Arbeitgeber erhält angeblich falschen Schlüssel zurück

11. Juni 2024 Thema abonnieren
 Von 
benatzki
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Arbeitgeber erhält angeblich falschen Schlüssel zurück

Liebe Forenmitglieder,

angenommen, ein Arbeitnehmer schickt nach Kündigung seine Frau mit dem geforderten Arbeitsplatzschlüssel in das Unternehmen. Diese erhält dort eine Quittung mit Unterschrift der Firmenleitung über die Aushändigung des Schlüssels. Einige Tage später meldet sich der Arbeitgeber schriftlich und behauptet, der Schlüssel wäre der falsche. Er bittet den ehem. Arbeitnehmer, umgehend den "richtigen" Schlüssel vorbeizubringen. Es wird dabei auch ein Photo mitgeschickt, auf dem der angeblich "richtige" Schlüssel abgebildet ist, was den ehem. Arbeitgeber irritiert. Der ehem. Arbeitnehmer verweist deswegen auf die Quittung und behauptet, damit mit der Sache nichts mehr zu tun zu haben. Der Arbeitgeber droht nun mit Inrechnungsstellung beim Austausch der Schließanlage gegenüber dem ehem. Arbeitnehmer. Dieser scheint nun sehr verzweifelt und befürchtet, die erwartbare hohe Rechnung dennoch zahlen zu müssen trotz der vorhandenen Quittung. Muss der Arbeitnehmer damit rechnen, den Ausrausch der Schließanlage dennoch trotz Rückgabequittung zu bezahlen ? Eigentlich wäre dieser doch davor geschützt - oder nicht ?

Ich bedanke mich im voraus über eure Sichtweise bzw. Einschätzung der Sachlage.

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Holperik
Status:
Praktikant
(545 Beiträge, 178x hilfreich)

Wenn es so etwas wie eine Quittung gibt, wird es doch womöglich auch ein Schlüsselübergabeprotkoll bei der Aushändigung des Schlüssels (bei Aufnahme der Tätigkeit) geben. Auf der Quittung wird doch die Schlüsselnummer stehen (wenn vorhanden), diese könnte man vergleichen.
Wenn es das alles nicht gibt, dann würde ich mich als AN auf den Standpunkt stellen, dass der richtige Schlüssel abgegeben und der Empfang quittiert wurde. Außerdem ist natürlich fraglich, was in der Zwischenzeit mit Schlüssel passiert ist, er könnte z.B. vertauscht worden sein. Das müsste der AG, wenn er von Ihnen Geld sehen will, erstmal darlegen und beweisen.

Zur Haftung: sollte man ihnen den Verlust des Schlüssel tatsächlich nachweisen können, würden Sie ggf. dafür auch haften. Sehe ich hier aber erstmal nicht. Bis dahin ist es auch ein langer Weg. Der Arbeitnehmer haftet in vielen Fällen auch gar nicht, z.B. wenn der Arbeitgeber auf den Abschluss einer Versicherung, die den konkreten Schlüsselverlust abgedeckt hätte, verzichtet, dann muss er das daraus resultierende Risiko auch selbst tragen bzw. den Arbeitnehmer trifft maximal eine Haftung bis zur Höhe einer fiktiven (üblichen) Selbstbeteiligung oder der AG weist nicht auf eines besonders hohes Risiko bei den Kosten der Schließanlage hin usw.

Darüber hinaus werden Sie ja wohl ein private Haftpflichtversicherung haben -sollten sie jedenfalls. Da sind Schlüssel von Arbeitgebern als sog. Fremdschlüssel in der Regel mitversichert. Sollten Sie mal prüfen.

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#2
 Von 
benatzki
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Holperik):
Wenn es das alles nicht gibt, dann würde ich mich als AN auf den Standpunkt stellen, dass der richtige Schlüssel abgegeben und der Empfang quittiert wurde.

Hat der AN mehrmals per Mail getan.

Zitat (von Holperik):
Darüber hinaus werden Sie ja wohl ein private Haftpflichtversicherung haben -sollten sie jedenfalls. Da sind Schlüssel von Arbeitgebern als sog. Fremdschlüssel in der Regel mitversichert. Sollten Sie mal prüfen.

Vielen Dank für diesen Hinweis.

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#3
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17639 Beiträge, 6554x hilfreich)

Zitat (von benatzki):
Schließanlage

Zu einer Schließanlage gehören Schlüssel, die nach meiner Kenntnis allesamt mit einer Kennung versehen sind, eine eingestanzte oder gefräste Ziffern- und Buchstabenkombi. Darüber sollte sich nachweisen lassen, was genau du abgegeben hast. Ansonsten wirst du am besten wissen, welchen Schlüssel du früher benutzt hast.

Mich würde außerordentlich wundern, wenn die private Haftplicht die Dienstschlüssel mit versichern würde. Aber das zu prüfen, ist es allemal wert.

Anmerkung zu 'Es wird dabei auch ein Photo mitgeschickt, auf dem der angeblich "richtige" Schlüssel abgebildet ist, was den ehem. Arbeitgeber irritiert' - muss es nicht AN heißen?

-- Editiert von User am 11. Juni 2024 12:34

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#4
 Von 
benatzki
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
Darüber sollte sich nachweisen lassen, was genau du abgegeben hast. Ansonsten wirst du am besten wissen, welchen Schlüssel du früher benutzt hast.

Der Arbeitnehmer behauptet, er hätte den Schlüssel nie benutzen müssen, da die Tür zum Schlüssel während seiner Arbeitszeit sowieso stets geöffnet war.

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#5
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38843 Beiträge, 14068x hilfreich)

Wenn ein anderer Schlüssel zurückgegeben worden ist (was wir nicht wissen) könnte man sich unabhängig von der Quittung auch auf den Standpunkt stellen, dass ein aliud den Besitzer gewechselt hat, dann besteht die Schuld noch eventuell, kommt auf die Übergabemodalitäten und die Quittung an.

wirdwerden

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