Ich arbeite seit etwa vier Jahren in einer großen Firma. Anfangs war alles ganz normal, eine Woche Spätschicht, eine Woche Frühschicht und wenn man wollte konnte man auch mal tauschen. Zwischenzeitlich hat es einen Stellenabbau gegeben und die Firma verkleinerte sich. Ich habe einen Vertrag für 30Stunden in der Woche und mache nun seit einem halben Jahr vorrangig Spätschichten. Ich habe das aus schon angesprochen, warum immer ich Spätschicht machen muss, mein eigenes Sozialleben geht dabei vor die Hunde, während andere immer Frühschicht machen , generell und es sogar kommentiert wird, wenn dann doch mal eine Spätschicht anfällt. Bei mir scheint es zu ungefragten Selbstverständlichkeit geworden zu sein. Ich habe das notiert und komme seit Januar auf sieben Tage Frühschicht, die restliche Zeit musste ich immer Spätschicht machen. Tauschen geht nicht, denn wer tauscht schon gern in eine Spätschicht. Nachdem ich das Problem mehrmals angesprochen habe , wurde vieles schön geredet "Na wenn du 7 Tage Frühschicht hattest im letzten halben Jahr kannst du ja nicht sagen, das du nur Spätschichten machen musst." Auch ein Kündigungsvorschlag wurde mir schon untermalt. Ich bin nun dahinter gekommen, dass die Mehrheit der Mitarbeiter sogenannte "Muttojobs" haben. Sie haben Kinder und deswegen steht ihn grundsättzlich eine Frühschicht zu. Die Kita nmacht früh zu, der Hort ist geschlossen, kein Vater da usw....da werden natürlich auch Ferien integriert und das anscheinend auf meine Kosten. Ich bin in meinem Team die einzige die seit Monaten späte Schichten macht. Besserung wird nicht angeboten es wird um Verständniss gebeten usw....im Umnkehrschluß heißt das für mich Spätschicht bis zur Rente. Ist das wirklich so, oder habe ich auch Rechte ? Tauschen will keiner, denn die Muttis können nachmittags nicht arbeiten, weil der Freizeitanspruch so hoch ist. Laut Vertrag kann ich für jede Schiccht eingeplant werden, Wünsche soll man äußern können ( werden aber seit Monaten schon nicht berücksichtigt). Ich verstehe ja, dass man Rücksicht auf Mitarbeiter nehmen muss, die keine Kita haben, aber NUR NOCH auf Kosten anderer Mitarbeiter ? Was kann ich tun ? Ausser zu kündigen ? Gespräche bei der Geschäftsführung haben nur Schulterzucken ergeben. Ich habe das Gefühl, dass mit dem vorherigen Stellenabbau eine "Muttifirma " geworden ist, die alle gesonderte Arbeitsverträge haben und ich deswegen meine WorkLife Balance auf Lebenszeit verliere ( meine Kinder sind groß).
Dauer Spätschicht
20. April 2026
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Frage vom 20. April 2026 | 20:43
Von
Status: Beginner (98 Beiträge, 12x hilfreich)
Dauer Spätschicht
#1
Antwort vom 20. April 2026 | 21:31
Von
Status: Unbeschreiblich (129817 Beiträge, 41398x hilfreich)
Zitat :Ist das wirklich so,
Aufgrund der unbekannten Faktoren / Unwägbarkeiten ist das in Ermangelung hellseherischer Fähigkeiten nicht seriös zu beantworten.
Das könnte sich einem durchaus erschließen, wenn man die uns unbekannten vertraglichen Vereinbarungen / betreffenden Klauseln / Absprachen etc. liest, denn daraus pflegen sich regelmäßig aufklärende Details zu ergeben.
Bei Unklarheiten gerne wieder hier melden, den vollständigen Wortlaut der relevanten Stellen posten, denn erst mit Kenntnis dieser Fakten können wir zielführend zu Bedeutung und Auslegung diskutieren.
Zitat :habe ich auch Rechte ?
Kündigen kann man immer, auch eine Klage vor Gericht kann eingereicht werden. Wobei letztere sinnlos sein kann, wenn die rechtliche Grundlage fehlt.
