Bewerbungen während Kündigunbgsschutzklage

14. November 2023 Thema abonnieren
 Von 
neuhierangemeldet
Status:
Beginner
(69 Beiträge, 2x hilfreich)
Bewerbungen während Kündigunbgsschutzklage

Guten Morgen,

ich hätte eine Frage hierzu:

https://der-betrieb.de/meldungen/neue-verteidigungsmoeglichkeiten-fuer-arbeitgeber-im-kuendigungsschutzprozess-teil-ii/

Gekündigt zu Ende 8/2023, Klage ist am Laufen, wird wohl erst im Februar/März 2024 Kammertermin stattfinden, Gütetermin ist ohne Ergebnis verlaufen. Nun schickt der AG Stellenangebote, von denen er meint, die würden zu mir passen.

Natürlich bewerbe ich mich bereits auf neue Jobs, da ich ja nicht weiß, wie das Ganze ausgeht. Nun frage ich mich folgendes:

Wenn ich einen der Jobs bekommen würde, welche der AG vorschlägt, welcher schlechter bezahlt wird, dann muss ich diesen praktisch annehmen um den "Schaden" der AG zu mindern, falls er verliert. Kann es dann sein, dass das Arbeitsgericht sagt "Oh, sie haben ja einen neuen Job" und deswegen die Kündigung für wirksam erklärt?

Bzw. in wie weit muss man einen schlechter bezahlten Job annehmen?

Oder man arbeitet im Vertrieb und der AG hat quasi wahllos Stellenanzeigen für Vertriebsjobs geschickt, die es natürlich zu Hauf gibt, wo der AN aber vermutlich gar keine Chancen hat.....

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Holperik
Status:
Schüler
(465 Beiträge, 152x hilfreich)

Zitat (von neuhierangemeldet):
Kann es dann sein, dass das Arbeitsgericht sagt "Oh, sie haben ja einen neuen Job" und deswegen die Kündigung für wirksam erklärt?

Nein, das eine hat mit dem anderern nichts zu tun. Die Frage der Zulässigkeit der Kündigung bemisst sich allein nach dem Tatsachen, die zum Zeitpunkt der Kündigung vorlagen.

Zitat (von neuhierangemeldet):
Bzw. in wie weit muss man einen schlechter bezahlten Job annehmen?

Grundsätzlich trifft den Arbeitnehmer eine Schadensminderungspflicht, sodass er jede ihm zumutbare anderweitige Arbeitsmöglichkeit annehmen muss. Wenn er eine ihm zumutbare Tätigkeit ablehnt (sog. böswillige Unterlassung eines Erwerbs), so ist ein Zwischenverdienst, der ggf. zu erzielen gewesen wäre, im Falle des Obsiegens des AN auf den dann vom AG zu zahlenden Verzugslohnanspruch anzurechnen. Entscheidend ist also das Wort "zumutbar". Und das kann doch recht weit gehen, ist aber ein Frage des Einzelfalls und ggf. unscharf. Zumutbar sind z.B.-wenn Sie Angebote vom Artbeitsamt erhalten- solche mit gleichwertiger Tätigkeit und gleichwertiger Bezahlung. Das Sie bei Angeboten "vermutlich" keine Chance hätten, zählt aber nicht....

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#2
 Von 
neuhierangemeldet
Status:
Beginner
(69 Beiträge, 2x hilfreich)

Zitat (von Holperik):
wenn Sie Angebote vom Artbeitsamt erhalten- solche mit gleichwertiger Tätigkeit und gleichwertiger Bezahlung.


Wie entscheidend ist denn die gleichwertige Bezahlung?
Eine geringere Bezahlung würde ja auch den "Schaden" des AG mindern?

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31491 Beiträge, 5569x hilfreich)

Zitat (von neuhierangemeldet):
Nun schickt der AG Stellenangebote, von denen er meint, die würden zu mir passen.
Nachfrage:
Der AG, der dir gekündigt und dich unwiderruflich freigestellt hatte--- DER schickt dir jetzt (nach dem Scheitern
des Gütetermins) tatsächlich Stellenangebote?

Zitat (von neuhierangemeldet):
Nun frage ich mich folgendes: Wenn ich einen der Jobs bekommen würde, welche der AG vorschlägt, welcher schlechter bezahlt wird,
Ich frage dich: 1. Warum solltest/müsstest du diesen Job annehmen?
2.Ist das irgendwann und irgendwie und irgendwo vereinbart worden?
3. Warum überhaupt solltest/müsstest du dich auf einen *solchen* Job bewerben, wenn du bereits seit Kündigung und Freistellung Bewerbungen laufen hast?
Zitat (von neuhierangemeldet):
Wie entscheidend ist denn die gleichwertige Bezahlung?
Aus Sicht der Arbeitsagentur (nicht aus Sicht des Arbeitsgerichtes) gilt § 121 SGB III, sofern man arbeitslos und arbeitsuchend dort gemeldet ist.

Ich nehme an, du fragst nur hypothetisch?---was wäre, wenn?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#4
 Von 
neuhierangemeldet
Status:
Beginner
(69 Beiträge, 2x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Nachfrage:
Der AG, der dir gekündigt und dich unwiderruflich freigestellt hatte--- DER schickt dir jetzt (nach dem Scheitern
des Gütetermins) tatsächlich Stellenangebote?


Ja, er freut sich, dass er so viele gefunden hat für mich....

Zitat (von Anami):
Ich frage dich: 1. Warum solltest/müsstest du diesen Job annehmen?
2.Ist das irgendwann und irgendwie und irgendwo vereinbart worden?
3. Warum überhaupt solltest/müsstest du dich auf einen *solchen* Job bewerben, wenn du bereits seit Kündigung und Freistellung Bewerbungen laufen hast?


Lies mal hier:
https://der-betrieb.de/meldungen/neue-verteidigungsmoeglichkeiten-fuer-arbeitgeber-im-kuendigungsschutzprozess-teil-ii/

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31491 Beiträge, 5569x hilfreich)

Zitat (von neuhierangemeldet):
Lies mal hier:
Ich habe das schon gelesen, denn dieser Aufsatz war ja Anlass für deine Frage, oder? Und deshalb fragte ich dich was zum Stand deines tatsächlichen Falles.
Ich lese diesen Aufsatz nicht so, als müsstest du nun dem Arbeitgeber eine Freude machen.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
hausaufgmx
Status:
Frischling
(41 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von neuhierangemeldet):
Ja, er freut sich, dass er so viele gefunden hat für mich....


Rührend, diese Vollumsorge....

Zitat (von neuhierangemeldet):
Wie entscheidend ist denn die gleichwertige Bezahlung?
Eine geringere Bezahlung würde ja auch den "Schaden" des AG mindern?


Interessante Frage.... Denke bei einem entspr. bezahlten Vertriebsjob ist ein Job als Küchenhilfe wohl nicht zumutbar.

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