Arbeitsort-Änderung bei Firmen-Übernahme

5. September 2008 Thema abonnieren
 Von 
Mae Rita Brown
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
Arbeitsort-Änderung bei Firmen-Übernahme

Hallo Forum!

Folgender Fall:
Ein AN ist bei Firma A in Hamburg angestellt; im Arbeitsvertrag steht nichts explizit zum Arbeitsort, nur der übliche Hinweis bezüglich der Tätigkeit, daß diese bei betrieblichen Abwägungen auch geändert werden kann.

Firma A wird nun von Firma B aus einer 500km entfernten Stadt gekauft. Firma B beschließt einige Abteilungen in Hamburg zu schließen und bietet den betroffenden AN an, in der anderen Stadt zu arbeiten.

"Muß" der AN dies annehmen?

Wenn er sich weigert, löst dies automatisch den bestehenden Vertrag (mit einer bestimmten Frist) bzw. wird ihm dann zwangsläufig gekündigt?

Kann er aufgrund dieses Angebots kündigen, ohne beim ALG eine Sperre zu riskieren (500km sind doch nicht zumutbar, oder?)?

Wenn nun der AG oder der AN kündigt, weil der AN nicht an den Standort der Firma B will, wie sieht es mit der Zeit ab Kündigung bis Beendigung des Arbeitsverhältnisses (z.B. 2 Monate) aus? Muß der AN während dieser Zeit zum anderen Standort pendeln oder bleibt's bei Hamburg?

Gibt es vielleicht "Übergangszeiten", in denen der AN sicher sein kann, nicht an einen anderen Standort bei Betriebskauf wechseln zu müssen?

Bin gespannt auf Antworten und bedanke mich im voraus!
Mae

P.S. Habe schon im Forum gesucht, aber noch nichts passendes gefunden, bin aber auch dankbar für Hinweise auf andere Foren-Beiträge.

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2326x hilfreich)

Hallo, kein explizit vereinbarter Arbeitsort klingt schon mal nicht gut.

quote:
nur der übliche Hinweis bezüglich der Tätigkeit, daß diese bei betrieblichen Abwägungen auch geändert werden kann.


Sagt mir gar nichts, ohne genauen Wortlaut.

Und Fragen zum ALG haben mit Arbeitsrecht nichts zu tun. Das Thema ist Sozialrecht.

MfG

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#2
 Von 
Mae Rita Brown
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo venotis,

Punkt "Arbeitsort" oder "Standort" oder dergleichen wird nicht erwähnt, nur der AG wird mit voller Anschrift (halt in Hamburg) genannt.

Abschnitt Tätigkeit:
"Die Gesellschaft kann der MA nach gemeinsamer Erörterung auch andere Aufgaben im Unternehmen übertragen, soweit dies der MA bei Abwägung der betrieblichen Notwendigkeiten und persönlichen Belange zumutbar ist."

Tja, 500km weiter weg finde ich nun in Sachen "persönliche Belange" nicht "zumutbar".

LG,
Mae

P.S. Das mit ALG viel mir in dem Zusammenhang halt auch ein, aber der Rest ist in erster Linie interessant, daher hier beim Arbeitsrecht.

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#3
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2326x hilfreich)

@Mae Rita Brown die Zumutbarkeitskriterien fürs alg I sind im § 121 SGB II geregelt. Die gelten aber nicht im arbeitsrechtlichen Bereich. Du müsstest denen dann wohl bei Eigenkündigung darlegen, was an der 500-km-Distanz unzumutbar ist (Familie vor Ort, sonstige Bindungen). Was bietet der AG denn bezüglich Umzug für Hilfen an?

MfG

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#4
 Von 
guest-12321.12.2010 11:06:01
Status:
Lehrling
(1893 Beiträge, 176x hilfreich)

Muß der AN dies annehmen?
Nein, du kannst auch gekündigt werden oder selber kündigen.

Familie vor Ort
Was wäre daran unzumutbar? Wenn ich mir die Straßen/Autobahnen und Züge Sonntagnacht und Freitagabend anschaue, übt demnach die halbe Nation einen unzumutbaren Job aus.

Idealer Weise sprichst du höflich mit deinem Chef, wenn du nicht mit in den anderen Ort möchtest, dass die Kündigung passend für das Arbeitsamt formuliert wird.

