Freie Mitarbeit - Abrechnung von Fahrtzeiten

9. März 2012 Thema abonnieren
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1451 Beiträge, 186x hilfreich)
Freie Mitarbeit - Abrechnung von Fahrtzeiten

Hallo,

angenommen, es gibt einen Vertrag über eine freie Mitarbeit. Darin steht, dass der freie Mitarbeiter seine Tätigkeit für den Auftraggeber von seinem Büro in seinem Haus aus ausübt, er aber auch zu Besprechungen am Sitz des Arbeitgebers bestellt werden kann, oder auch zu anderen Orten. Die TEILNAME an solchen Besprechungen würde ebenso als Tätigkeit gewertet, wie das eigentliche Aufgabengebiet, das exakt aufgelistet ist.

Was ist nun eine "Teilnahme"?

Angenommen, eine Besprechung dauert 1 Stunde, der Zeitaufwand für die Fahrtzeit beträgt aber 4 weitere Stunden. Ist die Fahrtzeit dann auch "Teilnahme"? Oder darf der FM nur 1 St. abrechnen?

Angenommen, die Teilnahme umfasst auch die Reisezeiten: Wie ist es, wenn der FM nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt und kein Auto unterhält und sich dadurch die Reisezeiten deutlich verlängern? Ist dies dann sein Privatvergnügen und er bekommt nur die Zeit für das schnellste Verkehrsmittel auf der schnellsten Strecke ersetzt?

Viele Grüße

Morcheeba








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21 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Heiliger
(20090 Beiträge, 7278x hilfreich)

Reisezeiten sind keine Arbeitszeiten, von Ausnahmefällen abgesehen. Geltend machen kannst du die Reisekosten, i.d.R. wird es eine RK-Ordnung geben.

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#2
 Von 
guest-12311.04.2012 22:52:18
Status:
Student
(2108 Beiträge, 1042x hilfreich)

"freier Mitarbeiter" ??? Mit dem kan ich vereinbaren das er mir den .... wischt und das kostenlos zu machen ist.
Hier gelten keine Arbeitnehmerrechte die arme Angestellte schützen.

Du kannst verlangen was "vereinbart" wurde. Wenn du deinen Preis nicht durchsetzen kannst gibts eben keinen Auftrag mehr.

Man könnte aber mal prüfen ob man nicht "Schein-selbständig" ist



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#4
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1451 Beiträge, 186x hilfreich)

Ich bin nicht der freie Mitarbeiter, ich bin eine der Arbeitgeberinnen, den Vertrag schloss ein Kollege, bevor ich in diesem Büro mit eingestiegen bin. Wir arbeiten sowohl mit festangestellten Kräften als auch mit freien Mitarbeitern, die für mehrere Kunden arbeiten, uns also nur zeitweise zur Verfügung stehen.
Zu 90 % arbeiten die freien Mitarbeiter von daheim aus, bzw. in ihrem eigenen Büro. Termine außerhalb sind die absolute Ausnahme. Deshalb wurde es auch nicht näher vertraglich geregelt, wie mit den Reisezeiten umzugehen ist. Ich ging eher davon aus, dass diese vergütet werden, da der FM sonst ein reines Minusgeschäft fährt. 4 St. investiert - 1 St. bezahlt, das könnte sich doch keiner leisten.

Der Person, um die es geht, wurden immer die kompletten Reisezeiten bezahlt. Da weitere Reisen eben selten vorkommen und der Mitarbeiter tolle Arbeit leistet, wird dies auch weiter so gehandhabt werden.
Andernfalls würden wir vielleicht diese Kraft verlieren, da sie weitere gute Kunden hat und sicher kein Interesse daran hat, für uns unbezahlt durch die Gegend zu fahren, während sie in der selben Zeit zu einem guten Stundensatz für einen anderen Kunden tätig sein könnte. Unbezahlte Reisezeiten wären für sie verschenktes Einkommen. Bei mehreren Stunden Reisezeit sind das schnell ein paar hundert Euro.

Wir sind aber dabei, alle unsere Verträge zu überprüfen - insbesondere für zukünftige Mitarbeiter - und stellten uns die Frage, wie es wäre, wenn nun mehr Auswärtstermine als bisher statt fänden und ob wir eigentlich nach dem derzeitigen Vertragstext dazu verpflichtet wären, die Reisezeiten unbegrenzt zu bezahlen.

Die Leute arbeiten zum Teil schon lange für das Büro und waren anfangs lange nicht so ausgebucht wie heute nach zig Jahren Berufserfahrung. Ich kann mir vorstellen, dass da vor 5 Jahre der ein oder andere durchaus Zeit hatte, etwas durch die Gegend zu gondeln. Heute haben die Leute Familie und damit finanzielle Verpflichtungen und da ist die Zeit doch mehr wert.

Ich kann mir aber auch schwer vorstellen, dass man einen FM z.B. - um es mal sehr deutlich zu machnen - 800 km unbezahlt fahren lassen darf, für ein Gespräch, das dann 30 min dauert. Macht er das mehrfach, wäre er bald pleite, weil er durch die Reisezeit pure Arbeitszeit verliert.

