Einstufung bei einschlägiger Berufserfahrung

23. November 2023 Thema abonnieren
 Von 
Herbie53123
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Einstufung bei einschlägiger Berufserfahrung

Hallo,

ich Arbeite seit 01.11.2021 in einem städtischen Jugendzentrum und bin dort mit TVöD S2 (16,67%)(seit 01.11.2022 Stufe 2) eingruppiert.
Zum 01.12.2023 fange ich (zusätzlich) eine S12 Stelle (60%) in einem städtischen Jugendzentrum einer anderen Stadt an.
So wie ich den §16 des TVöD verstehe, müsste sowohl meine Stufe als auch meine restliche Stufenlaufzeit übernommen werden, da ich über einschlägige Berufserfahrung verfüge. Das Personalamt der neuen Stelle ist allerdings der Meinung, dass die Stufe nur dann übernommen werden könnte, wenn die andere Stelle auch S12 wäre. Jetzt wollen sie mich in Stufe 1 einstufen. Liege ich mit meiner Einschätzung richtig?
Danke für hilfreiche Antworten!

Arbeitsrechtlicher Notfall?

Arbeitsrechtlicher Notfall?

Ein erfahrener Anwalt im Arbeitsrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Arbeitsrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16354 Beiträge, 9250x hilfreich)

Zitat (von Herbie53123):
Liege ich mit meiner Einschätzung richtig?

Nein.

Einschlägige Berufserfahrung ist Erfahrung, die vom Anforderungsniveau der neuen Stelle entspricht.
Erfahrung auf einer S2-Stelle ist daher wohl kaum für eine S12-Stelle einschlägig.
Oder haben Sie auf der S2-Stelle eine Tätigkeit ausgeführt, die quasi der S12-Stelle entspricht?

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Herbie53123
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Genau, ich war zum Zeitpunkt der Einstellung noch nicht mit dem Studium fertig. Aber die Tätigkeit entspricht im Wesentlichen der neuen Tätigkeit.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17263 Beiträge, 6440x hilfreich)

Was beim TVöD oft übersehen wird: teils sind Eingruppierungen auch Verhandlungssache - der TVöD ist da flexibler als der BAT früher. Du solltest deine Erfahrung ins Spiel bringen; das hat insbesondere dann Aussicht auf Erfolg, wenn der Laden sich schwertut, Fachkräfte zu rekrutieren.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16354 Beiträge, 9250x hilfreich)

Zitat (von Herbie53123):
Genau, ich war zum Zeitpunkt der Einstellung noch nicht mit dem Studium fertig. Aber die Tätigkeit entspricht im Wesentlichen der neuen Tätigkeit.

Das Argument können Sie nutzen.
Aber rein formal ist eine S2-Stelle eine Stelle für die man keinen Abschluss benötigt und eine S12-Stelle eine Stelle, für die man einen Hochschulabschluss benötigt - das sind unterschiedliche Anforderungsniveaus.
Wenn Sie den Arbeitgeber nicht mit Argumenten überzeugen können, weil der Arbeitgeber auf seiner formalen Position beharrt, dann sehe ich wenig Aussichten für Sie. Rein formal ist die Haltung des Arbeitgeber nicht zu beanstanden, denn Sie konnten auf der S2-Stelle keine Erfahrung für die S12-Stelle sammeln, weil Sie ohne Hochschulabschluss formal gar nicht qualifiziert waren, S12-Erfahrungen zu sammeln. Das ist etwas Beamten-Denken - aber das ist im öffentlichen Dienst halt so.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Herbie53123
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Antworten. Ich habe in meinem Beitrag vergessen zu schreiben, dass im Vorstellungsgespräch auch bereits Stufe 2 vereinbart wurde. Hat das irgendeine Art bindenden Charakter?

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16354 Beiträge, 9250x hilfreich)

Zitat (von Herbie53123):
Hat das irgendeine Art bindenden Charakter?

Theoretisch ja.
Praktisch scheitert es meist daran, dass man
- die Zusage nicht gerichtsfest beweisen kann und/oder
- derjenige, der die Zusage gemacht hat, gar nicht die Befugnis hatte, solche Zusagen zu machen

leicht OT:
Zitat (von blaubär+):
Was beim TVöD oft übersehen wird: teils sind Eingruppierungen auch Verhandlungssache - der TVöD ist da flexibler als der BAT früher.

Die Eingruppierung ("Entgeltgruppe") ist eigentlich keine Verhandlungssache, denn dafür gibt es die "Entgeltordnung" des TVöD. Da achten eigentlich sowohl Arbeitgeber als auch Gewerkschaften drauf, dass da nicht von abgewichen wird (natürlich aus unterschiedlichen Motiven).
Verhandlungssache ist lediglich die "Stufe" innerhalb einer Entgeltgruppe. Die Stufe soll sich eigentlich nach der Berufserfahrung richten (1= Berufsanfänger, 2= 1 Jahr Erfahrung und dann weiter bis Stufe 6). Dies ist aber dadurch aufgeweicht, dass man als Arbeitgeber in Mangelberufen eine höhere Stufe anbieten darf, als es der Berufserfahrung entspricht und als Arbeitnehmer auch um die Stufe feilschen verhandeln darf.

Davon hängt jetzt halt auch die Verhandlungsposition des Fragestellers ab.
Wie groß ist die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt?
Wie groß ist das Drohpotenzial von "Wenn ich nicht Stufe 2 bekomme, trete ich die Stelle nicht an"?


Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17263 Beiträge, 6440x hilfreich)

Zitat (von Herbie53123):
Vorstellungsgespräch auch bereits Stufe 2 vereinbart

Heilge Einfalt! Natürlich ist das bedeutsam: der schriftliche AV sollte doch wohl den Stand der Vereinbarungen exakt wiedergeben, oder? Da hilft eine Reklamation und Verweis auf die Vereinbarung.

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 265.294 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.350 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen