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Arbeitszeugniss - Anspruch auf Inhalte

2. November 2018 Thema abonnieren
 Von 
Kernell
Status:
Praktikant
(642 Beiträge, 112x hilfreich)
Arbeitszeugniss - Anspruch auf Inhalte

Ich habe bei meinem letzten Arbeitgeber zum 30. September gekündigt. Laut meinem Arbeitsvertrag war ich in der „Öffentlichkeitsarbeit" angestellt. Da ich aber vor allem in den letzten Monaten kaum noch mit Öffentlichkeitsarbeit zu tun hatte, sondern überwiegend für völlig andere Dinge eingesetzt wurde, bis hin zu Hausmeistertätigkeiten, habe ich dann frustriert gekündigt.

Da der Arbeitgeber laut eigener Aussage keine Zeit hätte, mir ein Arbeitszeugnis zu erstellen, habe ich einfach selbst eins geschrieben und es ihm zur Unterschrift vorgelegt. Das hat er dann fast zwei Monate einfach liegen gelassen oder unter Ausflüchten nicht unterschrieben. Nun habe ich schriftlich mein Arbeitszeugnis angefordert. Die Sekretärin des Geschäftsführers teilte mir daraufhin folgendes mit:

Das vorgelegte von mir geschriebene Arbeitszeugnis müsse noch verändert werden, da sollte drin stehen was ich tatsächlich gemacht habe (also keine Öffentlichkeitsarbeit). Da aber niemand weiß, was ich in den letzten Monaten so gemacht habe als es in dem Bereich der Öffentlichkeitsarbeit nichts bzw. wenig zu tun gab, könne man mir kein Arbeitszeugnis ausstellen.

Ich weiß, dass ich eigentlich einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis habe, aber so wie es jetzt aussieht bekomme ich keins mit der Begründung, dass ja niemand weiß, was ich eigentlich im Unternehmen gemacht habe.

Habe ich einen Anspruch darauf, nicht nur ein Arbeitszeugnis zu erhalten, sondern dass auch drinsteht, dass ich in dem Bereich gearbeitet habe, für den ich immerhin laut meinem Arbeitsvertrag nachweislich angestellt war? Kann ich mich erfolgsversprechend dagegen wehren, dass die mir reinschreiben, dass ich Hausmeistertätigkeiten gemacht habe oder gar, dass sie nicht wissen was ich gemacht habe? So ein Arbeitszeugniss wäre für meinen Lebenslauf ja eher schlecht bis sehr schlecht.

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11824 Beiträge, 3153x hilfreich)

Zitat (von Kernell):
Ich weiß, dass ich eigentlich einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis habe, aber so wie es jetzt aussieht bekomme ich keins mit der Begründung, dass ja niemand weiß, was ich eigentlich im Unternehmen gemacht habe.


Sie haben einen Anspruch und den sollten SIe auch durchsetzen. Die Erklärung, man wissen nicht was Sie eigentlich getan haben greift nicht.

Zeugnis nochmals hinschicken und mitteilen, dass man sonst das Arbeitsgericht bemühen würde. Sie haben ja auch (zumindest anfangs) Öffentlichkeitsarbeit geleistet, also wäre der Anspruch auch vor Gericht durchzusetzen. Nicht vergessen dem AG eine Frist zu setzen zur Erledigung.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(25292 Beiträge, 4796x hilfreich)

Zitat (von Kernell):
Ich weiß, dass ich eigentlich einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis habe
Moin, du kannst schriftlich ein qualifiziertes Arbeitszeugnis verlangen. Darin müssen alle Tätigkeiten beschrieben werden, die zu deiner Stelle gehörten.
Dein ehemaliger AG stellt sich selbst in ein schlechtes Licht, wenn er einen MA für Ö dann als Hausmeister beschäftigt.

-- Editiert von Anami am 02.11.2018 11:11

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
peter.schwarm
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 5x hilfreich)

Wahnsinn was sich manche Arbeitgeber herausnehmen. Definitiv hast du das Recht. Wie meine Vorredner schon meinten solltest du auf dein Recht bestehen. Inwieweit man drohen muss kannst du ggf. besser einschätzen. Bei manchen ist es nötig, eröffnet aber auch immer die nächste Eskalationsstufe. Das wichtigste ist alles schriftlich zu machen, Fristen zu setzen. aber auch selbst einzuhalten:

https://www.zeugnisprofi.com/ressourcen/arbeitszeugnis-anfordern/

Wie du nachlesen kannst sind die Fristen nicht eindeutig, aber es gibt zumindest Fristen die definitiv dazuführen, dass dir diesbezüglich nichts vorgeworfen werden kann.
Sobald du dich an die hälst bist du denke ich auf der sicheren Seite, auch wenn es zu einem Rechtsfall wird.

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