Zitat :Laut Vertrag kann ich für jede Schiccht eingeplant werden,
Wenn das die korrekte Zusammenfassung des Wortlauts der vertraglichen Vereinbarungen / betreffenden Klauseln / Absprachen etc. ist, dann hat man Pech gehabt. Man ist schlicht der "Lückenbüßer".
Zitat :Wünsche soll man äußern können ( werden aber seit Monaten schon nicht berücksichtigt).
Wünsche muss keiner erfüllen, nicht mal Weihnachtsmann und Osterhase - und bei denen ist das immerhin der Hauptjob ...
Zitat :Ich habe das Gefühl, dass mit dem vorherigen Stellenabbau eine "Muttifirma " geworden ist
Das scheint so zu sein, denn Mütter (und Väter) die alleinerziehend sind lassen sich kaum abbauen.
Zitat :ich deswegen meine WorkLife Balance auf Lebenszeit verliere
Dann bleibe nur, sich eine Arbeit zu suchen, welche der eigenen Definition von WorkLife Balance entsprechen und den Vertrag vor dem Abschluss prüfen bzw. prüfen zu lassen ob er zur persönlichen Vorstellung von WorkLife Balance kompatibel ist.
#2
Antwort vom 22. April 2026 | 12:07
Von
Status: Lehrling (1822 Beiträge, 720x hilfreich)
Zitat :Ich habe einen Vertrag für 30Stunden in der Woche
Sofern nicht alle Vollbeschäftigten (nur) 30 Stunden pro Woche arbeiten, sind 30 Stunden ein Teilzeitarbeitsverhältnis:
"Teilzeitbeschäftigt ist ein Arbeitnehmer, dessen regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer ist als die eines vergleichbaren vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers."
Jedenfalls bei der REDUZIERUNG einer (Vollzeit-)Beschäftigung in eine Teilzeitbeschäftigung ist gesetzlich eine Absprache erforderlich, WIE die reduzierte Teilzeitarbeit erfolgen soll:
"Haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Verteilung der Arbeitszeit kein Einvernehmen nach Absatz 3 Satz 2 erzielt und hat der Arbeitgeber nicht spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn der Arbeitszeitverringerung die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit in Textform abgelehnt, gilt die Verteilung der Arbeitszeit entsprechend den Wünschen des Arbeitnehmers als festgelegt. Der Arbeitgeber kann die nach Satz 3 oder Absatz 3 Satz 2 festgelegte Verteilung der Arbeitszeit wieder ändern, wenn das betriebliche Interesse daran das Interesse des Arbeitnehmers an der Beibehaltung erheblich überwiegt und der Arbeitgeber die Änderung spätestens einen Monat vorher angekündigt hat."
Zitat :Ich ... mache nun seit einem halben Jahr vorrangig Spätschichten.
Jedenfalls bestimmt ein Betriebsrat mit über die Arbeitszeiten - er könnte (mit-)bestimmen, dass eine gerechte Verteilung der Belastung mit Spät- und Frühdiensten erfolgt.
Zitat :Laut Vertrag kann ich für jede Schiccht eingeplant werden
Bei der Bestimmung darüber, ob der Arbeitnehmer Früh- oder Spätschichten zu leisten haben soll, darf der Arbeitgeber nicht willkürlich und ohne Rücksicht auf die Interessen des Arbeitnehmers vorgehen; er darf seine Entscheidung nur nach "billigem Ermessen" treffen, § 106 GeWO.
Enthält der Arbeitsvertrag eine konkrete Regelung über die Arbeitszeiten ( z.B.: "gleich viele Früh- und Spätschichten im Monat", "nach längstens 1 Monat in einer Schichtart muß ein Wechsel erfolgen" oder dergleichen? )
Jedenfalls muß der Arbeitgeber SCHRIFTLICH über vereinbarte Arbeitszeiten und Arbeitsmuster informieren, § 2 Nachweisgesetz.
"Ein teilzeitbeschäftigter Arbeitnehmer darf wegen der Teilzeitarbeit nicht schlechter behandelt werden als ein vergleichbarer vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer, es sei denn, dass sachliche Gründe eine unterschiedliche Behandlung rechtfertigen."
Werden Vollzeitmitarbeiter mit "gerechter" Verteilung der Belastung mit Spät-/Frühschichten eingesetzt? Dann darf ein Teilzeitbeschäftigter nicht benachteiligt werden durch einseitige Belastung mit nur einer Schichtart.
RK
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