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Ausbildung endet

 Von 
ADEV
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Ausbildung endet

Hallo zusammen,

ich hoffe hier kann mir schnell geholfen werden!

zuerst einmal die Ausgangssituation:

Ich bin aktuell Auszubildender in einem Unternehmen und habe meine schriftlichen Prüfungen bereits hinter mir ich habe am Donnerstag 13.07.2017 meine mündliche Prüfung und bekomme an diesem Tag auch meine Prüfungsergebnisse vom Prüfungsausschuss mitgeteilt.
Mein Ausbildungsvertrag läuft bis 31.08.2017.
Laut BBIG §21,2 ist das Ausbildungsverhältnis vorläufig beendet wenn die Prüfung bestanden ist. Und die Ergebnisse bekannt gegeben wurden.
Aktuell habe ich von meinem Unternehmen noch keinerlei Informationen, ob ich nach meiner Ausbildung übernommen werde. Ich habe mich aus diesem Grund im Internet ein klein wenig schlau gemacht und bin auf den §24 BBIG gestoßen.
Dort steht nach meinem Verständnis drin, dass wenn ich am Freitag 14.07.2017 wie gewohnt in den Betrieb gehe, die Ergebnisse vorlege (Angenommen die Prüfung ist bestanden), dann an meinen Arbeitsplatz gehe und meiner gewohnte Tätigkeit nachgehe, ich einen unbefristeten Arbeitsvertrag habe.

Meine Fragen dazu sind jetzt Folgende:

Bin ich dann wirklich unbefristet angestellt oder muss mein Arbeitgeber zuerst "realisieren" dass ich bestanden habe und immer noch im Betrieb Arbeite "ohne schriftlichen Vertrag". Also ob diese "weiterarbeit" aus §24 eine zeitliche Begrenzung hat.

Angenommen ich bin dann wirklich unbefristet angestellt:

Kann mein Arbeitgeber dagegen Vorgehen? z.B. Am Montag 17.07.2017 Kündigen oder einen befristeten Vertrag aushändigen.

Gibt es dann trotzdem noch eine Probezeit? Da es im Grunde genommen eine Weiterbeschäftigung ist und die Probezeit schon zu Beginn der Ausbildung absolviert wurde.

Muss mein Arbeitgeber mir dann einen schriftlichen Arbeitsvertrag aushändigen? Da Vergütung Urlaub Arbeitszeit sich nach der Ausbildung alles ändern könnte.


Ich hoffe mir wird schnell geholfen, denn mein Betrieb gibt mir keine Auskunft ob ich übernommen werde oder nicht.


Danke schon einmal im Voraus!


ADEV

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Probezeit Ausbildung Arbeitsplatz Betrieb


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(32392 Beiträge, 12720x hilfreich)

Natürlich muss der Arbeitgeber erst einmal realisieren, dass Du die Ausbildung beendet hast, was denn sonst?

wirdwerden

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#2
 Von 
ADEV
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo wirdwerden,

vielen Dank für deine Antwort.

Zitat (von wirdwerden):
Natürlich muss der Arbeitgeber erst einmal realisieren, dass Du die Ausbildung beendet hast, was denn sonst?

wirdwerden

Die Frage ist was für ein zeitlicher Faktor dahinter steckt.

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#3
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17737 Beiträge, 7916x hilfreich)

Dazu gibt es keine gesetzliche Vorgabe.
Aber sowieso gilt: Wenn die Anstellung vom Arbeitgeber nicht gewünscht ist, dann dürfte sie ungefähr genau so lange dauern wie die Kündigungsfrist. Dafür lohnt sich der Stress wohl eher nicht.
Hier wäre es doch wirklich besser, mal zu fragen, wie es mit der Weiterbeschäftigung aussieht und bei Ablehnung neue Wege zu suchen.

Signatur:Nur wer sich bewegt, hört seine Ketten rasseln.
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#4
 Von 
Heiserkeit
Status:
Lehrling
(1496 Beiträge, 542x hilfreich)

Zitat (von altona01):
Aber sowieso gilt: Wenn die Anstellung vom Arbeitgeber nicht gewünscht ist, dann dürfte sie ungefähr genau so lange dauern wie die Kündigungsfrist. Dafür lohnt sich der Stress wohl eher nicht.

Wie ein potenzieller neuer Arbeitgeber diese Kündigung bewertet, kann man sich vermutlich denken.

Desweiteren sollte man sich bewusst sein das es sehr gut sein könnte, das ein potenzieller neuer Arbeitgeber (bzw. der Personaler) mal beim alten Arbeitgeber anfragt wieso der Arbeitnehmer gekündigt wurde u. je nach Branche u. Region kann das schon das Karriere-aus bedeuten.

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#5
 Von 
fb367463-2
Status:
Schlichter
(7427 Beiträge, 3004x hilfreich)

Über die Zeitdauer gibt es tatsächlich unterschiedliche Auslegungen. Allen ist jedenfalls gemeinsam, dass es sich bei der "bemerkenden" Personen um eine Person in leitender Position handeln muss. Wenn also nur deine Kollegen feststellen, dass du da bist und weiter arbeitest, wird das überhaupt nichts. Es müsste schon ein Chef, hier am besten sogar ein Chef mit Personalverantwortung sein, der realisiert dass dein Arbeitsvertrag zu Ende ist und du trotzdem weiter arbeitest und er das hinnimmt.

Ist es dazu gekommen, dann gilt eigentlich dein Arbeitsvertrag unbefristet weiter. Du musst im Nachgang keinen anderen oder befristeten Arbeitsvertrag unterschreiben. Das würde aber bei wörtlicher Auslegung dazu führen, dass du schlimmstenfalls für dein Ausbildungsgehalt weiter beschäftigt wirst. Eine Automation, dass es dann zu so einer Art Gehaltszahlung "für Personen mit Ausbildung" kommt, gibt es meines Wissens nach nicht. Du müsstest dann, wenn es tatsächlich dazu käme, gerichtlich eine Gehaltszahlung einklagen, die deiner Position und deiner Erfahrung und Ausbildung nach angemessen ist.

Als letztes gilt, dass jeder Arbeitgeber einen Arbeitnehmer, der ihm nicht passt, früher oder später los wird. Es ist dann halt einfach eine Frage der Mittel, die dafür eingesetzt werden.

Also alles in allem: Besser jetzt schon fragen, wie bereits geraten wurde.

Signatur:"Valar Morghulis"
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#6
 Von 
guest-12331.10.2017 22:18:45
Status:
Praktikant
(696 Beiträge, 304x hilfreich)

Zitat (von fb367463-2):
Art Gehaltszahlung "für Personen mit Ausbildung" kommt


Dieses Gehalt muss dem Mindestlohn entsprechen. 450€ bei einem Vollzeitjob ist somit nicht drin.

Ansonsten gilt §625 BGB sowie §611 , 612 BGB für die Gehaltsansprüche.

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