Betriebsbedingte Kündigung nach Sozialauswahl mit Punktesystem. Klage möglich?

14. Februar 2006 Thema abonnieren
 Von 
pacific
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 1x hilfreich)
Betriebsbedingte Kündigung nach Sozialauswahl mit Punktesystem. Klage möglich?

hallo leute ,ich brauche bitte dringend hilfe.
ich habe gestern von meinem ag meine kündigung aus betriebl.gründen erhalten.(noch 6 andere auch)
ich weiss nicht ob das alles so richtig ist.
bei der übergabe der kündigung wurde mir von meinem chef und dem betriebsratsvorsitzenden mitgeteilt das eine soziale auswahl mit punktesystem vorgenommen wurde.
auf dieser liste wäre ich mit abstand auf dem letzten platz.
ich bin seit über 4 jahren in der firma und es sind nach mir noch andere leute eingestellt worden.diese sind zwar alle verheiratet und haben kinder, aber ich lebe auch seit 8 jahren in einer lebensgemeinschaft.
wir haben einen gemeinsamen sohn und ich muss noch aus früherer ehe für meine tochter unterhalt zahlen.
das alles wurde bei der verteilung nicht oder nur sehr wenig berücksichtigt.
als erstes würde ich gerne wissen, ob eine klage auf wiedereinstellung erfolg haben kann und inwieweit diese angesprochenen sachen vor gericht ins gewicht fallen.
ich möchte keine abfindung (die mir auch angeboten wurde)sondern einfach meinen job wieder.
entschuldigt bitte das chaos , aber ich bin ganz schön durcheinander.
danke für eure antworten

Arbeitsrechtlicher Notfall?

Arbeitsrechtlicher Notfall?

Ein erfahrener Anwalt im Arbeitsrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Arbeitsrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



18 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
thosim
Status:
Student
(2139 Beiträge, 385x hilfreich)

Ggf. sollten Sie die Kündigung durch das Arbeitsgericht überprüfen lassen, wenn es Ihnen um Bestandsschutz geht. Das Gericht prüft, ob betriebsbedingte Gründe vorliegen, ob die Sozialauswahl fehlerfrei war, ob der Betriebsrat ordnungsgemäß angehört worden ist. Ich gehe davon aus, daß der Betrieb mehr als 10 AN beschäftigt. Da Sie die Sozialauswahl angesprochen haben, ist hierzu mitzuteilen, daß eine Auswahl zu kündigender AN nur bei vergleichbaren AN in Betracht kommt. Grob gesagt gilt: vergleichbar sind AN, die austauschbar sind. Innerhalb dieser AN-Gruppe kann sodann eine Auswahl anhand der von Ihnen angesprochenen Kriterien vorgenommen werden.

Sie haben hier eine Kündigungsschutzfrist von drei Wochen ab Zugang der Kündigung für die Eineitung einer Kündigungsschutzklage zu beachten. Ggf. sollten Sie einen RAanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen. Sind Sie rechtsschutzversichert? Wenn nein, kommt ggf. Prozeßkostenhilfe in Betracht.

-- Editiert von thosim am 14.02.2006 16:22:48

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
CForce
Status:
Praktikant
(661 Beiträge, 96x hilfreich)

innerhalb von 3 Wochen nach Erhalt der Kündigung kann man Kündigungsschutzklage einreichen.

Hierfür bracht man keinen Anwalt, aber es ist trotzdem sehr ratsam einen Anwalt zu beauftragen.

In die Sozialauswahl werden grundsätzlich nur vergleichbare Mitarbeiter aufgenommen (gleiche Qualifikation und gleiche Aufgabe mit Betrieb).

Selbst wenn die von Ihnen genannten Mitarbeiter auch alle in die sozialauswahl aufgenommen werden müssten, sehe ich keine allzu große chance auf Erfolg der Kündigungsschutzklage.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47275 Beiträge, 16744x hilfreich)

Bevor Du viel Geld in eine erfolglose Kündigungsschutzklage steckst, solltest Du Dir vom Betriebsrat erklären lassen, wie es sein kann, dass Du bei der Sozialauswahl mit Abstand auf dem letzten Platz warst.

