Bin ich eine Fachkraft?

16. November 2013 Thema abonnieren
 Von 
Bienchen 2012
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 1x hilfreich)
Bin ich eine Fachkraft?

Hallo,

Ich habe Aus/Weiterbildungen (geprüft) durch den Ersten Österreich. Dachverband Legasthenie,gelistet unter dem deutschen Dachverband für Fernstudien (dadurch Europäische Kredits bekommen)und mehrere Fernstudien mit Prüfung (allerdings nicht IHK geprüft, aber zugelassen in Deutschland).
Ich habe nicht: eine Ausbildung im herkömmlichen Sinne durch die klassische Lehre oder einen Hochschulabschluß.
Kurzum: ich besitze nachweisbares (geprüftes) Wissen.
Jedoch kann mir keiner (auch nicht das Bundesministerium für Bildung und Forschung) sagen, ob ich mich als Fachkraft bezeichnen darf.
Problematisch wird es, wenn ich mich bewerben möchte:
Als Pädagogische Fachkraft darf ich mich nicht bezeichnen (obwohl der Begriff nicht gesetzl. geschützt ist).
Meine Aus/Weiterbildungen sind folgende:
Elternberaterin bei ADS und ADHS (geprüft)
Intergrative Lerntherapie (Weiterbildung)
Entspannungspädagogin für Kinder und Erwachsene (geprüft)
Diplomierte Legasthenietrainerin EÖDL (geprüft)
hier habe ich noch 4 Weiterbildungen absolviert
Zudem habe ich Weiterbildungen in
Autismus
gehirngerechtes Lernen
Unterrichtsstörungen stoppen
Grund- und Fortbildungslehrgang Qualifizierte Pädagogische Partner
Erkennung und Vorbeugen sex. Missbrauch
etc. besucht.

Wer kann mir hier weiter helfen?
Bei einer Bewerbung möchte ich gerne Argumentieren können und nicht als "Nichts" mit Weiterbildung mich betiteln lassen. :-(

Danke euch allen




-----------------
" "

Arbeitsrechtlicher Notfall?

Arbeitsrechtlicher Notfall?

Ein erfahrener Anwalt im Arbeitsrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Arbeitsrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16360 Beiträge, 9252x hilfreich)


Fachkraft ist immer relativ:
Fachkraft für was / in welchem Bereich?

Fachkraft für Lagerlogistik bist du bestimmt nicht.
Fachkraft für Schutz und Sicherheit vermutlich auch nicht.

Auf welche Stellen möchtest du dich bewerben?



-----------------
"
Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB ."

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17802 Beiträge, 8067x hilfreich)

In der Frage, wann man eine Fachkraft ist, halte ich die folgende Erklärung für zutreffend:
http://www.focus.de/finanzen/news/arbeitsmarkt/kurz-erklaert-was-ist-eigentlich-eine-fachkraft_aid_646804.html

quote:
Zumindest wenn man der Definition des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales Glauben schenkt. [color=green]Für das Ministerium ist ein Arbeitnehmer eine Fachkraft, sobald dieser eine Ausbildung abgeschlossen und sich über den Schulabschluss hinaus qualifiziert hat[/color].

Ganz anders die Wahrnehmung des Wortes in der Öffentlichkeit. Dort gilt die Fachkraft oft als Synonym für einen speziellen Berufsstand: den Ingenieur. Oft gehören auch für Ärzte, Informatiker oder jeden anderen Akademiker mit hohem Bildungsgrad dazu. Fachkraft gilt also als Synonym für jemanden, der eine spezielle und zeitintensive Ausbildung an einer Hochschulde hinter sich hat.

Was stimmt denn nun?
Beides, sagt Alexander Kubis, Arbeitsmarkt-Experte vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg. [color=blue]„Sobald jemand einen Beruf erlernt und eine Ausbildung abgeschlossen hat, ist er eine Fachkraft"[/color], erklärt er. Der kleinste gemeinsame Nenner in Sachen Fachkraft ist also der Auszubildende, der seine Lehre erfolgreich abgeschlossen hat – egal ob es sich um einen Metzger, einen Friseur oder einen Schweißer handelt.


Das Problem ist ganz einfach, dass alle Kostenträger im pädagogischen Bereich ziemlich genau vorschreiben, mit welcher Qualifikation welche Tätigkeit ausgeführt werden darf. Und dafür ist eine päd. oder psychologische Grundqualifikation unerlässlich. Die einzigen mir bekannten Nischen sind Honorartätigkeiten und Minijobs, da werden Ausnahmen gemacht.

