Arbeitszeitkonto - Muss ich wirklich Gehalt zurückzahlen?

20. Juni 2011 Thema abonnieren
 Von 
valente
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 5x hilfreich)
Arbeitszeitkonto - Muss ich wirklich Gehalt zurückzahlen?

Hallo liebes Forum ,

aufgrund meiner Schwerbehinderung und der damit verbundenen gesundheitlichen Einschränkungen habe ich eine Arbeit bei einem sozialen Träger angenommen , der mit Behinderten arbeitet und einen geschützten Rahmen bietet .
Der Träger betreibt ein Gästehaus , in dem ich seit Ende letztes Jahres als Servicekraft arbeite .
Im Vertrag ist ein Arbeitszeitkonto vereinbart und eine Befristung für 1 Jahr .

Nun mein Problem : im Winter gab es kaum Veranstaltungen , so dass ich von Ende Dezember bis Mitte März von 2 Tagen wöchentlich abgesehen , frei hatte . Ich musste dazu schon im Vorjahr Urlaub des kommenden Jahres nehmen und dann den gesamten Jahresurlaub einschließlich Sonderurlaub nehmen . Im Grunde hatte ich keinen zusammenhängenden Urlaub , weil 2 Tage wöchentlich gearbeitet wurde . Trotzdem sammelten sich 230 Minusstunnden an , die ich nun mit Schichten von oft 12 Stunden und mehr abzubauen versuche .
Es ist abzusehen , dass ich die Stunden nicht abbauen kann und es ist mir körperlich auch nicht möglich , ständig auf diesem hohen Level zu arbeiten , an freien Tagen bin ich dann richtiggehend krank und lethargisch .
Ich bekomme seltenst Dienstpläne , und private Termine einzutakten , ist fast unmöglich . Selbst Arzt - und Therapietermine muss ich oft mehrmals verschieben , weil sich die Pläne ändern .
Ich will nun aber auch einmal einige Tage frei haben , um mich zu erholen , kann das aber gar nicht tun , weil dann noch mehr Minus zustandekommt . Und dann muss ich am Ende auch noch das Gehalt zurückzahlen für die nicht geleistete Arbeit ?
Ich habe dem Vorgesetzten oft genug meine Arbeitsleistung angeboten , er hat das immer abgetan , alle Gespräche bezüglich Urlaub oder Arbeitszeitkonto wurdedn abgeschoben mit der Begründung , dass es sich schon regeln würde oder man "was mit dem Arbeitsamt" machen wolle , mit dem ich gar nicht zu schaffen haben möchte und es auch noch nie benötigte .
Wie ist die Lage ? Gegen was kann ich intervenieren ? Muss ich wirklich Gehalt zurückzahlen ? Muss ich immer zur Verfügung stehen , wenn der Chef sagt , morgen ist Dienst ?

Ich würde mich sehr freuen , wenn ich hier mit eurer Hilfe ein wenig Licht ins Dunkel bringen könnte .

Liebe Grüße Valente[color=black][/color]



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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17785 Beiträge, 8024x hilfreich)

Vorweg: Haben Sie einen regulären Arbeitsvertrag?

Es ist nicht möglich, im voraus den Urlaub für das kommende Jahr zu nehmen.

Soweit das Arbeitsrecht auf Ihr Arbeitsverhältnis anzuwenden ist, gilt:

Bundesurlaubsgesetz
§ 1
Urlaubsanspruch

Jeder Arbeitnehmer hat in jedem Kalenderjahr Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub.

Demnach haben Sie dieses Jahr noch den gesamten Urlaubsanspruch. Und Gehalt ist keinesfalls zurückzuzahlen.


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#2
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(15204 Beiträge, 5842x hilfreich)

es ist ja eine ziemlich komplexe situation, die du schilderst.
mir stößt als erstes auf, dass ständig pläne geändert werden bzw. dass du keine bekommst. da wäre der punkt, dass du auf einsatzplänen bestehst. dann ist auch klar, wann du zu arbeiten hast und wann frei.
es geht nicht an, dass der unternehmer sein unternehmerisches risiko auf die beschäftigten abwälzt. das tut er aber, wenn er dich zu deinen lasten nach hause schickt, wenn nichts zu tun ist. solche minusstunden dürfen nicht dir angelastet werden. das alles müsste aber sauber auseinandergefiselt werden.
12-stunden-schichten gehen überhaupt nicht.
zum urlaub hat hamburgerin schon das wichtigste gesagt.

ich möchte dir raten, sauber tagebuch zu führen, tag um tag, um die die dinge umfassend zu dokumentieren. denn im ernstfall musst du beweisen, was du vorbringst.
ein weiterer rat: werde mitglied in der gewerkschaft.

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2x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
valente
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 5x hilfreich)

Hallo Hamburgerin , Danke schon mal für die Infos bezüglich des Urlaubs ! Und dass ich das Geld nicht zurückzahlen muss , beruhigt mich ungemein und macht mir die Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit Vertragsablauf einfacher . Wo steht denn , dass man nicht zurückzahlen muss ?
Ja , es besteht ein Arbeitsvertrag mit Vereinbarung eines Gleitzeitkontos .

Lieber Blaubär ,

deinen Vorschlag mit dem Tagebuch habe ich Gott sei Dank von Beginn an befolgt , habe alle Dienste und Pausen notiert und auch , wann ich selbst um Dienste gebeten habe und was dabei herauskam .

Liebe Grüße
Valente


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2x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17785 Beiträge, 8024x hilfreich)

BGB
Wie Sie die Situation beschreiben, ist der Arbeitgeber in Annahmeverzug geraten.

BGB
§ 615
Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko.Kommt der Dienstberechtigte mit der Annahme der Dienste in Verzug, so kann der Verpflichtete für die infolge des Verzugs nicht geleisteten Dienste die vereinbarte Vergütung verlangen, ohne zur Nachleistung verpflichtet zu sein.

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#5
 Von 
valente
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 5x hilfreich)

Hallo Ihr Lieben , ich muss noch mal was nachfragen in dieser Sache ...

habe meinen AV noch mal durchgelesen und das steht gar nichts von Arbeitszeitkonto geschrieben , nur dass es Gleitzeit gibt . 40 Stunden in 6 Tagen sind vereinbart und auf welchen Tarif sich der Vertrag bezieht , steht nirgends .

Ich muss aus diesem Arbeitsverhältnis dringend raus , weil ich nicht mehr kann - bin jetzt 15 Tage am Stück eingeteilt und mein seit 6 Wochen angekündigter Termin beim Arbeitsamt wurde mir ganz kurzfristig untersagt - ich wurde dann trotzdem eingeteilt .

Ist das überhaupt möglich , auszusteigen trotz Befristung und welche Konsequenzen hätte das für mich ?

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