Arbeitgeberwechsel am 01.10 - Resturlaub?

27. August 2023 Thema abonnieren
 Von 
Rustikus
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)
Arbeitgeberwechsel am 01.10 - Resturlaub?

Hallo zusammen,

zum 01.10 wechsle ich meinen Arbeitgeber. Bei meinem bisherigen hatte ich schon vollen Urlaubsanspruch. Einen Teil von meinem Jaresurlaub habe ich schon in Anspruch genommen. Einen Rest an Urlaubstagen habe ich mir übrig gelassen.

Was genau passiert dann jetzt mit meinem noch übrigen Urlaub? Kann ich den mit zum neuen Arbeitgeber nehmen? Oder soll ich die Urlaubstage bis zum 1.10 noch aufbrauchen? Beim neuen Arbeitgeber bekomm ich ja Anteilmäßig wieder neuen Urlaub, wenn ich richtig informiert bin (1/12 des Jahresurlaub pro Monat, zumindest in der Wartezeit)

-- Editiert von User am 27. August 2023 17:10

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20 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17245 Beiträge, 6431x hilfreich)

Am besten nimmt man den ganzen Resturlaub.
Als zweitbestes wird der Resturlaub ausbezahlt, wenn er nicht genommen werden kann.
Damit ist der Urlaub für dieses Jahr aber auch erledigt, es sei denn, beim neuen AG gäbe es mehr Urlaub als zuvor.

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#2
 Von 
TobiM78
Status:
Beginner
(64 Beiträge, 15x hilfreich)

Um den evtl. entstehenden Abrechnungsproblemen aus dem Weg zu gehen, ist es ratsam dass du 9/12 deines Jahresurlaubsanspruches beim alten Arbeitgeber "aufbrauchst".
Bei z.B. 30 Tagen Jahresurlaub enspricht das 22,5 Tagen. Halbe Tage werden laut Bundesurlaubsgesetz auf volle Tage gerundet, also 23 Tage.

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#3
 Von 
Rustikus
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Es wäre also nicht möglich, meine übrigen 10 Urlaubstage mit zum neuen Arbeitgeber zu nehmen und diese dann auch beispielsweise nach einem Monat an einem Stück in Anspruch zu nehmen?

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#4
 Von 
RrKOrtmann
Status:
Lehrling
(1510 Beiträge, 667x hilfreich)

Zitat (von Rustikus):
zum 01.10 wechsle ich meinen Arbeitgeber.


Du beendest ein Beschäftigungsverhältnis beim alten Arbeitgeber [zum 30.9.], und beginnst am 1.10. ein Beschäftigungsverhältnis beim neuen Arbeitgeber.

Zitat (von Rustikus):
Beim neuen Arbeitgeber bekomm ich ja Anteilmäßig wieder neuen Urlaub, wenn ich richtig informiert bin (1/12 des Jahresurlaub pro Monat, zumindest in der Wartezeit)


Beim neuen Arbeitgeber hast Du Anspruch nur auf Teilurlaub ( weil die Wartezeit 2023 nicht erfüllbar ist ), und zwar in Höhe von 1/4 des Jahresurlaubsanspruchs; der Teilurlaubsanspruch ist schon am 1.10. fällig ( weil bereits zu diesem Zeitpunkt alle Voraussetzungen für den Teilurlaub ( Nichterfüllbarkeit der Wartezeit im laufenden Jahr ) erfüllt sind ).

Der neue Arbeitgeber kann auf den (Teil-)Urlaubsanspruch bereits vom alten Arbeitgeber gewährten Urlaub anrechnen, um Doppelansprüche auszuschließen - dazu kann er eine Bescheinigung über bereits gewährten/abgegoltenen Urlaub verlangen ( auf die ein ausgeschiedener Arbeitnehmer Anspruch hat ).

RK

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#5
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17245 Beiträge, 6431x hilfreich)

Zitat (von Rustikus):
Es wäre also nicht möglich, meine übrigen 10 Urlaubstage

So ist es - warum sollte der neue AG Ansprüche bezahlen, die du in einem anderen AV bei einem anderen AG erworben hast?

Zitat (von TobiM78):
Um den evtl. entstehenden Abrechnungsproblemen aus dem Weg zu gehen, ist es ratsam dass du 9/12 deines Jahresurlaubsanspruches beim alten Arbeitgeber "aufbrauchst".

Verstehe ich nicht - in der 2. JH steht dem AN der gesamte Urlaub zu, jedenfalls der Anspruch nach BUrlG. Bei mehr U-Anspruch aus AV oder TV müsste man sich den Teil genauer anschauen.

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#6
 Von 
throwaway_account
Status:
Schüler
(171 Beiträge, 19x hilfreich)

Zitat (von Rustikus):
Es wäre also nicht möglich, meine übrigen 10 Urlaubstage mit zum neuen Arbeitgeber zu nehmen und diese dann auch beispielsweise nach einem Monat an einem Stück in Anspruch zu nehmen?


Es gibt auch Arbeitgeber, die sich nicht dafür interessieren, wie viel Urlaub du beim vorherigen Arbeitgeber gekommen hast und dir einen deinen anteiligen Urlaub gewähren.
Das müssen Sie aber nicht. Mein AG wollte nie eine Urlaubsbescheinigung des alten AG sehen. Hat nicht mal nachgefragt oder sonst was.

