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Arbeitsunfall - Urlaub steht an

14.1.2020 Thema abonnieren
 Von 
derfragende-90
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)
Arbeitsunfall - Urlaub steht an

Hallo liebe Gemeinde,

anfang des Jahres habe ich einen Arbeitsunfall erlitten, bzw. einen tätlichen Angriff während der Arbeit erlitten. Dabei hab ich mir eine ziemlich starke Rippenprellung zugezogen, zur Zeit bin ich auch noch etwas aufgekratzt. Ergo: ich fühle mich nicht in der Lage zu Arbeiten.

Nun steht Ende dieser Woche ein 2-wöchiger Urlaub an. Dem D-Arzt habe ich dann heute nochmal mitgeteilt, dass es mir zwar besser als vor einer Woche geht, sondern den Umständen entsprechend. Ich hab ihm auch von der Problematik mit dem Urlaub erzählt.

Seine Meinung zu dem Ganzen war: weiter krankschreiben, aber kein Urlaub, oder: keine Krankschreibung und in den Urlaub fahren.

Ich möchte an dieser Stelle natürlich anmerken, das es mir nicht darum geht, auf "Krank im Urlaub" zu machen (dieses Gefühl gab mit der Doc) vielmehr ist es ja so, das der Urlaub schon länger gebucht ist, diesen Abzublasen kommt eigentlich nicht in Frage (keine Rücktrittsversicherung). Ich sehe es aber auf der anderen Seite natürlich nicht ein, den Urlaub "zu opfern" um gesund zu werden.

Wie seht ihr die Sache und wie ist die Lage einzuschätzen?

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Gelehrter
(11172 Beiträge, 4707x hilfreich)

Du fühlst dich - denke ich - wohl eher noch etwas angekratzt als aufgekratzt (angekratzt = nicht ganz i.O.; aufgekratzt = aufgeregt). - und das passt dann ja auch für eine Rippenprellung.
Prellungen aller Art dauern erfahrungsgemäß und brauchen ihre Zeit zum Abklingen. Nach meiner Einschätzung nicht wirklich ein Grund, nicht in Urlaub zu fahren. Ich weiß allerdings nicht und vermag nicht abzuschätzen, in wieweit die Prellung dich am Arbeiten hindert (was wohl von der Art der Arbeit abhängen dürfte), oder was du im Urlaub vorhast und die Prellung das be- oder verhindert.

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#2
 Von 
derfragende-90
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Natürlichist da zum einen die Rippenprellung, zum anderen bin ich tatsächlich auch etwas aufgekratzt. Ich meine man wird halt eben nicht jeden Tag angegriffen :D

Ich bin während meiner Tätigkeit körperlich ziemlich aktiv, wobei jedes Strecken oder "Zusammenquetschen" der Rippen spürbar ist, was bei der Arbeit zweifelsohne auch der Fall ist.

Ich bin etwas überfragt, wie ich jetzt am besten vorgehen kann.
Bei dem Arzt, wo ich gewesen bin, hab ich nach dem letzten Termin das Gefühl vermittelt bekommen, das ich NUR gerne den Urlaub vom AG gutgeschrieben bekommen möchte. Tatsächlich ist es aber so, das ich meinen Urlaub nicht dazu nutzen möchte, um gesund zu werden.

Kann ein Arzt wirklich die Situation so bewerten, das er sagt entweder so, oder so?! Heißt: Wenn Urlaub, dann auch wieder gesund. Oder wenn weiterhin krank, dann eben kein Urlaub.

Der Urlaub soll sowieso nur ein Entspannungsurlaub sein - also ohne körperliche Aktivitäten.

Bin über jede Antwort und Ratschlag dankbar.

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#3
 Von 
Anami
Status:
Philosoph
(12226 Beiträge, 1895x hilfreich)

Du kannst dich doch vom Arzt ab dem -xx-- wieder arbeitsfähig schreiben lassen.
Der Arzt entscheidet doch nicht über Urlaub.
Entweder schreibt er weiterhin -AU- oder eben arbeitsfähig ab xx.

