Aufhebungsvertrag - Wie hoch kann ich in so einem Fall pokern?

27. Dezember 2003 Thema abonnieren
 Von 
tockel13
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)
Aufhebungsvertrag - Wie hoch kann ich in so einem Fall pokern?

Hi,

10 Jahre arbeite ich als Filialdirektor bei einer Großbank. Vor 2 Wochen eröffnete man mir, daß man sich von mir trennen will. Hintergrund:Habe zum ersten Mal eine interne Richtlinie zur Kreditvergabe mißachtet. Der Bank kann aus diesem Kredit kein Schaden entstehen. Mein Vergehen: Ich habe diesen Kredit im 2-Augen-Prinzip entschieden und war mir sicher, dass ich das durfte. Habe mich aber vertan: 4-Augen-Prinzip wäre richtig gewesen.

Hunderte Kredite habe ich vergeben - nie gab es Anlaß für Beanstandungen. Mein letzter Chef sagt: So eine Personalakte wie Ihre habe ich noch nie gesehen: So lange verantwortlich tätig, und nicht eine einzige negative Beurteilung, Ermahnung, Abmahnung oder sonstiges.

Trotzdem: Mich hat es erwischt und ich pokere nun um die Höhe der Abfindung. Ein halbes Monatsgehalt pro Jahr der Betriebszugehörigkeit bietet man mir an, was ich als Frechheit empfinde.

Meine Frage: Wie hoch kann ich in so einem Fall pokern? Hat wer Erfahrung??

Vielen lieben Dank im Voraus.

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16 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
rama123
Status:
Schüler
(166 Beiträge, 45x hilfreich)

kein arbeitgeber wird einem guten arbeitnehmer bei nur einem pflichtverstoss die auflösung des arbeitsverhältnisses anbieten, es ist daher wahrscheinlich, dass auch andere dinge berücksichtigt werden - vielleicht eine filialschliessung ?
die angebotetene abfindung ist normal und wird ab dem 1.1.04 gesetz für betreibsbedingte kündigungen; ergo: ganz massiv weiterverhandeln, um zumindest 0,75 gehälter pro beschäftigungsjahr zu erhalten; ein anwalt hilft.

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#2
 Von 
Frank-peter
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,
hier ist dringend geboten einen Anwalt zu Rate zu ziehen.
Da es sich hier dazächlich um einen vorgeschobenen Grund für etwas anderes zu handeln scheint.
Bei Abfindungen ist in jedem Fall damit zu rechnen das daß Arbeitsamt sie anrechnet.
SGB III - Arbeitsförderung -
Viertes Kapitel,Leistungen an Arbeitnehmer
Achter Abschnitt,Entgeltersatzleistungen
Zweiter Unterabschnitt,Arbeitslosengeld
Fünfter Titel,Minderung des Arbeitslosengeldes,
Zusammentreffen des Anspruchs mit sonstigem Einkommen und Ruhen des,Anspruchs,§ 143a
12 Wochen Sperre folgen auch noch.
(http://www.bma.bund.de/download/gesetze_web/gesetze.htm#sgb03/sgb03x143.htm).

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#3
 Von 
Konfuzius
Status:
Frischling
(42 Beiträge, 7x hilfreich)

http://www.finanztip.de/cgi-bin/rg/rgjobn.cgi?titel=aufhebung

-----------------
"Reiskörner fallen nicht vom Himmel"

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#4
 Von 
Sokrates
Status:
Frischling
(33 Beiträge, 2x hilfreich)

Eines vorab: der von ihnen geschilderte Sachverhalt kann nicht im Ansatz eine (verhaltensbedingte) Kündigung rechtfertigen!

Mit anderen Worten: Sie (!) sitzen am längeren Hebel. Im Zweifel lassen sie es auf eine Kündigung ankommen und erheben (innerhalb von drei Wochen nach Zugang) beim ARbeitsgericht Kündigungsschutzklage. Im Rahmen der Güteverhandlung können sie dann immer noch die einvernehmliche Aufhebung des ARbeitsverhältnisses regeln.

Im RAhmen der Verhandlungen des Aufhebungsvertrages haben sie alle Karten in der Hand: ein halbes Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr ist grundsätzlich Standard.

Je weniger an einer Kündigung dran ist, desto höher die Abfindung. Im Übrigen spielen auch andere Faktoren eine Rolle: Kinder? Familie? Alter? Betriebliche Stellung? Kündigungsfristen?

Ohne Prüfung weiterer Einzelheiten: Pro Beschäftigungsjahr hier minimum (!) halbes Bruttomonatsgehalt.

Passen sie übrigens auch auf die Sperrzeit seitens Arbeitsamt auf...!

Erfolgreiche Verhandlungen.

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#5
 Von 
tockel13
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Erstmal vielen lieben Dank für Eure Antworten :-)

Alles ist im Fluss, aber die Entscheidung naht + ich werde selbstverständlich sofort berichten :-)

Gruss, Tockel

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#6
 Von 
tockel13
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Jetzt wird's spannend: Habe selbst einen Aufhebungsvertrag entwerfen lassen und dem AG zur Verfügung gestellt. Antwort: Völlig inakzeptabel. "Rechnen Sie damit, dass Sie umgehend zum Kundenbetreuer degradiert und versetzt werden in eine andere Filiale".

