Hilfe & Kontakt
Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
580.684
Registrierte
Nutzer
businessandmore.de Anwalt? Hier lang

Arbeitgeber stellt Arbeitszeugnis nicht aus

 Von 
BK1606
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Arbeitgeber stellt Arbeitszeugnis nicht aus

Hallo Foristen,

Ich habe leider ein Problem mit meinem (mittlerweile Ex-)Arbeitgeber und möchte da einmal bitte ein paar qualifizierte Einschätzungen haben. Hilfe ist daher gern erwünscht. :)

Zum Thema: Ich war seit Juli 2016 bei meinem AG tätig, wurde dann aber im April wegen Corona entlassen (während der Kurzarbeit). Das ist jetzt aber nicht das alleinige Thema, sondern vielmehr die Ausstellung des korrekten Zeugnisses.

Ich habe seit Erhalt meiner Entlassung ein wenig "Tagebuch geführt", daher entschuldigt die eventuell abgehackte Schreibweise. :)

So ist es bisher gelaufen:

30.4.: Entlassung zum 31.5. persönlich erhalten

4.5.: zur Arbeit erschienen, einvernehmlich bis Ende des Monats freigestellt - um Zeugnis innerhalb von 2 Wochen (bis 15.5.) gebeten (Angebot der Abholung von mir)

18.5.: Zeugnis als Scan erhalten, per Post einige Tage später

19.5.: um Korrektur bis 22.5. gebeten, da Berufsbezeichnung falsch und weitere Formfehler vorhanden, die nicht zur Gesamtbewertung passen (außerdem laut Arbeitnehmerkammer Bremen unbrauchbar) - Korrekturvorschlag der AN-Kammer mitgesendet

28.5.: Erinnerung, da kein Kommentar auf die letzte Mail kam und Frist klar verstrichen ist

29.5.: Anruf Personalabteilung - Korrekturvorschlag sei deutlich überzogen und nicht akzeptabel. Nach einigem Hin und Her darauf geeinigt, dass nur Berufsbezeichnung und eine Formulierung bzgl. Verhältnis zu Vorgesetzten und Kollegen angepasst werden soll -> ich soll einen Entwurf der Änderungen am 2.6. erhalten

4.6.: erneute Erinnerung, da weder Entwurf noch Scan erhalten - Antwort: Zeugnis und Dokumente (Gehaltsabrechnung Mai und Steuerdokumente) seien bereits per Post unterwegs

14.6.: bis dato weder Mail noch Post erhalten - es sind daher wohl keine Dokumente verschickt worden oder verloren gegangen - angemerkt, dass mir der Versand ohne Einschreiben sehr fremd sei bei sensiblen Dokumenten und freundlich angemerkt, ob das wohl der Lohn für fast 4 Jahre Arbeit sei und die Entscheidung, keine Kündigungsschutzklage einzureichen bzw. generell Klage gegen Kündigung in Kurzarbeit zu erheben, wohl doch falsch sei... -> Frist für Zusendung der Dokumente als Scan per Mail bis zum 16.6. gesetzt, Frist für die Originale bis 19.6.

18.6.: noch immer keine Mail mit Scans erhalten


Anmerkung: Immer freundlich geschrieben, da die Geschäftsleitung "zusicherte", mich nach überstandener Krise in der Luftfahrt wieder einzustellen. Erst ab 14.6. deutlich fordernder.
Bis auf den Anruf am 29.5. alles per Mail abgelaufen.



Wie man sich denken kann, brauche ich das Zeugnis für meine Unterlagen und Bewerbungen.
Da ich inzwischen nicht mehr zu der Firma zurückkehren möchte und auch stark davon ausgehe, dass bis zum 19.6. keine Post/Mail bei mir eintrifft, ist mir im Grunde jedes Mittel recht.
Das deckt sich auch mit Aussagen anderer Ex-Mitarbeiter, die ebenfalls den Umgang von meinem AG mit ihnen nach der Kündigung sehr bemängeln.

ABER: Ich habe derzeit keine RSV und durch die Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und das eh geringe Gehalt davor keine großen Rücklagen.
Daher: Brauche ich zur Durchsetzung - evtl. vor Gericht - bei dieser klaren Sachlage einen Rechtsbeistand? Eigentlich ist das von meiner Seite aus doch legitim, diese Forderungen zu stellen...
Ein Anwalt wäre für mich daher nur lohnenswert, wenn ich diesen auch bezahlen kann. Da ich aber nicht weiß, ob ich zusätzlich zu dem Zeugnis vor Gericht auch finanziell erfolgreich sein kann, bin ich mir was das angeht doch sehr unsicher.

