Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
13.493 Ratgeber, 2.347.261 Forenbeiträge, 254.709 Rechtsberatungen
608.988
Registrierte
Nutzer

Fortbildung in der Schwangerschaft

21.7.2020 Thema abonnieren
 Von 
Nina444
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Fortbildung in der Schwangerschaft

Ich arbeite in einer Arztpraxis und nehme derzeit an einer Fortbildung teil. Diese geht über 2x 2 Wochen und dazu gehört eine einwöchige Hospitation. Mein Arbeitgeber hat bisher alles bezahlt, was bei der Fortbildung auch so üblich ist, und stellt mich für die Termine frei. Nun bin ich schwanger und wegen der "Gefahren" auch verpflichtet ihn davon früh in Kenntnis zu setzen (10. Woche). Ich habe ihn gebeten, mir kein Beschäftigungsverbot auszustellen, da ich gerne arbeite und mich auch freue nach dem zweiten Block der Fortbildung das erlernte Umzusetzen in der Praxis (hauptsächlich durch Shulungen mit Patienten). Das könnte ich auch noch gute 4 Monate bevor das Kind kommt. Nun hat er mir mitgeteilt, dass ich alle folgenden Kosten selbst tragen müsste und auch nicht mehr frei gestellt würde, das könnte ich höchstens mit Urlaub begleichen (das wären noch 3 Wochen, durch Corona habe ich aber schon einiges für die Betreuung meines ersten Kindes verbraucht, käme auf max. 2Wochen). Ich habe auch gesagt, dass ich keine lange Elternzeit anstreben und ggf. Sogar nach den Mutterschutz sofort wieder einsteigen und auf jeden Fall die Schulungen machen würde. Jetzt bezeichnete er mich als völlig wertlos für die Praxis, er hätte gar nichts von meiner Fortbildung und deshalb bezahlt er dafür in keiner Weise mehr.
Kann er das so überhaupt? Ich bin bereit für die Kosten aufzukommen, aber die Freistellung benötige ich zumindest für eine Woche. Sehe aber wenig Sinn die Fortbildung zu beenden, wenn ich nicht mal die Gelegenheit bekomme etwas damit zu machen. Für die Zukunft ja, aber ich sehe nicht ein aus eigener Tasche zu zahlen aus heiterem Himmel und in meinem Urlaub alles zu erledigen und dann für diesen Mann eben diese Schulungen durchzuführen. Geschweige denn meinen angebotenen arbeitswillen noch so durchzusetzen nach dieser Ansage.

Arbeitsrechtlicher Notfall?

Arbeitsrechtlicher Notfall?

Ein erfahrener Anwalt im Arbeitsrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Arbeitsrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100071 Beiträge, 37019x hilfreich)

Über diese Fortbildung gibt es ja sicherlich vertragliche Vereinbarungen.
Da wäre interessant welche das wären und zwar im Wortlaut.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Nina444
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Einen schriftlichen Vertrag habe ich nicht. Mein AG hat die erste Zahlung bereits getätigt und steht als Rechnungsempfänger bei der Weiterbildungsstätte. Er fordert das bereits gezahlte Geld auch nicht zurück, zumindest bis jetzt. Ich habe auch nochmal nachgesehen, von der Weiterbildungsstätte gibt es keinen Vertrag, und intern haben wir auch keinen gemacht. Mir war ehrlich gesagt nicht bewusst, dass ich einen hätte machen müssen.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(14428 Beiträge, 5606x hilfreich)

//// Mir war ehrlich gesagt nicht bewusst, dass ich einen hätte machen müssen.
Das ist auch keineswegs sicher, dass du hättest machen müssen.
Da der AG offenbar den ersten Teil der Schulung bezahlt hat, könnte man überlegen, ob er damit nicht der gesamten Schulung zugestimmt hat, sofern das 1 Gesamt in 2 Teilen/Blöcken ist (ggü. 2 voneinander unabhängigen Schulungswochen). Ein weiteres wäre festzustellen, wer denn Vertragspartner für die Schulungen ist - anscheinend doch der AG.
Da dein AG aber kategorisch ablehnt, für die Schulungskosten aufzukommen und dich von der Arbeit für die Schulungszeit freizustellen, klingt das Ganze eher nach Streit.
Ein anderer Aspekt: du arbeitest, vermute ich, in einem Kleinbetrieb mit <10 AN. Da kann leicht gekündigt werden - nicht jetzt während Schwangerschaft und Mutterschutz, aber danach.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17780 Beiträge, 7994x hilfreich)

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hat der AG einen Vertrag mit dem Fortbildungstraeger unterschrieben. Sowas wird nicht muendlich vereinbart. Dann hat er auch die Kosten zu tragen und hier in Ermangelung einer schriftlichen Vereinbarung mit dem AN auch kein Recht, die Übernahme der weiteren Kosten vom AN zu fordern.
Unterschreiben Sie jetzt auf keinen Fall irgendeine Vereinbarung zum Thema Kostenuebernahme oder überhaupt zur Fortbildung, dann sind Sie wenigstens kostenmässig raus.

Sie sollten sich nach der Fortbildung ueberlegen, ob Sie bei so einem miesen AG bleiben. Wenn der schon so gemein auf Ihre Schwangerschaft reagiert, dann wird das wohl mit der Geburt auch nicht besser. Groessere Praxen koennen in der Regel besser damit leben, wenn eine Mitarbeiterin schwanger wird. Ist da ja Alltag aufgrund des Altersdurchschnitts.

Signatur:

Nur wer sich bewegt, hört seine Ketten rasseln.

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100071 Beiträge, 37019x hilfreich)

Zitat (von Nina444):
und intern haben wir auch keinen gemacht.

Vermutlich doch

Frage: Möchten Sie an der Weiterbildung XY teilnehmen
Antwort: Ja


Fertig ist der Vertrag.


Und wenn das so abgelaufen ist, dann trägt auch der Arbeitgeber alle Kosten.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 229.208 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
94.488 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen