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Bluttest als Einstellungsvoraussetzung?

 Von 
PMFD
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Bluttest als Einstellungsvoraussetzung?

Hallo,
ich habe mich für eine Ausbildung beworben. Als Einstellungsvoraussetzung, noch bevor klar ist, ob ich überhaupt genommen werde, wollte das Unternehmen für einen Bürojob vorm Computer und Telefon einen Urin- und Bluttest machen. Begründung: ...sie stellen nur gesunde Leute ein und es wäre zu meiner eigenen Sicherheit, für meine Gesundheit. Ich konnte nicht ersehen, wozu dies für die Stelle notwendig ist, zumal Sachen wie Fett- und Zuckerwerte, weiße und rote Blutkörperchen etc. getestet werden sollten, incl. Blutsenkung. Ich sollte auch unterschreiben, dass die Daten auch im Falle einer Nichteinstellung nicht gelöscht werden. Ich finde das irgendwie komisch und beängstigend, dass die all diese Daten von mir haben. Das Unternehmen bzw. die Leute dort sagen aber, ohne das komme ich gar nicht in die Auswahl für die Stelle, weil nicht alle Unterlagen vorliegen. - Ist das überhaupt zulässig so zu verfahren bzw. solche Test zu verlangen, zumal sie angeblich NICHT Drogen und Schwangerschaft testen? Umgehen die damit nicht Fagen, die z.B. im Vorstellungsgespräch, normalerweise verweigert werden dürfen? Was soll ich tun?

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Arbeitgeber Ausbildung Daten Schwangerschaft


14 Antworten
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#1
 Von 
guest123-57
Status:
Lehrling
(1131 Beiträge, 253x hilfreich)

Sagen wir mal so: Das Verfahren ist umstritten und seit Jahren wird um eine gesetzliche Regelung diskutiert.

Rechtssprechung gibt es auch nicht, da keiner klagt und so beißt sich die berühmte Katz in den Schwanz: Test machen lassen und unter Umständen Job bekommen oder verweigern und Absagebrief...

Wolfgang

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"Wirtschafts-Consult Gesundheitsberufe "

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#2
 Von 
RA Dirk J. Lamottke
Status:
Schüler
(203 Beiträge, 57x hilfreich)



Wollen Sie tatsächlich in so einem Laden anfangen ? Das Einstellungsprozedere läßt doch schon erkennen, wie dort mit Angestellten umgegangen wird.


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#3
 Von 
guest123-57
Status:
Lehrling
(1131 Beiträge, 253x hilfreich)

Jawohl, einfach ignorieren, diese Arbeitgeber. Jobsuchende aller Planeten vereinigt Eucht!
Weg mit allen Erste-Hilfe-Kästen,
Kampf den Betriebsärzten,
Alle Macht den Verweigerern.

Endlich mal ein kompetenter Rechtsrat eines Anwaltes !

Wolfgang

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"Wirtschafts-Consult Gesundheitsberufe "

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#4
 Von 
ks-schnecke
Status:
Schüler
(194 Beiträge, 43x hilfreich)

Herr WolfgangL, das ist Blödsinn, was Sie da von sich geben! Die o.a. Test sind eindeutig unzulässig, verstoßen gegen so ziemlich alle bekannten Rechte (Datenschutz, Arbeitsssicherheit, körperliche Unversehrtheit usw.). Wenn die mittlerweile ja als zulässig eingestufte Frage nach Schwangerschaft mit diesem Bluttest nicht kontrolliert wird, die aber alle anderen möglichen Krankheite/Gebrechen wissen wollen (was mindestens gegen das Gleichbehandlungsgebot verstößt), was soll dann der ganze Mist?
Die von Ihnen zitierten Forderungen nach Erste-Hilfe-Einrichtungen und Betriebsärzten sind gesetzlich vorgeschrieben (Arbeitssicherheitsgesetz bzw. Unfallverhütungsvorschriften), aber eine Vorschrift, wonach Firmen mal eben aus Spaß gesundheitliche Untersuchungen durchführen und die Daten unabhängig vom Verwendungszweck speichern dürfen, existiert nicht. Und bitte jetzt nicht mit ämtsärztlichen Untersuchungen bei Beamten anfangen, DAS ist was anderes und hängt u.a. mit den Pensionszahlungen zusammen, also ein ganz anderes Pflaster.




-- Editiert von ks-schnecke am 09.06.2004 13:57:07

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#5
 Von 
guest123-57
Status:
Lehrling
(1131 Beiträge, 253x hilfreich)

Ich hatte ja gesagt, daß das Thema politisch diskutiert wird. Eben gerade deshalb, weil es keine gesetzlichen Regelungen gibt. All das, was hier von Datenschutz bis zur körperlichen Unversehrtheit herangezogen wird, stimmt so nicht.
Das Problem geht noch viel weiter und umfaßt auch psychologische Eignungstests, graphologische Gutachten, Persönlichkeits-Screenung beispielsweise auf der Grundlage von Horoskopen (aus dem Geburtsdatum) und vieles andere mehr.

Wolfgang

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#6
 Von 
Mayo73
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo!

Definitiv darf der Arbeitgeber das nicht! Der Betriebsrat müsste diesen Einstellungskriterien zustimmen. Außerdem erfordert ein Bürojob solche Untersuchungen nicht. Lediglich ein Sehtest um die Bildschirmtauglichkeit zu testen ist angebracht.

Lassen Sie sich bitte nicht auf solche krummen Forderungen ein. Auch wenn der Arbeitsmarkt nicht so rosig aussieht, muss sich kein Mensch "entblößen". Haben Sie Stolz und ein gesundes Selbstbewußtsein.
Vielleicht imponiert das auch Ihrem potentziellen Arbeitgeber. ;) Wer weiß?

Ich habe eine Bekannte, die sich bei einer großen Zeitarbeitsfirma als Personaldisponentin beworben hatte. Sie sollte unendlich viel Tests (auch psychologische) machen, was sie aber strikt ablehnte.
Also haben die anderen Bewerbe sich auf den Kopf stellen und analysieren lassen, sie aber nicht. Und wissen Sie was?
Meine Bekannte hat den Job ohne diesen ganzen Affenzirkus bekommen, weil sie mit ihrer Persönlichkeit überzeugt hat.

Alles Gute für Sie.

Marion

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#7
 Von 
MarionH
Status:
Schüler
(366 Beiträge, 91x hilfreich)

Also ich würde dort nicht anfangen!
Den gläsernen Mitarbeiter gibt es zum Glück nicht und die oben genannten Gesetze und Verordnungen haben schon ihre Richtigkeit!

Auch wenn der Arbeitsmarkt absolut schlecht derzeit ist, sollte man sich nicht alles gefallen lassen.

Und wenn man VOR der Einstellung schon solche "seltsamen" Bedingungen an die Bewerber stellt, wie sieht es anschließend aus? Beim kleinsten "NEIN-Sagen" erhält man sicherlich Druckmittel "es gibt noch andere, die gerne den Job wollen". Und dann???

Ne, lass blos die Finger von diesem Ausbildungsbetrieb!!!! Es gibt tatsächlich noch Betriebe, in denen alles richtig läuft, suche dir so einen! Viel Glück

Gruß
Marion

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#8
 Von 
guest123-57
Status:
Lehrling
(1131 Beiträge, 253x hilfreich)

Vielleicht sollte man die Arbeitsgesetze so ändern, daß sich der Betrieb beim Arbeitlosen bewerben muß...
Es ist ganz selbstverständlich, daß der Betrieb vor einer Einstellung die psychische und körperliche Gesundheit der Bewerber testen darf und es gibt kein Gesetz und keine Bestimmung, die das verbietet.

Und wer nicht arbeiten will, findet hier natürlich eine klasse Ausrede von einer Unzumutbarkeit...

Nur solange ein kranker Arbeitnehmer Geld kostet, das der Arbeitgeber zahlen muß, hat er auch das Recht, Risikopersonen nicht einzustellen.

Wolfgang

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#9
 Von 
Mayo73
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Wolfgang,

ich nehme an, dass Sie selbst Arbeitgeber sind, und ich glaube kaum, dass für ein ganz normaler Bürojob Blutuntersuchungen durch das Arbeitsgesetz erlaubt sind.

Blutuntesuchung sind in Gesundheitsberufen üblich, aber nicht für das Büro. Ein Sehtest wegen der Bildschirmtauglichkeit ist aber ein Muss.

Da Sie wohl im Gesunheitsbereich tätig sind, wissen Sie das besser als ich.

Was ich überhaupt nicht in Ordnung finde, dass Sie sagen:

"Und wer nicht arbeiten will, findet hier natürlich eine klasse Ausrede von einer Unzumutbarkeit..."

und

"Vielleicht sollte man die Arbeitsgesetze so ändern, daß sich der Betrieb beim Arbeitlosen bewerben muß...".

Ihre Haltung empfinde ich als sehr überheblich. Ich wünsche Ihnen nur, dass Sie niemals in die Lage der Arbeitslosigkeit kommen.

