Diebstahl in die Schuhe geschoben

17. Dezember 2014 Thema abonnieren
 Von 
Engelchen220369
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Diebstahl in die Schuhe geschoben

Hallo zusammen,

mir ist heute etwas ganz schreckliches passiert und ich brauche wirklich einen Rat, weil ich heute fristlos gekündigt wurde, obwohl ich nichts gemacht habe.

Kurz vor Feierabend wollte meine Kollegin mit mir ein Gespräch unter vier Augen führen. Dabei behauptete sie, das
mich ein Kollege/Kollegin gesehen hätte, wie ich in der Firma geklaut habe.

Ich stritt das vehement ab und verlangte zu wissen, wer das behauptet. Darauf gab sie mir keine Antwort. Ich hatte aber gleich jemanden in Verdacht, mit dem ich schon häufiger Probleme/Ärger hatte. Dieses sagte ich ihr auch, aber sie bestritt es.

Auf dem Weg zurück ins Büro, machte sie mir den Vorschlag, in meine Tasche sehen zu wollen. Ich fühlte mich persönlich angegriffen und sagte ihr, das möchte ich nicht, weil das in meinen Augen ein Vertrauensbruch ist und wenn schon, dann soll sie die Polizei rufen.

Sie bestand aber mehrmals darauf, in meine Tasche sehen zu dürfen, ansonsten müsste sie den Chef anrufen.

Ich stimmte ihr zu den Chef anzurufen und griff zu meiner Tasche (die für jeden zugänglich, offen, an meinem Arbeitsplatz lag).

Ich sah hinein und entdeckte geschockt drei kleine Schachteln, die vorher nicht da waren. Ich reagierte einfach instinktiv. Ich wurde des Diebstahls bezichtigt und die Sachen lagen in meiner Tasche. Ich habe die Schachteln schnell versteckt, weil ich wusste, mir würde jetzt niemand glauben.

Als dann der Chef anwesend war, stellte sich heraus, das diese Kollegin mit zwei weiteren, in meiner Abwesenheit und ohne meine Einwilligung, meine Tasche durchsucht haben und die Schachteln gesehen haben.

Ich weiss mit ziemlicher Sicherheit, das die Behauptungen von dem Kollegen kommen, der mich nicht mag.

Dieser Kollege hätte jederzeit an meine Tasche gehen können, weil er seine Aufträge auf meinen Schreibtisch legen muss. Desweiteren kommt dieser Kollege jeden Tag mit einer Alkoholfahne zur Arbeit (was auch jeder weiss, was stillschweigend geduldet wird). Es kam auch schon vor, das er besoffen zur Arbeit kam und aggressiv gegenüber den Kollegen wurde.

Ich bin überzeugt, das dieser Kollege mir die Sachen untergeschoben hat. Gerade weil ich erst noch letzten Freitag mit ihm eine Auseinandersetzung hatte.

Mein Chef hat leider den anderen geglaubt, obwohl ich wiederholt gesagt habe, das ich nichts gestohlen habe und er gerne die Polizei rufen kann. Mein Chef sagte, die Sachlage wäre klar (wegen der drei Zeugen) und sprach mir die fristlose Kündigung in Form eines Aufhebungsvertrages aus. Den soll ich morgen unterschreiben.

BITTE HELFT MIR !!!!!

Liebe Grüße

Euer Engelchen






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-- Editiert von Moderator am 17.12.2014 23:10

-- Thema wurde verschoben am 17.12.2014 23:10

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
:blaubär:
Status:
Student
(2472 Beiträge, 1264x hilfreich)

Gegen eine Kündigung - auch und insbesondere gegen eine fristlose - kann man sich wehren, gegen einen Aufhebungsvertrag nicht, wenn man ihn unterschrieben hat.
Allerdings möchte ich nach deiner Schilderung schon glauben, dass du einer ganz fiesen Intrige aufgesessen bist und jeder Anschein gegen dich spricht.

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#2
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5011 Beiträge, 2531x hilfreich)

Wenn die Geschichte so abgelaufen ist, dann keinen Aufhebungsvertrag unterschreiben und umgehend zur Polizei gehen und Anzeige erstatten. Dazu sollte man lieber einen Anwalt mit ins Boot nehmen.
Handelt es sich um einen Kleinbetrieb, seit wann besteht das Beschäftigungsverhältnis?

Im Übrigen, eine fristlose Kündigung in Form eines Aufhebungsvertrages gibt es nicht.

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#3
 Von 
HeHe
Status:
Richter
(8405 Beiträge, 3764x hilfreich)


Eine Kündigung ist eine einseitige Willenserklärung ´´Ich kündige!´´ und ein Aufhebungsvertrag ist eine einvernehmliche unwiderrufliche Beendigung eines Arbeitsverhältnisses.

Wenn der AG statt der fristlosen Kündigung einen Aufhebungsvertrag ´´anbietet´´, dann scheint ihm klar zu sein, dass eine Kündigung seitens des Betriebes bedeuten kann, dass du diese nicht klaglos hinnimmst.

Wenn die Handtasche für jeden offen und zugänglich im Büro stand, bekommt ein guter Anwalt das locker zerpflückt, dumm (wenn auch verständlich) ist allerdings, dass du zunächst versucht hast, die Päckchen aus deiner Handtasche zu verstecken, nachdem du sie darin entdeckt hast.


Wie sieht es mit der Antwort auf die Frage von 1000kleinesachen aus? Betriebsgröße (wg. Kündigungsschutz)?


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#4
 Von 
Engelchen220369
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Guten Morgen zusammen,

danke schön für Eure Antwort.

