Duales Studium unbezahlte Überstunden und 6-Tage Woche

19. Mai 2020 Thema abonnieren
 Von 
Aspirin1000
Status:
Schüler
(341 Beiträge, 66x hilfreich)
Duales Studium unbezahlte Überstunden und 6-Tage Woche

Hallo zusammen,

da die Community mir hier sehr oft geholfen hat und ich deren Ratschläge, Tipps und Anregungen immer gerne berücksichtige, würde ich gerne eure rechtliche Einschätzung zu folgendem Fall einholen:

Ein junges Mädchen arbeitet als Studentin im dualen Studiengang im Bereich Einzelhandel. Der Ausbildungsbetrieb ist ein Baumarkt. Das Semester ist stets in drei Monate Studium an einer FH und drei Monate im Betrieb aufgeteilt. Nach Abschluss des Studiums werden die dualen Studenten als Fach-/Abteilungsleiter in den jeweiligen Betrieb übernommen.
Seit Beginn des dualen Studiums hat das Mädchen regelmäßig ca. 10 Std zusätzlich zu ihren 40 Wochenstunden im Betrieb geleistet (unbezahlt). Zum einen wurde es stillschweigend im Baumarkt erwartet, da der Tenor ist, dass das Arbeitzeitschutzgesetz später für leitende Angestellte auch nicht gelten wird und zum anderen ist die tgl. aufgetragene Arbeit für keinen der dualen Studenten je in 8 Std. leistbar gewesen.
Nach zwei Semestern regelmäßiger Überstunden, musste das junge Mädchen einen weiteren 450 Euro Job annehmen, um die hohen Mietkosten in einer Großstadt und das fehlende Kindergeld, welches sie bisher erhielt kompensieren zu können. Da der 450 Euro Job ca. 10 Arbeitsstunden zusätzlich die Woche bedeutete, konnte sie bei weitem nicht mehr die 10 Überstunden wöchentlich im Betrieb leisten wie bisher, worauf der Geschäftsführer und Ausbildungsleiter die Studentin darauf hinwies, dass sie selbst darauf achten soll keine Überstunden mehr zu machen. Doch jedes Mal wenn sie versuchte pünktlich zu gehen, haben Kollegen der Spätschicht sie zurückgehalten und gemeint dass sie bleiben müsste da z.b. die Filiale nur zu zweit abgeschlossen werden dürfe oder dass sie doch noch hier und da helfen muss und sie alle gerne pünktlich gehen möchten aber auch nicht einfach gehen können. So gerät die Studentin immer in den Konflikt gegen interne SOPs zu verstoßen gleichzeitig häuft sie allerdings weiter unbezahlte Überstunden kann und fühlt sich zunehmend überlastet.
Das ganze Faß wurde nun zum Überlaufen gebracht als die Coronakrise begann und der Baumarkt komplett überrannt wurde, da zu dem Zeitpunkt alle dualen Studenten in der dreimonatigen Uniphase waren. Es kam in der Zeit eine interne Email an alle dualen Studenten , dass durch den hohen Krankenstand in den Betrieben die Studenten aus der Uni nach ihren Seminaren angehalten sind in ihren Betrieben auszuhelfen, was die Studentin vom Aufwand des Lernstoffs und des zuästlzichen 450 Euro Jobs nicht schaffte. Dies führte auch nochmal zu Kritik seitens ihrer Kollegen als sie zwischendrin immer mal im Betrieb vorbeischaute (so wie die dualen Studenten angehalten sind um auf dem neuesten Stand im Betrieb zu bleiben) um sich über ihren Dienstplan etc. zu informieren. Nach Abschluss ihrer Prüfungen, musste sie bereits einen Tag darauf wieder in den Betrieb zum Arbeiten und wurde für die kommenden drei Wochen für 6 Tage in der Woche eingeplant auf dem Dienstplan. Auf Nachfrage hin wo ihr zweiter freier Tag sei, wurde ihr gesagt, dass alle Mitarbeiter angehalten sind sechs Tage die Woche zu arbeiten, da in der schweren Zeit von Corona einfach der Kundenandrang höher ist und mehr zu tun sei und dass das auch erwartet wird das alle anpacken. Nur weiß die Studentin, dass sie all die Überstunden und freien Tage auch "nach der Krise" nicht zurückerhalten wird oder ausgeglichen bekommt. Sie möchte ihre Kollegen auch nicht im Stich lassen, aber wie verfährt man am besten um all die Überstunden und freien Tage rechtlich zu behalten ohne es sich mit dem Betrieb auf Dauer zu verscherzen? Auch ist die duale Studentin mittlweile nach vier Semestern am Rande ihrer Kräfte angelangt.

