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Fristlose Eigenkündigung während Arbeitsunfähigkeit wegen neuem Job

14. März 2022 Thema abonnieren
 Von 
go497929-78
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 0x hilfreich)
Fristlose Eigenkündigung während Arbeitsunfähigkeit wegen neuem Job

Hallo liebes Forum!
Situation: Der ungekündigte AN ist seit 26 Monaten arbeitsunfähig und bezieht zur Zeit ALG1, nachdem das Krankengeld nach 18 Monate AU ausgelaufen ist. Er hat sich während der AU auf eigene Kosten weitergebildet und kann nun zum 01.05.2022 einen neuen Job in einer völlig anderen Branche ohne jeden Bezug zum aktuellen Job antreten. Seine Kündigungsfrist beträgt allerdings zwei Monate zum Monatsende.
Eine fachärztliche Bestätigung darüber, daß der AN den aktuellen Job aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben sollte, kann vorgelegt werden.
Kann der AN aufgrund eines schwerwiegenden Grundes fristlos (alternativ mit angepasster Frist zum 30.04.2022) kündigen?
Über mögliche Auswirkungen auf das ALG1 ist der AN informiert.

Viele Grüße

-- Editiert von go497929-78 am 14.03.2022 11:41

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
bostonxl
Status:
Bachelor
(3176 Beiträge, 490x hilfreich)

Zitat (von go497929-78):
Kann der AN aufgrund eines schwerwiegenden Grundes fristlos (alternativ mit angepasster Frist zum 30.04.2022) kündigen?
Nein.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(105634 Beiträge, 37801x hilfreich)

Zitat (von go497929-78):
Kann der AN aufgrund eines schwerwiegenden Grundes fristlos (alternativ mit angepasster Frist zum 30.04.2022) kündigen?

Das können steht außer Frage, interessanter wäre die Wirksamkeit.



Zitat (von go497929-78):
Eine fachärztliche Bestätigung darüber, daß der AN den aktuellen Job aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben sollte

Da käme es wohl darauf an, wie verbindlich diese "sollte" wäre und ob es noch andere Arbeitsplätze gäbe die der Arbeitnehmer ausfüllen könnte.



Und ganz unjuristisch, wäre auch die Frage, ob ein Arbeitgeber motiviert wäre einen Arbeitnehmer zu halten, der auch künftig wohl nichts weiter macht, als einen Platz in der Statistik zu blockieren.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
taxpert
Status:
Lehrling
(1969 Beiträge, 520x hilfreich)

Zitat (von go497929-78):
ungekündigte AN ist seit 26 Monaten arbeitsunfähig
Zitat (von Harry van Sell):
Und ganz unjuristisch, wäre auch die Frage, ob ein Arbeitgeber motiviert wäre einen Arbeitnehmer zu halten, der auch künftig wohl nichts weiter macht, als einen Platz in der Statistik zu blockieren.
Der ArbG freut sich eventuell über die Nachfrage nach einem Aufhebungsvertrag!

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(25826 Beiträge, 4864x hilfreich)

Statt Kündigung empfehle ich einen Aufhebungsvertrag anzubieten.
Der jetzige AG ist nach mehr als 2 Jahren *Abwesenheit* des Mitarbeiters uU recht schnell bereit, einen A-Vertrag zum 30.4.22 zu akzeptieren.

Alternativ dem neuen AG signalisieren, dass man erst zum 1.6.22 beginnen könne.
Eigenkündigung dann zum 31.5.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

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#5
 Von 
go497929-78
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 0x hilfreich)

Ein Aufhebungsvertrag ist natürlich das erste, was der AN ansprechen wird. Eine Verschiebung des Antrittstermines ist nicht möglich, der nächstmögliche Antrittstermin wäre der 01.11., für den aber dann eine erneute Bewerbung nötig wäre mit dem Risiko, nicht angenommen zu werden.
Deswegen wäre es gut, wenn der AN auch ohne das Einverständnis des AG den alten Job rechtswirksam spätestens zum 30.04. beenden zu können. Der AN rechnet nicht mit Schwierigkeiten bzgl. des Aufhebungsvertrages, aber man weiß ja nie.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(25826 Beiträge, 4864x hilfreich)

Zitat (von go497929-78):
Der AN rechnet nicht mit Schwierigkeiten bzgl. des Aufhebungsvertrages, aber man weiß ja nie.
Eben. Dann sollte man doch den A-Vertrag favorisieren. Zusammen mit der fachärztlichen Bescheinigung.
Zitat (von go497929-78):
den alten Job rechtswirksam spätestens zum 30.04. beenden zu können.
Man weiß ja nie, was sich im (alten) Arbeitsvertrag noch so findet außer der regulären Kü-Frist von 2 Monaten zum Monatsende.

Man sollte das Risiko einer fristlosen Eigenkündigung überschaubar halten.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(44069 Beiträge, 15716x hilfreich)

Zitat (von go497929-78):
Deswegen wäre es gut, wenn der AN auch ohne das Einverständnis des AG den alten Job rechtswirksam spätestens zum 30.04. beenden zu können. Der AN rechnet nicht mit Schwierigkeiten bzgl. des Aufhebungsvertrages, aber man weiß ja nie.


Rechtlich zulässig ist eine fristlose Eigenkündigung nicht. Auf der anderen Seite kann man sich aber die Frage stellen, was denn passieren könnte, wenn der AN trotz unwirksamer fristloser Eigenkündigung den neuen Job zum 01.05. beginnt.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(105634 Beiträge, 37801x hilfreich)

Zitat (von hh):
Rechtlich zulässig ist eine fristlose Eigenkündigung nicht.

Und das soll sich woraus genau ergeben?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
go497929-78
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Antworten.
Der AN hat noch 43 Urlaubstage. Vermutlich wird der AG die als Verhandlungsgegenstand verwenden und auf den Verzicht der Abgeltung bestehen.
Was kann eigentlich passieren, wenn der AN fristgerecht zum 31.05. kündigt aber die andere Stelle zum 01.05. antritt? Der AN bleibt weiterhin aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, den ursprünglichen Job auszuüben.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
go497929-78
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 0x hilfreich)

Abschluss: Der AG hat auf die Einhaltung der Kündigungsfrist verzichtet. Somit konnte der AN ordentlich kündigen und behielt seinen Anspruch auf Urlaubsabgeltung. Ob der AG diesen Aspekt bedacht hatte, ist unbekannt.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(25826 Beiträge, 4864x hilfreich)
Signatur:

ist nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(105634 Beiträge, 37801x hilfreich)

Zitat (von go497929-78):
Der AG hat auf die Einhaltung der Kündigungsfrist verzichtet.

Glückwunsch und Danke für die Rückmeldung.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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