Wie gesagt, ich würde mich sehr freuen, wenn sich jemand dazu äußern könnte und mir sagen kann, was für mich in meiner Situation die besten Wege wären.
Zumal es ja auch nicht nur um das Zeugnis geht, sondern scheinbar auch die anderen sensiblen Dokumente betrifft.

Vielen Dank im Voraus! :)

-- Editiert von BK1606 am 18.06.2020 16:26

Verstoß melden

Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Zeugnis erhalten Gericht


4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Legende
(18083 Beiträge, 3027x hilfreich)

Zitat (von BK1606):
angemerkt, dass mir der Versand ohne Einschreiben sehr fremd sei bei sensiblen Dokumenten und freundlich angemerkt, ob das wohl der Lohn für fast 4 Jahre Arbeit sei und die Entscheidung, keine Kündigungsschutzklage einzureichen bzw. generell Klage gegen Kündigung in Kurzarbeit zu erheben, wohl doch falsch sei...
Darauf hat der AG wohl etwas säuerlich reagiert--- und reagiert nun so...
Zitat (von BK1606):
um Zeugnis innerhalb von 2 Wochen (bis 15.5.) gebeten (Angebot der Abholung von mir)
Das wäre auch außerordentlich schnell in Normalzeit.
In Corona-Zeit und dieser sensiblen Branche--- ist Druck wegen Zeugniskorrektur wahrscheinlich kontraproduktiv.

Ich würde jetzt eine sehr höfliche und zurückhaltende Bitte formulieren. Ohne Fristsetzung.
Weil du das Zeugnis ohne Formfehler für Bewerbungen schnellstens benötigst.
Alle Anmerkungen würde ich mir verkneifen.

Kommt nichts, wirst du das Zeugnis einklagen müssen. Das geht ohne Anwalt. Aber das dauert.

(Wer sich jetzt neu bewirbt, kann ganz einfach nicht immer schon ein Zeugnis des gerade beendeten AV haben.
Er kann es aber nachreichen, sobald es da ist. Das kann man in der Bewerbung anmerken.)

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
BK1606
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Es sei dazu noch angemerkt (kann den Beitrag oben leider nicht mehr editieren), dass ich als einziger von den 5 Gekündigten von einer Klage abgesehen habe. Das vielleicht als Anmerkung zu dem Punkt:

14.6.: bis dato weder Mail noch Post erhalten - es sind daher wohl keine Dokumente verschickt worden oder verloren gegangen - angemerkt, dass mir der Versand ohne Einschreiben sehr fremd sei bei sensiblen Dokumenten und freundlich angemerkt, ob das wohl der Lohn für fast 4 Jahre Arbeit sei und die Entscheidung, keine Kündigungsschutzklage einzureichen bzw. generell Klage gegen Kündigung in Kurzarbeit zu erheben, wohl doch falsch sei... -> Frist für Zusendung der Dokumente als Scan per Mail bis zum 16.6. gesetzt, Frist für die Originale bis 19.6.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(88023 Beiträge, 35116x hilfreich)

Ich würde jetzt nochmals das vom 19.05 per Einschreiben zusenden, mit Frist nach Datum von 14 Tagen.

Wenn dann immer noch nichts gekommen ist, zum Arbeitsgericht gehen und klagen. Anwalt benötigt man dafür nicht.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
BK1606
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Ich würde jetzt nochmals das vom 19.05 per Einschreiben zusenden, mit Frist nach Datum von 14 Tagen.

Wenn dann immer noch nichts gekommen ist, zum Arbeitsgericht gehen und klagen. Anwalt benötigt man dafür nicht.

Danke erstmal!

Der Vorschlag von der AN-Kammer war letztenendes tatsächlich zu gut, und ich will am Ende bei den Firmen nicht auf dem Stapel „wurde weggelobt" landen.
Ich habe wie gesagt auch kein Problem, wenn nur die beiden Dinge, die ich daraufhin mit der Personalleiterin besprochen habe (als sie noch mit mir gesprochen hat...), geändert werden.
Alles auch weißgott keine großen Sachen, nur eine angepasste und detailliertere Berufsbezeichnung und den Zusatz, dass ich logischerweise auch mit dem Vorgesetzten stets gut klargekommen bin. Ich denke, dass das inzwischen wegen des Vorschlages der AN-Kammer nur noch Schikane ist...

Aber die Idee mit dem Einschreiben ist wirklich super. :)
Das werde ich mir tatsächlich noch einmal überlegen, ansonsten geht es Mitte Juli vor Gericht.

Schlimm, dass es wegen solch banalen Dingen so weit gehen (und evtl noch weiter...) muss.
Zumal deren Verhalten direkt nach Aussprechen der Kündigung ja auch noch völlig anders war.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 210.845 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 25
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
87.862 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen