Brauche Rat: Aufhebungsvertrag unterschreiben oder nicht

4. Juli 2023 Thema abonnieren
 Von 
Kratz7
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Brauche Rat: Aufhebungsvertrag unterschreiben oder nicht

Hey Leute,

ich hab' meinen Job aufgegeben, weils mir psychisch echt mies geht durch das hohe Arbeitspensum, bin auch ständig am Überstunden aufbauen und arbeite 55 Stunden die Woche in meinem Bürojob - hab' auch 'nen Attest vom meinem Arzt dafür, also das Arbeitsamt könnte mir wahrscheinlich die Sperre sparen.

Jetzt kommt mein Chef um die Ecke, super schlau, und will, dass ich 'nen Aufhebungsvertrag unterschreibe. In dem Ding soll ich auf alles weitere verzichten, aber er gibt mir 500 Euro dafür.

Ich würd' echt gern mal mit euch drüber quatschen, ob ich das Ding unterschreiben soll oder nicht.

Was würde dann mit meinem Arbeitslosengeld 1 passieren? Könnte ich trotzdem 'ne Sperre kriegen, oder würde der Aufhebungsvertrag eher helfen, die Sperre zu umgehen?

Und was, wenn ich mit meinem Arbeitszeugnis nicht klar komme, kann ich dann trotzdem noch dagegen klagen?

Wär echt korrekt wenn ihr mir mit euren Ratschlägen helfen könnt.

-- Editiert von User am 4. Juli 2023 17:39

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38135 Beiträge, 13928x hilfreich)

D.h., Du hast gekündigt? Oder wie sollen wir das verstehen? Warst Du lange vorher krank, oder wie? Stehen Dir vielleicht noch finanzielle Ansprüche zu, etwa aus Mehrarbeit oder Vergütung für nicht genommenen Urlaub? So viel Menschenfreundlichkeit stimmt mich immer nachdenklich.

wirdwerden

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#2
 Von 
Daskalos
Status:
Praktikant
(981 Beiträge, 175x hilfreich)

Wie lange arbeitest du denn schon da?

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#3
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31527 Beiträge, 5571x hilfreich)

Zitat (von Kratz7):
Was würde dann mit meinem Arbeitslosengeld 1 passieren? Könnte ich trotzdem 'ne Sperre kriegen, oder würde der Aufhebungsvertrag eher helfen, die Sperre zu umgehen?
Ja, eine Sperrzeit wäre mit dem Aufhebungsvertrag trotzdem möglich. Aufhebung ist schließlich eine beiderseitig einvernehmliche Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses.

Ohne Sperrzeit dürfte das Malheur noch am ehesten mit einem sehr deutlichen ärztlichen Attest und der vorherigen Rücksprache deshalb mit der Arbeitsagentur zu umschiffen sein.

Zitat (von Kratz7):
Und was, wenn ich mit meinem Arbeitszeugnis nicht klar komme, kann ich dann trotzdem noch dagegen klagen?
Es wird ja im Aufhebungsvertrag vermutlich nicht drinstehen, dass du jedes Arbeitszeugnis akzeptierst, oder?
500€--- soll dann was ersetzen?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#4
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10565 Beiträge, 4182x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Es wird ja im Aufhebungsvertrag vermutlich nicht drinstehen, dass du jedes Arbeitszeugnis akzeptierst, oder?


Muss es auch nicht, da in Aufhebungsverträgen regelmäßig der Passus steht, dass mit diesem Vertrag beidseitig auf jedwede Ansprüche verzichtet wird.

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#5
 Von 
philosoph32
Status:
Lehrling
(1342 Beiträge, 155x hilfreich)

Zitat (von Kratz7):
ich hab' meinen Job aufgegeben, weils mir psychisch echt mies geht durch das hohe Arbeitspensum, bin auch ständig am Überstunden aufbauen und arbeite 55 Stunden die Woche in meinem Bürojob - hab' auch 'nen Attest vom meinem Arzt dafür, also das Arbeitsamt könnte mir wahrscheinlich die Sperre sparen.

Jetzt kommt mein Chef um die Ecke, super schlau, und will, dass ich 'nen Aufhebungsvertrag unterschreibe. In dem Ding soll ich auf alles weitere verzichten, aber er gibt mir 500 Euro dafür.


Das heißt, Du hast gekündigt und Dein Chef will Dich schon innerhalb der Kündigungsfrist loswerden?`Wie lange ist diese denn?

Zitat (von Kratz7):
Und was, wenn ich mit meinem Arbeitszeugnis nicht klar komme, kann ich dann trotzdem noch dagegen klagen?


