Arbeitszeugnis - ist das gut oder schlecht?

6. April 2023 Thema abonnieren
 Von 
Fkyong
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)
Arbeitszeugnis - ist das gut oder schlecht?

Liebe Gemeinde,

mir gefällt mein Arbeitszeugnis und so wie es geschrieben ist nicht. Wo seht ihr negative oder nicht so gute Bewertungen und was sollte der AG anders schreiben? Ich habe mit "X" einmal anonymisiert. Vielen Dank für eure Info:

Herr xKx, geboren am xx.xx.xxxx in x, war seit dem 00.00.2020 in unserem Unternehmen in X als X für unsere Software X in den Regionen Belgien, Deutschland, Niederlande, Schweiz und Österreich tätig.

Die Firma X ist ein mitteständisches, weltweit tätiges Unternehmen mit Schwerpunkt in den Bereichen Entwicklung und Vertrieb von XSoftware mit Sitz in X.

Herr xKx war in seiner Tätigkeit in unserem Haus mit verantwortlich für den Bereich X. Zum Aufgabenbereich von Herrn xKx gehörten insbesondere:

-Implementierung von XSoftware auf unterschiedlicher Hard- und Software
-Erstellung von technischer und vertrieblicher Produktdokumentation (z.B. White Papers, Wiki Pages)
-Unterstützung der X Qualitätssicherung in sicherheitsrelevanten Bereichen (z.B. IStorage, Authentifizierung, Autorisierung, Lizenzierung
-Schulung von Kunden zur XSoftware (z.B. Webinare, Workshops)
-Beratung von Unternehmen zur Datensicherung gemäß der DSGVO und den BSI-Richtlinien
-Erstellung von Tools zum Zwecke des Kunden- und Partner Enablement (z.B. Forum, Homepage, Videos)
-Customer Calls zur Kundenbetreuung und -gewinnung

Herr xKx zeigte eine hohe Leistungsbereitschaft und Eigeninitiative. Er führte die Aufgaben mit großen Elan aus und realisierte die selbst gesetzten Ziele. Er identifizierte sich immer voll mit seinen Aufgaben und dem Unternehmen. Sein umfassendes Fachwissen und seine langjährige Berufserfahrung setzte Herr xKx permanent ein. Neben seiner fachlichen Qualifikation ist besonders sein Geschick im Umgang mit den Kunden hervorzuheben.
Er ist ein verantwortungsbewusster und zuverlässiger Mitarbeiter. Sein Arbeitsstil zeichnet sich durch einen hohen persönlichen Einsatz aus. Zu seinem Qualifikationsprofil gehört auch ein sehr gutes Analyse- und Urteilsvermögen, sowie fachliche Kommunikationsstärke.
Auch bei hohem Termindruck verschaffte sich Herr xKx stets zuerst einen Überblick und handelte ruhig und besonnen. Dank seiner guten Auffassungsgabe realisierte Herr xKx stets gute Lösungen.

Die anspruchsvollen Aufgaben erledigte Herr xKx zu unserer vollsten Zufriedenheit. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kollegen war einwandfrei.

Bei unseren Vertriebspartnern und Kunden genoss er wegen seiner hohen Kompetenz und sein souveränen Auftretens ein sehr hohes Ansehen.

Wir bedanken uns bei ihm für die sehr guten Leistungen in den vergangenen Jahren.

Ort, den xx.xx.xxxx

Unterschrift



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17 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
AR377
Status:
Praktikant
(945 Beiträge, 260x hilfreich)

Zitat (von Fkyong):
Die anspruchsvollen Aufgaben erledigte Herr xKx zu unserer vollsten Zufriedenheit.
Note sehr gut.

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#2
 Von 
Fkyong
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank. Mir fehlte oftmals das "stets" in der Anführung, z.B.:

Die anspruchsvollen Aufgaben erledigte Herr xKx stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.

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#3
 Von 
guest-12315.09.2023 08:23:49
Status:
Junior-Partner
(5465 Beiträge, 927x hilfreich)

Das Zeugnis ist gut bis sehr gut, lass es einfach so.

