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Freistellung Berufsschule durch Betrieb

24. Juli 2019 Thema abonnieren
 Von 
julban
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Freistellung Berufsschule durch Betrieb

Ich bin Azubi 1. LJ (Automobilkfm.) mein Autohaus wollte mich von der Berufsschule freistellen, weil ich aufgrund Urlaubsvertretung der Einzige in der Abtlg. Lager war. Die Freistellung wurde vom Betrieb zu spät bei der Berufsschule eingereicht. Jetzt hab ich 3 unentschuldigte Fehltage im Zeugnis stehen. Was kann ich tun? Das ist doch nicht mein Versäumnis?
(bitte kein Gelaber, sondern nur Antworten die fundiert sind)
LG Julius

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(14824 Beiträge, 5723x hilfreich)

Auch auf die Gefahr hin, dass du es als Gelaber abtust:
Du hast zumindest mitgemacht. Denn dass das kein triftiger Grund für eine Freistellung ist mit dem von der Berufsschule Freistellen, weil ich aufgrund Urlaubsvertretung der Einzige in der Abtlg. Lager war, wird auch dir klar sein und du hättest dich dagegen wehren können/müssen/sollen. Lies
https://jugend.dgb.de/ausbildung/beratung/dr-azubi/index.html?fp.l=t&fp.d=101689

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
HeHe
Status:
Richter
(8180 Beiträge, 3650x hilfreich)

HIer sehe ich die Schuld überhaupt nicht beim Azubi!
Der Betrieb ist verpflichtet, den Azubi für die Schule freizustellen:

Zitat:

Berufsbildungsgesetz (BBiG)
§ 15 Freistellung
Ausbildende haben Auszubildende für die Teilnahme am Berufsschulunterricht und an Prüfungen freizustellen. Das Gleiche gilt, wenn Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte durchzuführen sind


Der Azubi wiederum hat die Pflicht, an den Maßnahmen teilzunehmen, für die er freigestellt wurde:

Zitat:
Berufsbildungsgesetz (BBiG)
§ 13 Verhalten während der Berufsausbildung

Auszubildende haben sich zu bemühen, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erwerben, die zum Erreichen des Ausbildungsziels erforderlich ist. Sie sind insbesondere verpflichtet,
1. die ihnen im Rahmen ihrer Berufsausbildung aufgetragenen Aufgaben sorgfältig auszuführen,
2. an Ausbildungsmaßnahmen teilzunehmen, für die sie nach § 15 freigestellt werden,
3. den Weisungen zu folgen, die ihnen im Rahmen der Berufsausbildung von Ausbildenden, von Ausbildern oder Ausbilderinnen oder von anderen weisungsberechtigten Personen erteilt werden,
4. die für die Ausbildungsstätte geltende Ordnung zu beachten,
5. Werkzeug, Maschinen und sonstige Einrichtungen pfleglich zu behandeln,
6. über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse Stillschweigen zu wahren,
7. einen schriftlichen oder elektronischen Ausbildungsnachweis zu führen.


Der Betrieb hat ihm hier den Besuch der Schule verwehrt, mit dem Argument, ihn im Betrieb zu benötigen. Dem Azubi (als schwächerem Glied im arbeitsrechtlichen Verhältnis) ist hier kein Vorwurf zu machen, wenn er sich nicht gegen den Betrieb auflehnt und gegen dessen Anweisung die Schule besucht. Er wurde ja hier eben nicht freigestellt! Wäre er z. B. trotzdem einfach zur Schule gegangen, hätte er sich Probleme im Ausbildungsverhältnis eingehandelt und das musste er abwägen. Der Fehler liegt eindeutig beim Unternehmen.

@julban:

Unentschuldigte Fehltage können zur Abmahnung durch den Ausbildungsbetrieb führen, weil der Azubi gegen seine Pflichten aus § 13 (s. o.) verstoßen hat. Das ist bei dir aber nicht Fall, dir wurde der Schulbesuch vom Betrieb selbst verwehrt. Das Berufsbildungsgesetz regelt die betriebliche Ausbildung, nicht das Schulverhältnis.

Dass sich die Fehltage aus einem Versäumnis deines Betriebes begründen, soll die Schule so festhalten bzw. hat sie sicher getan; der Freistellungsantrag ist ja angekommen, nur zu spät.

Solltest du wieder in eine solche Situation kommen, ruf die Schule an und frage, wie du vorgehen sollst.

Ansonsten wird dein Berufsabschlusszeugnis (von IHK oder HWK) keine Fehltage aus Schulzeiten ausweisen, es hat also soweit keinen weiteren Nachteil für dich.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(35350 Beiträge, 13324x hilfreich)

Mal ne ganz dumme Frage. Für wen ist das denn von Bedeutung? Es ist kein Abschlußzeugnis, entfaltet keine Außenwirkung, disziplinarische Maßnahmen werden nicht ergriffen, also was solls?

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
hiphappy
Status:
Junior-Partner
(5233 Beiträge, 2410x hilfreich)

Zitat (von julban):
Die Freistellung wurde vom Betrieb zu spät bei der Berufsschule eingereicht.


Nö, der genannte Grund wird schlicht nicht als Entschuldigung anerkannt.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(25292 Beiträge, 4796x hilfreich)

Zitat (von julban):
sondern nur Antworten die fundiert sind
Man traut sich kaum. :respekt:
Was soll denn da fundiert kommen?
Das Zeugnis des 1.Lehrjahres heftest du dir ab. Im 2. Lehrjahr stehen diese Fehltage nicht auf dem Zeugnis. Und später auch nicht.
Ende im Gelände.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(104199 Beiträge, 37611x hilfreich)

Zitat (von julban):
Was kann ich tun?

Tja, wenn man jetzt mal wüsste, was genau denn überhaupt das Ziel ist...



Zitat (von julban):
Das ist doch nicht mein Versäumnis?

Zumindest teilweise, denn man hat wohl nicht kontrolliert, das aus dem "wollte" ein "hat" wurde?



Zitat (von julban):
bitte kein Gelaber, sondern nur Antworten die fundiert sind

in einem Meinungsforum gibts Meinungen. Will man fundierte Antworten, hier fragen: https://www.frag-einen-anwalt.de/


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

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