Zitat (von derfragende-90):
Tatsächlich ist es aber so, das ich meinen Urlaub nicht dazu nutzen möchte, um gesund zu werden.
Was willst du denn im Urlaub machen? Besser, was kannst du trotz der Prellung trotzdem tun?
Ski-Urlaub auf schwarzer Piste besser nicht... aber Wandern in milden Gefilden---wohl durchaus?
Zitat (von derfragende-90):
Der Urlaub soll sowieso nur ein Entspannungsurlaub sein - also ohne körperliche Aktivitäten.
Wie jetzt? DEIN geplanter Urlaub? Oder ein Urlaub allgemein für jedermann...
Zitat (von derfragende-90):
Dem D-Arzt
Und was sagt dein Hausarzt ? Wie lange schreibt denn ein D-Arzt arbeitsunfähig, bevor er weiter überweist?

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(77505 Beiträge, 33370x hilfreich)

Zitat (von derfragende-90):
Nun steht Ende dieser Woche ein 2-wöchiger Urlaub an.

Was für ein Urlaub, was konkret soll da gemacht werden.



Zitat (von derfragende-90):
Seine Meinung zu dem Ganzen war: weiter krankschreiben, aber kein Urlaub, oder: keine Krankschreibung und in den Urlaub fahren.

Das ist schlicht Unfug, denn Gesetz und Rechtsprechung sehen das ganz anders.
Während der AU darf der Arbeitnehmer alles machen, was die Genesung nicht gefährdet / behindert.

Also dem Doc die konkrete Frage stellen, in wie fern die Genesung durch den Urlaub gefährdet / behindert würde.

Oder gar nicht mehr diskutieren, krankschreiben lassen und wegfahren.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
blaubär+
Status:
Gelehrter
(11172 Beiträge, 4707x hilfreich)

Möglicherweise diskutieren wir hier auch bloß was Oberflächliches und es waltet Tiefgehenderes.
Mir war gleich aufgestoßen, dass derfragende einerseits Arbeitsunfall schreibt und die Prellung in den Vordergrund stellt, wiewohl ein körperlicher Angriff dahinter steckt. Muss man ja auch erst einmal mit klarkommen können. Da könnte dieses merkwürdige 'Aufgekratzt' auch etwas anderes andeuten, sowas wie ein Trauma durch den Angriff, vielleicht auch Angst, dem Angreifer wieder zu begegnen.
Das würde alles auf ein ganz anderes Gleis verschieben.
Aber Klarheit darüber kann nur derfragende herstellen.

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#6
 Von 
Anami
Status:
Philosoph
(12226 Beiträge, 1895x hilfreich)

Oder so?
Es gab einen Unfall mit Rippenprellung.
Es gibt eine AU-Bescheinigung.
Trotzdem gibt es schon lange den für Ende Januar geplanten und gebuchten Urlaub. Der kostet, es gibt keine ReiRü-V.
Immerhin sinds noch ca. 2 Wochen *Gesundungszeit*

Da stellt sich dieselbe Frage.
Urlaub während AU
oder Urlaub im Urlaub
oder AU und kein Urlaub.

Gute Besserung übrigens!

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#7
 Von 
derfragende-90
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Lieben Dank für Eure zahlreichen Antworten.

danke Anami.

wie @blaubär+ schon erkannt hat, steckt hinter dem ganzen ein körperlicher Angriff. Was ich momentan aber nach einigen Tagen Ruhe recht gut verarbeitet habe. Was eben weiter bleibt, ist natürlich die Prellung der Rippen, was, wie ich das momentan einschätze auch noch mindestens eine Woche dauert. Eher sogar mehr.

faktisch geht es nur um die Problematik, dass der D-Arzt (dieser behandelt während der ganzen Behandlungszeit bei einem Arbeitsunfall) mir quasi vorwirft "Krankzumachen". Er lässt mir die Wahl nur zwischen zwei Möglichkeiten:

1) Ich fliege ganz normal in den Urlaub, bekomme dafür aber keine weitere AU, dadurch bin ich aber natürlich nicht sofort wieder geheilt.

oder

2) Ich bekomme eine weitere Krankmeldung, muss dann aber einige Tage später wieder vorstellig werden. Was natürlich nicht möglich ist, wenn ich im Urlaub bin. (ich habe ihm die Problematik mit dem Urlaub ganz erlich kommuniziert)

Was mich eben so wundert, kann ein Arzt einen so "ins Messer laufen lassen"? Ich meine, natürlich bin ich im Urlaub und genieße die Zeit, aber ich bin eben auch nicht schmerzfrei, was den Charakter eines Urlaubs nimmt.

