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Betriebsunfall - ja oder nein und verspätete Meldung

8.9.2019 Thema abonnieren
 Von 
Schalkefan
Status:
Praktikant
(612 Beiträge, 99x hilfreich)
Betriebsunfall - ja oder nein und verspätete Meldung

Hallo,

ein etwas kniffliger Fall:

X arbeitet bei einer Arbeitnehmerüberlassung ANÜ und ist an den Kunden Y ausgeliehen.
Der Kunde Y veranstaltet einen Betriebsausflug in einen Kletterpark. X zerrt sich dort beim Klettern etwas an der Schulter. Es tut aber nur mässig weh, X will sich auch nicht so anstellen und entlastet die nächsten Tage einfach die Schulter. Er nimmt an, dass der Schmerz irgendwann von alleine weggeht. Er geht nicht zum Arzt, weil er es für eine Lappalie hält. Der Schmerz geht auch etwas weg, aber jetzt, nach mehreren Wochen, ist er immer noch bei bestimmten Bewegungen zu spüren. Nicht schlimm, aber eben vorhanden. Da X sich nicht sicher ist, ob der Schmerz tatsächlich noch irgendwann von alleine weggeht (er weiss ja nicht, was diesen hervorruft) und er ja auch die Schulter wieder komplett belasten will, entschliesst er sich, nun doch zum Arzt zu gehen., auch um vielleicht Langzeitschäden auszuschliessen.

Frage:
A. Handelt es sich überhaupt um einen Betriebsunfall, da
1. Es auf einem Betriebsausflug passierte
2. Es nicht der Betriebsausflug seines AGs (ANÜ) war, sondern der des Kunden Y?

B. Was für Konsequenzen kann es haben (nicht medizinisch, sondern Arbeitsrechtlich, oder versicherungsrechtlich in Bezug auf die BG), dass X erst nach mehreren Wochen nun zum Arzt geht? Er hat tatsächlich damit gerechnet, dass es schnell wieder weg ist und er gar keinen Arzt braucht. Vor allen Dingen weiss ja die ANÜ gar nichts von der Verletzung.
X geht nach wie vor davon aus, dass es nichts Schlimmes ist, dass keine AU nötig ist (Schulter wird bei der Arbeit nicht benötigt) sondern einfach die Heilung länger dauert als gedacht.

Danke für eure Einschätzung

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Unparteiischer
(9550 Beiträge, 4234x hilfreich)
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#2
 Von 
pk2019
Status:
Beginner
(122 Beiträge, 28x hilfreich)

zu A.1) Wenn es sich um einen offiziellen Betriebsausflug des AG handelt.

zu A.2) Der AG des Arbeitnehmers ist aber die Zeitarbeitsfirma.

zu B) Der AN muss einen Arbeitsunfall umgehend bei seinem AG (Zeitarbeitsfirma) melden und entsprechend medizinisch behandeln lassen. Ob dies nach mehreren Wochen noch möglich ist wage ich zu bezweifeln.

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#3
 Von 
blaubär+
Status:
Unparteiischer
(9550 Beiträge, 4234x hilfreich)

Gleichwohl, will mir scheinen, ist der Arbeitnehmer aber voll in den ausleihenden Betrieb integriert. Unterschied zwischen Arbeitgeber im engeren Sinn und der Einsatzstelle sollte daher irrelevant sein. Hoffe ich zumindest, ganz sicher bin ich auch nicht

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#4
 Von 
Anami
Status:
Senior-Partner
(6487 Beiträge, 1217x hilfreich)

Der AN sollte trotzdem mal med. Schritte einleiten--- nämlich zum Arzt gehen. Ein D-Arzt scheidet aus. Der AN kann die Zeitschiene erklären. Dann klären andere die hier angefragten Konsequenzen.

Der AN ist krankenversichert. Das ist für ihn wichtig.
Die Zuständigkeiten sollen doch andere sich zuschieben bis St. Nimmerlein.

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#5
 Von 
spatenklopper
Status:
Senior-Partner
(6503 Beiträge, 3192x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Der AN ist krankenversichert. Das ist für ihn wichtig.

Das ist "normalerweise" jeder AN, und hier völlig gleichgültig.

Zitat (von Anami):
Die Zuständigkeiten sollen doch andere sich zuschieben bis St. Nimmerlein.

Hier muss ich ganz deutlich widersprechen, denn es macht für den AN einen erheblichen Unterschied, ob es über die normale Krankenversicherung, oder aber über die BG läuft, grade wenn Spätfolgen nicht auszuschließen sind.

-- Editiert von spatenklopper am 09.09.2019 15:30

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#6
 Von 
Anami
Status:
Senior-Partner
(6487 Beiträge, 1217x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
denn es macht für den AN einen erheblichen Unterschied,
Er wird es aber bei einem jetzt zeitnah erfolgendem Arztbesuch nicht unbedingt beeinflussen können, was anerkannt wird.
Gerade, weil sich die BGen oft sehr zieren, was Anerkennungen betrifft, kann ich mir hier vorstellen, dass sie es eben nicht als Arbeitsunfall bzw. Sportunfall während der Arbeitszeit anerkennen.

Was sollte der damals Verunfallte deiner Meinung nach jetzt tun?

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#7
 Von 
spatenklopper
Status:
Senior-Partner
(6503 Beiträge, 3192x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Was sollte der damals Verunfallte deiner Meinung nach jetzt tun?

Klar und deutlich dem Arzt mitteilen, dass er sich die Verletzung während eines Betriebsausfluges zugezogen hat.
Das die vergangene Zeit das nicht einfacher macht ist klar, aber eine Alternative sehe ich erstmal nicht.
Eventuell gibt es unter den Arbeitskollegen ja ein paar Leute, die damals auf dem Ausflug was mitbekommen haben?
Man klettert ja selten allein...

Zitat (von Anami):
dass sie es eben nicht als Arbeitsunfall bzw. Sportunfall während der Arbeitszeit anerkennen.

Das BG´n kein leichter Ansprechpartner sind, kenne ich zur Genüge aus eigener Erfahrung, vor allem dann, wenn sie in der Leistungspflicht stehen..... :augenroll:
Bisher haben sie aber noch immer kurz vor Einschaltung eines Rechtsanwaltes eingelenkt. ;)

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#8
 Von 
Schalkefan
Status:
Praktikant
(612 Beiträge, 99x hilfreich)

Danke für alle Antworten.

X hat doch tatsächlich am heutigen Tage noch einen Termin beim D-Arzt bekommen. Dieser sah auch ganz eindeutig die zuständigkeit bei der BG. Der sah gar kein Problem in der verspäteten Meldung, patienten können halt nicht immer einschätzen, ob etwas in Kürze verheilt oder langwieriger ist. Es ist auch nichts gravierendes, keine Spätfolgen zu erwarten, aber trotzdem dauert es noch ein paar Wochen bis zum Abklingen der leichten Beschwerden.

Damit alle Fragen für X geklärt, danke

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