Fristlose Kündigung - Arbeitszeitbetrug

20. Februar 2014 Thema abonnieren
 Von 
be-delicious
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 24x hilfreich)
Fristlose Kündigung - Arbeitszeitbetrug

Hallo zusammen,

ich habe gestern unerwartet eine fristlose Kündigung erhalten.

Der Betriebsrat hat mich zu sich gebeten und mich auf den Sachverhalt angesprochen. Hierbei geht es um Arbeitszeitbetrug.

Ich muss voerst sagen, dass ich im Moment etwas durcheinander bin, ich bin seit ein paar Wochen in psychologischer Betreuung, mache ein Abendstudium und bin dieses Semester schon durch 2 Prüfungen gefallen und es fällt mir schwer, mich zu konzentrieren.

Bei der Küdigung ging es wohl um zwei Termine, dabei ist mir nur ein Termin bekannt. Vergangenen Montag war ich auf dem Weg zur Arbeit und bin dort an einem Bäcker vorbeigefahren, bei dem ich mir gelegentich mein Frühstück hole, wenn ich meins vergessen habe. An diesem Tag bin ich gedankenversunken an ihm vorbeigefahren und nach dem Einstempeln ist mir das aufgefallen, dass ich ncihts zu essen dabei habe. Also bin ich wieder raus und zum Bäcker gefahren. 20 Minuten später war ich am Arbeitsplatz. Diesen Fehler habe ich beim BR auch zugegeben, ich habe mich nicht gerechtfertigt, weil die Kündigung schon vorlage, sondern einfach nur gesagt, dass es stimmt, dass ich mich um 7 Uhr eingestempelt habe und irgendwann 20-25 Minuten später erst am Platz gewesen bin.

Den zweiten Termin konnte ich mir nicht erklären, aber der Betriebsrat hat mir auch kein Datum, keine Zeit etc. nennen können.

Dank einer Freundin im BR, weiß ich, dass mich meine Zeitbeauftrage "verpetzt" hatte und dieses wohl noch mein geliebter Kollege bestätigt hat, weil er der Einzige ist, der auch so früh im Büro ist und mitkriegt, wann ich ankomme.

Soweit so gut.
Der BR hatte es komischerweise echt eilig, bis ich mich entscheide. Ich hatte regelrecht das Gefühl, dass ich erpresst werde, den Wisch zu unterschreiben. Theoretisch hätte ich die fristlose Kündigung gekriegt, aber hilfsweise würden Sie mir eine betriebsbedingte Kündigung mit wohlwollendem, qualifiziertem Zeugnis ausstellen, wenn ich diese Vereinbahrung unterschreibe, dass ich keine rechtlichen Schritte und so weiter unternehme.

Zudem hat sich ein BR-Mitglied eingesetzt, dass ich in die PEAG komme. Das ist wohl so etwas ähnliches wie eine Zeitarbeitsfirma. ich würde für 6 Monate 78% meines Gehaltes erhalten und die Mitarbeiter würden dann versuchen mich zu vermitteln, indem man Bewerbungen schreibt, evtl. Schulungsmaßnahmen bekommt etc.

Ich bin jetzt ganz durcheinander.
Ich muss sagen, dass ich erst 26 bin und nciht viel Berufserfahrung habe. Ich habe keine Rechtschutzversicherung und bin ein stilles, graues Mäuschen, welches man wahrscheinlich einfach aus dem Unternehmen haben wollte (wobei ich mich echt mit meinen Kollegen super verstanden habe und auch deswegen nie gekündigt habe, obwohl ich mit dem Gehalt unzufrieden war. Aber anscheinend habe ich micha uch in meinen Kollegen geirrt).

Ich muss gestehen, dass ich Angst habe, damit vor Gericht zu ziehen, da ich nicht weiß, welche Konsequenzen sich daraus ergeben, wenn ich den Rechtsstreit verliere. Zudem kommt dazu, dass ich mir wahrscheinlich gar keinen Anwalt leisten könnte.

Soll ich am Montag einfach alles unterschreiben und mich damit abfinden, dass ich so abserviert worden bin oder gibt es für mich Chancen einen eventuellen Rechtsstreit zu gewinnen?

