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Arbeitsverweigerung - Abmahnung - falsche Darstellung - und jetzt?

30. September 2004 Thema abonnieren
 Von 
Haller
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Arbeitsverweigerung - Abmahnung - falsche Darstellung - und jetzt?

Der Arbeitgeber setzt monatlich zum 1. Dienstag eine Mitarbeiter-Runde nach der Arbeitszeit an, welche nicht vergütet wird. An diesem Tag hat jedoch ein Mitarbeiter am Nachmittag seinen Arbeitszeitausgleich für geleistete Samstagsarbeit. Sprich: Der Mitarbeiter hat ab 12:00 Uhr frei und muss um 18:00 Uhr zur Besprechung wieder anwesend sein. Kann eine Teilnahmeverweigerung als Arbeitsverweigerung ausgelegt werden. Außerdem ist diese Maßnahme nur eine von vielen Mobbingmaßnahmen wie z. B. Anbringung von Überwachungskameras in den Geschäftsräumen (angeblich, um die Kundenfrequenz zu überprüfen). Was kann man gegen eine Abmahnung unternehmen, die persönliche, private, außerbetriebliche Belange hat und zudem noch eine falsche Darstellung ausgibt?

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Purzelbär
Status:
Lehrling
(1598 Beiträge, 187x hilfreich)

Hallo Haller,

einfach zur Abmahnung Stellung nehmen und darum bitten, diese Stellungnahme in die Personalakte legen zu lassen. Darauf hast du ein Recht.

Zur Sache selbst: Wenn die Mitarbeiterrunde keine Stunden dauert (was nicht effektiv wäre), ist es zumutbar, diese außerhalb der Arbeitszeit zu legen. Der besagte Mitarbeiter (Du:)?) hatte -im Gegensatz zu seinen Kollegen- ja entsprechende Freistunden!

Mobbing ist das übrigens auch nicht (Kameras etc.) das wäre (sofern das beweisbar ist ?) BOSSING!

VLG nefertari1968

-- Editiert von nefertari1968 am 30.09.2004 21:14:31

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#2
 Von 
Haller
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo nefertari1968

Die Stellungnahme würde in diesem Unternehmen nichts bringen, da der Betrieb aus nur 4 Angestellten besteht. Da in der Abmahnung Unwahrheiten behauptet werden, die den Mitarbeiter (nicht ich!) diskriminieren und auch weitergetragen werden, ist es viielleicht ratsam, eine Klage wegen übler Nachrede anzustrengen. Zu einem vernünftigen und klärendem Gespräch war der Betriebsleiter nicht bereit.

Bossing wäre nachweisbar, da entsprechendes Bildmaterial auf einem Rechner archiviert wird und die Mitarbeiter mit diesem konfrontiert werden.

Mit der Betriebsversammlung außerhalb dere Arbeitszeit kann man sich arrangieren. Jedoch hätte diese auf einen Tag gelegt werden, an dem kein Mitarbeiter seinen Freizeitausgleich hat. Davon gibt es 2 in der Woche. Der Mitarbeiter müsste nachmittags jeweils eine Wegstrecke von 45 Minuten zurücklegen. Damit wäre der freie Nachmittag für die Katz. Da der Betriebsleiter absichtlich die Besprechung auf diesen Tag legt, ist doch hier deutlich zu erkennen, was abläuft.

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#3
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17783 Beiträge, 8016x hilfreich)

Hallo nefertari,
wie kommst Du zu der Aussage, dass eine Mitarbeiterrunde außerhalb der Arbeitszeit zumutbar ist? Interessiert mich wirklich!

Meines Wissens ist das rechtlich unhaltbar, wenn ich frei habe, habe ich frei und gehe garantiert zu keinen Besprechungen, denn eine Besprechung ist Arbeitszeit und muß als Arbeitszeit angerechnet werden. Es gibt meines Wissens nicht ein Gesetz, dass Arbeit außerhalb der Arbeitszeit regelt.

Hallo Haller, eine Teilnahmeverweigerung an einer Besprechung außerhalb der Arbeitszeit kann nicht als Arbeitsverweigerung ausgelegt werden, da Du zu dem Zeitpunkt ja nicht arbeitest, sondern frei hast.

Bei einem eventuellen Gerichtsprozeß wäre ich gerne dabei, Dein Arbeitgeber würde sich wahrscheinlich nichts nettes vom Richter anhören müssen.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Purzelbär
Status:
Lehrling
(1598 Beiträge, 187x hilfreich)

Hallo hamburgerin,

ich hatte mal einen Arbeitsplatz bei einer Bausparkasse (Namen sind Schall und Rauch ;) ) Da war das üblich (weil zeitlich nicht anders machbar - Kundenfrequenz!) und ich wäre nicht auf die Idee gekommen, mir als Angestellte irgendetwas extra dafür bezahlen zu lassen.

Ich denke das fällt in den normalen -geduldeten - Überstundenrahmen. Nun hatten wir ein deutlich besseres Arbeitsumfeld als z.B. Haller - manchmal hat uns der Chef zum Essen eingeladen und wir konnten unsere Anliegen auch einbringen. Der Zeitaufwand betrug -je nach Aufwand- 1 bis 2 Stunde/n.

Ich finde schon, dass das zumutbar ist im Monat 4-6 Std. zusätzlich aufzubringen, wenn es einem gemeinsamen Anliegen dient. Und dafür gehe ich ja auch arbeiten und nicht nur zum Gelderwerb (oder?)...

Nun käme es auf den Arbeitsbereich von Haller an - während der Geschäftszeiten möglich oder nicht - Anreise von anderen Mitarbeitern aus Filialen erforderlich = ja oder nein - zwingende Geschäftstermine???...

Ich glaube nicht, dass ein Richter hier so klar Kontra gibt (kommt auch auf den Richter an).

LG nefertari1968

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Purzelbär
Status:
Lehrling
(1598 Beiträge, 187x hilfreich)

Hallo Haller,

sorry, den Rest kannte ich ja nicht - hört sich übel an!

Wenn nicht das zutrifft, was ich Hamburgerin dazu schrieb - Kundenfrequenz etc. ist das auch wieder eine andere Sache mit den Besprechungen.

Das mit der Klage wegen übler Nachrede - hmm, ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist.... man sollte die Beweisbarkeit bedenken und das Mitarbeiter aussagen müssten (vielleicht wird es dann noch schlimmer mit dem Bossing oder die Angst vor Arbeitsplatzverlust überwiegt vor der Wahrheitsfindung...) Und am Ende stehen zwei kleine People vor dem Richter...

Das mit der Stellungnahme in der Personalakte ist übrigens Pflicht, vielleicht weiß Hamburgerin hier noch weitergehenden Rat - Bei Mobbing ist vieles geregelt worden in den letzten Jahren - bei Bossing kommt der Druck ja von oben, also von denen die auch eine Fürsorgepflicht haben - würde mich auch interessieren, was andere hierzu denken oder ob es da Urteile gibt.

VLG nefertari1968

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#6
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17783 Beiträge, 8016x hilfreich)

Sehr ausführliche Tips habe ich zu dem Thema unter:
www.jobware.de/ra/rf/ab/1.html

gefunden, da steht auch ausführlich, wie man sich gegen ungerechtfertigte Abmahnungen wehrt. Du kannst vor dem Arbeitsgericht auf Entfernung oder Korrektur der Abmahnung klagen. Der Arbeitgeber ist vor Gericht beweispflichtig für seine Unterstellungen.


-- Editiert von hamburgerin01 am 01.10.2004 13:53:42

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Haller
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo nefertari1968

abgemahnt wurde der Mitarbeiter wegen einer absolut persönlichen und vertraulich-privaten Angelegenheit, die nichts mit dem Unternehmen oder dem Arbeitgeber oder aber den Mitarbeitern, schon gar nicht mit der Arbeitsleistung zu tun hat. Der Arbeitnehmer bildet sich ein, dass diese persönliche Eigenschaft jedoch das Geschäft in ein unrechtes Licht rückt. Dieser Druck des Arbeitnehmers ist erst entstanden, als der Mitarbeiter nicht mehr bereit war, ihm mehr über sein Privatleben zu offenbaren. Ich sehe es als Angriff auf die Person, die sehr nachhaltige negative Folgen haben kann.

Zu den Besprechungsterminen. Es geht hier nicht um die generelle Verweigerung des Besprechungstermines. Nur der Mitarbeiter fährt mittags in ca 45 Minuten heim. Muss zu der Besprechung wiederum 45 Minuten Fahrtweg in Kauf nehmen und das gleiche nach der Besprechung noch einmal. Und für eine halbstündige Besprechung ist das für mich unhaltbar. Wird der Teermin auf einen anderen Tag gelegt, so sind alle Mitarbeiter nach Geschäftsschluss noch da und nehmen gern an der Betriebsversammlung teil. Der Punkt ist, dass der Arbeitgeber willkürlich diesen Termin festgesetzt hat, oder aber in der Absicht, den betreffenden Mitarbeiter zu schikanieren.

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