Das könnte man ja im Aufhebungsvertrag mit einbauen, dass Du den Zeugnistext vorgibst


Zitat (von Anami):
Ja, eine Sperrzeit wäre mit dem Aufhebungsvertrag trotzdem möglich.


Sobald der ärztliche Rat vorliegt, das Arbeitsverhältnis zu beenden, gibt das kein Problem, sollte man aber vorab schonmal mit dem Amt kommunizieren.

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#6
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31527 Beiträge, 5571x hilfreich)

Zitat (von philosoph32):
Sobald der ärztliche Rat vorliegt, das Arbeitsverhältnis zu beenden, gibt das kein Problem
So einfach ein ärztlicher Rat zur Aufgabe des Jobs muss nicht unbedingt helfen.
Man liest hier nicht, was der Arzt ins Attest schrieb. Deshalb empfahl ich zur Absicherung gegen das Sperrzeitrisiko:
Zitat (von Anami):
Ohne Sperrzeit dürfte das Malheur noch am ehesten mit einem sehr deutlichen ärztlichen Attest und der vorherigen Rücksprache deshalb mit der Arbeitsagentur zu umschiffen sein.


Zitat (von spatenklopper):
Muss es auch nicht,
Ja, leider weiß ich nicht, was in diesem Aufhebungsvertrag von diesem AG stehen wird. Du schon?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#7
 Von 
philosoph32
Status:
Lehrling
(1342 Beiträge, 155x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Man liest hier nicht, was der Arzt ins Attest schrieb.


Die Diagnose geht keinen was an, er muss lediglich bestätigen, dass es gesundheitlich erforderlich ist

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#8
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31527 Beiträge, 5571x hilfreich)

Zitat (von philosoph32):
Die Diagnose geht keinen was an, er muss lediglich bestätigen, dass es gesundheitlich erforderlich ist
Schon klar, dass die Diagnose keinen was angeht. Der Arzt muss nicht mal eine stellen.
Aber eine einfache Bestätigung vom Hausarzt oder Facharzt, dass die Jobaufgabe erforderlich sei--- muss die Arbeitsagentur dennoch nicht akzeptieren.
Deshalb mit dem Attest ---vorher-- bei der Agentur wegen des evtl. wichtigen Grundes aufschlagen.
uU das Attest nochmal ändern lassen.

Ist die Sperrzeit erstmal drin, kommt sie schwer wieder raus, vor allem nicht schnell.

Hat alles gar nichts mehr mit Arbeitsrecht zu tun.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#9
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10565 Beiträge, 4182x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Ja, leider weiß ich nicht, was in diesem Aufhebungsvertrag von diesem AG stehen wird. Du schon?

Habe ich nicht behauptet, ich schrieb ->
Zitat (von spatenklopper):
da in Aufhebungsverträgen regelmäßig der Passus steht

Du kannst das regelmäßig auch gerne durch "überlicherweise", "normalerweise", "häufig", oder "fast immer" beliebig ersetzen.
Es wäre aber immer noch äußerst ungewöhnlich, wenn es nicht drin stehen würde.
Ein Aufhebungsvertrag hat nicht nur den Sinn das Arbeitsverhältnis, ohne Einhaltung der Kündigungsfrist zu beenden, sondern eben auch das Ziel zu verhindern, dass nach Abschluss eines solchen Vertrages für "jeden übrigen Furz" das Arbeitsgericht eingeschaltet wird.

Ob es Sinn macht diesen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben, kann man ohne Kenntnis des genauen Inhalts des Aufhebungsvertrags, des Arbeitsvertrags, der Länge Kündigungsfrist und ohne Antworten auf die Fragen aus #1 und #2 nicht abschließend beurteilen.

Zitat (von Kratz7):
In dem Ding soll ich auf alles weitere verzichten, aber er gibt mir 500 Euro dafür.

Mit den wenigen gegebenen Informationen, riecht es bislang aber nach einer einseitig eleganten Lösung für den Arbeitgeber.

Was aus meiner Sicht gegen den "500€ Aufhebungsvertrag" spricht,
was ist mit ? :

1. restlicher Gehaltszahlung bis zum Ende der regulären Kündigungsfrist
2. Aufgelaufenen Überstunden (Bezahlung / Freizeitausgleich=
3. Erworbenen Urlaubsansprüchen die nicht mehr genommen werden können?

Und wenn ich mich länger damit beschäftigen würde, würden mir bestimmt noch ein halbes dutzend weitere Punkte einfallen, welche bei "auf alles weitere für 500€ verzichten", nur nachteilig für den Arbeitnehmer wären.


-- Editiert von User am 5. Juli 2023 13:00

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