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17236 Beiträge, 6430x hilfreich)

"Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" - oder wie?
Die Gute möchte ihre Rechte wahren, aber es auch jedem recht machen - kann nicht funktionieren.
Ich rate dazu, strikt nach Recht zu gehen. Alles andere - das hat sie ja schon erfahren - wird nicht gedankt.

Nachsatz
1. Ich weiß nicht, wem damit gedient sein soll, eine Studentin 'Mädchen' zu nennen. Da liegt die Zuschreibung von Unmündigkeit schon im Begriff.
2. Derart lange Ausführungen tragen in aller Regel nicht zur Erhellung eines Problems bei. Eher zur Verwirrung.

-- Editiert von blaubär+ am 19.05.2020 17:31

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#2
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17802 Beiträge, 8067x hilfreich)

Volle Zustimmung, blaubär+ :)
Ganz ehrlich, wenn ein Arbeitgeber schon während der Ausbildung so überfordert, wie stellt sich die Studentin eigentlich die Zukunft in diesem Unternehmen als Führungskraft vor?
Da ist der Burnout ja schon mit 40 vorprogrammiert, wenn nicht früher. Lohnt sich der Einsatz wirklich? Es gibt wirklich bessere Unternehmen, die ihre Arbeitnehmer nicht ausbeuten.

Signatur:

Nur wer sich bewegt, hört seine Ketten rasseln.

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#3
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31555 Beiträge, 5573x hilfreich)

Zitat (von Aspirin1000):
Auch ist die duale Studentin mittlweile nach vier Semestern am Rande ihrer Kräfte angelangt.
Da helfen Fachleute. Das dürfte in solchem Fall der Hausarzt sein, der die Duale mal arbeitsunfähig schreibt.

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#4
 Von 
Aspirin1000
Status:
Schüler
(341 Beiträge, 66x hilfreich)

Liebe(r) Blaubär,

Vielen Dank, dass hatte ich der jungen Studentin bereits geraten, also auch nur noch Dienst nach Plan zu machen und auf zwei freie Tage die Woche zu bestehen es sei denn man kann die freien Tage im Dienstplan in den darauffolgenden Wochen erkennen.
Wie mir gerade zugetragen wurde, wurde ihr auch eine Urlaubssperre verhängt bis Ende Juni, wobei sie dieses Jahr bisher erst eine Woche Urlaub Anfang des Jahres erhalten hatte und sie meinte dass sie echt urlaubsreif sei (insbesondere nach der Klausurwoche in der FH).
Der geplante Urlaub für Anfang Juni wurde sie gebeten zu verschieben, wobei erwähnt sein muss, dass sie bisher nur ihren geplanten Urlaub in den Dienstkalender eingetragen hatte und keinen Antrag beim Vorgesetzten gestellt hatte. Sie ist bereit diesen zu verschieben, weiß allerdings kaum wohin, da nicht zwei Kollegen gleichzeitig Urlaub nehmen dürfen und bereits in den anderen Wochen überall Urlaub ihrer Kollegen eingetragen ist und ab August die Uni für drei Monate weitergeht.
Im November und Dezember möchte sie keinen Urlaub nehmen, da sie gerne zu den Geburtstagen ihrer Geschwister und Eltern in einen der warmen Monate nach Hause gefahren wäre. Im November oder Dezember möchte sie nicht Urlaub nehmen und schon gar nicht ganze 5 Wochen.
Gibt es hier einen Paragrafen wonach ihr der Urlaub zumindest für eine gewisse Zeit zugesprochen werden muss? Ich kann mir gerade nicht vorstellen, dass ein Arbeitgeber einen vorschreiben kann, den Urlaub nur in gewissen Jahreszeiten zu nehmen und andere Mitarbeiter aber ihren Wünschen entsprechend berücksichtigt werden.