Grüße.

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#10
 Von 
guest123-57
Status:
Lehrling
(1131 Beiträge, 253x hilfreich)

Ich darf Ihnen sagen, daß intensive Untersuchungen vor einer Einstellung nicht nur im Gesundheitswesen üblich sind, sondern von Ärzten, Heilpraktikern und Psychologen in einem erheblichen Umfang durchgeführt werden. Die Umsätze in diesem Bereich - hier wird privat vom Arbeitgeber bezahlt - sind erheblich.
Es ist ja nicht nur die körperliche Untersuchung, sondern auch psychologische Untersuchungen der Belastbarkeit, der Teamfähigkeit u.ä.
Handschriftenanalysen und Horoskope machen ebenfalls Millionenumsätze und gehören zum Standard jeder Einstellungsentscheidung. Und viele Dauerarbeitslose haben eben das "falsche Geburtsdatum"...

Es gibt keine Arbeitsgesetze, die dies verbieten und mit den hier völlig danebenliegenden Ratschlägen, sowas "nicht zu machen", sind eben grottenfalsch.

Wolfgang

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#11
 Von 
Mayo73
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Wolfgang,

ich glaube Sie wollen mich nicht verstehen. Ich würde an Stelle des Arbeitssuchenden mich nicht so herablassen. Gegen Einstellungstests habe ich nichts einzuwenden, aber gegen die Blutabnahme für einen Bürojob.

Aber ich könnte wohl noch viele Worte machen, Zustimmung von Ihrer Seite kann ich nicht erwarten.

M.M.

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#12
 Von 
Kerstin2
Status:
Schüler
(199 Beiträge, 67x hilfreich)

Hallo,

eine Einstellungsuntersuchung habe ich bisher bei allen Betrieben machen müssen. Sowohl bei der Ausbildung, als auch nachher im Job. Dagegen sollte man sich auch nicht wehren, denn man hat gegenüber dem Arbeitgeber ja ohnehin eine Auskunftspflicht, soweit es um chronische Krankheiten geht, die das Berufsleben beeinträchtigen können.

Drogenscreenings wurde dort ebenfalls durchgeführt, allerdings musste man dafür eine gesonderte Einverständniserklärung unterzeichnen. Hätte ich es nicht gemacht, hätte ich wohl auch meine Anstellung nicht bekommen. So einfach ist das.

Nicht okay finde ich den Passus über die Speicherung der Daten auch bei Nichteinstellung. Dies würde ich nicht unterschreiben. Aber an der Untersuchung sollte man ruhig teilnehmen.

P. S.: ich bin auch im Büro tätig.

-- Editiert von Kerstin am 21.06.2004 15:28:34

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#13
 Von 
MarionH
Status:
Schüler
(366 Beiträge, 91x hilfreich)

ok, ein Arbeitgeber verlangt diese Test's, der Bewerber lässt sie durchführen, wird eingestellt und anschließend krank - dann bekommt er sicherlich die Kündigung, weil er ja krank ist ;9 und das ist dann auch ok?

Mag ja sein, dass dies von vielen Arbeitgebern verlangt wird und viele Menschen dies aus Not, dringend einen Job zu finden mitmachen, aber ob dies unbedingt Arbeitgeber sind, bei denen man wirklich arbeiten sollte, sei mal dahin gestellt.

Dies ist meine Meinung, und daher rate ich einem / einer Auszubildenden dringend, sich eine Anstellung bei solch einem Arbeitgeber dringend zu überlegen.

Jeder muss für sich selber überlegen, wie weit er "die Hosen runter lassen will" bei einer Bewerbung um einen Job zu kriegen, ich würde es nicht machen!

Gruß

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#14
 Von 
Kerstin2
Status:
Schüler
(199 Beiträge, 67x hilfreich)

Hallo Marion,

in diesen Betrieben werden die Untersuchungen normalerweise ganz am Anfang, evtl. sogar noch vor Einstellung durchgeführt. Sollte derjenige dann wirklich krank sein, kann dies auch zur Kündigung führen, sollte er vorher keine wahrheitsgemäße Auskunft über seine Krankheit gegeben haben.

Das klingt hart, ist aber nunmal nicht zu ändern. Denn wer will schon einen Arbeitnehmer beschäfitigen, der bereits bei Einstellung lügt?

Nicht, dass Du jetzt den Eindruck gewinnst, ich sei herzlos. Ich weiß wovon ich rede, da ich selber chronisch krank und ein Risiko für jeden Arbeitgeber bin, da ich nicht weiß, wie lange ich noch arbeitsfähig bin.

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