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Einsatz von Freelancern, während fest Angestellte in Kurzarbeit sind?

 Von 
Frida1977
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)
Einsatz von Freelancern, während fest Angestellte in Kurzarbeit sind?

Unser Unternehmen arbeitet mit einer Vielzahl freier Mitarbeiter und Pauschalisten (Freelancer, Selbstständige) zusammen. Die freien Mitarbeiter werden in der Regel kurzfristig für 2-3 Stunden Arbeit beauftragt. Meine Frage: Dürfen freie Mitarbeiter und Pauschalisten weiter beauftragt werden, während die fest Angestellten in Kurzarbeit geschickt werden? Wir gehen am 1.4. alle in Kurzarbeit und arbeiten alle nur noch 50 Prozent. Ist es rechtens, dass weiterhin für anfallende Arbeiten Freelancer beauftragt werden?

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Frage Mitarbeiter Kurzarbeit arbeiten


20 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
palino
Status:
Beginner
(90 Beiträge, 13x hilfreich)

Zitat (von Frida1977):
Unser Unternehmen arbeitet mit einer Vielzahl freier Mitarbeiter und Pauschalisten (Freelancer, Selbstständige) zusammen. Die freien Mitarbeiter werden in der Regel kurzfristig für 2-3 Stunden Arbeit beauftragt. Meine Frage: Dürfen freie Mitarbeiter und Pauschalisten weiter beauftragt werden, während die fest Angestellten in Kurzarbeit geschickt werden? Wir gehen am 1.4. alle in Kurzarbeit und arbeiten alle nur noch 50 Prozent. Ist es rechtens, dass weiterhin für anfallende Arbeiten Freelancer beauftragt werden?

Sicher, warum sollte das verboten sein?

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#2
 Von 
Stofferl
Status:
Schüler
(309 Beiträge, 76x hilfreich)

Ja, sie dürfen jetzt nur nicht die Arbeit übernehmen, die regulär von den Angestellten erledigt wird.

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#3
 Von 
Frida1977
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von palino):
Zitat (von Frida1977):
Unser Unternehmen arbeitet mit einer Vielzahl freier Mitarbeiter und Pauschalisten (Freelancer, Selbstständige) zusammen. Die freien Mitarbeiter werden in der Regel kurzfristig für 2-3 Stunden Arbeit beauftragt. Meine Frage: Dürfen freie Mitarbeiter und Pauschalisten weiter beauftragt werden, während die fest Angestellten in Kurzarbeit geschickt werden? Wir gehen am 1.4. alle in Kurzarbeit und arbeiten alle nur noch 50 Prozent. Ist es rechtens, dass weiterhin für anfallende Arbeiten Freelancer beauftragt werden?

Sicher, warum sollte das verboten sein?

Ganz einfach: weil die Freelancer exakt dieselbe Arbeit liefern, die auch wir fest Angestellten leisten könnten. Nur billiger.

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#4
 Von 
Frida1977
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Stofferl):
Ja, sie dürfen jetzt nur nicht die Arbeit übernehmen, die regulär von den Angestellten erledigt wird.

Und genau das ist der Fall. Sie liefern die Arbeit, die wir genauso machen könnten. Sie sind nur billiger.

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#5
 Von 
guyfromhamburg
Status:
Student
(2265 Beiträge, 460x hilfreich)

Zitat (von Stofferl):
Ja, sie dürfen jetzt nur nicht die Arbeit übernehmen, die regulär von den Angestellten erledigt wird.
Steht wo? Bitte mal belegen, mir ist diese Regelung unbekannt.

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#6
 Von 
guyfromhamburg
Status:
Student
(2265 Beiträge, 460x hilfreich)

Zitat (von Frida1977):
Und genau das ist der Fall. Sie liefern die Arbeit, die wir genauso machen könnten. Sie sind nur billiger.
Die Freelancer sind bestimmt nicht billiger. Bedenken, welche Lohnnebenleistungen der Arbeitgeber für Sie zahlen muss, die beim Freelancer nicht anfallen.

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(75574 Beiträge, 33081x hilfreich)

Zitat (von Stofferl):
sie dürfen jetzt nur nicht die Arbeit übernehmen, die regulär von den Angestellten erledigt wird.