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#4
 Von 
Holperik
Status:
Praktikant
(542 Beiträge, 177x hilfreich)

Also „sehr gut" würde ich da nicht sehen, dazu fehlt einfach zu oft „stets" . Insgesamt liest es sich nicht schlecht, ich würde Fachwissen bei 1-2 einordnen, Verhalten ggü. Vorgesetzten und Kollegen bei 2-3, vorallem was die Zusammenarbeit angeht. Hier scheint es so zu sein, dass sie gerne das machen, was sie sich selbst aussuchen und das andere eher nicht so, bzw. sie machen die Aufgaben vom Ergebnis her so, wie sie meinen, nicht was der Vorgesetzte möchte, jedenfalls scheint das ein Thema gewesen zu sein, was auch ihr Verhalten nur als „einwandfrei" , nicht als „stets einwandfrei" erklärt. Zudem ist die Formulierung „Geschick" zumindest fragwürdig. Was soll das sein, haben sie die Kunden verarscht?
Ob sie bei dem Zeugnis aber was rausholen, wenn sie das anmerken, sie dahingestellt. Anspruch haben sie erstmal nur auf eine 3, und dieses Zeugnis ist auf jeden Fall besser.
Wichtig bei Zeugnissen ist aber vorallem auch die Vollständigkeit der Aufgaben, das sollten sie auf jeden Fall nachbessern lassen, wenn da was fehlt. Letztlich weis auch jeder AG, dass die Beurteilungen schwanken können, wenn aber Aufgaben in dem Tätigkeitsbereich fehlt, werden Sie ggf. gar nicht erst eingeladen.

-- Editiert von User am 6. April 2023 14:06

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#5
 Von 
guest-12315.09.2023 08:23:49
Status:
Junior-Partner
(5465 Beiträge, 927x hilfreich)

Zitat (von Holperik):
Also „sehr gut" würde ich da nicht sehen, dazu fehlt einfach zu oft „stets" .
Aber nur, wenn man einem der veralteten von alten weißhaarigen Männern erstellten Zeugnisratgebern folgt. Zum Glück sind diejenigen, die Zeugnisse lesen, jünger geworden.

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#6
 Von 
Fkyong
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Hinweise. Also das "stets" dann nicht überbewerten?
Die Aufgaben werde ich nochmal überarbeiten/überdenken. Das Verhalten gegenüber Vorgesetzten war wirklich einwandfrei und "Geschick" - werde ich nochmal einbringen mit der Bitte auf Nachbesserung.

Schöne Feiertage und danke nochmals.

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#7
 Von 
AR377
Status:
Praktikant
(945 Beiträge, 260x hilfreich)

Zitat (von Fkyong):
Die anspruchsvollen Aufgaben erledigte Herr xKx zu unserer vollsten Zufriedenheit.
Der Satz hat einen zusammenfassenden Charakter und deshalb besonderes Gewicht.

vollste = sehr gut

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#8
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17600 Beiträge, 6549x hilfreich)

Zitat (von bostonxl):
Zum Glück sind diejenigen, die Zeugnisse lesen, jünger geworden.

Wenn man das schon zur Sprache bringt, sollte auch Erwähnung finden, dass Zeugnissen nicht mehr der Wert zugemessen wird wie ehedem - Personaler widmen Zeugnissen gerade mal 'ne knappe Minute, wenn die Erinnerung mich nicht trügt.
Insgesamt ein recht ordentliches Zeugnis, scheint mir, wenn man diese Fixierung auf stets, immer &Co außen vor lässt. Da wundert mich allerdings, dass eine freundliche Schlussformel fehlt - darauf gibt es keinen Anspruch, sie würde das Bild allerdings runden.

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#9
 Von 
Fkyong
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
cht orde


Ja, die Schlussformel kenne ich auch anders, aber ich denke da habe ich überhaupt kein Anrecht, dass der GF da was anderes schreibt. Sagt zumindest Google...