Wenn die nach Dir eingestellten Mitarbeiter andere Tätigkeiten ausüben, kann es durchaus sein, dass diese gar nicht in die Sozialauswahl mit einbezogen wurden.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
thosim
Status:
Student
(2139 Beiträge, 385x hilfreich)

Lieber hh,

darlegungs- und beweispflichtig für diese Fragen im Prozeß ist der AG. Dieser hat im Übrigen auch das Vorliegen betriebsbedingter Grunde darzulegen und zu beweisen. Der AN kann sich zunächst auf bloßes Bestreiten beschränken. Nach Deiner Schlußmitteilung dürfte sich ja auch die Sozialauswahl als fehlerhaft darstellen. Deshalb halte ich ein Kündigungsschutzverfahren, nach ggf. sachkundiger Prüfung für durchaus nicht abwegig.

Grüße

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
pacific
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 1x hilfreich)

ersteinmal vielen dank für die schnellen antworten.
ich konnte grade eben die punkteliste einsehen und von wegen mit grossem abstand letzter.
es trennen mich grad mal 2 punkte zu den nächsten beiden!
doch jetzt mal zu den feinheiten.
in unserer firma sind ca. 80 beschäftigte und soweit ich das eben schnell erkennen konnte wurde der sozialplan für alle erstellt.
wie ich im kündigungsschutzgesetz lesen konnte ist grundsetztlich derjenige zuerst zu kündigen ,der die kürzeste zeit im betrieb war.danach kommt erst das lebensalter,unterhaltspflichten und schwerbehinderungen.
das ist doch alles soweit korrekt ,oder?

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2326x hilfreich)

Hier wird dir keiner aus der Ferne deine Chancen voraussagen können. Das einzige was klar ist -> ohne Klage gar keine Chance.

Die Reihenfolge der Sozialpunkte im Kündigungsschutzgesetz sagt nichts über deren Wichtigkeit aus.

MfG

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
pacific
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 1x hilfreich)

ja, aber da ich keinen rechtsschutz habe sollte man doch die chancen etwas realistisch einschätzen können bevor man sich auf einen langen prozess einlässt.
muss mir der betriebsrat den sozialplan vorlegen bzw. gibt es da ein gesetz darüber?
und muss ein unterhaltspflichtiges kind grundsätzlich mit bewertet werden ?
und grad eben hab ich noch was merkwürdiges entdeckt:
die kündigung wurde mir am 13.02. übergeben,als datum steht allerdings der 9.02. auf der kündigung.
ist das vielleicht auch sowas wie ein verfahrensfehler?

-- Editiert von pacific am 14.02.2006 18:42:24

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2326x hilfreich)

pacific, wie soll denn bitte aus der Ferne jemand deine Chancen beurteilen, wenn nicht mal du den Sozialplan kennst?

Weiß die Firma von deiner Unterhaltspflicht?

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
pacific
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 1x hilfreich)

hi,
deswegen hatte ich gefragt ob der betriebsrat mir disen plan vorlegen muss?
die firma weiss nur von einem kind ,was bei mir lebt.für das andere zahle ich unterhalt.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
sammy1
Status:
Praktikant
(751 Beiträge, 181x hilfreich)

Hallo!

Wenn Sie die Kündigung am 13.02. mit dem
Datum vom 09.02.erst erhalten haben,ist die
Kündigung nicht mehr rechtskräftig.

Gruss SAMMY1

-----------------
"TUE Recht und scheue NIEMAND "

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Tommy21
Status:
Praktikant
(610 Beiträge, 132x hilfreich)

>aber da ich keinen rechtsschutz habe sollte man doch die chancen etwas realistisch einschätzen können bevor man sich auf einen langen prozess einlässt....

Aber bitte nölen sie dann nicht rum, wenn sie die Frist verpennt haben...

Beim Arbeitsgericht trägt in der 1. Instanz jeder selbst seine Kosten, die sich damit in Grenzen halten dürften!! Ausserdem gelten diese Gericht als sehr AN freundlich :)


0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
murgab123
Status:
Student
(2959 Beiträge, 654x hilfreich)

Wenn hier nach Sozialauswahl vorgegangen wurde, können Sie beim Betriebsrat natürlich den Kriterienkatalog bekommen.

I.d.R. beinhaltet dieser (wichtigsten Pkt.):

Betriebszugehörigkeit
Alter
Familienstand
Kinder
soziale Härte, sprich, ist evtl. der Ehepartner arbeitslos
Behinderung

Nun ist es auch noch möglich, dass dier Katalo gin bestimmten Tätigkeitsgruppen zum Tragen kommt, da dort ein "Überangebot" an Arbeitskräften mit selber Ausbildungsgrundlage vorhanden ist.

