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Arbeitszeugnis - gut oder schlecht?

1. Juli 2011 Thema abonnieren
 Von 
Zeugnisfrage
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 6x hilfreich)
Arbeitszeugnis - gut oder schlecht?

Hallo,

kann mir vielleicht jemand etwas zu meinem Arbeitszeugnis sagen? Ist das gut oder schlecht oder mittelmäßig? Sind Formulierungen enthalten, die so gar nicht "gehen"?

Vielen Dank schonmal im Voraus.

Hier nun das Zeugnis:

Frau XY, geboren am xy in xy, war vom xy bis zum xy als Pharmareferentin für unser Unternehmen tätig. Während dieser Zeit arbeitete Frau xy für unseren Kunden xy im Apotheken Außendienst.

Zu Beginn ihrer Tätigkeit nahm xy erfolgreich an der Produkt- und Verkaufsschulung bei der xy xy teil. Danach besuchte sie Apotheken im Gebiet xy.

Zu den Hauptaufgaben von xy gehörten:

- Verkauf der xy Produkte nach Vorgabe des Unternehmens
- Erreichung des vereinbarten Verkaufs- und Umsatzziele im Gebiet
- Steigerung der Direktumsätze und Neukundengewinnung nach Zielvorgabe
- Analyse des zugeteilten Gebiets nach Potential, Umsatz und anderer relevanten Kriterien
- Sicherstellung der Einhaltung betrieblicher und gesetzlicher Rahmenbedinungen beim Verkauf der Produkte
- Etablierung und Konsolidierung des xy-Images im Gebiet
- Durchführung von Veranstaltungen und Vorträgen zur Imagebildung und Umsatzerweiterung bei definierten Zielgruppen
- Planung und Kontrolle des Gebiets-Budgets

Frau xy fand sich in ihrem jeweiligen Arbeitsgebiet schnell zurecht. Dank ihrer guten Auffassungsgabe überblickte sie komplexe Zusammenhänge sofort. Es gelang ihr, eine gute und tragfähige Beziehung zu ihren Kunden aufzubauen. Durch gezielte Selektion, verantwortungsvolle Umsetzung der Unternehmensstrategien sowie Fleiß und Hartnäckigkeit erzielte sie Umsatzzuwächse bei den besprochenen Präparaten und Produkten. Sie arbeitete selbständig und pünktlich. Sie erledigte die ihr übertragenen Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit.

Ihr Verhalten gegenüber Kunden, Vorgesetzten und Kollegen war einwandfrei.

Das Arbeitsverhältnis mit xy endet auf eigenen Wunsch mit Ablauf des xy. Wir danken Frau xy für die Zusammenarbeit und wünschen ihr auf ihrem weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und viel Erfolg.

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
kriegsrat
Status:
Praktikant
(540 Beiträge, 174x hilfreich)


na ja, so um die note 4, würde ich insgesamt sagen

"zur vollen zufriedenheit" ist eine 3
"verhalten zu....einwandfrei" eher eine 4

um nur mal einen punkt herauszunehmen:

Schlußformel: man dankt dir für die zusammenarbeit (geht ja noch),
bedauert aber nicht, daß du gehst (schlecht) und wünscht dir auf deinem weiteren berufs-und lebensweg alles gute und viel erfolg (schlecht, es fehlt ein "weiterhin")

eine "miese" schlußformle zieht das gesamte zeugnis noch weiter runter.................









-----------------
""

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Zeugnisfrage
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 6x hilfreich)

Hallo,

aha. Danke schön schonmal für die rasche Antwort.

Was wäre denn besser? Zur vollsten Zufriedenheit?

Und haben Sie irgendwelche Formulierungen gelesen, die auf etwas verschlüsseltes hindeuten?

"Frau xy fand sich in ihrem jeweiligen Arbeitsgebiet schnell zurecht. Dank ihrer guten Auffassungsgabe überblickte sie komplexe Zusammenhänge sofort." - das finde ich zum Beispiel, klingt irgendwie komisch. Oder irre ich mich?

Viele Grüße!

4x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30192 Beiträge, 9438x hilfreich)

Also, als jemand der selbst ab und an mal Zeugnisse aussetellt muß ich mal eins dazu sagen:

Ich finde, dass mittlerweile reichlich paranoid auf Zeugnisse reagiert wird. Was soll man als AG noch schreiben?

Auf diese ganzen Code-Formulierungen "zu unserer vollen, oder vollsten, oder übervollen, oder wie auch immer... wird viel zu viel Wert gelegt. Nach dem Buch X vom Arbeitspsychologen "Schaffdichtot" ist Formulierung A besser als Formulierung B, Buchautor Prof. Y sieht das aber genau gegenteilig usw. usw.

Alles kokolores meiner Meinung nach. Wenn ich ausdrücken will das ich "vollends" zufrieden war, schreibe ich "zur vollen Zufriedenheit" voll ist voll, voll kann man sprachlich nicht steigern. Ein Faß ist voll und kann nicht "vollst" sein, allenfalls wird es "übervoll".