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#5
 Von 
guest-12313.03.2009 19:03:35
Status:
Lehrling
(1677 Beiträge, 256x hilfreich)

Damit die AfA möglichst wenig Probleme macht sollte in der Kündigung und den Arbeitspapieren als Grund dringende betriebliche Gründe ins Feld geführen werden.

Die Firma hat die Arbeitspapiere auch zuerst an den Arbeitnehmer zu senden, damit er das überprüfen kann.

Ein Problem könnte allerdings auftauchen, wenn aus derselben Firma plötzlich zuviele solcher Kündigungen kommen.
Dann muss die Firma das voranmelden, weil sie sich sonst rechliche Probleme bekommt. (Massenentlassung)
Weiß jetzt die Anzahl nicht mehr.
Es sollte keinen Hinweis darauf geben, dass der AN an seiner betriebsbedingten Entlassung mitgewirkt hat.

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#6
 Von 
Andreas.Hauser
Status:
Lehrling
(1229 Beiträge, 131x hilfreich)

Ich sehe nicht ein wieso sie plötzlich woandres arbeiten müssen. Dieklausel ist auch unter berücksichtigung des AGB derat lax gefasst, das hier wohl die sache nicht mehr vom direktivrecht gedeckt ist.
Der ag muss eine änderungskündigung aussprechen, dazu bedarf es aber einer sozialauswahl.
ich würde mich hier quer stellen.

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#7
 Von 
Mae Rita Brown
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

@venotis:
Familie ist hier vor Ort und wir haben einen Pflegefall, ein Ortswechsel ist daher völlig inakzetabel. Übrigens ist es § 121 SGB III , wie ich gerade bemerkt habe.

@ah_xy:
Es ist wohl sehr subjektiv, was der eine mitmacht und der andere nicht ... ich persönlich pendel jetzt schon knapp 1 Std. pro Strecke täglich. Ein Umzug oder eine Wochenend-Pendelei halte ich für absolut störend, wenn man gerade sowieso in dem Alter ist, in dem man an Familienplanung denkt. Für mich ist Ortsnähe entscheidend, dafür aber wiederum das Gehalt nicht. Ich fange eher in einer anderen Firma zu einem geringeren Gehalt an, als knapp 500 km (also 1000km täglich hin und zurück) zu pendeln.

Übrigens habe ich gerade mal den Routenplaner und bahn.de konsultiert: Per Auto wäre ich mit gut 4 Std. und mit der Bahn etc. gut 5 Std. pro Strecke dabei. Gemäß § 121 SGB III daher nicht zumutbar! Und glücklicherweise kann ja wohl noch keiner zum Umziehen gezwungen werden.

@Maestro1000 & Andreas.Hauser:
Mir scheint hier auch der § 613a BGB ganz interessant, da hier vom AG eine ausdrückliche schriftliche Info an die AN erfolgen muß, was alles geändert wird, worauf der AN eine Widerspruchsfrist von 1 Monat hat. Ich verstehe die diversen Ausführungen zu diesem § so, daß der AN nicht einverstanden sein muß und dem AG dann nur die betriebsbedingte Kündigung bliebe, wenn eine Weiterbeschäftigung am alten Standort nicht möglich ist. Das würde ja einen gewissen Schutz beim AfA bedeuten. Stellt sich mir die Frage, wie es dann in der Zwischenzeit (Kündigung bis Arbeitsende) mit dem Arbeitsort aussieht?!

Zumindest kristallisiert sich für mich derzeit raus, auf was ich definitiv beim nächsten Arbeitsvertrag achten sollte! *g*

LG,
Mae

-- Editiert von Mae Rita Brown am 07.09.2008 13:50:10

-- Editiert von Mae Rita Brown am 07.09.2008 13:51:39

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#8
 Von 
guest-12313.03.2009 19:03:35
Status:
Lehrling
(1677 Beiträge, 256x hilfreich)

Betriebsübergänge sind immer ein komplexes Thema.
Da würde ich einen Fachanwalt zu Rate ziehen.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
guest-12321.12.2010 11:06:01
Status:
Lehrling
(1893 Beiträge, 176x hilfreich)

Ein Umzug oder eine Wochenend-Pendelei halte ich für absolut störend
Mag sein. Die Mitarbeiter von der AA sehen das mitunter anders.

Und glücklicherweise kann ja wohl noch keiner zum Umziehen gezwungen werden.
Richtig.

Grundsätzlich: Gezwungen wird keiner. Eine Korrelation hinsichtlich welche Ansprüche abgeleitet werden können ist jedoch vorhanden.

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