-- Editiert altona01 am 17.11.2013 10:19

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38204 Beiträge, 13950x hilfreich)

Es ist doch in Deutschland in jedem Land (denn Zulassungen sind Ländersache) ziemlich klar definiert, wann man sich wie nennen darf und was man gegebenenfalls nachholen muss, um sich wie auch immer nennen zu dürfen.

wirdwerden

-----------------
""

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Bienchen 2012
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 1x hilfreich)

quote:
Die einzigen mir bekannten Nischen sind Honorartätigkeiten und Minijobs, da werden Ausnahmen gemacht.

Vorher war ich im selben Bereich Honorarkraft.
Zur Ausbildung als Diplomierte Legasthenietrainerin bin ich auf Grund meiner Tätigkeit und meiner Aus/Weiterbildungszertifikate zugelassen worden. (Also Ausnahmeregelung)Voraussetzung war ein abgeschlossener Beruf oder Fachhochschulabschluß.
Auf der einen Seite werde ich wegen meiner Kenntnisse in Ausnahmeregelung zu Ausbildung und Prüfung zugelassen, auf der anderen Seite weiß keiner so richtig, wie ich mich bezeichnen soll. Und alle Aus/Weiterbildungen jedesmal aufzuzählen ist doch sehr lästig ;-)
Und wenn noch nicht mal das Ministerium klare Auskunft gegen kann, herscht doch eine Rechtsunsicherheit, oder sehe ich das falsch?

-----------------
" "

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16360 Beiträge, 9252x hilfreich)


Zumindest in Baden-Württemberg ist der Begriff "Fachkraft" im Zusammenhang mit Kinderbetreuungseinrichtungen klar und eindeutig definiert (§7 KiTaG):


1.
staatlich anerkannte Erzieher und Erzieherinnen sowie staatlich anerkannte Erzieher und Erzieherinnen der Fachrichtung Jugend- und Heimerziehung;

2.
staatlich anerkannte Kindheitspädagogen und Kindheitspädagoginnen von Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen oder sonstigen Hochschulen;

3.
staatlich anerkannte Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen, staatlich anerkannte Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen, Diplompädagogen und Diplompädagoginnen, Diplom-Erziehungswissenschaftler und Diplom-Erziehungswissenschaftlerinnen mit sozialpädagogischem Schwerpunkt sowie Bachelor-Absolventen und Bachelor-Absolventinnen dieser Fachrichtungen;

4.
Personen mit der Befähigung für das Lehramt an Grundschulen, Grund- und Hauptschulen sowie Sonderschulen;

5.
Personen mit einem Studienabschluss im pädagogischen, erziehungswissenschaftlichen oder psychologischen Bereich mit mindestens vier Semestern Pädagogik mit Schwerpunkt Kinder und Jugendliche oder Schwerpunkt Entwicklungspsychologie;

6.
staatlich anerkannte Kinderpfleger und Kinderpflegerinnen;

7.
staatlich anerkannte Heilpädagogen und Heilpädagoginnen;

8.
Personen mit einem Studienabschluss der Heilpädagogik;

9.
staatlich anerkannte Heilerziehungspfleger und Heilerziehungspflegerinnen sowie

10.
nach einer Qualifizierung in Pädagogik der Kindheit und Entwicklungspsychologie im Umfang von zusammen mindestens 25 Tagen, die auch berufsbegleitend durchgeführt werden kann, oder nach einem einjährigen betreuten Berufspraktikum

a)
Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen, Krankengymnasten und Krankengymnastinnen, Ergotherapeuten und Ergotherapeutinnen, Beschäftigungs- und Arbeitstherapeuten und Beschäftigungs- und Arbeitstherapeutinnen, Logopäden und Logopädinnen,

b)
Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger und Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen, Hebammen, Entbindungspfleger, Haus- und Familienpfleger und Haus- und Familienpflegerinnen sowie Dorfhelfer und Dorfhelferinnen,

c)
Fachlehrer und Fachlehrerinnen für musisch-technische Fächer,

d)
Personen, die die erste Staatsprüfung für das Lehramt an Grundschulen oder Grund- und Hauptschulen oder für das Lehramt an Sonderschulen erfolgreich bestanden haben.


Davon scheint keines zuzutreffen.

Allerdings kann man eine staatliche Anerkennung als Kinderpfleger/in bei entsprechender Vorbildung(!) relativ leicht bekommen.
Wenn man glaubhaft machen kann, dass man das einer Ausbildung entsprechende Fachwissen hat, kann man sich an einer entsprechenden Fachschule zur sogenannten Externenprüfung anmelden.
Die sind extra für Leute gemacht, die Erfahrung und Fachwissen wie nach einer Ausbildung haben, aber keinen "richtigen" Abschluss.

Beispiel aus Bayern:
http://www.bsz-regensburg.de/externenpruefung-kinderpflege.html


-----------------
"
Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB ."

1x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 265.360 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.350 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen