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Ausbilung - Fristlose Kündigung zurückgezogen

2. Dezember 2014 Thema abonnieren
 Von 
Eichi
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Ausbilung - Fristlose Kündigung zurückgezogen

Guten Abend zusammen,

ich muss leider etwas ausholen, um meinen Fall nachvollziehen zu können ohne dass einem Jeden von euch die Fragezeichen in den Augen stehen. :)


Noch bin ich 27 Jahre alt und habe im April meine Ausbildung zum Informatikkaufmann begonnen - vor zwei Jahren etwa habe ich bereits eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, es handelt sich also um eine zweite Ausbildung.

Am 27.10.2014 (datiert auf den 22.10.) habe ich ein Einschreiben (Abmahnung) erhalten, in dem dargelegt wird, dass ich laut deren Erkenntnis bis zum 15.10.2014 krankgeschrieben bin und ihnen seit diesem Datum nicht bekannt ist, ob ich weiterhin krank geschrieben bin (obwohl ich alles telefonisch UND per E-Mail (samt Scan von der AU-Bescheinigung) mitteilte.
Aufgrund meiner Krankheit konnte ich das Einschreiben erst am darauf folgenden Montag, dem 03.11. bei der Post abholen und habe daraufhin meinen Chef informiert.

Einen Tag später am 04.11. - datiert auf den 03.11. - erhielt ich durch ein weiteres Einschreiben welches mir auch zugestellt wurde; eine fristlose Kündigung.
Begründet wird diese in folgenden drei Punkten:
- Ich hätte nicht auf die Abmahnung reagiert.
- Ich hätte an zwei Berufsschultagen unentschuldigt gefehlt.
- Ich hätte an drei Arbeitstagen (08.10. / 09.10. / 10.10.) unentschuldigt gefehlt.

- Zu Punkt eins: Ich habe, nachdem ich die Abmahnung erhalten habe, direkt darauf reagiert.
- Zu Punkt zwei: Der Ausbilder wurde dahingehend falsch von der Berufsschule informiert, nach meinem Einschalten hat mein Klassenleiter meinen Chef kontaktiert und den Irrtum aus der Welt geräumt, denn ich war jeden Tag in der Berufsschule.
- Zu Punkt drei: Ich habe mich rechtzeitig krank gemeldet, die AU-Bescheinigung jedoch ging verspätet per E-Mail am 13.10. ein (ein Montag).

Am 13.11. hatte ich dann einen Termin in der Ausbildungsstätte, ein Gespräch mit dem Chef und er meinte, er würde es sich noch mal überlegen. Am Wochenende dann die E-Mail von ihm, dass ich mir woanders etwas suchen soll.
Demnach war ich am 21.11. (ein Freitag) beim Arbeitsgericht und habe eine Klage eingereicht; der erste Termin zur Güterverhandlung ging bei mir am darauf folgenden Mittwoch ein, vermutlich auch bei meinem Chef samt Klage.

Zwei Tage später, am Freitag letzte Woche (28.11.) erhielt ich ein weiteres Einschreiben von meinem Chef, in dem er die fristlose Kündigung widerruft und mich zur Wiederaufnahme meiner Arbeit auffordert.
Heute also (bzw. gestern) am 01.12. bin ich in die Firma gefahren und nahm meine Arbeit wieder auf - auch weiß ich, dass ich seinen Widerruf nicht hätte akzeptieren müssen.

Jetzt werde ich jedoch durchwegs von meinem Chef schikaniert; so erhalte ich keine Zutrittskarte mehr für das Gebäude (welche ich vorher hatte), keinen Arbeitsplatz mit Computer sondern anstelle dessen einen kleinen Nebenraum mit kleinen Tisch und ohne PC, auf dem ich den ganzen Tag tausende von Flyer, Werbeprospekte usw. durchzählen musste.
Meine Arbeitskollegen, mit denen ich mich weiterhin gut verstehe, haben die Anweisung darauf zu achten, dass ich an keinen Computer ran gehe und in den Pausen und nach der Arbeit mit ihnen die Büroräume verlasse, obwohl ich sonst immer auch mal länger machen konnte.
Ebenfalls gaben mir meine Arbeitskollegen still die Information, dass ich "hier in der Firma wohl keine Freude mehr haben werde". Meine tägliche Arbeitszeiterfassung soll ich jetzt nicht mehr, wie sonst üblich, im firmeneigenen System eingeben, sondern auf Papier schreiben.

Meine äußerst dringliche und verzweifelte Frage ist nun:
Was kann ich machen, was ratet ihr mir?

Hab ich mit dem Wiederaufnehmen der Arbeit bereits dem Widerruf unweigerlich und unumkehrbar zugestimmt, obwohl ich davon, wie es nun ablaufen wird, vorher ja nichts wissen konnte?
Kann der Widerruf nachträglich abgelehnt und die Klage beim Arbeitsgericht fortgeführt werden (diese habe ich noch nicht zurück gezogen!)?

Was ist mir in einem solchen Fall zu raten? Die Fortführung des Arbeitsverhältnisses sehe ich so für unzumutbar an und mir graust es schon vor morgen (bzw. in ein paar Stunden).
Daher wäre ich um jeden Rat dankbar.


Mit freundlichen Grüßen,
Eichi

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-- Editiert Eichi am 02.12.2014 01:22

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1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17783 Beiträge, 8016x hilfreich)

Sie sollten sich umgehend an den für Azubis zuständigen Mitarbeiter der Kammer wenden. Der kann Ihnen helfen, eine neue Ausbildungsstelle zu finden.

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