-----------------
"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

2x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30192 Beiträge, 9438x hilfreich)

quote:
Dank ihrer guten Auffassungsgabe überblickte sie komplexe Zusammenhänge sofort." - das finde ich zum Beispiel, klingt irgendwie komisch.


Was soll daran komisch sein? Sie erkennen -auch komplexe- Zusammenhänge.

Im Gegensatz zu Dumpfbacke X, der nicht erkennt, dass z.B.(!) seine Handlung X an Stelle A, die Wirkung Y an Stelle B auslöst.



-----------------
"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Zeugnisfrage
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 6x hilfreich)

@ Streetworker:

*Lach*

Ja, nun - ich finde das auch alles irrsinn und Quatsch. Eigentlich noch schlimmeres als das. Ich bin ein Freund der klaren Worte - und deswegen macht mich der Verschlüsselungsirrsinn ja so wahnsinnig! Warum kann man nicht einfach schreiben, was man meint - und gut ists. Und wenn man jemanden ******* fand, dann kann man das demjenigen zum einen vorher mitteilen und zum anderen dann auch halbwegs klar formulieren.

Ich will nur meinen neuen tollen Job nicht gleich wieder verlieren, weil ich zum Arbeitsbeginn ein schlechtes Zeugnis mitbringe.

Viele Grüße!

1x Hilfreiche Antwort


#7
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5011 Beiträge, 2523x hilfreich)

quote:
Ich finde, dass mittlerweile reichlich paranoid auf Zeugnisse reagiert wird. Was soll man als AG noch schreiben?


Die Schuld muss man hier aber meines Erachtens eindeutig bei den Gerichten und zum Teil auch bei den AGs suchen, da jedem AN ein wohlwollendes Zeugnis zusteht.

Wenn schon ansatzweise mit den "Zeugniscodes" formuliert wird, dann muss man diese auch kennen und nutzen. Oder es wird bewusst passend für Note 4 geschrieben.


quote:
Wenn ich ausdrücken will das ich "vollends" zufrieden war, schreibe ich "zur vollen Zufriedenheit" voll ist voll, voll kann man sprachlich nicht steigern. Ein Faß ist voll und kann nicht "vollst" sein, allenfalls wird es "übervoll".




Es ist aber nun mal Tatsache, dass sich diese albern übertriebenen Formulierungen als Standard etabliert haben. Einen Nobelpreis für Literatur bekommt man dafür sicherlich nicht.


Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann würde man auf die Zeugnisse zukünftig ganz verzichten.

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Zeugnisfrage
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 6x hilfreich)

@realmandozer:

Habe ich behauptet, dass ich keine 4 war? Ich habe lediglich die Leute hier gefragt, in welchem Rahmen sich das Zeugnis bewegt.

War ich aber nicht. Also eine 4. Ich hatte leichte Querelen zum Schluss. War über einen Dienstleister eingestellt, was so etwas ist wie eine Zeitarbeitsfirma. Nicht die besten Voraussetzungen.

1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30192 Beiträge, 9438x hilfreich)

@1000 kleinesachen

Hast ja Recht. Ich bin nur so angepi**t, weil ich mich selbst immer mit diesen blöden Codes rumschlagen muß, wenn ich mal ein Zeugnis schreibe. Nicht etwa, weil ich sie verwende, sondern um sicherzustellen, dass nicht eine meiner Formulierungen -die eigentl. super-positiv gemeint sind- nach der Ansicht irgendeines Prof. Dr. Prügelpeitsch ganz was anderes bedeuten.

Neul. hätte ich fast mal geschrieben: "Er kam oft pünktlich zum Dienst" :) :) :)

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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
guest-12311.06.2018 09:37:31
Status:
Bachelor
(3691 Beiträge, 1409x hilfreich)

Ja, diese Zeugnissprache ist Mist, von debilen Personalern auf die Spitze getrieben, damit sie sich wenigstens in irgendwas besonders auskennen.

Passend zur Rechtsforum ist aber auch der Hinweis richtig, daß wegen des Arbeitsrechts bzw. der Rechtsprechung solche Blüten entstehen. Wohlwollend und offen geht eben oft nicht gleichzeitig, also arbeitet man mit Formeln, deren negative Bedeutung nicht offensichtlich ist, also auch gerichtlich standhalten. Denn vor dem Arbeitsgericht ist der AG regelmäßig im Nachteil.

Zur OP: Alles Gute für den neuen tollen Job, der vorzugsweise nicht im Pharmaaußendienst ist. Wenn der neue AG mit Ihnen zufrieden ist, wird so ein Zeugnis hoffentlich kein Unglück bringen.

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"Verschiebe nicht auf morgen, was Du auch übermorgen noch erledigen kannst."

1x Hilfreiche Antwort

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