Da ist mir eher das Gegenteil bekannt? Stichwort "Direktionsrecht".


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#8
 Von 
Stofferl
Status:
Schüler
(309 Beiträge, 76x hilfreich)

@guy, @Harry

Der Arbeitgeber muss "alle zumutbaren Anstrengungen unternehmen, den Arbeitsausfall zu vermeiden".

Seine Mitarbeiter nach Hause zu schicken und mit Lohnersatzleistungen versorgen zu lassen, während man ihre Arbeit von freien Mitarbeitern machen lässt, ist nicht im Sinne des KuG.

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#9
 Von 
Stofferl
Status:
Schüler
(309 Beiträge, 76x hilfreich)

Zitat (von guyfromhamburg):
Die Freelancer sind bestimmt nicht billiger. Bedenken, welche Lohnnebenleistungen der Arbeitgeber für Sie zahlen muss, die beim Freelancer nicht anfallen.

Ähm, genau deswegen sind doch die Freelancer billiger? :???:

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#10
 Von 
Anami
Status:
Gelehrter
(10979 Beiträge, 1761x hilfreich)

Zitat (von Frida1977):
Wir gehen am 1.4. alle in Kurzarbeit und arbeiten alle nur noch 50 Prozent.
Bis dahin wird der AG erfahren, dass es so nicht geht, wie du es hier jetzt schilderst.
Zitat (von Frida1977):
Die freien Mitarbeiter werden in der Regel kurzfristig für 2-3 Stunden Arbeit beauftragt.
Im Ernst? Auch ohne Besonderheiten wegen der Pandemie?
Man pfeift die für 2-3 Stunden ran?

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#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(75574 Beiträge, 33081x hilfreich)

Zitat (von Stofferl):
"alle zumutbaren Anstrengungen unternehmen, den Arbeitsausfall zu vermeiden"

Daraus ein Verbot für den Einsatz von Freelancern abzuleiten ist schon sehr gewagt.

Was nicht ausschließt, das es Fälle gibt, wo es nicht statthaft wäre. Das wäre dann allerdings eine Prüfung im Einzelfall.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#12
 Von 
palino
Status:
Beginner
(90 Beiträge, 13x hilfreich)

Ich sehe da wenig Anssatzpunkte. Zunächst einmal muss der AG ab 01.04 weiterhin Freelancer einsetzen. Dann dürften die Freelancer nicht über Fähigkeiten verfügen welche die normalen Angestellten im gleichen Maße haben. Und schließlich müssten diese auch so viel Arbeit erledigen, dass sie die Kurzarbeit des normalen AN komplett ausgleichen.

Ob sich da ein Gericht (wenn man denn diesen Weg gehen will) die Mühe macht diesen Einzelfall genau zu prüfen, wage ich zu bezweifeln.

EDIT: Oh und sollten die Freelancer bereits Verträge über mehrere Monate haben, bevor das abzusehen war, dann kann man diese natürlich auch nicht einfach terminieren.

-- Editiert von palino am 26.03.2020 18:05

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#13
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(75574 Beiträge, 33081x hilfreich)

Zitat (von palino):
Dann dürften die Freelancer nicht über Fähigkeiten verfügen welche die normalen Angestellten im gleichen Maße haben.

Doch, das dürfen sie durchaus.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#14
 Von 
palino
Status:
Beginner
(90 Beiträge, 13x hilfreich)

Was ich ausdrücken wollte war, das der Chef sich einfach hinstellen kann und sagen: "Freelancer Franz kann das und das, das können meine normalen Angestellten nicht oder nicht im selben Maße"
Und schon ist ihr Einsatz berechtigt.

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#15
 Von 
Frida1977
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von palino):
Ich sehe da wenig Anssatzpunkte. Zunächst einmal muss der AG ab 01.04 weiterhin Freelancer einsetzen. Dann dürften die Freelancer nicht über Fähigkeiten verfügen welche die normalen Angestellten im gleichen Maße haben. Und schließlich müssten diese auch so viel Arbeit erledigen, dass sie die Kurzarbeit des normalen AN komplett ausgleichen.

