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Arbeitgeber zahlte keinen Lohn

10. Oktober 2008 Thema abonnieren
 Von 
edewilli
Status:
Beginner
(52 Beiträge, 4x hilfreich)
Arbeitgeber zahlte keinen Lohn


Ab und zu kommen junge Leute zu mir mit einem Problemchen.
Ich erinnere mich an einen Fall, der schon länger
zurückliegt. Denke aber, daß er für das Forum für
eine Diskussion gut ist.
Folgendes: In einem kleinen Gastronomiebetrieb (10 AN)
kam der Betreiber immer wieder in Zahlungsschwierigkeiten,
der Laden lief nicht so gut. So wurde das Gehalt von
z.b. März erst im Mai ausbezahlt.
Der hier Betroffene war dort Lehrling, die Lehre endete,
er wurde nicht übernommen.Da er noch Urlaub und viele
Guttage hatte, konnte er theoretisch schon Ende April
aufhören. So stellte er seinen Urlaubsantrag, der war
auch genehmigt und verduftete fröhlich aus seinem
Lehrort. Er war kaum an seinem Urlaubsort angekommen,
da rief sein Bereichsleiter an, er solle am Wochenende
arbeiten, keine Leute ! Ich komme nicht,habe Urlaub
und sag dem Chef, er solle mir mein Geld rechtzeitig
überweisen, also für März, April und Mai, bin Pleite !
Aber das Geld kam nicht. Mehrmals rief er an, ich
brauche das Geld.- Antwort: Chef sagt, Du bist nicht
an die Arbeit gekommen, so gib´s auch kein Geld.
So ging der arme Mensch zu einem Fachanwalt für
Arbeitsrecht und schilderte seinen Fall. Kein Problem,
das kriegen wir schon hin.Kostet sie Nichts. PKH.
Klage vor dem Arbeitsgericht erfolgreich, AG war nicht zum Termin erschienen.Nun wurde der GVZ in Trab gesetzt (keine PKH
bewilligt). Der konnte aber keinen Cent eintreiben.
Der Betroffene brach auch die Eintreibversuche der
Kanzlei ab, weil ihm nach Kontakt mit ähnlich betroffenen
ehemaligen Kollegen die erfolglosen Versuche des GVZ
auch bei ihnen keinen müden Euro brachten. Er zahlte
der Kanzlei die Gebühren für die Eintreibversuche und
der Chef bekam Besuch von einem schlagfertigen Bekannten
des Opfers.Nach einem freundschaftlichen Gespräch der Beiden
rückte der Chef 60 % der geforderten Summe raus, mehr konnte
er beim besten Willen nicht bezahlen.Die Sache war somit
erledigt.Die nun Fachkraft stotterte ihre PKH ab und
unterm Strich blieben von dem sauer verdienten Lohn
nur noch 300 € übrig !
Da ist wohl Einiges schiefgelaufen !
Was meint Ihr ?

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Eidechse
Status:
Senior-Partner
(6989 Beiträge, 3901x hilfreich)

Was meinst du denn was hier schiefgelaufen ist? Willst du auf irgendwelche Falschberatungen seintes des RAes raus? Oder was der AG schon im Vorfeld falsch gemacht hat? Wenn man hier auf alles eingeht, dann kann man auch gleich einen Besinnungsaufsatz schreiben.

Und zum Punkt RA:

Warum der Azubi keine PKH bekommen hat, weiß keiner. Wahrscheinlich lag es nicht an mangelnder Erfolgsaussicht sondern eher daran, dass die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse nicht festgestellt werden konnten. Vielleicht hat Azubi nicht die notwenidgen Unterlagen beim RA oder Gericht eingereicht. Und da im Arbeitsgerichtsprozess in der ersten Instanz jeder seine Kosten selbst tragen muss, passiert es schon mal, dass bei Uneinbringlichkeit von Forderungen oder nur teilweisen Einbringlichkeit von Forderungen im Endeffekt nicht viel übrig bleibt.