Vermutlich wird es das einfachste sein, einfach einen anderen D-Arzt zu kontaktieren oder?! Mich hat diese Praktik "entweder-oder" doch ziemlich überrascht.

Liebe Grüße



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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(77505 Beiträge, 33370x hilfreich)

Zitat (von derfragende-90):
kann ein Arzt einen so "ins Messer laufen lassen"?

Ja, kann er.



Zitat (von derfragende-90):
Vermutlich wird es das einfachste sein, einfach einen anderen D-Arzt zu kontaktieren

In D herrscht freie Arztwahl.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#9
 Von 
blaubär+
Status:
Gelehrter
(11172 Beiträge, 4707x hilfreich)

Der Arzt hält die Prellungen keiner weiteren AU wert. Ganz einfach.

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#10
 Von 
Anami
Status:
Philosoph
(12226 Beiträge, 1895x hilfreich)

Zitat (von derfragende-90):
1) Ich fliege ganz normal in den Urlaub, bekomme dafür aber keine weitere AU, dadurch bin ich aber natürlich nicht sofort wieder geheilt.
Das mit dem *Geheilt-Sein* ist ja wohl Interpretation. Niemand wird durch das Ende einer AU wieder *geheilt*. Aber er ist zumindest aus ärztl. Sicht wieder arbeitsfähig. Nur das kann der Arzt bescheinigen. Bettruhe hat er wohl nicht verordnet.

Ob du diesen tätlichen Angriff zu Hause auf dem Sofa oder im Urlaub verarbeitest und die Prellung heilen lässt, ist doch deine Entscheidung.

Ich kann mir aber vorstellen, dass der D-Arzt wegen der BG/Arbeitsunfall so reagiert.
Solltest du später wegen einer evtl. unausgeheilten Rippenprellung andere Krankheiten oder Probleme hinsichtlich deiner Tätigkeit in der Firma bekommen--- würde sich die BG vornehm zurückziehen.
Und der D-Arzt---hätte es doch gleich gesagt...AU ---oder--- Urlaub.

Zitat (von derfragende-90):
Ich meine, natürlich bin ich im Urlaub und genieße die Zeit, aber ich bin eben auch nicht schmerzfrei, was den Charakter eines Urlaubs nimmt.
Dann fasse ich mal so zusammen: Du möchtest gesund und schmerzfrei in den schon bezahlten Urlaub fahren, und den *Frei-Fahrschein* vom Arzt haben.
Alles zusammen geht wohl nicht. Zumindest die restlich verbleibenden Schmerzen nimmt dir weder ein anderer Arzt noch ein Zettel mit Ende der AU.
Ins Messer lässt er dich nicht laufen. Er stellt dich als Arzt vor die Wahl. Bist du fähig, in den Urlaub zu fahren, dann bist du auch arbeitsfähig.

Anderes Szenario: Mit AU-Bescheinigung eines anderen Arztes trotzdem in den Urlaub fahren--- birgt zumindest das Risiko, sehr viel mehr andere Probleme. Mit der BG, mit dem D-Arzt, mit dem AG, mit der KV.

p.s.
Ich habe zwar deine Schmerzen nicht, aber ich würde mich wohl von diesem D-Arzt arbeitsfähig schreiben lassen und den Urlaub langsamer genießen.
Ich weiß, dass Rippenprellungen sehr schmerzhaft sind und langsam heilen. Vor allem tuts beim Lachen weh.

Schönen Urlaub!


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