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Beschäftigungsverbot pflegeberuf, ständig stehen bei der Arbeit

25.10.2018 Thema abonnieren
 Von 
carosschatz
Status:
Beginner
(94 Beiträge, 9x hilfreich)
Beschäftigungsverbot pflegeberuf, ständig stehen bei der Arbeit

Hallo ihr Lieben,

Wir haben aktuell folgendes problem: meine Frau arbeitet ungelernt im pflegeberuf, täglich 6.5 Stunden Arbeitszeit bei einer 6 Tage Woche. Sie befindet sich in der 21. Ssw, also 6. Monat.

Da sie auf der Arbeit ständig stehen muss hat sie bereits seit längerem Beschwerden in Füßen, Beinen und Rücken. Der Frauenarzt sieht aktuell keinen medizinischen Grund für ein BV da weder Mutter noch Kind akut gefährdet sind. Pausen sind in dem Haus so eine Sache und nur schwer einzuhalten da das Personal zunehmend "wegläuft" und keine neuen Bewerber kommen.

Bei einer Kollegin mit 3 jähriger Ausbildung wurde von Amts wegen das BV nicht anerkannt da sie immer noch Tätigkeiten im sitzen ausüben konnte. Meine Frau darf diese Tätigkeiten aufgrund der fehlenden Ausbildung jedoch nicht ausführen. Also kommt nur der Speisesaal mit ständigem stehen in Frage.

Die Geschäftsführung ist zur Zeit leider im Urlaub und die Heimleitung hat kein Verständnis für die Situation, ist also kein Stück kooperativ.

Welche Lösung ist nun die beste?

1.: vorläufiges BV und dann Prüfung durch Amt für Umwelt und Co

oder

2.: Meldung bei der Gewerbeaufsicht

Schon vorab vielen Dank für eure Antworten

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Unparteiischer
(9804 Beiträge, 4320x hilfreich)

Bleibt noch die Krankschreibung, wenn es deiner Frau nicht gut geht.

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#2
 Von 
HeHe
Status:
Schlichter
(7380 Beiträge, 3247x hilfreich)

Während und nach der Schwangerschaft muss der Arbeitsplatz der Arbeitnehmerin so eingerichtet sein, dass keine Gefahr für sie oder das Kind besteht. Im Zweifel sollte Kontakt zum Betriebsarzt aufgenommen werden, um die Arbeitsplatzgestaltung zu planen - sofern es einen gibt. Wenn nicht, dann dem Rat von blaubär folgen und vom Hausarzt ein Attest gegen das ständige Stehen ausstellen lassen.

Außerdem muss es in der Arbeitsstätte eine Möglichkeit geben, wo sich die schwangere Frau auch während der Arbeitszeit hinlegen und ausruhen kann.

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#3
 Von 
calimero2010
Status:
Schüler
(396 Beiträge, 249x hilfreich)

Google einfach kurz welches Amt bei euch für die Einhaltungs des MuSchG zuständig ist. Da wendet ihr euch dann hin. Wenn der AG nicht in der Lage ist einen MuSchG gerechten Arbeitsplatz anzubieten, dann muss der AG ein BV oder ein Teil BV erteilen. Wurde denn die Gefährdungsbeurteilung schon gemacht?

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#4
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7773 Beiträge, 1379x hilfreich)

Zitat (von carosschatz):
Welche Lösung ist nun die beste?
Moin, da fällt mir die klassische AU ein. Gerne auch mehrfach bis zum Beginn des Mutterschutzes 6 Wochen vor der errechneten Entbindung.
Warum gleich BV?
Was du bzw. deine Frau vor hat, dauert viel länger als die ganze Schwangerschaft und der Mutterschutz danach.
Zitat (von carosschatz):
Also kommt nur der Speisesaal mit ständigem stehen in Frage.
Deine Frau muss 6 Tage die Woche 6,5 Std. im Speisesaal stehen? Was ist das denn für eine Tätigkeit?

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#5
 Von 
carosschatz
Status:
Beginner
(94 Beiträge, 9x hilfreich)

Der Ablauf im Speisesaal auf der Frühschicht mal in kürze:

Tische decken
Essen verteilen bzw. Anrichten und an die Bewohner verteilen
Bewohner anreichen bzw. Umgangssprachlich füttern
Tische abräumen
Geschirr in Spülmaschine räumen und ausräumen, wegräumen
Essenswagen in die Küche bringen
Tische für Mittagessen decken
Bewohner an den Tisch bringen
Wieder essen verteilen, anreichen usw.
Danach wieder abräumen, geschirrspülmaschine machen
Essenswagen in die Küche bringen
Tische für Kaffe und Kuchen eindecken

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71082 Beiträge, 32383x hilfreich)

Also da steht sie doch zu 80-90% der Zeit gar nicht?


Ansonsten:
- vorerst AU wenn man nicht arbeitsfähig ist
- Gefährdungsbeurteilung einfordern
- Amt informieren


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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