Entfristung bei Sachbefristung (Schwangerschaftsvertretung)

26. Juli 2015 Thema abonnieren
 Von 
Meg0304
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 3x hilfreich)
Entfristung bei Sachbefristung (Schwangerschaftsvertretung)

Schönen guten Tag,

ich habe eine Frage zu meinem Arbeitsvertrag. Ich bin aktuell als Schwangerschaftsvertretung mit einer sachlichen Befristung bis zum 30.06.2016 angestellt.

In meinem Vertrag steht Folgendes:

"Die Einstellung erfolgt gemäß TzBfG Par. 14 Abs. 1 und ist befristet wegen Elternzeitvertretung von Frau XY längstens bis 30.06.2016. Das eingegangene Arbeitsverhältnis endet ohne Kündigung mit Ablauf der vereinbarten Befristung. Bei stillschweigender Weiterbeschäftigung über die vereinbarte Befristung hinaus geht das befristete Arbeitsverhältnis in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis hinüber".

Ich als Arbeitnehmerin würde daher davon ausgehen, dass meine Beschäftigung am 30.06.2016 einfach endet, und ich würde dementsprechend ab dem 01.07.2016 automatisch nicht mehr in die Arbeit gehen. Wenn ich dennoch nach Ablauf der Befristung doch weiterhin in die Arbeit gehen würde, dann würde sich meine Befristung quasi enfristen, auch wenn mir keiner was sagt.

Die eigentliche Frage ist: Welcher Mensch geht denn weiterhin in die Arbeit, nachdem der Arbeitsvertrag abgelaufen ist?
Und dann auch noch: Wenn mir dann vor Ablauf der Frist gesagt wird, dass ich nach Vertragsablauf bitte doch noch weiterhin kommen soll, dann ist es so wie ich es beurteilen kann nicht mehr "stillschweigend". Warum sagt man daher "bei stillschweigender Weiterbeschäftigung" und wie soll ich mich als Arbeitnehmerin verhalten, wenn ich Interesse an einer Entfristung habe?

Vielen Dank schon mal!

Beste Grüße
Tatjana

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17250 Beiträge, 6433x hilfreich)

/// ... dann würde sich meine Befristung quasi entfristen, auch wenn mir keiner was sagt.

Dein AV gibt die übliche Formulierung wieder. Natürlich passiert einer aufmerksamen Personalabteilung und einer aufmerksamen Arbeitnehmerin so etwas nicht, gleichwohl muss es Regelungen geben, wenn doch. Dann ist aber dein Vertrag nicht entfristet, sondern 'rutschst' sozusagen in einen unbefristeten, da eine (erneute) Befristung rechtzeitig zu vereinbaren wäre.

/// Welcher Mensch geht denn weiterhin in die Arbeit, nachdem der Arbeitsvertrag abgelaufen ist?

Vielleicht ein Mensch, der nicht so aufmerksam ist, oder einer, der sich sauwohl fühlt und denkt, dass es einfach weiter geht; einer der es auf einen unbefristeten Vertrag anlegt ... Und dann muss ja der AG doch mitspielen: Wenn er dir am 1.7. dann sagt: Sorry, meine Liebe,, dann ist es auch Essig mit dem unbefristeten AV; wie du ja schreibst: wenn dir keiner etwas sagt.

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#2
 Von 
Meg0304
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 3x hilfreich)

Danke für den Kommentar. Eine Sache soll vielleicht noch erwähnt werden:

Meine schwangere Kollegin, die ich vertrete, möchte nach der Elternzeit zwar zurückkommen, allerdings nur stundenweise. Sowohl sie vor der Schwangerschaft als auch ich jetzt sind allerdings vollzeit angestellt. Die Stelle ist auch definitiv eine Vollzeitstelle.

Des Weiteren kommt noch dazu, dass sie erst im Herbst zurückkommen möchte. Das wusste der AG bereits, da es mir schon beim Vorstellungsgespräch gesagt wurde. D.h. sollte ich z.B. nach Ablauf meiner Frist Ende Juni ausscheiden, wäre mindestens für 3-4 Monate niemand da, der die Arbeit erledigt.

Vielleicht hat das der AG absichtlich so im Arbeitsvertrag festgelegt, damit möglichst ich die Stelle weiter führe und die Kollegin nach der Elternzeit in Teilzeit in einem anderen Aufgabenbereich eingesetzt wird?!

3x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118645 Beiträge, 39613x hilfreich)

Zitat:
Vielleicht hat das der AG absichtlich so im Arbeitsvertrag festgelegt, damit möglichst ich die Stelle weiter führe und die Kollegin nach der Elternzeit in Teilzeit in einem anderen Aufgabenbereich eingesetzt wird?!

Möglich wäre es.


Aber wie gesagt, das ist eine Standardformulierung. Die soll verhindern das dann irgendwelche vom Arbeitsvertrag abweichende gesetzlichen Regelungen greifen oder irgendwas ungeregelt wäre. Denn bei einer solchen Formulieurng gelten die vertraglichen Vereinbarungen weiterhin.



Man sollte nur daran denken, das man sich rechtzeitig (03.2016) arbeitslos und arbeitssuchend meldet.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17802 Beiträge, 8067x hilfreich)

Zitat:
Die eigentliche Frage ist: Welcher Mensch geht denn weiterhin in die Arbeit, nachdem der Arbeitsvertrag abgelaufen ist?

Taktisch kluge Menschen kommen im Glücksfall damit zu einem festen Job. Ein Kollege von mir hat das auch so geschafft.
Zitat:
Wenn mir dann vor Ablauf der Frist gesagt wird, dass ich nach Vertragsablauf bitte doch noch weiterhin kommen soll, dann ist es so wie ich es beurteilen kann nicht mehr "stillschweigend".

Nö, ist zwar nicht stillschweigend aber funzt. Denn entweder zu dem Zeitpunkt liegt ein schriftlicher befristeter Vertrag vor oder man ist unbefristet angestellt. Das ist wirklich so einfach. Nur die Unterschrift unter einen bis dahin Ihnen vorliegenden Vertrag zu verzögern bis nach der Befristung funktioniert nicht. Oder wenn einem der Chef mitteilt, dass der Vertrag noch ein paar Tage dauert. Dann ist es auch nicht stillschweigend.


-- Editiert von altona01 am 26.07.2015 23:25

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
fb367463-2
Status:
Schlichter
(7422 Beiträge, 3087x hilfreich)

Wichtig ist auch, dass die weitergehende Arbeitstätigkeit von jemandem wahrgenommen wird, der auch Einfluss hat. Wenn also nur die Kollegin oder der Azubi mitbekommt, dass Sie weiterhin arbeiten, zählt das nicht. Erst wenn eine Führungskraft das zur Kenntnis nimmt oder bekommt und Sie nicht der nach Hause schickt, gilt die Regel des unbefristeten Arbeitsverhältnisses.

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17802 Beiträge, 8067x hilfreich)

Die wenigsten Arbeitnehmer dürften tagelang arbeiten, ohne das ein Vorgesetzter das mitkriegt.

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Schnebi
Status:
Lehrling
(1061 Beiträge, 602x hilfreich)

Tagelang ist ja auch nicht nötig. Es reicht, dass die Arbeit am 01.07.16 aufgenommen wird

2x Hilfreiche Antwort

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