagen arbeiten muss, sind doch die anderen Tage meine Freizeit, an denen ich meine privaten Dinge erledigen kann. Oder sehe ich das falsch.
Oder darf der AG jetzt auch schon über meine Freizeit verfügen? :sweat:

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9 Antworten
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#1
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5011 Beiträge, 2532x hilfreich)

Wenn Arbeit an festen Tagen vereinbart ist, dann liegt keine Arbeit auf Abruf im Sinne des § 12 TzBfG vor. Von daher kann sich eigentlich die Frage gar nicht stellen, ob man an jedem freien Tag arbeiten muss, weil der AG gerade meint, einen gebrauchen zu können.

Bei Arbeit auf Abruf müsste der AG den Einsatz 4 Tage vorher ankündigen. Dabei zählt der Tag der Ankündigung und der des Einsatzes nicht mit!

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#2
 Von 
guest-12307.11.2011 14:27:56
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 1x hilfreich)

Genau das meine ich auch. Der AG kann doch nicht verlangen, dass ich an den anderen TAgen zu Hause sitze und warte, ob vielleicht das Telefon klingelt und ich zur Arbeit muss.
Ich weiß halt nicht, wie mein Chef reagiert, wenn ich ihm sage, dass er sich an das Gesetz halten muss. Er verlangt halt Flexibilität.

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-- Editiert am 09.07.2011 14:25

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#3
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5011 Beiträge, 2532x hilfreich)

quote:
Ich weiß halt nicht, wie mein Chef reagiert, wenn ich ihm sage, dass er sich an das Gesetz halten muss.


In erster Linie muss er sich an den Vertrag halten. Es ist doch gar keine Bereitschaft oder Arbeit auf Abruf vereinbart.
Es liegt aber nun an Ihnen, klar und deutlich nein zu sagen. Oder man ist an den freien Tagen nicht für den AG erreichbar. Das wäre auch noch ne Option.


quote:
Er verlangt halt Flexibilität.


Dann muss er die auch bezahlen, z.b. in Form von Rufbereitschaft.

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#4
 Von 
guest-12307.11.2011 14:27:56
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 1x hilfreich)

Wie gesagt, momentan habe ich nur einen mündlichen Vertrag. Und da habe ich mich bereit erklärt auch mal kurzfristig einzuspringen.
Das mit dem nicht erreichbar sein hab ich mir auch schon überlegt, aber setze ich da nicht den Job aufs Spiel?
Ich werde meinem Chef halt sagen, dass ich nur einspringen kann, wenn bei mir nichts anderes anliegt. Entweder er versteht das oder nicht.

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#5
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17557 Beiträge, 6536x hilfreich)

'flexibilität' kennt immer nur eine richtung: zuungunsten des AN. (verlange doch du einmal, statt des vereinbarten samstags den freitag davor zu arbeiten).
ich würde dem chef freilich nicht um die ohren hauen, dass er sich an vereinbarungen und gesetze zu halten habe. höchstes bedauern ob der unabkömmlichkeit in einer anderen verpflichtung! oder eben, dass seine anfrage leider gottes zu spät kommt, als dass du deine dinge noch ändern könntest. usw.

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#6
 Von 
guest-12307.11.2011 14:27:56
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 1x hilfreich)

Also kläre ich das jetzt ein für alle mal mit meinem AG, dass ich an den arbeitsfreien Tagen nur zur Verfügung stehen kann, wenn ich keine anderen Verpflichtungen habe.

Vielleicht nehme ich ja noch einen Zweitjob an, da hätte ich das Problem gelöst;-)


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-- Editiert am 09.07.2011 15:11

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#7
 Von 
nachtmieze
Status:
Praktikant
(879 Beiträge, 276x hilfreich)

Genau so wenig, wie Sie Ihrem Chef bei einer Erkrankung die Diagnose mitteilen müssen, so wenig hat es Ihren Chef zu interessieren, warum Sie an Ihren arbeitsfreien Tagen nicht zur Arbeit kommen wollen!
Eine Begründung müssen Sie nicht nennen!


informativ zum Thema: www.mein-frei.verdi.de
(inhaltlich gilt das nicht nur für pflegekräfte)

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#8
 Von 
MitEtwasErfahrung
Status:
Lehrling
(1841 Beiträge, 485x hilfreich)

quote:
Also kläre ich das jetzt ein für alle mal mit meinem AG, dass ich an den arbeitsfreien Tagen nur zur Verfügung stehen kann, wenn ich keine anderen Verpflichtungen habe.


Eins sollte man beachetn, das Kündigungsschutzgesetz ist erst nach 1/2 Jahr wirksam und der Betrieb muss mehr als 10 MA besitzen.

Wenn das bei Ihnen nicht zutrifft, setzt man höchtwahrscheinlich das Arbeitsverhältnis aufs Spiel. Hier sollte man sich besser fragen, ob man woanders nicht besser aufgehoben ist.


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"Nur meine Meinung, keine Rechtsberatung! "

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#9
 Von 
nachtmieze
Status:
Praktikant
(879 Beiträge, 276x hilfreich)

"...,dass ich an den freien Tagen einen Anruf vom Arbeitgeber bekam..."
Das Dilemma fängt schon damit an, warum Sie sich überhaupt genötigt sehen, Ihrem Arbeitgeber Ihre Telefonnummer mitzuteilen?
Der AG muss Ihre Bankverbindung kennen, damit das Arbeitsentgelt rechtzeitig und unverzüglich seinen Weg findet - aber wozu sollte er Ihre Telefonnummer wissen?

Alles was es zwischen Ihrem AG und Ihnen zu klären gibt, kann er mit Ihnen sehr persönlich an Ihren festgelegten Arbeitstagen klären oder Ihnen schriftlich, postalisch mitteilen!

Es besteht für Sie keine Pflicht Telefonate Ihres Arbeitgebers in Ihrer Freizeit entgegen zu nehmen.
Sie sind auch nicht verpflichtet, Ihre SMS oder den AB regelmäßig abzufragen.


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