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#10
 Von 
Holperik
Status:
Praktikant
(542 Beiträge, 177x hilfreich)

Ja, auf eine Schlussformel mit Bedauern, Dank und guten Wünschen für weiterhin viel Erfolg haben Sie keinen Anspruch. Und da ja mancher in diesem Forum meint, Zeugnissprache sei ja irgendwie veraltet und -ganz schrecklich- von alten weißen Männern verfasst und damit würde dies von Jüngeren anders gesehen…mag sein, ein wirkliches Argument ist das natürlich nicht, eher eine ziemlich sachfremde um nicht zu sagen peinliche Anmerkung. Denn wer ihr Zeugnis liest und wie genau, dass wissen sie nicht. Richtig ist sicher, dass der moderne Personaler diese nur überfliegt, weil er so viele am Tag lesen muss, diese vielfach schlicht geschönt sind und manch anderes. Was er aber lesen dürfte, ist der Tätigkeitsbereich, denn er muss ja geeignete Kandidaten zum Profil aussieben. Aber: danach lesen die zukünftigen Vorgesetzen ihre Unterlagen. Auch da wissen sie nicht genau, wie intensiv die das tun-da diese aber mit Ihnen später zusammen arbeiten müssen, tun sie das vielleicht genauer. Und spätestens jetzt würde ich mir Frage stellen: möchte ich mit einem (wenn auch möglicherweise althergebrachten) professionellen Zeugnis auftreten, oder was junges und dynamisches, leider mit viel Meinung und wenig Argument geschriebenen und schön „frei formulierten" Zeugnis, dass extrem viel Interpretation zulässt und Zweifel über die Bude aufkommen lässt, wo ich gearbeitet habe? Und weiter gedacht: wenn diese Bude nicht einmal ein Standardzeugnis hinbekommt, was sagt das über die Arbeit aus, die ich dort erbracht habe? Also, mir wäre da, um es mit bostonxls Worten zu sagen, „vom alten weißen Mann" lieber…

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#11
 Von 
Fkyong
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Holperik):
ssionellen Z


Sehe ich auch so. Große Firmen haben von mir eigentlich auch nie ein Zeugnis verlangt, weder beim Bewerbungsprozess noch hinterher als ich dann eingestellt wurde. Ja, diese Firma hier ist Mittelstand und leider ist hier auch HR oder die Personalführung in keiner Weise ausgebildet. Da werden eher Sätze zusammengeklebt oder von 30jährigen Abteilungsleitern irgendwo aus dem Internet kopiert.

Auch bin ich nun in einem Alter, dass ich gerade noch knapp 4 Jahre zur Rente habe und Zeugnise mir eigentlich bald egal sind. Allerdings wollte ich diess hier Ordnungshalber schon noch....einigermaßen in Ordnung haben.

-- Editiert von User am 6. April 2023 16:17

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#12
 Von 
dummfragerin
Status:
Praktikant
(770 Beiträge, 341x hilfreich)

Der Austrittstermin wird nicht genannt, das ist merkwürdig.

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#13
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16726 Beiträge, 9366x hilfreich)

Außer dem Austrittsdatum fehlt noch der Austrittsgrund ("verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch")
Wenn das fehlt, klingt es immer nach "wurde rausgeschmissen".

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#14
 Von 
Fkyong
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja, rausgeschmissen wurde ich auch wegen mangelnder Auftragslage und da fällt man als neuer auch schnell durch den Sozialfilter. Das schreibt die Firma natürlich sehr ungerne rein.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16726 Beiträge, 9366x hilfreich)

Zitat (von Fkyong):
rausgeschmissen wurde ich auch wegen mangelnder Auftragslage

Dann sollte das auch im Arbeitszeugnis stehen. Wenn da gar nichts steht, sieht das so aus, als ob der Arbeitnehmer Schuld am Rausschmiss wäre.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
Fkyong
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Dann sollte das auch im Arbeitszeugnis stehen. Wenn da gar nichts steht, sieht das so aus, als ob der Arbeitnehmer Schuld am Rausschmiss wäre.


Ich versuche das mal bei der Personalleitung anzubringen. Dankeschön.

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
throwaway_account
Status:
Schüler
(171 Beiträge, 19x hilfreich)

Das einzige was neutral und nicht positiv formuliert wurde ist doch folgendes:

"Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kollegen war einwandfrei."
Aber wenn es stimmt, dann stimmt es halt. Man muss ja nicht immer zuvorkommend sein. Ist nicht immer angebracht und sinnvoll.

-- Editiert von User am 7. April 2023 11:32

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