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#5
 Von 
Aspirin1000
Status:
Schüler
(341 Beiträge, 66x hilfreich)

Zitat (von altona01):
Volle Zustimmung, blaubär+ :)
Ganz ehrlich, wenn ein Arbeitgeber schon während der Ausbildung so überfordert, wie stellt sich die Studentin eigentlich die Zukunft in diesem Unternehmen als Führungskraft vor?
Da ist der Burnout ja schon mit 40 vorprogrammiert, wenn nicht früher. Lohnt sich der Einsatz wirklich? Es gibt wirklich bessere Unternehmen, die ihre Arbeitnehmer nicht ausbeuten.


Absolut, nach Sichtung diverser Internetseiten wie kununu macht es das Bild dervielen unbezahlten Überstunden rund und wird von mehreren Arbeitnehmern auch als Kündigungsgrund angegeben. Scheint die Firmenstrategie zu sein. Ich habe ihr geraten sich nicht mehr so aufzuopfern auch wenn es die anderen Mitarbeiter und dualen Studenten tun, und sie damit in ein schlechtes Licht gerückt wird, sie wird im Einzelhandel nach Abschluss des Studiums definitiv einen Job finden, sie ist ungebunden und kann überall hingehen (auch wenn sie gerne zurück in die Region ihrer Familie ziehen möchte und da es nicht allzu viele Märkte gibt) dennoch sind die Aussichten aktuell auch in Coronazeiten im Handel gut. Sie selbst hat gerade nur die Befürchtung nicht übernommen zu werden oder am Ende arbeitslos zu sein.

Ich entschuldige mich für die lange Ausführung, ich wollte nur ein genaues Bild der Lage abbilden und versuche mich in Zukunft kürzer zu fassen und trotzdem die Lage vollumfänglich darzulegen.

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#6
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31555 Beiträge, 5573x hilfreich)

Zitat (von Aspirin1000):
Gibt es hier einen Paragrafen wonach ihr der Urlaub zumindest für eine gewisse Zeit zugesprochen werden muss?
Nein. Der AG hat aber sowohl betriebliche wie auch persönliche Belange zu berücksichtigen. Und das auch im Jahr der Pandemie.
Die Studentin wollte Urlaub, wenn es warm ist und wenn ihre Familie Geburtstag hat.
Die Studentin möchte nicht im November/Dezember Urlaub machen.
Die Studentin möchte nicht 5 zusammenhängende Wochen.
Die Studentin kann ab August nicht, weil dann wieder Uni ist.
Bleibt wirklich nicht viel in 2020.
Evtl. kann sie noch bis März 2021 ziehen? Aber da ist es noch nicht warm. Evtl. hat dann auch keiner aus der Familie in der entfernten Region Geburtstag.
Zitat (von Aspirin1000):
bereits in den anderen Wochen überall Urlaub ihrer Kollegen eingetragen ist
Die hatten evtl. auch persönliche Wünsche. Die waren evtl. nicht so aufs Wetter und Familie oder gar Uni festgelegt?
Zitat (von Aspirin1000):
dass sie bisher nur ihren geplanten Urlaub in den Dienstkalender eingetragen hatte und keinen Antrag beim Vorgesetzten gestellt hatte
Schade. Das haben die anderen Kollegen evtl. gleich *fix=genehmigt* gemacht?

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#7
 Von 
Aspirin1000
Status:
Schüler
(341 Beiträge, 66x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Zitat (von Aspirin1000):

Evtl. kann sie noch bis März 2021 ziehen? Aber da ist es noch nicht warm. Evtl. hat dann auch keiner aus der Familie in der entfernten Region Geburtstag.
Zitat (von Aspirin1000):
bereits in den anderen Wochen überall Urlaub ihrer Kollegen eingetragen ist
Die hatten evtl. auch persönliche Wünsche. Die waren evtl. nicht so aufs Wetter und Familie oder gar Uni festgelegt?
Zitat (von Aspirin1000):
dass sie bisher nur ihren geplanten Urlaub in den Dienstkalender eingetragen hatte und keinen Antrag beim Vorgesetzten gestellt hatte
Schade. Das haben die anderen Kollegen evtl. gleich *fix=genehmigt* gemacht?