Dieses sollten Sie sich erst genau ansehen, bevor Sie ein Verfahren anstrengen.

-----------------
"Eigentlich bin ich ganz lieb, manchmal!"

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
CForce
Status:
Praktikant
(661 Beiträge, 96x hilfreich)

Hallo!

Wenn Sie die Kündigung am 13.02. mit dem
Datum vom 09.02.erst erhalten haben,ist die
Kündigung nicht mehr rechtskräftig.

Gruss SAMMY1



wieso nicht?

die Kündigungsfrist fängt aber erst an dem Tag an, an dem die Kündigung dem AN zugegangen ist, nicht an dem Tag, an dem sie geschrieben wurde.

Es gibt kein Gesetz, das sagt, dass die Kündigung auch an dem Tag, an dem sie geschrieben wird, zugestellt werden muss (dann könnte man die Kündigung auch nicht mehr per Post verschicken....)
Nur was die Kündigungsfrist angeht gibt es Gesetze, die aber wahrscheinlich eingehalten wurden

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
sammy1
Status:
Praktikant
(751 Beiträge, 181x hilfreich)

Hallo!

Ich habe es selbst mitgemacht.Die Kündigung
muss am gleichen Tag ausgehändigt werden.
Mir wurde zum 01.03.gekündigt aber erst am
02.03.ausgehändigt.Laut Agericht Köln
war die Kündigung unwirksam,da zu Spät
übergeben.Da könnte ein AG zum 01.06.kündigen und mir die Kündigung erst am 30.05.aushändigen.

Gruss SAMMY1

-----------------
"TUE Recht und scheue NIEMAND "

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47275 Beiträge, 16744x hilfreich)

@sammy
Da hast Du irgendetwas falsch verstanden.

Welches Datum auf der Kündigung steht, ist völlig irrelevant. Entscheidend ist, wann die Kündigung dem Arbeitnehmer zugegangen ist.

Die gesetzliche oder auch vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist muss ab dem Datum des Zugangs eingehalten werden.

Der Arbeitgeber kann sowieso nur frühestens zum 31.03.2006 kündigen, wenn hier die gesetzliche Kündigungsfrist eigehalten werden muss.

Selbst, wenn eine Kündigung, die am 09.02 geschrieben wurde, erst am 28.02. übergeben wird, dann ist sie noch gültig. Nur, wenn sie erst am 01.03. übergeben worden wäre, dann ist sie nicht mehr wirksam (Bei einer Kündigungsfrist von einem Monat zum Monatsende).

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
pacific
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 1x hilfreich)

hallo an alle,
momentan ist folgende situation eingetreten:
ich habe heute nocheinmal ein gespräch mit dem betriebsrat gehabt und dort erstmal klargestellt das ich 2 kinder habe und nur eins auf das punktesystem angerechnet wurde.
das zweite lebt bei mir und für das erste zahle ich unterhalt.
das wurde vom br aufgenommen und sofort ein gespräch beim chef vereinbart.
so wie es jetzt aussieht (laut br )hätte ich wahrscheinlich glück und ein anderer müsste dafür gehen.es waren ja auch nur 2 punkte zu den nächsten kandidaten.
morgen früh wird mir die entscheidung mitgeteilt.
eine frage hätte ich noch:
hat bei dem von mir gezahltem unterhalt anteiliges kindergeld irgendeine rolle bei der punkteverteilung im sozialplan ?

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47275 Beiträge, 16744x hilfreich)

Üblicherweise gibt es Punkte für Betriebszugehörigkeit, Alter und Zahl der Unterhaltsberechtigten (Ehefrau, Kinder).

Die Höhe des zu zahlenden Unterhaltes oder des Kindergeldes spielt dabei üblicherweise keine Rolle.

Es gibt für den Ehegatten eine festgelegte Punktezahl und für jedes Kind ebenfalls eine festgelegte Punktezahl.

Wieviele Punkte es wofür gibt, ist üblicherweise im Sozialplan festgelegt. Den kann Dir der Betriebsrat sicher auch zeigen.

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
miffi
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 8x hilfreich)

du solltest mal das datum von der anhörung der betriebsrat prüfen muss vor den datum der kündigung sein

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 264.866 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.166 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen