Außerordentliche Kündigung mit erfundener Begründung

16. Mai 2024 Thema abonnieren
 Von 
Joshua369
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Außerordentliche Kündigung mit erfundener Begründung

Hallo, ich bin neu hier, kann mir jemand helfen, bezüglich der außerordentliche Kündigung?
Mein Arbeitgeber hat mich schon seit längerem auf dem kieker, weil ich paar Mal krank machen musste wegen meinen Kindern und einmal weil ich selber krank wurde, einmal kurz vor meinem Urlaub.
Und seitdem ist die Stimmung zwischen uns angespannt.

Ich hab den Firmenwagen geparkt und war Pausen machen bei einem Kollegen in der Nähe und keine 10 Minuten später, ruft mein Arbeitgeber an und erfindet ein Blödsinn, angeblich dass die Polizei angerufen hätte wegen dem Firmenwagen, dabei war es nicht der Fall, sondern er hat paar Fotos und ein Kurzvideo gemacht, wie das Auto leer stand.

Als ich am telefonieren war mit ihm, ging ich zurück zum Auto und er hat mich die ganze Zeit gedrängt und gefragt wo ich bin und hat mich als arschl**** beleidigt. (Am selben Tag, morgens zu Arbeitsbeginn hat er mir sogar den Mittelfinger gezeigt, nur weil wir über ein Feiertag/Brückentag gesprochen haben. Da hat er sich aufgeregt und gemeint: willst du wieder frei haben oder was?)

Egal was ich gesagt oder getan hab, obwohl ich mich immer korrekt und sachlich verhalten habe, hat der Arbeitgeber mich kritisiert oder schikaniert.
Ich habe ihm beim Feierabend gebeten, dass wir uns unter vier Augen unterhalten wegen dieser Aktion, erstmal wollte er nicht, aber dann hat er doch eingewilligt und wir haben darüber diskutiert.

Ich habe ihn aufgefordert sich bei mir zu entschuldigen, er hat es nicht aufrichtig getan, sah mir dabei nicht in die Augen, ist wütend mit Geschrei aus dem Raum gestürmt. Er hat mündlich die fristlose Kündigung ausgesprochen. Kündigung kam gestern an mit der Begründung das ich öfters die Arbeitszeit nicht eingehalten habe. Zusätzlich hat er noch eine ordentliche Kündigung im selben Schreiben formuliert, falls die außerordentliche nicht greift. Ich war nicht mehr in der Probezeit, sondern war dort insg. neuen Monate beschäftigt.

Ich möchte hier nochmal ganz klar und deutlich erwähnen, das ich mir keiner Schuld bewusst bin und mich immer korrekt Verhalten habe. Ich habe bisher auch keine Abmahnung erhalten, sondern direkt die Fristlose Kündigung. Es kann doch nicht sein, dass ich nichts dagegen tun kann? Beim Arbeitsamt wurde mir mitgeteilt, dass der Sachverhalt ermittelt wird. Ich möchte jedoch nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden und noch mehr Zeit verlieren, falls das Amt gegen mich entscheidet. Was kann ich tun? Würde ich beim beantragen von Bürgergeld auch eine Sanktion erwarten müssen? Ich habe zwar Anspruch auf ALG I, aber beim Arbeitsamt wurde ich darauf hingewiesen, dass ich auch Bürgergeld zur Not beantragen kann.

-- Editiert von User am 16. Mai 2024 14:48

-- Editiert von User am 16. Mai 2024 15:00

-- Editiert von User am 16. Mai 2024 15:14

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33059 Beiträge, 17324x hilfreich)

Kündigungsschutzklage erheben.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#2
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(804 Beiträge, 101x hilfreich)

Auf Basis des EP ist kein Grund für eine fristlose Kündigung zu erkennen, und wenn es bis dato keine Abmahnungen gab auch nicht für eine ordentliche Kündigung.

Wie groß ist denn die Firma? Bei einer Kleinfirma (<=10 MA) kann der AG auch ohne Angabe von Gründen jederzeit ordentlich kündigen. In diesem Fall wäre gegen die ersatzweise ausgesprochene Kündigung nichts zu machen.

Daher sollte man auf jeden Fall innerhalb vorgegebenen Frist von drei Wochen Kündigungsschuztzklage einreichen, dafür braucht man auch keinen Anwalt.

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#3
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16772 Beiträge, 9382x hilfreich)

Zitat (von Joshua369):
Ich hab den Firmenwagen geparkt und war Pausen machen bei einem Kollegen in der Nähe und keine 10 Minuten später,

Wenn das während der bezahlten Arbeitszeit war, dann wäre das schon ein Kündigungsgrund.
Oder war das während der unbezahlten Pausenzeit?

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#4
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32844 Beiträge, 5748x hilfreich)

Zitat (von Joshua369):
Was kann ich tun?
Bei mehr als 10 AN im Betrieb---beim Arbeitsgericht innerhalb 3 Wochen nach Erhalt der schriftl. Kü Kündigungsschutzklage erheben. Das geht ohne Anwalt. Beim Arbeitsgericht gibts die Rechtsantragstelle. Dort hilft man dir mit der Formulierung der Klage.
Evtl. solltest du auf Weiterbeschäftigung klagen.

Die Arbeitsagentur kann nicht gegen dich entscheiden, die kann und wird aber zunächst eine Sperrzeit von 12 Wochen erteilen... wegen der fristlosen Kü.
Ob diese dann später wegen der Gerichtsentscheidung zurückgenommen wird, weiß man noch nicht. Die Agentur will erst ein Urteil/Beschluss vom Gericht sehen.
Ja, Bürgergeld kannst du beim JC beantragen.
Die *Sanktion* beschränkt sich dann auf 10% des Regelbedarfes für 1 Monat.

Zu den 9 Monaten kommt noch Beschäftigung beim vorigen AG, damit du auf mind. 12 Monate für ALG kommst?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(804 Beiträge, 101x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Bei mehr als 10 AN im Betrieb---beim Arbeitsgericht innerhalb 3 Wochen nach Erhalt der schriftl. Kü Kündigungsschutzklage erheben.


Auch bei weniger als 10 Mitarbeiter sollte man Kündigungsschutzklage einlegen!

Für die Berechtigung der fristlosen Kündigung gibt es keine Hinweise, und somit könnte man zumindest die fristlose Kündigung abwenden. Legt man keine Kündigungsschutzklage ein wird die ausgesprochene fristlose Kündigung wirksam.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17623 Beiträge, 6551x hilfreich)

Zitat (von Joshua369):
Er hat mündlich die fristlose Kündigung ausgesprochen. Kündigung kam gestern an mit der Begründung das ich öfters die Arbeitszeit nicht eingehalten habe. Zusätzlich hat er noch eine ordentliche Kündigung im selben Schreiben formuliert, falls die außerordentliche nicht greift

Mündliche Kündigung entfaltet keine Rechtswirksamkeit.
Gegen die schriftliche fristlose wie auch gegen die ordentliche wirst du Kündigungsschutzklage einreichen müssen - bei Arbeitsgericht; dazu hast du exakt 3 Wochen Zeit ab Zugang der Kündigung.
Das Arbeitsamt hat damit nix zu tun, außer dass du dich arbeitssuchend meldest.
Für eine 'Fristlose' dürften die genannten Gründe nicht reichen, zumal es keine Abmahnungen gibt.
Beleidigungen, sofern beweisbar, musst du dir nicht bieten lassen. Wenn du dagegen vorgehen willst, musst du Anzeige erstatten.

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