Wie müsste man denn korrekt forumlieren, wenn man klarstellen möchte, dass die Arbeitszeit zu laufen beginnt, sobald die Reisezeit beginnt?

EDIT: Unsere FM können ihre Arbeitszeit frei einteilen, natürlich. Wir BITTEN sie lediglich darum, an bedeutsamen Besprechungen - auch schon mal beim Kunden - teilzunehmen, wenn es sich um Projekte handelt, an denen sie maßgeblich beteiligt sind. Es ist auch im Interesse des MA, auf dem neuesten Stand zu sein und die Geschäftspartner persönlich zu kennen.




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-- Editiert Morcheeba am 09.03.2012 21:44

-- Editiert Morcheeba am 09.03.2012 21:49

-- Editiert Morcheeba am 09.03.2012 21:50

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#5
 Von 
guest-12311.04.2012 22:52:18
Status:
Student
(2108 Beiträge, 1042x hilfreich)

Abseits der Sozialromantik : Wer selbständig ist kann seine Verträge frei gestalten - muss sich aber daran halten.
Wer für einen Kunden im Australien arbeitet sollte eben Geld für die Anreise einplanen und verlangen.

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#6
 Von 
blaubär+
Status:
Heiliger
(20090 Beiträge, 7278x hilfreich)

/// Wie müsste man denn korrekt forumlieren, wenn ...

Das würde evtl. lauten: Angeordnete Fahrten in die Zentrale werden bezahlt, die Fahrzeiten hin und zurück gelten als Arbeitszeit.
Es gibt natürlich auch Anwälte, die solche Verträge entwerfen.

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#7
 Von 
guest-12311.04.2012 22:52:18
Status:
Student
(2108 Beiträge, 1042x hilfreich)

Besser noch man schreibt hin wie viel es gibt und von wo. Sonst ziehen alle nach Bayern und es wird teuer.

Übrigens ist es nicht üblich, AN zahlen Ihre tägliche Fahrt ins Büro auch selber.



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#8
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1451 Beiträge, 186x hilfreich)

Danke blaublär und Kleinanwalt.

Manchmal entwickeln sich die Dinge eben weiter. Als diese Verträge geschlossen wurden, gab es bestenfalls mal ein Gespräch im Büro, max. einmal im Monat. Da die FM alle in der Stadt wohnen, war dies ein Zeitaufwand, der gar nicht diskussionswürdig war.

Nun ist das Büro gewachsen und arbeitet überregional. Es kommt zunehmend öffter zu Kundenterminen in der jeweiligen Niederlassung der Kunden. Da kommen dann eben ganz andere Reisezeiten zusammen und wenn dann eine MA noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln reist, ist für ein einstündiges Gespräch auch schon mal fast dessen ganzer Arbeitstag verplant. In der Zeit könnte er an Aufträgen anderer Kunden arbeiten, oder an einem Auftrag von uns und würde dann ja auch bezahlt.

Ich finde, dies müsste geregelt werden. Denn für den MA ist es natürlich finanziell völlig uninteressant, nur eine Stunde von sagen wir mal 6 Stunden bezahlt zu bekommen. Für uns ist es hingegen dauerhaft zu teuer, jede Reisestunde wie eine volle Arbeitsstunde zu bezahlen, insbesondere, wenn der MA mit Bus und Zug doppelt oder drei Mal länger unterwegs ist als mit einem Wagen.

Ich dachte daran, vielleicht festzulegen, dass Reisezeiten bezahlt werden, aber nicht mit einem so hohen Stundensatz wie die reine Arbeitszeit.

Selbst treffe ich übrigens mit Kunden immer Vereinbarungen über die Reisezeiten. Dies ist aber auch häufig schwierig, da oft vorausgesetzt wird, dass Reisezeiten nicht in Rechnung gestellt würden. Jedoch kann jeder Kunde gerne in unser Büro kommen. Wünscht er aber für sich selbst, seine eigene Reisezeit zu sparen, kostet dies eben entsprechend.

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-- Editiert Morcheeba am 10.03.2012 13:00

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#9
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1451 Beiträge, 186x hilfreich)

@ blaubär

Wenn wir das so, wie von Dir vorgeschlagen, aufnehmen würden, wäre damit dann kürzteste Reisezeit gemeint? Ich sehe da ebenfalls das Problem der langsamenen Verkehrsmittel. Müsste man aufnehmen, dass die Zeit bezahlt wird, die man auf der schnellsten Route mit einem Kfz benötigt? Da könnte man dann z.B. in einem Routenplaner schauen, wie lange so eine Fahrt in der Regel dauert.

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#10
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5011 Beiträge, 2538x hilfreich)

@Morcheba

Wenn es bei wenigen Stunden gleich um ein paar hundert Euro geht, dann sollte man solche Klauseln rechtssicher von einem Rechtsanwalt aufsetzten lassen und nicht in einem Diskussionsforum klären.

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#12
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1451 Beiträge, 186x hilfreich)

@ 1000kleinesachen

Hm, hier im Forum werden doch häufig Fragen gestellt, bei denen es um mehr als ein paar hundert Euro geht.