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#2
 Von 
edewilli
Status:
Beginner
(52 Beiträge, 4x hilfreich)

@ Eidechse
Was will ich mit diesem Beitrag erreichen ?
Gründe:
1. Dem Gastgewerbe geht es allg. schlecht, eine Besserung ist nicht in Sicht.
2. Der Streit um den Lohn ist in dieser Branche typischer als vielleicht in anderen Branchen und wird also zunehmen.
3. Immer mehr Leute nutzen das Internet zur Information.
4. Wir können die Informationen, welche wir haben, weitergeben.
5. In größeren Betrieben kann sich ein Betroffener einfacher informieren.
In dieser Branche gibt es überwiegend kleine Unternehmen.
6. Im Gastgewerbe herrscht eine strenge Hirachie. Das auf´s Wort gehorchen wird dem Azubi als erstes beigebracht. Das beeinflußt
auch sein evtl.Verhalten bei Streitigkeiten.

Den Anwalt und seine Kanzlei können wir in diesem Fall außen vorlassen. Einzelne Kritikpunkte, welche im Nachhinein zu
erwähnen sind , wären Allgemein und haben mit dieser Kanzlei Nichts zu tun. Hier ist Alles korrekt bearbeitet worden.


Zu erwähnen sei noch, der Azubi (bleiben wir der einfachheithalber bei der Bezeichnung der Hauptperson) hatte alle Lohnabrechnungen. Die Sozialbeiträge waren bezahlt.
Wir wollen die Postings möglich knapp halten. Am besten nur eine Frage abhandeln, der Übersicht halber.
Zu bedenken gilt auch, der Fall liegt ein paar Jahre zurück, da haben wir uns noch mühsam mit Schmalspur-Internetzugang rumgequält.
Viele hatten auch noch keinen Zugang oder keine Ahnung davon, wie das auch damals schon überreichliche Angebot an Informationen
zu nutzen sei.
1. Frage: War in diesem Fall das Einschalten eines Anwalts sinnvoll und notwendig ?

Gruß

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
edewilli
Status:
Beginner
(52 Beiträge, 4x hilfreich)

@eidechse

quote:
Warum der Azubi keine PKH bekommen hat, weiß keiner. Wahrscheinlich lag es nicht an mangelnder Erfolgsaussicht sondern eher daran, dass die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse nicht festgestellt werden konnten.

Die abgelehnte PKH bezog sich auf das Eintreiben der Forderung.
Antwort: Wegen mangelnder Erfolgsaussichten.
Das also die Rechnung des Anwalts von ihm bezahlt wurde (deswegen hatte mich der Azubi damals angerufen, wollte nicht bezahlen, ich habe ihm geraten zu bezahlen !
War das falsch ? ) können wir sicher auch abhaken.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
edewilli
Status:
Beginner
(52 Beiträge, 4x hilfreich)


Es ist vielleicht noch ein Hinweis notwendig,damit die Diskussion nicht in die falsche Richtung läuft, ich hatte das schon weiter oben erwähnt:
Meine Frage soll keine Kritik an dem Anwalt sein.Der hat nach Besten Wissen und Gewissen seinen Job gemacht.
Wenn da ein vollkommen ratloser, mittelloser Mandant vor ihm steht, da kann er nicht sagen, was wollen sie überhaupt hier ?
Das können sie doch selber machen ! Da würde der Anwalt ja grob fahrlässig gehandelt haben.
Auch wegen der PKH kann man dem Anwalt keinen Vorwurf machen.
Ich erinnere Das kostet sie Nichts
Zum Zeitpunkt des Beratungsgespräches war der Mandant PKH-berechtigt. Der Anwalt ist eben Anwalt und kein Hellseher.
Ob PKH zurückbezahlt werden muß oder nicht, spielt da für ihn keine Rolle.Das muß schon der Mandant selber einschätzen können.
Da wollte ich später noch darauf zu sprechen kommen.
In dem Beispielsfall geht es darum, hinsichtlich der Frage, ob es eine Möglichkeit gibt, unter diesen Umständen, die womöglich öfters vorkommen, eine andere Lösung zu finden.
Es ist eine prinzipielle Frage und bei dem dünnen
Geldbeutel vieler Leute nach meiner Meinung auch eine berechtigte Frage !
Sehr gut wäre, wenn Forumsteilnehmer ihre Erfahrungen hier posten würden, wie sie sich in ähnlichem Fall -wo´s um rückständigen Lohn
ging, verhalten haben. Deshalb wollen wir nicht so schnell vorwärts preschen.
Gruß

0x Hilfreiche Antwort

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