Soweit ich mich entsinne beginnt Mitte Januar dann wieder die Uni, weshalb sie zur Zeit wirklich nur die Option hätte ihre letztverbleibenden fünf Wochen Urlaub im November/Dezember und Anfang Januar zu verteilen und zu nehmen, was ihr aber nichts bringen würde (keine familiären Geburtstage, Weihnachten ja vlt. 1-2 Tage eher hinfahren, kein Geld für Urlaubsreisen in wärmere Gegenden vorhanden)
Die Lehre daraus ist bereits am Anfang des Jahres all Urlaub fix zu machen auch wenn die Anweisung ist erst den Antrag 2-4 Wochen vor Beginn zu stellen.

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#8
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17802 Beiträge, 8067x hilfreich)

@anami:
"Die Studentin wollte Urlaub, wenn es warm ist und wenn ihre Familie Geburtstag hat."

Während Anami hingegen immer nur Urlaub nimmt, wenn es kalt ist und keiner in der Familie Geburtstag hat.

"Die Studentin möchte nicht im November/Dezember Urlaub machen."

Während Anami hingegen immer vorzugsweise im November Urlaub macht.

"Die Studentin möchte nicht 5 zusammenhängende Wochen."

Während Anami immer mind. 5 zusammenhängende Wochen möchte.

"Evtl. kann sie noch bis März 2021 ziehen? Aber da ist es noch nicht warm. Evtl. hat dann auch keiner aus der Familie in der entfernten Region Geburtstag."

Mich widert zutiefst die hier viral sich ausweitenden Aggressionen gegen und Abwertungen von Fragesteller an. Man merkt, dass hier einige Antwortende immer abwertender mit Fragestellern umgehen.

Sich austoben auf Kosten Anderer, dafür ist hier kein Platz.

-- Editiert von altona01 am 19.05.2020 21:24

Signatur:

Nur wer sich bewegt, hört seine Ketten rasseln.

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#9
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31555 Beiträge, 5573x hilfreich)

Meine deutliche Gegenüberstellung führte zur Feststellung:

Zitat (von Anami):
Bleibt wirklich nicht viel in 2020.
Mein Vorschlag, Resturlaub in 2021 zu ziehen, führte zur Antwort:
Zitat (von Aspirin1000):
Soweit ich mich entsinne beginnt Mitte Januar dann wieder die Uni, weshalb sie zur Zeit wirklich nur die Option hätte ihre letztverbleibenden fünf Wochen Urlaub im November/Dezember und Anfang Januar zu verteilen und zu nehmen,
d.h. Es bleibt wirklich nicht viel in 2020. Die Wünsche lassen sich uU nicht realisieren. Es scheint aufgrund #7 tatsächlich schwer bis unmöglich zu sein.
Der Fragesteller nahm mit:
Zitat (von Aspirin1000):
Die Lehre daraus ist bereits am Anfang des Jahres all Urlaub fix zu machen auch wenn die Anweisung ist erst den Antrag 2-4 Wochen vor Beginn zu stellen.
Er hat es verstanden. Ich empfahl schon in #3, wegen der aktuellen Überlastung zum Arzt zu gehen. Es ist unbestritten, dass die Corona-Situation noch zusätzliche Belastungen und Einschnitte bringt. Wer also am Rand seiner Kräfte angelangt ist, sollte sich seiner dualen Belastung wegen doch möglichst mal arbeitsunfähig erklären.

Zitat (von altona01):
Sich austoben auf Kosten Anderer, dafür ist hier kein Platz.
Ich tobe mich nicht aus. Ich werte niemanden ab. Mein Urlaub war nicht gefragt. Hingegen kann ich aus #2 und #8 nicht erkennen, was dem TE seine Fragen beantwortet.
Zitat (von altona01):
Es gibt wirklich bessere Unternehmen, die ihre Arbeitnehmer nicht ausbeuten.
Ja, das ist wohl so. Was ist deine Empfehlung an den TE bzw. die Studentin?
Zitat (von altona01):
wie stellt sich die Studentin eigentlich die Zukunft in diesem Unternehmen als Führungskraft vor?
Auch das war keine Frage, aber die Antwort liest sich in #5 recht deutlich.

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