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#7
 Von 
Sokrates
Status:
Frischling
(33 Beiträge, 2x hilfreich)

Das wäre dann eine Änderungskündigung, die auch innerhalb von 3 Wochen vor dem ArbG angegriffen werden müßte...

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#8
 Von 
tockel13
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Hi,

gestern Anruf vom voellig ueberforderten Betriebsrat: "Ich soll Ihrer Versezung zustimmen und werde das tun". Werde ich nun in eine andere Filiale versetzt. Ohne Führungsverantwortung. Was aber ausdrücklich in meinem Arbeisvertrag steht. Grund für die Versetzung laut Betriebsrat: "Andere Gründe".

Sehe ich das richtig, dass ich darüber nur lachen kann? Wird eine Einstweilige Verfügung Erfolg haben?

Vielen lieben Dank im Voraus für Eure Antworten hierzu :-)

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#9
 Von 
Frank-peter
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,
was ist das für ein Betriebsrat den ihr da habt.
Liest man mal den § 99 BetrVG Mitbestimmung bei personellen Einzelmaßnahmen, so hat de AG dem Betriebsrat mitzuteilen wie die neue Stelle auf die du versetzt werden sollst,aussehen wird.
In der Regel ladet der Betriebsrat den Mitarbeiter ein um ihm die Veränderung mitzuteilen und ihn zu beraten welche Möglichkeiten er hat.
Persönlich denke ich kann der Betriebsrat die Versetzung sogar ablehnen,da du mit der Versetzung gegenüber deinem Abeitsvertrags und gegnüber anderen, gleichwertig eingestellten Arbeitnehmern, benachteiligt wirst, wenn du auf der neuen Selle nicht mehr Filialleiter bist.
Und noch eins. Der wegfall einer Kerntätigkeit,die durch en Arbeitsvertrag begründet ist, ( eingestellt als Filialleiter-
Filialleitung fällt weg) bedarf einer Änderungskündigung.



-----------------
"F.Sch"

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#10
 Von 
tockel13
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

heute bekam ich die volle Breitseite vom Arbeitgeber: 3 Abmahnugnen (alle im Zshg. mit dem einen Kredit), Streichung meiner Kreditvollmacht auf 0 und Versetzung zum 1.2. als normaler Kundenbetreuer in eine andere Filiale.

Frage: Kann ich gegen die Versetzung mittels Einstweiliger Verfügung vorgehen? Wie reagiert man auf ungerechtfertigte Abmahnungen? Gibt es dazu Fristen?

Gruss, Tockel

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#11
 Von 
IBJ
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 17x hilfreich)

Na dann aber zum Rechtsanwalt!

Habe hier nur mitgelesen, weil Änderungskündigung bei uns gerade ein aktuelles Thema ist. Wir haben einen guten Anwalt für Arbeitsrecht, und genau einen solchen sollten Sie nun unbedingt aufsuchen.

Viel Erfolg!

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
MarionH
Status:
Schüler
(366 Beiträge, 95x hilfreich)

Für den AN gibt es keine Frist, auf eine Abmahnung zu reagieren - man kann eine Gegendarstellung auch erst beim Gericht bei z. B. einer verhaltensbedingten Kündigung einreichen.

Auf Grund der Sachen, die im Vorfeld geschehen sind, würde ich aber auf jeden Fall sofort zum Rechtsanwalt gehen!!!

Viel Glück

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#13
 Von 
tockel13
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für Eure mails :-) Ich war also jetzt beim Anwalt: Sieht ja gar nicht schlecht aus, was man so alles dagegen unternehmen kann.

Näheres später :-)

Gruss, Tockel

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
tockel13
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

ab jetzt wird zurück geärgert. So ein Arbeitsrechtler ist ja mal extrem zu empfehlen in einer Situation wie der meinen zur Zeit: Ein einziges Schreiben an den Arbeitgeber genügte jedenfalls schon mal, um dort wieder verhandlungsbereit zu sein :-)

Würde gern mehr erzählen, aber wer weiss schon, wer gerade mitliest ;-)

Später mehr.

Viele Grüße

Tockel

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
tockel13
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Hi,

was lange währt...

Wir haben meinen Arbeitgeber verklagt. Übersendung der Klageschrift ans Arbeitsgericht und an den Arbeitgeber. Dieser kriegte zeitgleich ein Schreiben wegen der Möglichkeit der Klagezurückziehung bei aussergerichtlicher gütlicher Einigung.

Ging dann ganz schnell: Der Aufhebungsvertrag wurde zu 95% so akzeptiert, wie ich das wollte. Unterschrift des Arbeitgebers einen Tag vor dem Gütetermin :-)

Die Gebühren für den Anwalt zahle ich locker aus der Abfindung, die mehr als doppelt so hoch ist, wie zuerst vom Arbeitgeber angeboten :-)

Tschoe, Tockel

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
kobold
Status:
Schüler
(319 Beiträge, 28x hilfreich)

Glückwunsch !

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