Der Betrieb hat ca. 100 Vollzeitangestellte und hauptsächlich 450-Euro-Kräfte. Ich bin jetzt seit 6 Jahren in dieser Firma beschäftigt.

Mein Arbeitgeber hat gestern darauf bestanden, heute in die Firma zu kommen und einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben, ansonsten würde er die Polizei holen und bei mir eine Hausdurchsuchung machen lassen.

Ich werde heute auf jeden Fall noch zur Polizei gehen und die drei Ex-Kolleginnen anzeigen, weil sie einfach an meine Tasche gegangen sind.

Desweiteren gehe ich zu meinem Ex-Chef und verlange eine ordentliche Kündigung.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118834 Beiträge, 39636x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Ich werde heute auf jeden Fall noch zur Polizei gehen und die drei Ex-Kolleginnen anzeigen, weil sie einfach an meine Tasche gegangen sind. <hr size=1 noshade>

Und eine Anzeige gegen Unbekannt wegen der 3 Päckchen.

Danach solltest Du zu einem entsprechend versierten Anwalt gehen, der alles weiter in die Hand nimmt.



quote:<hr size=1 noshade>Desweiteren gehe ich zu meinem Ex-Chef und verlange eine ordentliche Kündigung. <hr size=1 noshade>

DAS würde ich erst mal nicht machen.





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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#6
 Von 
Engelchen220369
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Einen schönen guten Morgen wünsche ich :devilangel:

Soooo...... Anzeige ist gemacht und bei einem Anwalt war ich heute auch.

Gleichzeitig kam heute folgende "DOPPEL-KÜNDIGUNG" ???

Genauer Wortlaut :

Kündigung durch Boten

Sehr geehrte Frau Engelchen,

hiermit kündigen wir das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis außerordentlich und fristlos mit sofortiger Wirkung, lediglich rein vorsorglich und hilfsweise gleichzeitig aber auch ordentlich zum 28.02.2015.

Der guten Ordnung halber weise ich Sie darauf hin, das Sie verpflichtet sind, sich sofort persönlich ber der Agentur für Arbeit Arbeit suchend zu melden.
Ferner sind Sie verpflichtet, sich auch selbst aktiv um ein neues Arbeits-
verhältnis zu bemühen. Eine Verletzung dieser Pflichten kann zum Eintritt einer Sperrzeit führen.

Mit freundlichen Füßen :respekt:

Um zahlreiche, klärende Meinungen Eurerseits wird gebeten :-)

Euer Engelchen




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#7
 Von 
Engelchen220369
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Ach ja. Ich vergaß zu sagen das mich mein Hausarzt bis auf Weiteres krank geschrieben hat, nachdem ich ihm die ganze Lage erklärt habe.

Wie sieht das jetzt aber mit der Kündigung aus ???

Fristlos ?? Fristgerecht ?? Freigestellt ??

Keine Ahnung ...........

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0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118834 Beiträge, 39636x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Ach ja. Ich vergaß zu sagen das mich mein Hausarzt bis auf Weiteres krank geschrieben hat, nachdem ich ihm die ganze Lage erklärt habe. <hr size=1 noshade>

Sehr gut.



Ansonst ist das üblich mit der Doppel-Kündigung.
Falls die fristlose aus irgendwelchen Gründen nicht greifen sollte, fängt die fristgerechte das auf.



Ansonsten natürlich auch sofort bei der Arbeitsagentur melden.





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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#9
 Von 
Herr Müller 176
Status:
Schüler
(188 Beiträge, 147x hilfreich)

interessant wird/ist die angelegenheit unter folgenden gesichtspunkten:
zunächst besteht ja der vorwurf des diebstahls:
dies festzustellen ist m.e nicht aufgabe eines arbeitsgerichtes
folglich müßte der ag zunächst anzeige erstatten, danach kommt es zum prozeß vor dem (keine ahnung wer zuständig ist amtsgericht?)
ob und wie dort der "diebstahl gerichtsfest gemacht" wird sei dahingestellt
(manche zeugen können sich vor gericht "plötzlich" nicht mehr so genau erinnern)
(eine "durchsuchung" der tasche durch mitarbeiter "geht" sowieso nicht,
dazu Arbeitsgericht Frankfurt/Main (Aktenzeichen 7 Ca 9658/03 ) )

selbst wenn der diebstahl tatsächlich begangen worden ist rechtfertigt dies nicht unbedingt eine fristlose kündigung möglicherweise auch keine ordentliche kündigung, u.u kommt es
auf die aufgaben des AN an
auf den "wert" der gestohlenen ware
...


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#10
 Von 
MitEtwasErfahrung
Status:
Lehrling
(1840 Beiträge, 485x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>(eine "durchsuchung" der tasche durch mitarbeiter "geht" sowieso nicht,
dazu Arbeitsgericht Frankfurt/Main (Aktenzeichen 7 Ca 9658/03 ) ) <hr size=1 noshade>


Die Rechtssätze dieses Urteil dürften nur bedingt auf den vorliegenden Fall anwendbar sein. Im vorliegenden Fall hat nicht der Arbeitgeber die Tasche durchsucht, sondern die Mitarbeiter. Ähnlich wie bei den Steuer-CDs kann der AG sich darauf berufen, dass er selber ihm die vermeintliche Tat nur zugetragen wurde, die Rechtsverletzung jemand anders begangen hat. Anders wäre es, wenn der AG in irgend einer Form aktiv veranlasst hat, dass die Tasche durchsucht wurde.


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"Nur meine Meinung, keine Rechtsberatung! "

-- Editiert MitEtwasErfahrung am 21.12.2014 08:27

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