Ob sich da ein Gericht (wenn man denn diesen Weg gehen will) die Mühe macht diesen Einzelfall genau zu prüfen, wage ich zu bezweifeln.

EDIT: Oh und sollten die Freelancer bereits Verträge über mehrere Monate haben, bevor das abzusehen war, dann kann man diese natürlich auch nicht einfach terminieren.

-- Editiert von palino am 26.03.2020 18:05

Bei uns hat kein Freelancer einen Vertrag. Die werden nach Bedarf für ein paar Stunden beauftragt, von einem Tag auf den anderen.

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#16
 Von 
Frida1977
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Zitat (von Frida1977):
Wir gehen am 1.4. alle in Kurzarbeit und arbeiten alle nur noch 50 Prozent.
Bis dahin wird der AG erfahren, dass es so nicht geht, wie du es hier jetzt schilderst.
Zitat (von Frida1977):
Die freien Mitarbeiter werden in der Regel kurzfristig für 2-3 Stunden Arbeit beauftragt.
Im Ernst? Auch ohne Besonderheiten wegen der Pandemie?
Man pfeift die für 2-3 Stunden ran?

Man pfeift die nicht ran. Sie besuchen Außentermine o.ä. und schicken uns dazu von zu Hause Texte. Sie arbeiten räumlich gesehen nicht bei uns in der Firma. Sie sind dazu da, Arbeit zu erledigen, die wir in unserer vorgesehenen Arbeitszeit nicht schaffen oder die unsere Arbeitszeit überschreitet. Daher ja meine Frage, ob sie weiter beschäftigt werden dürften, während die fest Angestellten in Kurzarbeit gehen.

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#17
 Von 
Frida1977
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Stofferl):
Zitat (von guyfromhamburg):
Die Freelancer sind bestimmt nicht billiger. Bedenken, welche Lohnnebenleistungen der Arbeitgeber für Sie zahlen muss, die beim Freelancer nicht anfallen.

Ähm, genau deswegen sind doch die Freelancer billiger? :???:

Das sehe ich auch so, die bekommen einen fixen Betrag und müssen alle anderen Kosten und Abgaben selbst tragen, wieso sind Freelancer dann "nicht billiger"? Die sind erheblich billiger!

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#18
 Von 
Frida1977
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Noch ein Nachtrag dazu: Wir machen jetzt 50 Prozent Kurzarbeit, während uns mitgeteilt wurde dass Freelancer "zur Sicherstellung der Produktion" weiter beauftragt werden. Sorry, aber aus meiner Sicht widerspricht sich das völlig. Einerseits werden die fest Angestellten quasi von Vollzeit auf halbtags gedrosselt, und andererseits braucht man Freelancer zur "Sicherstellung der Produktion"? Das kann doch so nicht richtig sein.....

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#19
 Von 
guyfromhamburg
Status:
Student
(2265 Beiträge, 460x hilfreich)

Zitat (von Frida1977):
Das sehe ich auch so, die bekommen einen fixen Betrag und müssen alle anderen Kosten und Abgaben selbst tragen, wieso sind Freelancer dann "nicht billiger"? Die sind erheblich billiger!
Sorry, hab da zwei Sachverhalte durcheinander geschrieben.

Genau anders herum: der Freelancer kann billiger sein.

Zum Thema: Das Problem könnte sein, dass durch den AG nicht absehbar ist, wieviel Arbeitsleistung zu welchem Zeitpunkt notwendig ist. Bzgl. Kurzarbeit kann der AG die Arbeitnehmer aber nicht einfach zu Mehrarbeit verpflichten. (In Ihrem Fall also ü+ber die 50 % hinaus.) Der Einsatz von Freelancern erscheint mir daher ein geeignetes Mittel.

Was wäre die Alternative? Dass der Betrieb in Kürze schließt und Sie evtl. eine betriebsbedingte Kündigung erhalten.

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#20
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(75574 Beiträge, 33081x hilfreich)

Zitat (von Frida1977):
andererseits braucht man Freelancer zur "Sicherstellung der Produktion"? Das kann doch so nicht richtig sein...

Da die Freelancer wesentlich flexibler "auf Abruf gehalten" werden können als die fest Angestellten, ist das Argument durchaus nachvollziehbar.


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