@ florian

Es werden nicht für jede Tätigkeit neue Angebote geschrieben. Die Leute arbeiten seit vielen Jahren als freie Mitarbeiter für das Büro. Sie werden angefragt, wenn sie benötigt werden. Bisher hat es immer gepasst, also es hat kein FM jemals abgesagt. Am Ende des Monats stellen sie die Rechnung für die geleisteten Stunden.
Zum Teil sind es Leute, die wir gerne in Festanstellung übernommen hätten, aber sie selbständig bleiben möchten, weil sie sich nicht an einen Arbeitgeber binden möchten.
Es sind durchweg Akademiker mit Berufserfahrung, daher auch die recht hohen Stundensätze.

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#13
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5011 Beiträge, 2538x hilfreich)

quote:
Zum Teil sind es Leute, die wir gerne in Festanstellung übernommen hätten, aber sie selbständig bleiben möchten, weil sie sich nicht an einen Arbeitgeber binden möchten.
Es sind durchweg Akademiker mit Berufserfahrung, daher auch die recht hohen Stundensätze.



Dann hat der ganze Sachverhalt aber nicht das geringste mit Arbeitsrecht zu tun. Das sollte mittlerweile deutlich geworden sein.

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#14
 Von 
guest-12311.04.2012 22:52:18
Status:
Student
(2108 Beiträge, 1042x hilfreich)

Man ernsthaft:

Das ist der alte, langjährige Freie A in München, der dann im Jahr 10000 Euro an Fahrkosten will und eh teuer bezahlt wird.

Und der neue junge Freie im selben Ort, der sich über jeden Auftrag freut.

Da muss man schon besonders gut sein, und wenn man das ist, dann wird man sicher alles verlangen können.

Man könnte auch glauben das die neuerlichen Meetings eine Art "Rauschmiss" sind - und es nichts gibt.

Alles Verhandlungssache - daher nennt man die "Freie"

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#15
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17805 Beiträge, 8094x hilfreich)

Es gibt nicht wenige Arbeitgeber, die langjährige Berufserfahrung zu schätzen wissen und die auch angemessen bezahlen.


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#16
 Von 
guest-12311.04.2012 22:52:18
Status:
Student
(2108 Beiträge, 1042x hilfreich)

quote:
Es gibt nicht wenige Arbeitgeber, die langjährige Berufserfahrung zu schätzen wissen und die auch angemessen bezahlen.


Dann sind die Fahrtkosten und Arbeitskosten eines Tages für ein 1/2 Std Meeting doch kein Problem.



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#17
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17805 Beiträge, 8094x hilfreich)

Genau.

Denn wie morcheeba schon schrieb:
"Der Person, um die es geht, wurden immer die kompletten Reisezeiten bezahlt. Da weitere Reisen eben selten vorkommen und der Mitarbeiter tolle Arbeit leistet, wird dies auch weiter so gehandhabt werden."

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#18
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1451 Beiträge, 186x hilfreich)

Meine Frage war allgemein gestellt und betraf vor allem auch zukünftige Verträge. Nach zig Jahren wird an einem bestehenden Geschäftsverhältnis nichts geändert, wie ich schon sagte. Wir schauen dann aber, ob der MA bei Besprechungen wirklich dringend benötigt wird.
Ich finde es völlig okay, wenn jemand auf ein eigenes Auto verzichtet und mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt. Ich wünschte, ich hätte die Zeit dazu.
Aber die Kollegen und ich finden es halt nicht so toll, wenn wir 4 St. Bahnfahrt als Arbeitszeit bezahlen, wenn man mit dem Auto in weniger als 1 St. da gewesen wäre. Wie gesagt, ist das "mal" kein Problem und wird es auch zukünftig nicht sein, aber bei häufigeren Fahrten wäre es finanziell nicht mehr drin.

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#19
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5011 Beiträge, 2538x hilfreich)

@Morcheeba

Lesen Sie eigentlich auch die Kommentare der User?

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#21
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1451 Beiträge, 186x hilfreich)

Hallo,

ich wusste nicht, dass Fragen zur Freien Mitarbeit nicht zum Arbeitsrecht gehören.

Wir werden bei zukünftigen Verträgen aufnehmen, dass Reisezeiten mit einem PKW erstattet werden und zusätzlich die Kosten pro km (derzeit ja 30 ct/km. Bei Bahnfahrten werden wir die Tickets (1. Klasse) übernehmen und zusätzlich die Zeit, die die Reise mit einem Wagen gedauert hätte. Wir werden dies anwaltlich ausarbeiten lassen.

Nach Möglichkeit möchten wir zukünftig zunehmend Festangestellte beschäftigen. Das Modell der freien Mitarbeit möchten wir Stück für Stück auslaufen lassen. Wir werden deshalb ausdrücklich nach Menschen suchen, die eine Festanstellung wünschen und nur für den Fall, dass wir keine passende Kraft finden, auf die freie Mitarbeit zurückgreifen.

Danke für die rege Beteiligung!

Gruß

Morcheeba

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-- Editiert Morcheeba am 11.03.2012 10:41

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