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Arbeitszeitgesetz Hauptjob und Minijob

18.8.2019 Thema abonnieren Zum Thema: Minijob Woche
 Von 
mechanic007
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Arbeitszeitgesetz Hauptjob und Minijob

Hallo zusammen,

Ich bin von Mo-Fr berufstätig, habe eine 37,5h/Woche.

laut Arbeitszeitgesetz ist eine wöchentliche Arbeitszeit von max. 48h definiert, sprich Ich dürfte neben Hauptberuf einem Minijob mit max. 10,5h/Woche nachgehen?!

Die gesetzliche Ruhepausen von 11h werde Ich einhalten, da Ich um 07:00Uhr bei meinem Hauptarbeitgeber beginne ist um spätestens 20:00Uhr Feierabend bei meinem Minijob.....

Samstags könnte Ich volle 8h arbeiten, falls möglich da ich hier von meiner Hauptarbeitgebertätigkeit befreit bin?!

Wie sieht das ganze Sonntags aus?bsp: Kellnern am Wochenende Samstags bzw. Sonntags?!

Ist es auch zulässig an Arbeitstagen auf max. 10h zukommen d.h. 7,5h im Hauptjob sowie weitere 2,5h im Minijob nachmittags?!

Mit freundlichen Grüßen

Christian

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Minijob Woche


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Unparteiischer
(9604 Beiträge, 4247x hilfreich)

Du darfst in aller Regel einen Nebenjob haben innerhalb der gesetzlichen Grenzen.
Du siehst richtig, dass rechtlich bis 48 Wochenstunden Luft ist.
Schwieriger ist es mit den beiden anderen Teilen deiner Anfrage:

Sonntagsarbeit soll die Ausnahme sein; daher die Vorschrift, dass 15 Sonntage im Jahr frei sein müssen.
Noch kritischer wohl die Idee, die tägliche maximale AZ von 10 Stunden auszunutzen; 10 h am Tag gehen nur dann, wenn im Mittel eine AZ von 8 Stunden nicht überschritten wird.
Das schlägt sich eben auch in den Grenzwerten nieder: 48/6=8 h bei einer Sechstagewoche. Wenn du also Samstags 8 Stunden arbeitest, hast du an den übrigen Wochentagen noch eine halbe Stunde Luft für andere Erwerbstätigkeit. Alles im Durchschnitt.

Und jetzt geht die Spielerei los: die maximale wöchentliche AZ darf auch Mal 60 Wochenstunden sein, wenn im Schnitt 48 Wochenstunden nicht überschritten werden - als Mal ranzuklotzen ist drin mit entsprechendem Ausgleich in anderen Wochen.

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#2
 Von 
mechanic007
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Viele in dank vorab für deine Antwort

Gut aber wie will man nachhalten das mit den durchschnittlichen 48h/Woche handhaben?

Müssen alle Stunden von Haupt sowie Nebenjob genau Buch geführt werden? Habe ja normalerweise nur eine 37,5h/Woche dann könnte Ich somit ja, geplant vorerst bis Ende des Jahren einen Minijob aufnehmen und wäre mit 60h/ Woche für diese 4 Monate September-Januar dennoch auf der sicheren Seite....

Das arbeiten unter der Woche fällt dann bei 48h/Woche wahrscheinlich flach also würde nur der Samstag bleiben...

Wenn ich die 60std/Woche bis Ende des Jahres durchziehen würde, müsste ich dann die bisherigen Stunden aus meinem Hauptjob zusammenrechnen und durch die Wochen teilen? Wie verhält sich der genommene Urlaub?freizeitausgleich durch Überstunden? Habe im Hauptjob auch manchmal mehr als 37,5h/Woche gehabt, durch krankheitsbedingten Kollegen das war aber in 2019 eher die Ausnahme....