Wie gehe ich am besten vor?

Vielen Dank schon mal vorab für Eure Hilfe!

Viele Grüße
be-delicious

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
:blaubär:
Status:
Student
(2472 Beiträge, 1265x hilfreich)

Der Betriebsrat spielt da eine offenbar sehr merkwürdige Rolle. Ob dein Fehlverhalten eine fristlose Kündigung rechtfertigt, erscheint mir zweifelhaft. Eigentlich sollte da eine Abmahnung reichen. Ob du aber kämpfen willst oder kannst, kann von außen niemand entscheiden. Wahrscheinlich wären deine Aussichten nicht schlecht. Aber Kämpfen macht auch Stress.

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#2
 Von 
be-delicious
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 24x hilfreich)

Das ist auch meine Sorge, ich weiß nicht, ob ich das kann und was dabei rausspringen "könnte". Ich meine, ich will wahrscheinlich genau so wenig in das Büro zurück, in dem man mich anscheinend nicht haben wollte und die wollen mich dann wohl genau so wenig zurück.

Und meine Angst ist einfach immer noch die, dass es auf eine Niederlage hinausläuft. Dann müsst eich doch die Anwalts-/Gerichtskosten komplett bezahlen, oder?
Dann wäre mein Zeugnis bestimmt auch nciht "nett" (was ich auch jetzt bezweifel, dass es gut wird. Und wäre ich danach immer noch "fristlos" gekündigt, oder wäre es die betriebsbedingte Kündigung, die mir gerade angeboten wird, die ich aber noch nicht unterschrieben habe.


Noch eine ganz wichtige Frage:
In der VEreinbahrung steht es mir frei, mein Arbeitszeugnis selbst zu schreiben. Wäre es sinnvoll als Laie diese Aufgabe zu übernehmen oder soll ich es das Unternehmen schreiben lassen und mich danach auf ein besseres berufen, wenn es nicht "wohlwollend" klingt?

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#3
 Von 
:blaubär:
Status:
Student
(2472 Beiträge, 1265x hilfreich)

Ich möchte dir zum Anwalt raten - auch wenn es Geld kostet.
Es ist schon reichlich merkwürdig,dass man dich vor so eine Wahl stellt und dass du deine Kündigung unterschreiben sollst. Gegen eine fristlose Kündigung kannst du vorgehen, genauso aber auch gegen eine aus angeblich betrieblichen Gründen, es sei denn du würdest eine Abfindung zustimmen, die das Arbeitsgericht dann ausschließt.
Die Sache ist also zu komplex, als dass ein paar Ratschläge aus dem Forum dich auf die sichere Seite bringen könnten.

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#4
 Von 
:blaubär:
Status:
Student
(2472 Beiträge, 1265x hilfreich)

Ich möchte dir zum Anwalt raten - auch wenn es Geld kostet.
Es ist schon reichlich merkwürdig,dass man dich vor so eine Wahl stellt und dass du deine Kündigung unterschreiben sollst. Gegen eine fristlose Kündigung kannst du vorgehen, genauso aber auch gegen eine aus angeblich betrieblichen Gründen, es sei denn du würdest eine Abfindung zustimmen, die das Arbeitsgericht dann ausschließt.
Die Sache ist also zu komplex, als dass ein paar Ratschläge aus dem Forum dich auf die sichere Seite bringen könnten.

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#5
 Von 
be-delicious
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 24x hilfreich)

Morgen früh gehe ich zum Anwalt.
Das Erstgespräch ist es mir wert.

Er war gerade schon sehr kompetent am Telefon und er hat gesagt, dass eine Kündigung unwirksam ist und er da ein Schreiben verfassen würde (ich schätze mal, das müsste ich bezahlen und das wird sicherlich teurer als das Gespräch, oder?)

Er war auch von meiner Firma nicht begeistert, weil er da schon viele Negativschlagzeilen gehört und gelesen hatte...

Ich bin auf den morgigen Termin gespannt...

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#6
 Von 
spatenklopper
Status:
Philosoph
(13596 Beiträge, 4835x hilfreich)

Bevor Du den Anwalt irgendwelche Schriftstücke verfassen lässt, lass dich über die Kosten aufklären ;)

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