Aber das kann dir natürlich niemand garantieren

-- Editiert von User am 28. August 2023 20:06

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#7
 Von 
Rustikus
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Kleines Update

Hab den Resturlaub eingereicht. Allerdings will man mir den Resturlaub nicht genehmigen, da mir ja pro gearbeitetem Monat nur 2 Urlaubstage gutgeschrieben werden.

Ich bin länger als 6 Monate im Betrieb. Die Wartezeit von 6 Monaten hab ich also schon vollendet, somit steht mir doch der komplette Jahresurlaub zu, richtig?

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#8
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17245 Beiträge, 6431x hilfreich)

Teilurlaub nach erfüllter Wartezeit gibt es nur beim Ausscheiden in der ersten JH. Heißt im Umkehrschluss: Voller Jahresanspruch beim Ausscheiden in der 2. JH. BUrlG § 5 Abs. 1 (c).
Wenn du nur U-Anspruch nach BUrlG hast, bleibt es dabei.

Sofern noch U aus dem AV oder TV hinzukommen, muss man schauen, ob dafür Extrabestimmungen existieren, etwa dass im Eintritts- und Austrittsjahr gezwölftelt wird. Davon ist der Anspruch nach BUrlG aber nicht berührt.

Wenn der AG uneinsichtig bleibt, musst du ggf. um den Rest streiten.

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#9
 Von 
Rustikus
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Genau, im Vertrag steht irgendwas von. Ei und Austrittsjahr und Zwölftel. Aber wie gesagt, die 6 Monate Wartezeit hab ich hinter mir.

Ich werde nicht so ganz schlau draus :(

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#11
 Von 
Rustikus
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Genau, ich will die restlichen Urlaubstage (10 Arbeitstage) ja in Anspruch nehmen. Man sagt mir aber, dass mir lediglich nur noch 1 Urlaubstag zustehen würde, obwohl selbst auf jeder Lohnabrechnung steht, dass ich noch 10 Urlaubstage übrig habe.

Wie gesagt, die 6 monatige Wartezeit hab ich hinter mir. Somit hat der Arbeitnehmer - nach meinem Verständnis- doch Anspruch auf den kompletten Jahresurlaub (waren 25 Tage)

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#12
 Von 
Rustikus
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Wäre wirklich schön, wenn mir jemand genaue Informationen zu dieser Situation geben könnte :)

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#13
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17245 Beiträge, 6431x hilfreich)

- es gilt Zwölftelung im Austrittsjahr
- es gilt ebenso BUrlG § 5 Abs. 1 (c)
- U-Anspruch 25 Tage/Jahr

Ergebnis der Zwölftelung 25/12*9=18,75, Aufrundung auf 19
Urlaubsanspruch nach BUrlG 20 Tage bei 5-Tage-Woche
19 < 20; also gilt BUrlG und nicht das Ergebnis der Zwölftelung, es bleibt 1 Tag Resturlaub.
M.a.W.: dir geschieht kein Unrecht.

Anmerkung: Was auf der Lohnabrechnung steht, begründet keinen Rechtsanspruch.

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#14
 Von 
Rustikus
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke dir, ich muss aber ehrlich sagen, dass ich komplett durcheinander bin vor lauter zahlen.

Also hat AG in dem Fall Recht?

Woher kommt der 1 Tag Resturlaub? Wenn die zwölftelung 19 Tage ergibt?

Lg

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#15
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17245 Beiträge, 6431x hilfreich)

... weil 19 kleiner ist als 20. Und 20 Tage sind das Ergebnis nach BUrlG.
Angemerkt: Laut und langsam lesen könnte dir helfen, die Rechnung zu verstehen.

12 Monate hat das Jahr
09 Monate - deine Zeit bei deinem AG noch
25 Tage Urlaubsanspruch

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#16
 Von 
Rustikus
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Wenn also BUrlG gilt, wären 20 Tage der Mindesturlaub?

Ich hab bisher 15 in Anspruch genommen. Blieben 5 über.

Und die 25?

Puh, bin Lost.

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17245 Beiträge, 6431x hilfreich)

Zitat (von Rustikus):
Und die 25?

... erreichst du nicht mehr bei diesem AG, weil du ja ausscheidest. Die restlichen 10 Tage, die du immer wieder anführst, hättest du realisieren können, wenn du bis Jahresende geblieben wärest. Und für den Fall des Ausscheidens unterm Jahr sieht den AV eben Zwölftelung des U-Anspruch vor, 'gebremst' sozusagen durch das BUrlG. Das BUrlG formuliert den Mindestanspruch auf Urlaub.

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#18
 Von 
Rustikus
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Also stehen mir 19 zu ?

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17245 Beiträge, 6431x hilfreich)

... du checkst es offenbar wirklich nicht: 20 stehen dir zu -15 genommene

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
Kirschblüte15
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Dank für die Hilfe :)

Muss das Thema aber nochmals hochholen.

Der gesetzliche Mindesturlaubt beträgt 20 Arbeitstage (in meinem Fall)

Ich hab, dadurch dass ich länger als 6 Monate ununterbrochen im Betrieb arbeite, Anspruch auf 25 Tage/Jahr

Ziehe ich die 5 zusätzlichen Urlaubstage, mit in die Zwölftenberechnung mit ein? Oder Muss ich dann dort mit 20 Tag rechnen?

Sprich, die 5 zusätzlichen Urlaubstage, die mir durch 6 monatige Zusammenarbeit ja zu stehen, gelten die dann auch zum gesetzlichen Urlaubsanspruch für mich?

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