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#3
 Von 
blaubär+
Status:
Unparteiischer
(9604 Beiträge, 4247x hilfreich)

Na ja, wie man Zeiten erfasst und Durchschnitte errechnet, wird hier im Forum das Thema eher nicht sein.
Dafür gibt es Zeiterfassungsprogramme - ggf. sogar kostenfrei. Da wirst du ggf. das eine oder andere ausprobieren müssen, ob es dir taugt. Tabellenkalkulation ginge auch - wenn man sich das antun mag.

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#4
 Von 
Anami
Status:
Senior-Partner
(6777 Beiträge, 1236x hilfreich)

Zitat (von mechanic007):
Kellnern am Wochenende Samstags bzw. Sonntags?!
Das stelle ich mir grade mal vor--- :grins: und dazu deine Arbeitszeit-Problematik.
Du sagst deinem Chef im Restaurant: Sorry, ich kann am kommenden Samstag leider nur bis 20.00, weil ich sonst gegen das ArbZG verstoße. Und am Sonntag kann ich auch nur 3 Std. Im September könnte ich dann so&so...

Ich denke, du liest das ArbZG etwas zu klein-klein? Es gibt dort etliche Ausnahmen. Lies mal genau nach.

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#5
 Von 
mechanic007
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Zitat (von mechanic007):
Kellnern am Wochenende Samstags bzw. Sonntags?!
Das stelle ich mir grade mal vor--- :grins: und dazu deine Arbeitszeit-Problematik.
Du sagst deinem Chef im Restaurant: Sorry, ich kann am kommenden Samstag leider nur bis 20.00, weil ich sonst gegen das ArbZG verstoße. Und am Sonntag kann ich auch nur 3 Std. Im September könnte ich dann so&so...

Ich denke, du liest das ArbZG etwas zu klein-klein? Es gibt dort etliche Ausnahmen. Lies mal genau nach.

Samstags könnte ich somit bis Ende offen, ist ja noch der freie Sonntag dazwischen?!

Was genau meinst du genau, inwiefern Ausnahmen?

Mit freundlichen Grüßen

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#6
 Von 
Anami
Status:
Senior-Partner
(6777 Beiträge, 1236x hilfreich)

https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/
besonders 2. und 3. Abschnitt

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#7
 Von 
schneechen
Status:
Beginner
(109 Beiträge, 32x hilfreich)

Zitat (von mechanic007):
Habe ja normalerweise nur eine 37,5h/Woche dann könnte Ich somit ja, geplant vorerst bis Ende des Jahren einen Minijob aufnehmen und wäre mit 60h/ Woche für diese 4 Monate September-Januar dennoch auf der sicheren Seite....

Durch den Mindestlohn ist die maximal mögliche Arbeitszeit für Minijobs auf 48,96 Std./Monat (ab 2020 48,13 Std.) begrenzt.

Da du eine versicherungspflichtige Hauptbeschäftigung ist, kannst du daneben auch nur einen 450-Euro-Minijob ausüben. Weitere 450-Euro-Jobs werden mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und sind mit Ausnahme der Arbeitslosenversicherung in der Regel versicherungspflichtig.

Zitat:
Gut aber wie will man nachhalten das mit den durchschnittlichen 48h/Woche handhaben? Müssen alle Stunden von Haupt sowie Nebenjob genau Buch geführt werden?

Um sicherzustellen, dass der Mindestlohn für jede Arbeitsstunde bezahlt wird, besteht in bestimmten Branchen die Pflicht, die Arbeitszeiten zu notieren (Dokumentationspflicht).

Der Arbeitnehmer ist zudem verpflichtet, dem Arbeitgeber eine geplante Nebentätigkeit anzuzeigen. Hierbei geht es auch um den zeitlichen Umfang der Nebentätigkeit und ggf. deren Bezahlung. Lässt der Arbeitgeber den Arbeitnehmer bei sich arbeiten, obwohl er weiß oder wissen müsste, dass die höchstzulässige Arbeitszeit unter Berücksichtigung der Tätigkeit für andere Arbeitgeber überschritten oder die vorgeschriebene Ruhezeit nicht eingehalten wird, liegt ein vorwerfbarer Gesetzesverstoß vor.

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